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amstag, den 26. Oktober

1918

69. Jahrgang

Telefon *5.

3eilt ober deren Raum 15 Pfg.

J.-Nr. 12964.

Brandmarkung.

In letzter Zeit mehren sich die Klagen darüber, daß skrupelose Elemente ungünstige Gerüchte über bie Kricgsan leihen verbreiten Sie verfolgen dabei vielfach den Zweck, unerfahrene Inhaber diese: Anleihen über den wahren Wert ihres Besitzes zu tauften und sie dadurch zu billiger Hergabc ihrer Stücke zu veranlassen, die sie alsdann mit namhaftem Gewinn an der Börse, bei der Reichsbank ober an Kriegsgewinnsteuerpflichttge wieder verkaufen.

Das öffentliche Interesse gebietet, mit allen Mitteln dem Treiben solcher Aufkäufer enlqegenzutreten, da es nicht nur eine Ausbeutung der Unwissenheit oder der mit Absicht erst hervorgerufenen grundlosen Furcht der Kriegsanleihebe- sitzer vor großen VcrmögenSeinbugen bedeutet, sondern auch geeignet ist, die gegenwärtig zur Zeichnung aufliegende Kriegsanleihe aufs schwerste zu schäbigen. Ich weise darauf hin, daß Fälle der genannten Art strafrechtlich verfolgt werben.

Schlüchtern, den 23. Oktober 1918.

Der Königliche Lanürat. von Trott zu Solz.

J.-Nr. 12874. Diejenigen Ortspolizeibehörden, welche mit der Einsendung des Verzeichnisses der Drogen- pp. Ha-idlungen noch im Rückstände sind, werden hiermit wie- dtcholt daran erinnert. (Siehe Kreisblätter Nr. 7 für 1898 und Nr. 27 für 1910).

Schlüchtern, den 22. Oktober 1918.

Der Königliche" Landrat. J. A.: Freywald.

Warnung für die Selbstversorger!

Wer dem Schleichhändler und Hamsterer Getreide und i Kartoffeln aus seiner Ernte verbotswidrig verkauft, schädigt die Allgemeinheit und stch selbst! Wird unserm Kreise ein Teil unserer Vorräte durch Schleichhändler und Hamsterer genommen, so können wir die Mengen, die wir für unser ; Soll und für die Front abltesern müssen, nur' aufbringen, wenn wir die Ration der Selbstversorger berabsetzen. Die i Gemeinden haften, wie sie wissen, für die Aufbringung des Weserungssolls und die Gemeinden werden sich an ihre iSelbstverforger halten und ihnen, wenn sie sich verschulden, [bie Ration kürzen. Jeder Landwirt weiß, was das für seine Wirtschaft bedeutet. Jeder Landwirt und jede Land- |fruu möge sich also sagen:das was jetzt der Schleich- hindler und der Hamsterer zum Schaden der Allgemeinheit pon trägt, mußt du später selbst mit deinen Angehörigen Bus deinen Borräten nochmals horgeben.

Schlüchtern, 16. August»19l8.

Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.

Aff* Vermchtungsziel erreicht haben. Sie sordern die Fortsetzung des Kampfes, weil sie in dem Wahne leben, Deutschland nunmehr endgültig ntederwerfen zu können. Dies scheint mir der wahre Grund, jener planmäßigen Verhetzungen zu stin. Wie inhaltslos derartige Verleumdungen sind, will ich Ihnen an dem Beispiel Cambrai auseinandersetzen.

Wiederholt haben die Engländer behauptet, daß nicht eine einzige Granate das Innere Cambrats getroffen habe, sondern daß die Deutschen die Städten Brand gesteckt haben. So zu lesen in den Funksprüche» Carnavon und Lyon vom 2. Okl. Auch Ltoyo George scheint das Opfer dieser plumpen Täuschung geworden zu sein. Nach dem Funkspruch Hoosea vom 10. Okl. Mnyr stachMltagS sagt Vh Die Verbände haben lerne einigt Granate aus Lstuvrai abzeschosseN. Temgege».' über ÄillJch 'Jhiidn äü«T MwEressest amtlichen Unter­lagen nur folgende Angaben herauSgrersen: Sfm 17. abends erhielt Eambcrrt- Ki Schuß'mtttteren Kalibers, am 18 morgens -M'Schuß 'msttstren K.rss'btts, am 19. morgens 60 Schutz, am 20. gerufener und am Abend 28^ Schuß' mittleren Kalibers, am 21. morgens 44 Schuß mittleren Kalibits und am Abend Scyuß mittleren Kadbers, am 22. 65 Schuß, am 2b. bl Schuß) am 24; 57 Schuß, und am 4- Okroder wuchs sich' das Feuer zum Dauetfeuet aus, wob'ct der Ntarki- p-'atz mit Brandbomben beschossen' wurde und

die Stadt in Brand geriet. In den Tilden des 7. utib 8. erhielt der Turm der Kathedrale Volltreffer, ebenso das Renaiffancerarhaus. Ich glaube wohl, Diese Angaben dürften genügen.

