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intt, Amtlichem Kreisblatt"
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Erscheint llfitteodi und Samstag. — preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1,80 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum f5 Pfg.
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Mittwoch, den 23. Oktober' 1918.
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auf die 9. Kriegsanteihe ist Hage, d. h. öis einschtießtich Movember, verlängert worden.
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WeichsvanK-Direktorium v. Krimm
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Die Sicherheit der Krttgsaulkihrn.
Eine Rede des Grafen von Roedern.
Der Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf von Webern hatte mit Parteiführern des Reichstags eine lessprache über die Kriegsanleihe. ES waren mit dem Reichstagspräsidenten Fehrenbach vom Zentrum die Abgeordneten Gröber und Trimborn, von den Sozial- demkraten die Abgeordneten Eoert und Scheidemann, ton den Konservativen die Abgeordneten Graf von- Westarp und Dietrich, von der Forlschriitl. Partei de Abgeordneten Wicmer und Fischbeck, von den Rutionalliberalcn die Abgeordneten Strefemann und W, Don der Deutschen Fraktion die Abgeordneten Freiherr von Gamp und Schulz-B omberg erschienen. * Der Staatssekretär führte folgendes aus:
„Wie Sie gesehen haben, ist die 9. KrtrgSanleihe M gewohnten Zeit zur Zeichnung aufgelegt worden. Dr die Werbearbeit der nächsten Wochen erbitte ich mir wieder die Hilfe her Herren ReichStagsabgeord- Men in ihren Wahlkreifin.
Wir brauchen einen guten Erfolg auch der neunten üricgsanleihc; denn die Kosten des Krieges kennen hin Nachlassen Die Mittel für die Kcregsanleche inb wohl vorhanden. Das geht aus der Steigerung d« fremoen Gelder bei den Banken hervor, wie auch M den Einlagen bet den Sparkassen, die ble Rckorv- ^ignung von 43/4 Milliarden Mark in den ersten 8 Monaten b. Jz. gegen 2,410 Milliarden Mark in bim Wen Zeitraum des Vorjahres ausweisen.
Warum ich Sie, meine Herren, hierher gebeten habe, W war e n besonderer Grund maßgebend. Wir >nd es Don srühercn Anleihrn gewöhnt, dahUebelwollcnde, sdcr auch Unwissende mit Gerüchten operieren, die !^er Einsichtige als haltloses Gerede empfindet. Ich »ülde auch gern auf die Zeichnungen dieser wenigen ^balriottschcn Leute verzichten. Ich habe allen Anlaß, , ^iunehmen, daß unsere Feinde bei der AuSsprengung Artige. Gerüchte beteiligt firb. Und leider gelangen * W Gerüchte in andere Kreise, die in ihrem Zeich- "ungswAen schwankend werden können. Alan fragt ' der Sicherheit der Anleihen. Ich habe das Bc- 'Wis, vor Ihnen zu wiederholen, was ich schon ! Wr im Reichstage und außerhalb erklärt habe.
te Anleihen sind gesichert, formell durch das Versprechen j Regierung und Reichstag ; materiell durch das, t hlntcr ihnen steht, die AlbeitS- und Steuerkrast I „?""^n deutschen Volkes. Treffend hat man die Kriegsanleihe als eine Hsspothek auf unser WWvermögkn bezeichnet. Unser Volksvermögen hat Fut im Kriege durch den Verbrauch vieler Güter für
die Kriegführung eine gewisse Einbuße erlitten; aber in der Hauptsache steht es noch unangetastet da. Unsere Kohlen- und Kalischätze, unsere Aecker, Wiesen, Felder und Wälder, unsere Eisenbahnen, Industrieanlagen, Grundstücke und Häuser, alles ist noch vorhanden.
