für die Stadt und den Kreis Schlüchtern.
ja 8& Mittwoch den 30. Oktober 1918
s Sonntagsblatt.
Telefon «8.
Zeile ober bereit Raum {5 Pfg.
Abl. III b. Tgd. Rr. 10552/3099.
SeU. Entwendung bou Garte« und Feldfrüchten.
Verordnung.
Im Interesse der öffentlichen Sicherheit bestimme ich u; Grund des § 9cb des Gesetzes über den BelagerungS- Janb vom 4. Juni 1851 in der Fassung des Reichsgesetzes pOnl il. Dezember 1915 für den nur unterstellten Korps - und — im Einvernehmen mit dem Gouverneur — ^ für den Befehlsbereich der Festung Mai ez:
Mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis 1500 Mrk, wird bestraft, wer Garienfrüchre, Feldfrüchtc oder andere Bodenerzeugnisse aus Gartenanlagen aller Art, Weinbergen, Obstanlagen, Baumschulen, von Acckern, Wiesen, Weiden, Plätzen, Wegen oder Gräben entwendet.
Frankfurt, a- M, den 11. Mai 1917.
18 Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando.
R. A- J.-Nr. 500. Falls bei den um sich greifenden Ürfrantungen an Grippe die den Gemeinden für Kinder and Kranke regelmäßig zugeteilten Nährmittel (Gries und bergt) nicht reichen und besondere Zuwendungen in Hafer- jWen, GrreS, Gerstenschleimsmehl, Zwieback und dergl. nötig sind, wollen sich die Gemeindeschwestern od-r Herren Bür- gameifter an die Einkaufsstelle in Schlüchtern wenden. In dringenden Fällen werden die Waren am besten abgeholt.
In schweren Erkcantungssällen können auch Eier von den Sammelstellen auf Anweisung des Arztes oder der Krankenschwester abgegeben werden. Auch Chokolade steht bei der Einkaufsstelle zur Verfügung.
Schlüchtern, den 29. Oktober 1918.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
von Trott zu Solz.
3. Du sollst Geld und Geldzeichen nicht zu Hause ausspeichern und zurückhalten: Wenn jeder Deutsche nur hundert Mark in Bargeld oder Noten hamstert, so erfordert dies sechs bis sieben Milliarden Mark!
4. Du sollst wissen, daß diese Milliarden auf die Banken und Sparkassen gehören, wo sie Zins m bri igen und den Kurs der Mark im Aaslande stützen. Ein schlechter AuSlandskurS der Mark bedeutet ein Sinken des Markwertes. d. h. höhere Preise im Irland.
5. Du sollst also gerade in ernsten Zeiten alles ent- bchrlichc Geld zu den Banken und Sparkassen bringen, nicht aber auf die Banken i ab Kassen rennen und dein Guthaben abheben, denn dres ruft erst die Geldknappheit hervor. Banken und Kassen bewahren dein Geld am besten und sichersten.
6. Du sollst Bank- und Postscheckkonto vernünftig benutzen und deine Zahlungen bargeldlos durch Ueberweisung bewirken.
7. Du sollst nicht meinen, auf dich käme es nicht an. Im Gegenteil: Auf jeden Einzelnen kommt es an, wenn es gilt, mit Ueberlegung zu handeln.
69. gafjrgtmg.
K.-K. J.-Nr. 499. Gemäß der Höchftpceisverordnung both 29. Aug. 1916 wird der KleinhandelshöchstpcetS für Cacbid auf 1,35 Mk. das Pfund für die Oktober-Ausgabe festgesetzt.
Schlüchtern, den 29. Oktober 1918.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses. von Trott zu Solz
Steven Kevote.
1. Du sollst nicht zwecklos Geld und Geldzeichen dem Verkehr entziehen, sondern bedenken, daß Bargeld und Noten dem Umläufe dienen müssen.