Äle im Falle Cambrai, so könnte ich Jhnengcnaue Zahlen über Douai, Rouiers, Laon, Vouziers ufw. gäbest, die keinen Zweifel darüber bestehen laffin, baß diese Städte von den Betbästden bcfchossest w.rdtn. Jeder denkende Mensch muß sich auch sagen, daß es unsinnig von der Truppe wäre, eine Stadt in Brand ju. stecken, bie ihr als Aufenthalt dient, vnd durch, die alle Durchfuhr hindurch^ uru'ß.' 'L^ Fast der Szaht

Tgb. Nr. 11683 K. G-

detr. Verteilung der Reichsftrümpfe.

m Aast täglich gehen Anträge auf Bezugsscheine für Ne.ch-ostrumpfc bei mir ein, ohne denselben stattgeben zu können, weil mehrere Herrn Bürgermeister die ihnen zuge­teilten Strümpfe noch rtcbt verteilt haben.

Die Herrn Bürgermeister werden deshalb ersucht, die Ihnen zugwiesenen Strümpfe bis zum 1. Nov d. Js. zu verteilen oder mir bis zu diesem Zeitpunkt milzuteiten, datz sie auf den Bezug von Reichs strümpsen verzichten, damit ich die verbleibende Menge anderweitig verteilen kann.

Schlüchtern, den 21. 10 1918.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.

Betr. Zu Verlust geratene Lebeusmittelkarten.

J.-Nr. H625 K. G. Es werden hier immer wieder Anträge aus Ersatz von in Verlust geratener Lebensmitteln- karten gestellt. Bei vielen solcher Ant.äge ist es nicht mög­lich einwandfrei den Nachweis darüber zu führen, wo die Karten hingeraten sind. Verlorene Lebensmtitclka.tcn können und werden auch in der Mehrzahl der Fälle von den nicht ehri-chen Findern verwertet. Aus diesen Gründen mache ich die Kreisbevölkerung darauf aufmerksam, daß die Verwahrung von Lebensmittelkarten fast ebenso wichtig ist, wie die Ver­wahrung von Geld, wenn nicht wichtiger, da der Ersatz für verloren gegangene Lebensmittelmarken nur noch in ganz be­sonderen Ausnahmefällen bewilligt werden kann.

Schlüchtern, 22. Oktober 1918.

Der Vorsitzende des Kreis Ausschuffes.

Betr. Frucht Abnahme.

J.-Nr. 11676 K. G. Ich mache die Landwirte da­rauf aufmerksam, daß die Fruchtabnahme bei den hiesigen Lagern nicht mehr an allen Wochentagen vorgenommen werden kann, weil sonst die bei der fortgesetzten feuchten Witterung erforderliche tägliche Bearbeitung der lagernden Frucht nicht in der nötigen Weise erfolgen könnte. Dieser- halb ersuche ich die Herren Bürgermeister, jeweils wöchentlich der Firma Neuhof zu melden, wieviel und welche Sorten Setreibe zur Lieferung bereitstehen, es wird alsdann ein Tag für die Lieferung bestimmt werden.

Die Liefersäcke sind nach Möglichkeit so abzuwiegen, daß sie gleichmäßig 100, 125 oder 150 Pfund enthalten.

Die Landwirte ersuche ich hiervon in ortsüblich er Weise in Kenntnis zu setzen.

Schlüchtern, den 21. Oktober 1918.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.

. m »z,y>>, ।un jiuiupit lUUlUl, 1MRB kil e ..ve^ui- liche Besserung nicht eintreten. Das Elend pltb zpij der wachsenden Zahl der Bevölkerung zstnchmen, da die

Ursachen der Zerstörungen und der Massenflucht, nämlich das feindliche Armlerie^uer und diefeindMen Fliegerangriffe bestehen bleiben/ Daß bei esner so langen Dauer des KriegeSund bei derartigen Massen teeren Ausschreitungen und Pobgiten' einzelner vor, kommen, liegt auf der Hai^d. Wo sie zur ^Mui^ der' Vörglsetzien kommen, werden fi^ in rückfichMosc^ Weise geahndet. Unsere Feinde wurden ^ch voi; tz^r? artigen Vorkommnissen, über die mir eine MWMtf ltchet Beweise vorliegt. gew ß nicht fretsprechcn wollen, um so weniger, als fie wilde Völkustayime Tn den Reihcy ihrer Kämpfer verwenden? gerbet legte der Plinisier eine Anzah. photographifcher Abbildungen va^ ble u, a offenbare Gimbe.rschchidungen und planmäßige feindliche Beschießungen vom Dörfern und tobten zu Trümmerhaufen erkennen liegen und yinnettc dabei an Winston 'EhurchÄS Bebe in Glasgow, in her er rühmt, daß mehr als. 10 000 Tonnen Granaten täglich, von der englischen. Artillerie auf. den. Feind geschleudert würdest. Wir können also ruh g dar Urteil der Welt abw'ärten, schloß der Minister, müssen aber die Beding-

zu -

ihre Pflicht ^Ut haben, grwiß nicht schlecht aU

Die Konservativen fstr gleiche Beköstigung von iiifrcn und Mannschaften. Der Abg. Graf Westarp mit Unterstützung der kyns^rvatioen Fiktion fMep. Antrag im Reichstage eingcbrächt: Der Rei^- most, dcscklieben: best Hertn Reichskanzler zu er-

ckWfchaften uyh, Uyierofsizine vom 1. Oktober 1918 ab minhestens ver^oMt Wd eine M-emeffme Ach

: ©Rätter für Offiziere möglichst bald lUb, b) die gleiche Beköstigung von Ossi- annschaften durchzuführen.