De.S deutsche Volkseinkommen, also das gesamte Einkommen unseres Volkes, betrug vor dem Kriege et- wa 40 Milliarden Mark. Es ist im Kriege zweifellos zahlenmäßig erheblich gestiegen. Diese Summe bietet eine Gewähr dafür, daß auch der Zinsendienst der KriegSanleihen gesichert ist. Denn, wenn wir auch die beklagenswerten Opfer an Arbeitskräften in Rechnung stellen, dann wird doch deutsche Untern, hmungslust, deutsche Ausdruer und d utscher Arbeitswille in der Lage sein, das Volkseinkommen für die zur Deckung des ZinsbedarfeS erforderlichen hohen Steuerlasten tragfähig zu machen.
Daß daneben Bundesrat und Reichstag gewillt find, den eingegangenen Verpflichtungen gerecht zu werden, insbesondere für Deckung der Kriegsanleihezinsen in voller Höhe Sorge zu tragen, scharf eigentlich keines besonderen Hinweises mehr. Wir haben soeben die KcicgSsteuern des Jahres 1918 verabschiedet, die uns 2,5 Milliarden Mark laufende und 1,8 Milliarden Mark einmalige Einnahmen bringen. Ich kann versichern, daß der Bundcsrat gewillt ist, auch weiter für entsprechende Deckung der Zinsen zu sorgen. Und ich wiederhole hierbei, haß bei allen Steuern, die roch kommen werden, der Besitzer von Kriegsanleihen nicht schlechter gestellt werden wird, wie der, der seiner Pflicht zur Zeichnung in dieser schweren Zeit nicht nachge- kommen ist. Ich trete sogar dafür ein, daß derjenige, der sein Vaterland in schwerer Zeit finanziell nicht im Stiche gelassen hat, bevorzugt werden soll. Diese Bevorzugung ist im KriegSsteuergesetz ausgesprochen, wonach die Kriegssteuer in Kriegsanleihe gc-- lahlt werden kann; sie ist ausgesprochen im Bocsengcsctz, wo der Umsatz in Kriegsanleihe von dem niedrigsten Steuersatz getroffen wird; sie ist endlich darin ausgesprochen, daß bei den Verkäufen aus den HeereSbeständen die Bezahlung mit Kriegsanleihe sogar der Barzahlung vorangehen soll. Diese Bevorzugung wird auch bei den künftigen Steucrgesctzcn nicht aus dem Auge gelassen werden. •
Es ist auch eine törichte Annahme, zu glauben, daß bei etwaigen Vermögenssteuern der Kriegsanleihe- besitzer mehr getroffen würde als andere. Wenn Ver- möqeSsteuern kommen, dann gilt als Grundlage der Besteuerung das Vermögen, einerlei, ob das Vermögen in Grundstücken, Fabriken, Bildern Luxusartikeln Aktien, Pfandbriefen oder Staatsanleihen besteht, Und
auch hierbei wird die Steuertechnik Mittel und Wege finden, die Kriegsanleihebesitzer zu bevorzugen.
Die Kriegsanleihe ist eine Volksanleihe im besten Sinne des Wortes geworden, sie ist bereits jetzt in den Händen von Millionen zum großen Teil wenig bemittelter deutscher Reichsangehörtger,'sie bildet den Grundstock des Vermögens^ungczählter Sparkassen, Genossenschaften, wohltätiger Stiftungen, die unseren Aermstcn dienen. Und weil das der Fall ist, würde kein Parlament und feine Regierung es wagen können, durch gesetzliche Maßregeln an der Sicherheit ihres Zinsertrages zu rühren.
Aus demselben Grund muß auch alles geschehen für ihre Ausgestaltung jetzt und nach dem Kriege.