2. Du sollst Bargeld 5 Noten nicht nutz- und zinslos in der Tasche herumtragen: Wenn jeder Deutsche nur zehn Mark zu viel bei sich trägt, so macht dies sechs bis siebenhundert Millionen Mark Geldzeichen nötig, die gespart »us en könnten.
Mit Genehmigung des Herrn Staatssekretärs des KricgseinährungSamtes stellt die Reichsfuttermittelstellc aus diesjährigem Getreide für Preußen 396 940 Zlr Klee und 940 Ztr. Fleischmehl zum Asschluß von Schweinehaltungs- vcrträgcn zur Verfügung, wovon unserem Bezirk 10000 Zt. Kleie und 150 Ztr. Fleischmehl zugeteilt sind. Es handelt sich um Weizen und Gerstenkleie. Die Weizenkleie ist nach dem gesetzlich festgelegten Verhältnis, die Gerstenklei', die aus der Graupenherstellung stammt, 20-proz. au gemahlen.
Wir haben die Gesellschaft „Heffenland" mit der Unterverteilung und der Verrechnung dieser Futtermittel, die in 14 Korn- und Lagerhäusern eingelagert werden, beauftragt. Die Futtermittel sind bereits von uns angefordert und werden bestimmt in nächster Zeit geliefert. Der Preis der Kleie ab Lager beträgt 10,35 Mk, die des Flcischmehls 31,50 Mark für den Ztr. ohne Sack. Die zum Bahnversand nötigen Jutesäcke sind von den Empfängern selbst zu stellen und frachtfrei anzuliefern. In den Fällen, in denen die Säcke fehlen, wird die Gesellschaft Heffenland in entgegenkommender Weise die nötigen Säcke leihweise zur Verfügung stellen. Die Säcke müssen spätestens nach l 4 Tagen nach Empfang der Kleie zurückgegeben werden. Bei späterer Rückgabe ist eine Leihgebühr von 1 Pfennig für den Sack und Tag zu entrichten, für jeden nicht zurückgelieserten Sack ist außerdem der jeweilige Betrag für die Ersatzbeschaffung zu bezahlen.
Tie Futtermittel werden in erster Linie an dir jmigen Schweinehalter abgegeben, die b-reits Schwetnehaltunzsvertrüge ab
: ©Rätter für Offiziere möglichst bald rsrd, b) die gleiche Beköstigung von Offi- annschaften durchzuführen.
»olittsche Ueberstcht.
che Stimme über Elfah-Lothrtnge« als deutsches Laub.
Besprechung der alsaß-lathringischen Frage sche Zeitung „Common Sense" gegenüber daß -die Entscheidung,, zu welchem Lande tti»stale>-Streüobjekt gehören wolle, beim md-sein.Will» .befragt werden müßte.fest, eyhgültigen Regelung auch die wirtschaft- ionomischen Faktoren mitsprechen müßten, klung der Eisenhütten in Elsaß-Lothringen, ctschrttt in den Industrien des Elsaß i, deutschem Kapital und deutscher Enesgie ist, würde eine Lösung, die Deutschland e",berauben würde, von keinem »trtschast- für Europa, im allgemeinen sein, würde i unvergleichliches wirtschaftliches Unglück industrielle Ration sein, während es die Friedens kaum fördern würde. In der er europäische Friede mehr als je aufs ein; denn es ist mehr als.absurd, zu die AlbeitSletstung, die industriellen .Geschästsorganisation, der kaufmännische irtschaftliche Fortschritt einer der größten Belt durch zweifelhafte militärische Siege, ;e Verbindung von Staaten oder durch ^e Politik des Ausschlusses unterdrückt
chtspuchttr
bstimmung zunächst iiiReu daß üe sich jchi mit allen Mitteln n. Es ist flor, daß die Elsaß-Lothringer für eine Rückkehr zu Frankreich stimmen
ische Wald und die KetAnt.
