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WemerMung mit Amtlichem Kreisblatt". WocheubeilM: Illustriertes Sonntagsblatt. :: Postscheckkonto Krankfnrt a. M. 114H :: Telefon «5.

Telefon «5.

Erscheint Mittwoch und Samstag.

F 94

- ^"^ ""Areisblatt" vierteljährlich 1,80 Mk.- Anzeigen kosten die kleine geile oder deren Raum f5 pfg.

Samstag, den 23. November 1918.

69. Jahrgang.

gyarnung vor Ankauf von Militäreffekten, Lebens- und Genußmitteln.

& wird davor gewarnt, Decken und Bekleidungsstücke H, Art von heimkehrenden Truppen zu kaufen ober hilft auf irgend einer Weise zu erwerben. Abge- brn davon, daß der Erwerb solcher Stücke mit den »»allen Strafen bedroht ist, besteht auch eine große Kefahr der Krankheitsübertragung.

@ Kürze werden solche Stücke aus den Beständen der Heeresverwaltung abgegeben. Dann wild reichliche Gelegenheit sein, dieselben preiswert zu erhalten.

® Die gliche Warnung ergeht hiermit auch in An | 6u86 von Lebens- nnb Genußm tteln aller Art (,. B Tee, Kaffee, Z 'cker, Zigarren u dgl.).

' Den Soldaten ist es strenge untersagt, solche Sachen w veräußern. Wer sie dennoch von den Soldat-n er wirbt, hat strengste Bestrafung und Enteignung der timorbenen Sachen ohne jede Entschädigung zu gtrenwartigen.

" Schlüchtern, den 21. November 1918.

Der S., A. u. B. rat:

H^nrichS.

Bekanntmachung

Alle Soldaten, Mannschaften wie Offiziere, welche fUf unerlaubt von ihrem Truppenteil entfernen, haben nidjt nur strengste Bestrafung zu gewärtigen, sondern haben auch keinen Anspruch auf Lebensmittelkarten, Verpflegung und Quartier. Sie gehen jedes Anspruches aus Rente, EntlaffungSgebühr von 50 Mark, Marsch- gchühr, Anzug verlustig. Wer nicht ordnungsgemäß entlassen in das besetzte Gebiet kommt, sitzt sich der #Mr her Interniert'ng aus

Wer 114 unerlaubt von seinem ^cuvpe.e!l ent­fernt, hat sich sofort auf dem nächsten Garnison Kam- mndo oder Bahnhofskommandantur zu melden. Diese sorgen für Verpflegung Unterkunft und Weitcrbesörde- tung zum Ersatz-Truppenteil bezw. Entlassung zum Bezirk-kommando des Heimatortes gemäß den Verfü­gungen des stello. Generalkommandos.

Alle Zivilbehörden sind angewiesen, keinerlei Lebens mittelhrtcn auszugeben, keine polizeiliche Anmeldung entgegenzunehmen und keine ArbUtSgelegcnhcit zu ver­mitteln ohne vorschriftsmäßigen Entlassungsausweis.

Kameraden ! Sorgt für Ordnung, damit der Feind nicht einmarschiert um diese Ordnung herzustellen.

Kameraden! Der Feind schließt keinen Frieden, nenn in Deutschland keine Ordnung herrscht.

Der Arbeiter- und Soldatenrat.

S.tellv. Generalkommando 18. A. K.

Totenfest.

Durch kahle Zweige der Nordwind weht

In tiefen, klagenden Noten,

An teuren Gräbern so mancher steht

Heute am Fest der Toten.

Ein Staunen ein Flüstern, geisterhaft leis, Wie ein Mahnen aus himmlischen Sphären, In der stillen herbstlichen Gräber Kreis:

O weint eures Kuminers Zähren Nicht den Lieben alLin, bie voller Gram

Ihr betrauert, die euch gestorben, Auch jenen, die euch das Schicksal nahm, Die im Strome des Lebens verdorben, Wenn in euch von einstiger Liebe _ein N.st Und ein Schimmer aus sonnigen Tagen, So sei alter Groll heut am Totenfest Auf ewig zu Grabe getragen.

Herbstliche, Kränze, ein Asternflor,

Immortellen tm Garten der Toten . . .

Der Nordwind braust wie ein Trauerchor

In tiefen, klagenden Noten.

Hedda von Schneid.

Deutsches Reich.

Die Entlassung aus dem Heeresdienste. Nach einer Bekanntmachung des Kriegsministers soll jedem- am 9 11. 1918 und später aus dem Heeresdienste ordnungsmäßig ausscheidenden Unteroffizier und Mann verabfolgt werden: a) unentgeltlich ein Ent­lassungsanzug (soweit der Vorrat reicht Zivil, sonst Uniform); b) ein einmaliegeS Entlassungsgeld in Höhe von 50 Mark; c) als Marscbgeld, soweit Marschge- bührntffe zuständig sind, vom Truppenteil ein Pauschal­betrag von 15 Mark. Die Verabsolgung von Ib wirb abhängig gemacht von einer ordnungsmäßigen Entlastung. Dazu gehört: a) Abgabe der noch im Besitz bestnd-

liefen Waffen und Munition, b) Empfangnahme der Enclassungspapicre, c) Anerkennung der Stammrolle. Emlaffen werden nach und nach alle Jahrgänge bis auf 1898/99.

