mit, Amtlichem Kreisblatt". — Wochrubtilaze: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Mittwoch, den 2. Okiober 1918.
69. Jahrgang.
Deutsches Reich.
Der Erlaßt des Kaisers.
Berlin, 30. Sept. (W. B.) Seine Majestät der : natft hat an bin Reichskanzler Grafsin Hcrtüng folg. ; enten Erlaß ger 4ht:
Euer Erzellenz haben mir vorgc tragen, daß sie sich n$t mehr in der Lage glauben, an der Spitze der Aezicrung zu verbleiben. Ich will mich Ihren Grünen nicht verschließen und muß mit schwerem Herzen Ihrer weiteren Mitarbeit entsagen. Der Dank des . Vaterlandes für das von Ihnen durch Uebernahme des j Reichskanzleramtes in anfLr Zeit gebrachte Opfer und lie von Ihnen geleisteten Dienste bleibt Ihnen sicher.
Ich wünsche, daß das deutsche Volk wirksamer als ’ hMcr an dir Beslimwurg der Geschicke des SSatit- lindes mitarbeite. Es ist dch.r mein Wille, daß Männer, die vom Vertrauen des Volkes getragen sind, in weitem Umfange tcilnehmcn an den Rechten und I Pflichten der R gicrung. Ich bitte Sie, Ihr Werk | damit abzuschliißcn, deß Sie die Geschäfte weilerführen i und die von mir gewollt, n Maßnahmen in die Wege 1 leiten, bis ich den Nachfo ger für tisie gefunden habe.
I Ihren Vorschlägen hierfür sehe ich entgegen.
I Großes Hauptquartier den 30. Siptbr. 1918.
gezeichnet: Wilhelm I. R gegengezeichnet: Dr. Graf v. Hertling
Dixmuide bis Merkem zuiückzuuehMen und auf dem linken Flügel des KampsfeldeS den Wijttchaete-Bogcn zu räumen. Feindliche Angriffe gegen den Handzame- abschnitt und gegen die Linie Zarren-Westroosebeeke wurden abgewiesen. Zwischen PaSscheudaele und Leve- lare drang der Gegner bis Morrelade und Dadizende vor. Dort singen wir seinen Stoß auf. Der am frühen Morgen von Houthem bis Konen an der Lys vordringende Feind wurde durch Gegenangriffe wicd r zurückgeworfen. Wir sümpfen hier an der LyrNiederung. Gewaltiges Ringep. an der Feont zwischen Cambrai und St. Quentin. Gegen die Stadt und beiderseits der Stadt führte der Feind 16 Divisionen in den K^mpf, um Cambrai zu nehmen und unsere Front beiderseits der Stadt zn durchbrechen. Nöidlich von Cambrai sind die bis zu achtmal wiederholten starken feindlichen Angriffe vor unseren Linien bei Saucourt und Telloy an erfolgreichen Gegenangriffen gescheitert. In den Vororley. von Cambrai. Neuville und Cantiepre faßte der Feind Fuß. Wir stehen hier am Westrande der Stadt hinter der Scheide und schlugen dort erneute heftige Angriffe des Gegners ab. Die über den Kanal- abschnitt nördlich von Marconia geführten Angriffe des Feinoes brachen vor und an der Straße Cambrai — MasmäreS zusammen. Südlich von Marcoina drückte uns der Feind hinter den Kanalabschnitt MasniäLes — Crevecourt zurück. Mit gleicher Kraft griff er unsere Front von Gonnelien .bis südlich von BeUenglise an. Zwischen Gonnclie- und Bellicourt schlugen wir den m«hr)achcn Answnn» deS -'cgnerS restlos zurück. Millers GWj> jc* .,/■ nb verloren ^.ng, n urbe
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Gegenstoß w bet Die in oer Frone bei
Gonncleen ..tu Millers slaien schwer kampfenden
Divisionen warfen den aus Richtung Marcetng gegen ihre Flanke vordrcchcnden Feind mit ihren Re>cr.e- Bataillonen in entschlossenen Gegenangriffen wieder zurück. Zwischen Bellicourt und Bellengltse stieß der Feind über den Kanal vor. Wir brachten ihn am Abend in der Linie Nordrand Bellicourt Westrand Joucoun—Leharcourt zum Stehen. Die nördlich von Gricourt sich aller Anstürme erwehrenden Regimenter mußren am Abend ihre Flügel auf Labancouit zurück- nehmen.