Es ist felbftD.rftäublub, daß jeder, der seinem Vaterland das Geld zur Verfügung stellt, dieses Geld auch dem Vaterlande möglichst bis zum Ende des Krieges belassen soll. Nur in Fällen dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses soll er zu einem Verkauf schreiten und diesem Falle ist bekanntlich dadurch Rechnung getragen, daß die Neichsbankanstalten Beträge bis zu 2000 Mk. den Zeichnern zum Kurse von 98 Prozent — das ist also der Ausgabekurs — abnehmen. Auch größere Verkäufe vermittelt die Reichsbank zum Börsenkurs, wenn ihr ein wirtschaftliches Bedürfnis nachgewiesen wird. Es ist mir bekannt geworden, daß das Gerücht, die Kriegsanleihe sei um öO—40 Prozent entwertet, absichtlich von gewissenlosen Spekulauten verbreitet wird, um unerfahrenen Leuten — insbesondere auf dem platten Lande — Kriegsanleihestücke zu nichtigerem Kurse abzunehmen, um sie denn um wirklich?» Werte an Banken usw. zu verlauf :;. \ . an d! w Machenschaften hineinfällt, wird r seine Aengstlichkeit und Leichtgläubigkeit am eigenen Beutel gestraft.
Für die Zeit nach dem Kriege ist eine Aufnahme- afiion in großem Stil in Aussicht genommen, die einen Kurssturz verhindern soll. Durch diese Aufnahmeaktion werden Schwankungen größeren Umfanges vermieden werden, und darin liegt eine beachtenswerte Bevorzugung der Kriegsanleihe anderen Werten gegenüber.
Ich wäre Ihnen dankbar, meine Herren, wenn Sie auch Ihrerseits den Gerüchten entgegentreten wollten, wenn solche an Ihr Ohr kommen. Denn wir müssen den Weg zur Kriegsanleihe frei machen; sie muß das äußere Zeichen der Geschlossenheit der Heimat sein, die hinter den tapferen Verteidigern an der Front steht".
Die Parteiführer erklärten ihre volle Uebereinstimmung mit der Auffassung, daß es weiter für Reichstag und Reichsregierung erste Pflicht sein müsse, den Zinsendienst der KriegSanleihen in zugesagtcr Höhe mit allen Mitteln sicherzusti l en. Und daß der Besitzer von Kriegsanleihe bei allen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen Line Benachteiligung, vielmehr nach Möglichkeit eine Begünstigung erfahren sollte. Für die Durchführung dieses Bestrebens bärge schon die Tatsache, daß unsere Anleihen Volksanlcihcn im besten Sinne des Wortes seien, die in den Händen von Millionen zum Teil wenig begüterter Volksgenossen und vor _ allem auch im Besitz unserer Sparkassen und Genossenschaften -feien.. ■ __________________________
Verteidigung und Frieden.
Seit dem Beginn des sichtbarsten aller Kriege ist im ganzen deutschen Volke der Wille, Vaterland und Freiheit bis zum letzten Blutstropfen z>- verteidigen, getragen worden von dem innigen Wunsch, so bald als möglich die blutige Arbeit des Krieges mit der segensreichen ic§ Friedens wieder vertauschen zu können. Der W ib des deutschen Volkes ist wirksam geworden
in dem Friedensangebot von 1916, in der Friedens- rcsolution des Reichstages vom Juli 1917, in der Ant- die FriedenSnote des Papstes, — er ist nun geworden in der Note der deutschen ReichS- " an den Präsidenten der Vereinigten
wart auf zur Tat rcgierung Staaten.
Als
der Reichskanzler am 5. Oktober im Reichstag bekannt gab, daß er im Namen der neuen auf eine gewaltige Mehrheit des Volkes gegründeter Regierung den Präsidenten der.Vereinigten Staaten gebeten habe, die Herbeiführung des Friedens in die Hand zu nehmen, da lag es wie eine selvstvcrständliche feierliche Zustimmung über der gesamten Volksvertretung. Kein Zeichen des Widerspruchs ward laut oder sichtbar. Man empfand die Schwere und die Größe einer Tat, die breiter begründet die tiefer wurzelt als nur im ge-
wiffenhasten Beschluß eines einzelnen veranworttichen Staatsmanns. Dieser Schritt zum Frieden war eine Tat des ganzen Deutschlands; das gibt ihm seine wahrhafte Bedeutung.