Alles wendet sich zum besten
Tobt der Kampf auch schwer im Westen Haltet in der Heimat durch Und vertraut auf Hindenburg.
Kaiser und Kanzler an der Spitze, sind die Führer Deutschlands zusammenqctreten: die führenden Männer der Parteien, in denen die große Mehrheit des Volkes in der Heimat vertreten ist, und die führenden Männer der Obersten Heeresleitung, die kraft unvergänglicher Erfolge vom Vertrauen des Heeres, deutschen Volkes in Waffen getragen sind, und sie alle sind in dem Entschluß einig geworden, dem deutschen Willen zum Frieden vor der gesamten Welt Ausdruck zu leihen. Das Zusammenwirken aller der Männer, die berechtigt sind, im ganzen Vaterlande Glauben und Vertrauen zu fordern, gibt dem Friedensschritt seine äußere und seine innere Stärke, seine vopuläre Kraft.
Einig in der Anspannung seiner Kraft, wie Deutschland im August 1914 in den schwersten der Kriege ein« trat, so steht es in diesen Tage weltgeschichtlicher Eilt scheidung einig da in kraftbewußter Ruhe, freudig ent« schloffen, dem ehrenvollen Frieden die Hand zu reichen, bereit aber, wenn es der Vernichtungswille der Feinde verlangt, einzutreten in den letzten furchtbaren Ent- schcidungSkamvs in der Kraft reinen Gewiffens mit der Gewißheit: Gott will es!
Deutsches Reich.
— Die Kronvrinzessin und die beiden jüngsten Prinzen sind an Gripve erkrankt.
— Unsere Schuld. Wenn man vor kurzem die deutschen Zeitungen in die Hand nahm, konnte man glauben, wir lebten nicht in einem Krieg gegen die halbe Welt, sondern in einem Bürgerkrieg. Wir haben unter ewiger Krittelei an den wirtschaftlichen Einrich Lungen unseren Willen zur Selbsterhaltung so geschwächt, daß der Feind einen Erfolg erringen konnte, der ihm sonst versagt geblieben wäre. Jetzt muß in jedem Deutschen die Erkenntnis der ernsten Stunde geweckt werben. Der Feind ist willens, in unserer Heimat ein« zubrechen. DaSwird ihnen aber nie gelingen, wenn wir die durch die Wirksamkeit feindlicher Agenten zersplitterten Kräfte unseres Deutschtums sammeln. Noch sind wir imstande, großes Unheil zu verhüten. Handeln wir ba« nach und bezeug :: wir auch unseren Soldaten, daß wir ihnen die verdiente Achtung nicht versagen. Da der Krieger heute nicht mehr soviel Liebesgaben wie früher erhalten kann, so muß er dafür täglich fühlen, daß seine Treue durch Treue vergolten wird.
-akales und ProvinfirRe«
Schlächtern, den 22. Oktober 1918.
—* Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe erhie t E- Hadermann,Leutn. d. Res. im Feld-Artillerie Regiment47.
—* Ernannt: der LandeSrat und Geh. ., egierungs- rat Dr. jur. Schroeder als erster Landesrat und Stellvertreter des Landeshauptmanns der Provinz Hessen- Raffau zum Vorsitzenden des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau.
—* Der bei dem Bauern Kaspar Lang in Nieder- jell in Dienst stehenden Helene Marburger von Ziegelhütte bei Breunings ist für langjährige treue Dienstzeit eine Prämie von 10 Mark aus Kreismitteln bewilligt worden.
—* Dem Herrn Pater Pastor Schumacher in Salmünster ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden
'—* Bei den Posthilfsstellen Sterbsritz, Oberzell, Schwarzenfels und «Züntersbach, sowie bei den Posthilfsstellen Moltgers und Weichersbach werden fortan Paket- sendungen nur noch bis zum Höchstgewicht von 20 Kg. angenommen.