An dem im groß.n erfolgreichen Abschluß der geftiiegen schweren Kämpfe haben Truppen aller deu.- schen Stämme gleichen Anleil. Der Engländer hat feine örtlichen Eefolge mit sehr hohen blutigen Verlusten erkauft.
Heeresgruppe Deutscher Kronpsinz und Gallwitz.
Gegen unsere neue Linie am Ot|e—Aisne-Kanal drängte der Feind stark nach. Bet erfolgreichen Vor- seit sümpfen machten wir hier Gefangene. Der Frdnzose setzte zwischen Su ppes und der AlSne, der Amerikaner gegen den Ostrand der Argonncn, und zwischen den Argonnen Uud der Maas seine eibitterten Angriffe fort. Mehrere neue Divisionen warf der Feind auch gestern in den Kampf. Zwischen anberive und Somme Py schlugen wir mehrfachen, nordwestlich von Somme Py neunmaligen Ansturm des G.gners vor unseren Linien ab. Wir standen am Abend nach Abschluß des Kampses in'der Linie Aure, nördlich Ardcnil, nördlich Sechaull Bouconville. Mit besonderer Kraft stürmte auch d-r Amerikaner gegen den Ostrand des ArgonnerwaldeS und gegen die Front zwischen den Argonnen und der MaaS an. Sein Ansturm ist völlig gescheitert. Beiderseits des AtrelaleS entrissen wir dem Feinde Apremont. Aus dem Walde von Montievcaa warfen wir den Armcrikaner mehr als 1 Kilometer zurück.
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Wir schössen gestern 45 f-indliche Flugzeuge ab. Der erste Gene alquartiermrister: Ludendorff.
Politische Uebersicht.
Ein Lob aus ukraiuischeu' '„»de
Ueber *w Eindrücke, M
; tob zwellügetehree» «irLini^ch.a La.^^er^ .. . u.«
i Hauer aus ihrer Rundreise gewonnen haben, du, rte sich [ her Gehilfe des Landwirtschaflsminflers Brunst, der ; mit einer der Gruppen reifte, nach einer Meldung des .GoloS Kiewa": „Der allgemeine Eindruck ist der gewesen, daß die deutsche Volkwirtschast auf einer sehr hohen Stufe steht. Sogar die kleinen bäuerlichen Wirtschaft.n sind in bezug auf ihre Einrichtung und Produktivität vorzüglich »ingerichtet. Die Wiitschaften I im Plivaibesitz sind Aenster hoher Kultur und erzielen c.usg«zeichneles Vieh, Samen und so weiter. Die deutsche Wirtschaftsweise muß als Beispiel für die Ukraine dienen. Aus der Gruppe der kleinen Saub^- mitte, die gesondert durch D.upchland reiste, haben vier Teilnehmer (Saporoshez, Tschawir, Schkurop j! und Spak) in begeisterten Worten ihre E.ndrüüe wicdergegeben. Herr Spak erklärte, daß er nie im Leben den Eindruck vergessen werde, den auf ihn die Organisation der Landwirtschaft in Deutschland gemacht habe. „Wenn j ßt," sagte er, „bei diesem Rcfcnkllcge alles sc musterhaft eingerichtet ist, wie muß es dort zur Ft Lebenszeit fein?"
Warum nicht ganze Arbeit?
Aus Frankreich wurde kürzlich gemeloct, daß die französische Regierung um einen Unterstaatssekretär für Elsaß-Lothringen bereichert worden ist. Da die französischen Raubsiele viel weiter gehen und die jüngsten militälischen Vorgänge einen so überschwenglichen Rausch in F ankreich erzeugt haben, so wäre es doch folgerichtig und würde sicherlich auch die durch die Blulopf.r der letzten Woch.n crfchrecklen Pioupious begeistern, wenn die vorsorgliche Regierung gleich einen Gouverneur für Köln und Mainz und einen Stadtkommandanten von Berlin ernennen würde. Das hieße doch ganze Arbeit machen!