»st dringt uns eine außerordentlich große mutiern. Die Buchecker aber ist eine
ihr Vernichtungsziel erreicht haben. Sle forder'n dtL Fortsetzung des Kampfes, weil sie in dem Wahne leben, Deutschland nunmehr endgültig ntederwerfen zu können. Dies scheint mir der wahre Grund, jener planmäßigen Verhetzungen zu Pin. Wie inhaltslos derartige Verleumdungen sind, will ich Ihnen an dem Beispiel Cambrai auselnandcrsctzen.
Wiederholt haben die Engländer behauptet, daß nicht _ eine einzige Granate das Innere Cambrats getroffen habe, sondern daß die Deuffchen die Stadt ir Brand gesteckt haben. So zu lesen in den Funksprüchen Carnavon und Lyon vom 2. Okt. Auch Ltoyo Georgs scheint das Opfer dieser plumpen Täuschung geworden zu sein. Nach dem Funtspruch Horsea vom 10. Okt. SW nachmilkagS sagt er : Die Verbände haben feine JW Graffarv auf Effnihrai abgctoofU-Ä.' Dcmgegen.^ WW'W>M <We4nmdii&^ Untere lagen nur folgende Angaben heiauSgreifen: Am 17. abends erhielt Eermbrrri- M Schuß -rmttleren Külibers, am 18 morgens ^l<> Schuß mritttren Otb®, am 19. morgens 60 Schuß, am 20. Fernfeuer und am Abend
Schoß' 'mutieren Kalibers, am 21. morgens 44 Schuß mittleren Kalibsbs und am Abend 44 Schuß Witteren Äadbers, am 22? 65 Schuß, am 23. 61 ?‘^u6; am 24. 57 Schuß, und am 1. Oktober wuchs ^ das Feuer zum Dauebfeuet aus, wob'ei der Markt- p-atz mit Brandbombeu beschossen^'fvurde und ' '
die Stadt in Brand
geriet. In den Tägen des 7’ uffd 8. erhiclf der Turm, der Kathedrale Volltreffer, ebenso das Renaiffanccraihaus Pch glaube wohl, diese Angaben dürsten genügen.
Wie im Falle Cambrai, so könnte ich Ihnen genaue <SjH)bm über Douai, RouierS, Laon, Vouziers usw.
' dir' keinen Zweifbl bat über befielen lassen, daß wfe Städte von den Bebbänden beschössest werden. Jeder denkende Mensch muß sich auch sagen, daß es unsinnig von der Truppe wäre, eine Stadt in Brand zu- stecken, bte ihr als Aufenthalt hient/ And durch die alle Durchfuhr htydurch muß/ Der Falf drr Statzt
imr-7yTrrmr^TrWT7ömTiTr^
liche Besserung nicht eintreten. Das Elend wird mit der wachsenden Zahl der Bevölkerung zün?hm'en,
Ursachen der Zerstörungen und der MassenfluLt, nämlich das feindliche Amllertefeuer und die fesnd.Üchen Fliegerangriffe bestehen bleiben.' Daß bei esper so langen Dauer des Krieges und bei'derartigen MaYen Heeren Ausschreitungen' und Posten einzelner vor, Eonfmen, liegt auf der Ha^d. Wo sie zur 'LeMniH der' Borg»setz'en kommen, werden ü( in rücksich^losez Weise geahndet. Unsere Feinde werden ssch von ^rf artigen Vorkommnissen, über hie mir eine Menge amtlich eb Beweise vorliegt gew ß nicht freisprechen wollen, um so weniger, als fie wilde Völkerstähtme Tn den Reihest ihret Kämpfer verwenden. Herbei legte der
I Minister eine Anzah. photographischer Abbildungen v«^ die u. a offenbare GraLezichändungen und plaimiMge feindliche Brschießucktzen vow Dörfern und ^tstdtcn zu Trümmerhaufen erkennen ließen und ninneite dabei an Winslon EhurchW Rehe in Glasgow, in der er rühmt, daß mehr als 10000 Tonnen Granaten täglich, von der englischen. Artillerie auf den. Feind geschleudert, würdest. Wer können also ruh g das Urteil der Welt abi'arten, schloß der Winister, müssen aber die'Beding- ung genauer, unparteiischer Untersuchung stellen. und Gerechtigkeit forderst für die deuischen Kflsttpjer^ ^ i’bei! vier Jahre an der Front tapfer und aufopfernd