»olitische Ueöerstcht.

che Stimme über Elfaß-Lothrtugeu als deutsches Land.

Besprechung der glsaß,.lathringischen Frage sche ZeitungSommon- Sense" gegenüber daß die.Entscheidung, zu welchem Lande ttionale..Streitobjekt gehören wolle, beim tnd, sein. Will« befragt werden müßte fest, endgültigen Regelung auch die wirtschaft« ionomischen Faktoren «itsprechen müßten, kelung der Eisenhütten in Elsaß-Lothringen, rtschritt in den Industrien des Elsaß t, deutschem Kapital und deutscher.Enexgie ist, würde eine Lösung, die Deutschland e",berauben würde, von keinem wirtschaft- für Europa Im allgemeinen sein, würde i unvergleichliches wirtschaftliches Unglück industrielle Ration sein, während es die Friedens kaum fördern würde. In der er europäische Friede mehr als je aufs ein; denn es ist mehr als absurd, zu die Arbeitsleistung, die industriellen Geschästsorganisation, der kaufmännische irtschaftliche Fortschritt einer der größten Bett durch .zweifelhafte militärische Siege, ;e Verbindung von Staaten oder durch che Politik des Ausschlusses unterdrückt

chUpun^e lasten den "rntt.»zchen AWt-, .i, .^t der Bnterle, it«iU *nb >nis etwa event. Volksabstimmun, zunächst ^uuu daß sie sich jetzt mit allen Mitteln ». Es ist klar, daß die Elsaß-Lothringer für eine Rückkehr zu Frankreich stimmen

ische Wald un6 die Fettvot. ist dringt uns eine außerordentlich große Bucheckern. Die Buchecker aber ist eine frucht, aus der sich ein überaus haltbare» . Speiseöl gewinnen läßt. Die Buchen bärtig von Früchten und bei der ausge« «not, unter der wir leiden, muß alles um möglichst große Mengen Bucheckern zuptführen. Die Kriegswirtschaftsämter _____________^t, mit Hilfe der Schulen die Sammlung ' d^rch)Mhren7 E» geschieht da» genau wie beim Laubhep, nux drängt sich hier die Sammelzeit auf wenige Monate zusammen, wodurch er doppelt not- wendig wird, sie mit aller Energie auSzunützen. Wenn man bcdepkt, daß in den Wäldern gegenwärtig garnicht selten Bp^en zufinden sind, die mehr als 5 Zentner Eckern tragen, also über einen Zentner gutes Speiseöl htfein können, so wird es klar, daß wir so viel Buchenöl schaffen können, um damit eine ganz wesentliche Auf­besserung unseres Fettt-stion tatsächlich zu erzielen. Bei der Wichtigkeit her Sache ist der Sammellohn bis zu 1,65 'Mk. für bas kg festgesetzt worden. Außerdem aber hat der Sammler noch Anspruch auf einen prozent­ualen Anteil an Oel. Er kann einen Oetbezugsschein bekommen, der ihm für bas ftxab-Mfertg Eckern 60 g Oel gegen Erstaltyng her Kosten sichert, oder einen . Oeijschhi-jchoh'. Wählt er das letztere so erhall er diesen Schlagschein ausgestellt auf die gleiche Menge Eckern, die er abgeliefert hat und auf eine, bestimmte Mühle. ' Er kaun also eine ebenso große Menge Bucheckern für seinen Bedarf schlagxn lassen und hat das darauf ent­fallende Del und die Oelluchen zu. eigener Berwendung frei. Dadurch hofft man, und wohl mit Recht, auf eine besonders zahlreiche Beteiligung an der Bucheckern- faniT.n ..

Wir sönnen auf bigfe Ms« Tausende von Tonnen . eines gmtpn Speiseöls erzeugt und unseren geringen liÄ^

Unglück für bas ganze Bojk, weil durch den Fettmangel in der Nahrung einmal erheblich, mehr Kraft für die Verdauung erforderlich ist, und zum andern die Aus­nutzung der Nährstoffe wett und Has Normale herunter­gedrängt wird, fodgß ein SätttgungSgefühl stets nur von kurzer Dauer ist. Die. Festnot wird so. vor allem zu 'einer gesundheitlichen Frage sür bas ganze Volk und es ist daher alles dapan zu setzen, sie zn mildern. Man erwartet also mit. M NNd R,cht. von jedem Ein- ' dgpn.tUlr^so Wne»«ir dn

stam tatkräftige.,^. , S-t *fo!Ä^ *^