Die deutschen Kriegtve.luste. Berlin. Auf Grund zuverlässiger Unterlagen können wir die Verluste Deutschlands b s zum 31 Olkober 19 l 8 genau angeben: Deutschland hat 1580000 Tote zu beklagen. Als Ver. mißte werden 260000 gemeldet, wovon aber ebenfalls ein großer Teil nicht mehr unter den Lebenden weilen wird. Die Zahl der in Feindeshand befindlichen deutschen Gefangenen beträgt 490 000. Verwundet würd n4. Millionen, wobei aber eine wiederholte Zahlung in den Fällen vorgekommen ist, wo ein Soldat mehr­mals verwundet worden ist.

Prämliminarfcteden. DemVorwärts" zufolge wird der Beginn der Verhandlungen über den Prält- minarf-teden in kürzester Zeit, jedoch kaum vor Ende November zu erwarten sein. Sie werden in Paris oder Versailles stattstuden und sollen bis Ende Januar beendet sein. Danach wird die Beratung des eigentlichen Friedensvertrages beginnen. Dazu wirb ein Apparat von vielen Hundert Delegierten aufgeboten werden Eine ganze Anzahl von Spezialkommifstonen müssen gebildet werden, die tm Zusammenhang mit der Friedens- konferenz tagen sollen.

Rückkehr der Flugzeuge von der Westfront. Die Flugzeuge, die seit einigen Tagen vom Westen kommend, durch die Lüfte nach Osten rattern und viel­fach Golha als ihrem Heimathafen zusteuern, werden auch schon dazu benutzt, um den beschleunigten Brief­verkehr zu übernehmen.

Nach einer Meldung der LondonerTimer" verlassen am 19. November e ehemals deutsche Dampfer den Hafen von Newyorl mitib.mutUieln.

Die französische sozialistische Partei und der allgemeine fra zösische Arbeiterverband nahmen eine Entschließung an, in bir ein ehrenhafter Friede, ein Rech.Sfriede, ein republikanischer Friede für die deutsche Republik verlangt wird.

Genf. Der PariserTewpS" gibt eine Er­klärung Pichons im Ausschuß für AuSwärtigeS wieder, wonach das linke Rheinufcr, außer Elsaß Lothringen, an die deutsche Republik zu ückgegeben werben soll.

Lokales und KrovinMes

Schlächter«, den 22. November 1918.

* Wie wir hören, kommt morgen das Fuldaer Artillerie-Regiment hier durch auf dem Marsche in seine Heimat. Ueber 4 Jahre hat cS in Not und Tod draußen gestanden und die Heimat geschützt. Viele Söhne unserer Heimat gehören ihm an. Laßt unS ihm zeigen, daß wir wissen, weisen Dank wir den Treuen schulden. Ist auch seine Heimkehr so ganz anders als wir gedacht, so wird das von den h-im kehrenden Brüdern selbst am schwersten empfunden, und wir wollen ihnen zeigen, daß sich die- Heimat der heim- k.hrenden Sieger in vielen Schlachten vön Herzen freut. Fahnen heraus! Und die Müden erquickt von dem Wenigen, das der Krieg uns gelassen!

* An die Heimat wendet sich das stev. General­kommando des 18. A. K. mit folgendem Ausruf: In wenigen Tagen werden die voll ersten Divisionen unserer Armeen den Rhein überscheiten, um in die Heimat zurückzukehren. Mit klingendem Spiel werden sie durch die Orte maskieren. Das sind die Trup­pen, die von unerschütterlichem Glauben und Liebe zu ihrem deutschen Vaterlands getragen, die uner. härtesten Scrapazen ertragen, die herrlichsten Helden­taten verr'chtet haben, um die Schrecken des Schlacht­feldes von dem heimatlichen Boden fernzuhalten. Dafür sei ein jeder ihnen jetzt dankbar! Em j-d-r kann j bt helfen! Bietet durch bie Behörden die Mitarbeit an! Stellt Euch au die Wegegabeln, weist die Weae zeigt die Quartiere, erleuchtet.die Straßen, helft das Gepäck tragen, faßt in bet Bergen in die Speichen wenn die Pferde müde sind! Es gi t eine unermüdliche Tag und Nacht währende Arbeit und viel Geduld, wenn die Truppe gesund und in Ordnung nach Hause kommen soll! Fo.t mit ge­drückter und trüber Stimmung! Unser deutsches Vaterland geht nicht umer! 6m lebet trage den a0f aufrecht, ein jeder fei stolz auf unsere Armee! Heraus mit den Fahnen als Willkommengruß für unfet_*$$^ Begrüßung der heimkehrenden Krieger.