lagen
.ihre Pflicht'eMlt Habens grwiß nicht schlechter, ass ! ihre Feißde. _; ___________
— Die Konservgtipcn fstr gleiche Beköstigung nun giften und Mannschaften. Der Abg. Graf Westarp
hat mit Unterstüyur den Antrag im R tag wolle beschließ suchen a) darauf
der
^....^-eichskanzser-. zsl.^r- hinzuwiiken, daß hie Löhnung für Unteroffiziere vom 1. Okjober 1918
»i« K«-emeffene X$
frucht, aus der sich ein überaus haltbarer : Speiseöl gewinnen läßt. Die Buchen bärtig von Früchten und bet der ausge- ttnot, unter der wir leiden, muß aller um möglichst graße Mengen Buchecker» zuzuführen. Die KriegSwtrtschaftSSmter ,l. mit Hilfe der Schulen die Sammlung :en. Er geschieht das genau wie beim Wp . drängt sich hier die Sammelzeit auf wepige Monate zusammen, wodurch es doppelt ntt» W^dlg wird, sie mit aller Energie auSzunützen. Wenn man bedepkt, daß in den Wäldern gegenwärtig garnicht selten Ppchen zufinden sind, die mehr als 5 Zentner Eckern tragen, also über einen Zentner gutes Speiseöl liefern können, so wird es klar, daß wir so viel Buchenöl schaffen können, um damit eine ganz wesentliche Auf. ^fferung unserer; Fettration tatsächlich zu erzielen. Bei der Pirchtigkeit her Sache ist der Sammellohn bi» zu i,‘65 Mk. für du» kg festgesetzt Worten. Außerdem aber hat der Sammler noch Anspruch auf einen prozentualen Anteil an Oel. Er kann einen OetbezugSschein bekommen, der ihm für das kg abgelieferte Eckern 60 g Oel gegen Erhaltung der Kosten sichert, oder einen ÖeHschpischzi^. Wähh^ er das letzte s, «hält er diesen Schlagschein ausgestellt auf die gleiche Menge Eckern, . die er abgeliefert hat und auf tue bestimmte Mühle. Er kqpn. also, eine ebenso große Menge Bucheckern für seinen Bedarf schlagen lassen, und hat das darauf entfallende Oe^ und die Oelkuchen zu. eigener Verwendung frei. Dadurch hofft man, und wohl mit Recht, auf eine besonders zahlreiche Beteiligung an der Bucheckern- sammlung.
Wir können auf diese Reise Tausende von Tonnen s elpes zfilpn Speiseöls erzeugen, und. unseren geringen Foltrqsip.nen, ganz erhebliche Zuwendungen machen. Die Fettnot, unter, der wir heute, leiden, ist ein schwere» Upglück für. buMapie Bosk, weil durch den Fettmangel in der Nahrung einmal erheblich. Mehr Kraft für die Verdauung erforderlich ist, und zum andern die Ausnutzung der Rfihrstoffe wrjt und das Normaleherunter, gedrängt wird, fodaß ein SättfgvugSgefühl stets nur von-, kurzer, Dauer ist. Die Feftnot wird so, vor allem zu 'einer gefündhsitttchen Frage für das ganze Volk und ei ist daher alles dqxpn.zu setzen, sie zu mildern. Man erwartet also mit. Fug upd Rzcht.von jedem Einzelnen tatkrätzige MWl«, dorrn nur so können wir der
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