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mit ^Amtlichem Kreisblatt". — Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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»r deren Raum 15 pfg.
69. Jchrgang.
KreiMM
für die Stadt und den Kreis Schlüchtern.
err Superintendent Octh. Herr Pfarrer Rollmann. rr ^Superintendent Orth.
che Gemeinde.
15. Dezember 1918.
Ihr: Amt mit Predigt.
Kaplan Ramb.
M 98
Samstag den 14. Dezember
1918
Verwesung des durch die Demuvilisation frei werdenden Ärweematerials
Die Regierung macht bekannt: Eine Hauptvoraus setzurg für die Wiederaufrichtung der heimischen Volkswirtschaft ist die restlose Erfassung und Verwertung des ganzen durch die Demobiltsation frei werdenden Armeematerials jeder Art. Wer Heeres- oder Marinegut verschleudert, schlecht beaufsichtigt, sich anetgnet oder unb fugt veräußert, schädigt ebenso wie der Kämcr solcher Güter unseren wirtschaftlichen Wiederaufbau. Er entzieht die Güter den Volks genossen, die ihrer am dringensten bedürfen, verhindert die Abbürdung unserer Schulden, zu der die Erlöse aus geordnetem Verkäufe der Güter beitragen sollen, und rerwehrt die finanziell.n Lasten des gesamten Volkes. Es ergeht daher an jeder nann der Aufruf, dazu mitzuhelfen, daß von diesen Miliacdsnwecten nichts durch Nachlässigkeit oder Untreue verloren geht; dabei darf nichts als zu geringfügig angesehen werden. Selbst die leichtfertig weggeworfene Waffe hätte bei richtiger Verwertung in umgearbettele Form die Hand des Arbeiters oder des Handwerkers mit dem dringend benötigten Arbeitsgerät ausrüsten und beschäftigen können.
Zur Durchführung geregelter Verwertung freiwerdenden Heeresgeräts jeder Art ist das im Bereiche des Retchsschatz- amts errichtete Verwer'nugsamt für freiwerdende HeercS- Marine- und sonstige reichseigene Güter, Berlin NW 7, Unter den Linden 78 ausschließlich bestimmt. Das Ver- waltungSamt wird Zweiganstalten in allen Bundesstaaten und an den größeren Plätzen des Reiches begründen. Alle Stellen werden aufgeforbert, das Amt in seinen Arbeiten zu unterstützen.
Der Rat bet Volksbeauftragten.
Ebert. Haase. Scheidemann. Dittmann. Landsberg. Barth.
Der Vollzugsausschuß des Ä Heiter- und Soldatenrats. __Molkenbuhr. Rich. Müller._______________
Tgb. Nr. 13097 Jt G.
Bell. Werthe Erleichteren i« ^ :d Be»?: '^a1 1«ng bm Web, Wirk- und ÄsirDvar^n.
Um den Verkehr in^czug auf Web-, Wirk- und Strick waren zwischen Verkäufer und Käufer wieder in die alten Bahnen der Friedenswirtschaft hivl'''i?lj^^eiten^ gcht die ReichrbekletdungSstelle weiter bekannt:
1. § 7 der Verordnung über die Regelung mit Web-, Wirk und Strikwaren vom 10. Juni/23. Dez. 1916 üitt außer Kraft.
Es können demnach auch Lieferungen an Abnehmer gestattet weroen, mit ber *” der Lieferant vor dem 1. Mai 1916 in nicht dauernder . chäftsverbtndung gestanden hat.
Den heimkehrenden Kriegern ist es künftig möglich, einen neuen Hansel mit Web, Wirk- unb Stückwaren zu beginnen. Die Bessimmungen über Kettenhandel bleiben jedoch bestehen.
2 Die Bekanntmachung der R. B. St. über Beschlagnahme der im Besitze von Hotels, Gast- und Schank- wirtschaften und ähnlichen Betrieben sowie Wäscheverleihgeschäften befindlichen Bett-, Haus- und Tischwäsche tritt mit dem 8. Dez. 1918 uu^er Kraft. Das Tischdeck- und Mundtuchverbot mußte zunächst noch ausr-cht erhalten bleiben.