Die Casseler Stadtverwaltung errichtet an dem Bahn-

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rat vorbehalten. Die Stadtverwaltung wird alle« daran setzen, von den Militärbehörden rechtzeitig zu erfahren, wann h esige Truppen hier einrücken, und ix diesem Falle das Rathaus beflaggen. Sie bittet die Bürgerschaft, sich dem anzuschließen.

* Die fleischlosen Wochen werden, wie da» KciegSernährungSamt milteilt, in Zukunft im ganze» Reiche aufgehoben werden. Man hofft, die bisherige» Fleischrationen dauernd weiter verteilen zu können, b« der Bedarf des Heeres zum größten Teile fortfällt.

* Auf sogleich ist eine evgl. Schulstelle in Gund- Helm Kreis Schlüchtern zu besetzen. Meldungsgesuch« mit beglaubigten Zeugnisabschriften und kurzem Lebens­lauf sind einzureichen bis zum 10. Dez. 1918 an Herrn Superintendent Onh, Schlüchtern.

Ernannt: an Stelle des verstorbenen Wilhelm Jäger in Mottgers der Gemeindeschöffe Wiegand eben­daselbst zum Standesbeamten für den Standesamt- bezirk Mottgers.

Von befreundeter Seite wird uns geschrieben daß bie Fälle sich mehren, in denen Leute die zu Hause ausbewahrlen Geldscheine gestohlen werden. Sie haben geglaubt, sich einen größeren Betrag bares Geld hin­legen zu wollen und deswegen ihr Guthaben bei ihrer Sparkasse oder ihrer Bank ganz oder teilweise abge­hoben. Nun ist es aufNimmerwiederseha verschwunden. Diese Gefahr, die zweifellos bei den gegenwärtige» unruhigen Zeiten trotz allen guten Willens und aller Sicherheitsmaßnahmen besteht und vielleicht noch wächst sollte doch jeden denkenden Hausvater veranlassen, zu Hause nur soviel bares Geld zu verwahren, als er für die nächsten 23 Wochen in seiner Haushaltung un­bedingt nötig hat- Sein übriges Geld beläßt er viel sicherer bei seiner Kasse oder Bank wie bisher. Dort kann ihm nichts gestohlen werden. ^eiut er, hüt, L-nz. einerlei was die Kasse mit dem Ihr übergebenen Gelsie macht, einen unverrückbaren Anspruch auf Rückgabe eines gleichen Geldbetrags, wie er ihn der Kasse über­geben hat. Das ganze Vermögen der Bank bezw. der Kasse hastet ihm für diesen Anspruch. Das ist zweifel­los eine größere Sicherheit, als die sicherste Ausbe­wahrung im Geldschrank oder Geldkasten im Haus oder auch in einem Versteck, dann aCe diese Aufbewahrungs­orte sind zugänglich und der Zerstörung ausgesitzt die Forderung an die Kasse nicht.

* (Pelzmäntel für 180 Mark für Bedürftige.) Die ReichSbekleidungSstelle hat 11000 Pelzmäntel für Frauen anfertigen lassen. Diese Pelzmäntel werden von den Verbänden der Pelzwarenfabrikanten und Kürschner aus Kaninchenfellen von guter Verarbeitung angefirtigt, die die KrtegsfeLbAktiengesellschaft in Leipzig zur Verfügung stillt. Die Innenseite der Pelze ein­schließlich der Aermel besteht aus Kaninchenfellen. Die Preise betragen pro Stück 180 Mark. Die Anfertigung der Mäntel soll so beschleunigt werben, daß der größte Teil vor Weihnachten 19-8 geliefert werden kann. Die Lieferung für Pelzmäntel erfolgt auf Grund der Verkaufsbedingungen für Kommunalwar.n vom 1. Scpt. 1918. Die Pelzmänt.l sind bezugsscheinfrei.

* Frankfurt a. M. Ein Betrüger, der sich Franz Esch nannte, hat in mehreren Fällen Seide und Bind­faden gegen Duplikatltcfcrschein offeriert. An Stelle der verkauften Waren enthielten die Kisten Holzblöcke. Es gelang Esch, der sehr vornehm auftrat, große Summen zu erschwindeln.

* Firlda. Die Grippe. Die Zahl der Erkrank­ungen an der Grippe ist in unserer Stadt von 500 auf 400 Prozent der sonst um diese Jahreszeit festge­stellten Krankheitsfälle zurückgegangen. Ebenso ist eine Abnahme der Todesfälle zu verzeichnen. Dagegen bleibt die große Ausbreitung der Seuche in Fulda Land zu beklagen. In manchen Ortschaften liegen ganze Familien an der tückischen Krankheit darnieder.

Kirchlicher Anzeiger für Lchlüchter«.

Evangelische Gemeinde:

Sonnabend 23. November 1918.

Nachm. 1. Uhr Beichte: Herr Superintendent Orth. Sonntag, den 24 Nov. 1918.

Totensonntag.

Vorm. 10. Uhr:HcrrPfarrer Rollmann (Hl. Abendmahl.)

Nachm. I1/* Uhr: Herr Superintendent Orth.

Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 24. Nov. 1918.

Vormittags 10 74 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Herr Pfarrer Richter.