—* Brot- und Kartoffelversorgung gefährdet! Wie wir hören, gefährdet der Schleichhandel mit diesen HauvtnahrungSmitteln die regelrecht-: Versorgung unseres Volkes ernstlich. Es steht eine abermalige Verminderung der Ration in Aussicht, wenn die ungeordnete, geheime Ausfuhr aus dem Kreise nicht eingedämmt wird. Was das heißt, wieder auf Mindestmenge gesetzt sein, haben wir ja zu Genüge eiferen und verspüren es gegenwärtig an der Versorgung mit Fett. Unsere Landwirte werden eS noch spüren, wenn sie jetzt nicht nach Vorschrift handeln. Sie werden mit dem, was ihnen zusteht, wieder schärfer hcrangezogcn werden muffen, wenn sie jetzt wieder Recht und Gesetz von der Ernte abgeben. Auch wenn bald Friede werden sollte, kommt unsere Versorgung mit Lebensrnitteln noch lange nicht ins alte Geleise. Wir warnen deshalb nach drücklich und bitten: Hört auf diese Warnung und wehret dem Schleichhandel! Es ist Pflicht aller Einsichtigen, der Unvernunft zu wehren!
—* Der 33. Deutsche landwirdschaftliche Genossenschaftstag wird nach Mitteilung des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften am 31. Oktober l. Js in Hannover abgehalten. Die Tagesordnung sieht neben dem Jahresbericht des Anwalts zwei Vorträge vor. Retchstagsabgeardneter Gutsbesitzer Arnstadt Großvargula (Provinz Sachsen) spricht über „D e genossenschaftliche Arbeit in der Kriegs- und Uebergangswirtschaft". Herr von Tobien Riga gibt einen „Rundblick über das Wirtschaftsleben in den baltischen Landen". Trotz der schwierigen Verkehrsverhältnisse ist mit einem guten Besuch des GenoffenschaststageS vi rechnen, zumal dem R ichs verband heute mehr als 19600 Genossenschaften angc- hören.
—* Der immer mehr zunehmende Mangel an ge
schulten Beamten erheischt, den Postschalterdienst nicht selten von fachlich nicht uorgebildetcn Personen wahr, nehmen zu lassen. Vaterländische Pflicht ist es, bv glatte und rasche Abwickelung des Schalterverkehrs1 erleichtern. Dazu trägt viel bei, wenn nachstehend Regeln beachtet werden. 1. Fertige Aufschriften, Tele grammc usw. recht deutlich aus. 2. Wähle für Dein-Z Postgeschäfte möglichst nicht die HauptoerkehrSstundc^ 3. Tritt an den richtigen, durch Inschriften bezeichneten 1 Schalter und rechts heran. 4. Kaufe Marken, karten usw. in nicht einzelnen Stücken, sondern in ■ Deinem Verbrauch a-gemessenen Mengen, namentlich auch in Markenhestchen oder Kartenblöcken. kleinen Bedarf bediene Dich der Postwertzelch.-ngch„
5. Klebe auf alle scetzumachenden Sendungen bis Marken vorher auf, auch auf Postanweisungen, y Halte das Geld abgezählt bereit. Uebergib größer- Mengen Papiergeld stets geordnet. Lege bei g[eu zeitiger Ein- ober Auszahlung von 3 und mehr anweisungs und Zahlkartenbeträgen sowie beim Einten! von 3 oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen : im Betrage von mehr als 5 Mk. eine aufgeregte Zusammenstellung der zu zahlenden Beträge vor. ; Vermeide unnötige Fragen an die Beamten, belehre weniger gewandte Personen und hilf ihnen. 8. Lege gewöhn liebe Briefsendungen in Briefkasten, Briefsenbungen ch größerer Zahl gib geordnet am Schalter ab. 9 Fördere den bargeldlosen Zahlungsausgleich durch A^ schloß an den Postscheck- und den Bankverkehr. 10 Benutze bei eigenem stärkeren Verkehr die besonder«, Einrichtungen (Posteinltcfcrungs-Büchcr und Verzeih nisse, Selbstvorbereitung von Paketen und EinschrG briefen).
—* Zur Erhebung der außerordentlichen Krieg-, abgabe für 1918 hat der FinantminPer befoebere Bestimmungen getroffen. Als maßgebende Einkommen- steuerveranlagung gilt das Steuerjahr 1914. I« Listen werden aus en Staatssteuerlisten für 1918 alle Pflichtigen übernommen, die mit Einkommen von mehr als 13000 Mark veranlagt sind. Dazu kommen ant ben Besitzsteuerlistcn alle, bei denen ein Vermögen turn mehr als 100000 Mark festgcstellt ist, gleichviel, üb die ' Veranlagung schon Rechtskraft erlangt hat oder nicht. Ausgenommen werden auch Personen, die mit wenig« I als 13000 Mark veranlagt sind, aber ein höheres | Gesamteinkommen haben
* Salmüustcr. Dem Gerichtssekretär Cotte Hi» K wurde das Verdienstkreuz in Gold verliehen.