3 . Die Bezugscheinsreiheit ist auf folgende Gegenstände ausgedehnt worden:
Strümpfe, Socken und Stutzen; Kopfschützer, Brustschützer, Kniewärmer, Leibbinden, Halsbinden, gestrickte Schals und Pulswärmer^ Sweater, gestrickte, gewirkte oder gehäkelte Damenwesten, gewirkte Kosettschoner und Unter- taillen (Trikothemden und jacken sind bezugsscheinpflichtig); Brusthalter, Büstcnformer, Miedergürtel, Geradehalter und ähnliche Gegenstände, Matratzen, fertig gefüllte Inletts, abgefaßte Kopftücher, Schals und Umschlagtücher Reise, und Schlafdecken, Decken für Tiere.
Schlüchtern, 9. Dez. 1918.
S., A.- u. B.-R. Der Vorsitzende des KreisavsschuffeS. Henrichs. von Trott zu Solz.
Verordnung über Erwerbsloseufürsorge.
• Vom 13. November 1918.
Auf Grund des vorstehenden Erlasses des Rates der Volksbeauftragten über die Errichtung des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachnng (DemobilmachungLamt) vom 12. November 1918 wird verordnet, was folgt:
§ 1. Zur Unterstützung von Gemeinden oder Ge- metndeverbändcn auf dem Gebiete der Erwerbslosenfürlorge werden Reichsmittel bereitgestellt.
§ 2. Die Gemeinden sind verpflichtet, eine Fürsorge für Erwerbslose einzurichten, der sie nicht den Rechtscharakter der Armenpflege beilegen dürfen.
§ 3. Gemeinden, die trotz eines vorhandenen Bedürfnisses keine oder keine genügende Erwerbslofenfürsorge einrichten, werden dazu von bet Kommunalaufsichtsbehörde oder von der seitens der Landeszentralbehörde hierzu bestimmten Behörde angchalten, diese können die dazu notwendigen Anordnungen für Rechnung der Gemeinde treffen, sie können auch bestimmen, daß ein weiterer Gemeindevrr- band eine Gemeinde im Falle ihrer LeistungSunfähigkeit zu unterstützen oder die Fürsorge übernehmen hat.
§ 4. Der Gemeinde oder dem Gemeindeverband e werden von dem Gesamtanfwande für die Erwerbslosen- fürsorge vom Reiche sechs Zwölftel und von dem zuständig en
früh
htsspende 1918.
r die tapferen Heere, die unsere kcn deS Krieges treu und todeS- :t WeihnachtSliebeSgaben in der n fünftenmale steht das Weih- :, und der Krieg ist noch immer Um auch diesmal den tapferen zu bereiten, unternehmen es die eiten, die Vorbereitungen so zu Gabe erhielt und daß die Sen- die Hände der Fronttruppen ligen uns an dieser Arbeit eben« tg der uns angeforderten Summe ar, obschon uns die Mittel dazu sie leihweise aufbringen mußten, sie Waffensttllstandsverhandlungcn emobilisierung eS nicht möglich ist, tlan zur Ausführung, zu bringen, eine Verwirklichung in der 33 elfe üß der zu E' \ Hing kommenden k :-'---. *u-.->iv$;.. n eiiigtyj.iu.gT" - übrigen HeereSangehörigen ihre
ch ihren Truppenteil oder für die Lazarettverwaltungen erhalten. :rn hat bei den Sammlungen der ichten gezeigt, daß ex hinter keinem : Bezirke zurücksteht. Wir bitten : 5. Weihnachtssammlung dieselbe eweisen, recht reichliche Spenden i dadurch instand zusetzen, unsere Aufwendungen ganz oder doch
arrer, Lehrer, Bürgermeister und :cder bitten wir, die Sammlung 5 die
achtsliebesgabeubeschaffllng die eingehenden Gelder an unseren Rentmeister Schunk, hier einzahlen eckkonio Nr. 19251 Frankfurt a.M. iden Vereine vom Roten Kreuz, andrat. von Trott zu Solz.