* Aus der Rhön. In NeuwartS biß vor Monsis- I srist ein tollwütiger Hund Vieh und Menschen. $on I den gebissenen Tieren mußten bisher fünf Asche I erschossen werden. Der 63jäh>ige Bauer Kirchner, bet I auch gebissen wurde, begab sich erst nach drei Wochen 1 in das Berliner Institut. Es war .leider , zu sxL. I Unter furchtbarem Leiden ist derÄiann dort ^er^N- g wut erlegen.
Reichstag und Regierung
über die Sicherheit der Kriegsanleihen.
•wetwWfrtrtMr m ^eickSschatzamts, Graf von Addern, hatte mit Parteiführern d»« Reichstag« eine Aussprache über die Kriegsanleihe. Gs »««a «tt dem Retchstagspräsidenten Zehren-ach, vom Zentrum die Abgeardnetrn »r»bep und Trimbern, v»n den Sazialdemo« Mm Mb Kb|wrt«^Mi «dert ■* Lcheidew in, von den Konservativen die Abgeordneten Graf von Westar- und Dietrich, «»« t» Daetschrittttcha« Lottipart,i die Abgeordneten Wie wer und Zischbeck, von den Rationallideralen die Abgc»rdnsten. WhMwee ■* Htß, We Nr »wCf^en SreftNe Mt Abgeerdaelen Freiherr von Gamp und Schnitz.Bromberg erschienen.
Or Stasi ifefretör das Ireichsschatzamts erklärte u. a. folgendes:
dmHch» ch-to-Sanlethr als eine Hypochek auf unser Dolksvermögen tagsichmt. Snfsr Boltssermdge« sieht in dss chanptfvche noch «»<
Das dmetfch« Volkseinkommen bietet eine Semähr dafür, daß anch d^er Itnfendienst -er KriegSanleihen gesichert ist.
Bnndesrat und Reichstag sind gewillt, den ein» gegangenen Verpflichtungen gerecht zu werden, insbesondere für Deckung Nr «riegSanleihezinsen in voller Höhe Sorge zu tragen.
Sei allen Steuern, die noch kommen, wird -er Besitzer von Kriegs- anleche nicht schlechter gefielst werden wie der, der seiner Pflicht zur Zeichnung in dieser schweren Zeit nicht nachgekommen ist. Ich trete ftgar dafür ein, daß derjenige, -er sein Vaterland in schwerer Zeit simmziell nicht im Stiche gelaffen hat, bevorzugt werden soll.
Die KriegSanleihe ist eine Dolksanleihe im besten Sinne des Wortes geworden, sie ist bereite jetzt in den Händen von Millionen zum großen Teil wenig bemittelter deutscher Reichsangehöriger, sie bildet den Grundstock des Vermögens ungezählter Sparkassen, Genossenschaften, wohltätiger Stiftungen, die unseren Aermsten dienen. Und weil das -er Fall ist, würde kein Parlament und keine Regierung es wagen können, durch gesetzliche Maßregeln an der Sicherheit ihres Zinsertrages zu rühre«.",
Die Parteiführer -es Reichstages
erklärten ihre volle Uebereinstimmung mit der Auffassung, daß es weiter für Reichstag und Reichsregierung erste Pflicht fein muß, den Zinsendienst der Kriegsanleihen in zugesagter Höhe mit allen Mitteln sicherzustellen, und daß der Besitzer von KriegS» anleihe bei allen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen keine Benachteiligung, vielmehr nach Möglichkeit eine Begünstigung erfahren soll. Für die Durchführung'dieses Bestrebens bürgt schon die Tatsache, daß unsere Anleihen VolkSauleihe« im besten Sinne des Wortes sind, die sich zum größten Teil in den Händen von Millionen wenig begüterter VostSgeuoffen desiade».