chen, kühlen Hände auf die schmer- tröstet Lu. Er versucht, sie dankbar kann den Mund nicht verziehen. ;eS, trockenes Aufschluchzen daran«, i den Rest ihrer Fassung bringt er unb weint bitterlich.
en Tränen, seitdem sie Rastingent kgesandt hgt.
end gern dasselbe tun, aberweil deS HauseS so Unbarmherziges lächelt er stärker, obwohl eS ihn
■ nicht früher Ruhe finden, ehe sie leit über den Charakter ihre- Gat» üffen, ob er den Mut besitzt, seine jeu, ober ob ihm die versteckte Grau» 3litt liegt, daß er die Stirn hat, sie
'M-schlug iln^MTsslW-UN^en-ltMsrn -----.o --- Utch ergriff schließlich einen Scherben der Vase, um »h" in blinder Wut in Luk gelbe Wange zu stoßen.
Hinter ihm in der hylbgcössneten Dir stand Marie Luist. Sie sah seit Minuten, unbemerkt von dem »egtk», der sie auf ihrem täglichen Spaziergang wähnte, dex Szene zu. Sie wollte Diedersleben in die Arme fallen und für die hilflose, verängstigte Kreatur, deren Blu aus Hjp lps« Jacke herabfloß, um Gvade betteln. Aber fir vermochte nicht, sich von der Stellezu rühren. ® f furchtbare Entdeckung, daß sie diesen Mann erst gerne sah, wie er in Wahrheit war, bannte sie. WaS Lu auch getan haben mochte, so grausam durste er ign nicht »Ä« lliirebe „liebes Kind" ertragen müssen.
Mit taumelnden Schritten tastete sie sich hlEtS, in
-in völlig unbentitztes Zimmer des rechten KliPelS, I SWelle,
i. Sie wollte xneueiaicut.. _________ HUflose, verängstigte Kreatur, deren Blut Jack herabfloß, um Gnade betteln. Aber »ickit. Heb von der Stelle zu rühren. Die Mann erst heute
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Marie Luise die Scherben sieht und sie an« Lui stum» melnbeit Worten aus ihr: Befragen den Gruich der Züch. tignng 'erfährt, kouunt ein furchtbarer Haß über sie und zugleich mit ihm ba3 brennende Per lallen, gut a'u machen, sä viel sie eS noch vermag.
Sie richtet Lns Kopf, von dem die steife, schirmlose Mütze fortgeglitteir ist, empor und wäscht ihm die Wunde OjgS. Dabei streichelt sie seine Stirn unb gibt ihm Jrofffiamen. DaS gibt ihm Mut. Er reißt die Jackk von feinen Schultern herunter und deutet auf rote Narben und zahllose blutunterlaufene Stellen hin, die beneid) von den verflossenen Grausamkeiten seines Herrn sprechen. Sie versteht feine in Stumpfheit ertra» : gen« Qual. Jede offene rinfleynunz würde sie nur ver- Irti« UnM.m,ÄÄ
Diplematin geht sie bei diesen: Er- e fühlt, daß sie mit heftigen Bor» . - rr,rch<-n würde. Er würbe sie an der
Hand zu einer Ottomane führen und dnrch Lu EiS- wasser bringen lassen, all ihre Fragen aber mit seinem kiihlon, nachsichtigen Lächeln iibergegen, daS man für Kindtjk unb Kranke hat. Sie ist ja nicht umsonst drei Jahre" tdifg th seine Schule gegangen. Gewaltsam rafft sie sich auS ihrer starren Gleichgültigkeit empor unb begemiet rhin sttnü«ichkt und weicher als je zuvor. Er soll Verträum zu ihrem Verstehen bekomuren, damit er ihr in beu ilvgeitb^eu dxr Enlscheiditug die Wahrheit nicht voieiithält.
DaS geht so ein paar Wochen hin. Eines TageS bittet sie ihn, den T«iil ihren: Zimmer einzniiehniei: Die ataiewr Vorhiing« sind aufgerollt. DaS zarte Rosa der Gardütii: schwibt aeheiinniSooll über dem Ranin, b« mit «8«h«nd Kostvackeileu an Vasen aus Gold und 6l(nib?iR gischmßckt ist.
Lu muß servieren, 229,13'