Der Zensor in Australien.
Bei einem in London vcianfialteten Empfang d.r lieber sie Presse sprach nach Lord Norlhcl.ffe C M. Jones von der „Sydney Sun" und sagte: „Ueber die Tätigkeit des Zensors kann ich bezüglich Australiens «ut Krokodilstränen weinen. Ich versichere Sie. der Londoner Zensor ist nur ein Knabe im Vergleich mit dem in Australien. Tort steht Hughes an der Spitze der Zensur, der sicher der Schlimmste Unterdrücker ist, der je auf dieser Erde wandelte. Als der Zar abge- sitzt wurde, besamen wir eine Drahtung, durften sie aber l icht veröffentlichen, und als wir und bitter deswegen beklagten, besamen wir nur zur Antwort, der Zensor glaube nicht, daß die Nachricht wahr sei."
Im Großen erfolgreicher Abschluß der Kämpfe.
Großes Hauptquartier, 30. Sept. (W.B. Amtl.)
Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.
In Flandern setzte der Feind seine Angriffe fort. Einbruch des Gegners in unsere Stellungen am “7. 9. nötigte uns, den rechten Flügel unserer Abwehr front hinter Hen Handzame- Abschnitt von nördlich
Ä er Taler spricht: Bin ich ein Wicht,
■ Des IIIüber.6 und Scharrens Und IV Ab reus nicht wert? Wer schmiedet aus mir Das deutsche Schwert?
Da Mt ihn die „Vletmte* Schweigend genommen: Er ist in die rechte Schmiede geFonnnen.
Zur Ueurege'.uug der Eier»ersorgung.
Die bisherige Art der Bewirtschaftung der Eier hat weder die Zustimmung der ländlichen Erzeuger, noch die Befriedtgung der städtischeu V«br«ucher erzielt. Die mit ihr gemuchten Erfahrungen haben den Beweis crbracht,- daß die Zmangsbewirtschaftung neben einer ganzen Reihe hier nicht näher zu berührender technischer Schwierigkeiten vor allenr auch zu einer sehr geringen Anlieferung von Eiern geführt hak. Fast noch schlimmer war die mit ihr verknüpfte starke Verbitterung der Erzrugerkreise, die naturgemäß den Höhrpunkt erreichen prußte, als aus die Nrchkablieferung der Eier die Entziehung der Zucker- und Peirolcumkartcn als Strafe gesetzt wurde, was wiederum die Folge hatte, daß ins- besondcre in den kleinen Städten und Vororten massenhaft Hühner zur Abschlachtung gelangten, da die Geflügelzüchter auf diese WU e allen Unannehmlichkeiten überleben waren, ihre Zucker- und P.troleumkarten wieder erh ellen und außerdem von ihrem zuständigen Kommunalverband mit Eiern beliefert werd.n mußten, D:e öffentliche Bewirtschaftung hat aber auch weiterhin nach einer Reihe anderer Richtungen nur schädliche Ergebniffe zu verzeichnen. Es ist deshalb auf das lebhafteste zu begrüßen, daß der Preußische Staatskommissar für Volk ernährung in einem an sämtliche Kommunaloerbände gerichteten Erlaß bestimmt hat, daß Geflügelhalter, welche ihre Ablieferungspflicht an ©irrn für das Wirtschaftsjahr 1918 erfüllt haben, weitere aus eigener Geflügelzucht gewonnene Eier (Ueb,rschuß:ier) unmittelbar an Verbraucher zum Klein- Var ‘ .fhodqh’rSfe frei absttzm hülfen. Werden Ueber- [amtier au die . TüwmelstrL.: öder . Agskäustr Li Kommunalverbandes abgetönt, so foüen sie mit einem Zuschuß von 10 Pfg. -e Ei zum jeweiligen Erzeugerhöchstpreis bezahlt werden.
Wir haben also hier zum erstenmal den Versuch, das sozialistische System der Zwangsernährung, wenn auch nur auf cir.im beschränkten Gebiete, zu durchbrechen. Der Versuch wirb, so wie er zurzeit vorgesehen ist, zweifellos nicht voll gelingen; dazu hätte man den Erzeugern erhebt ch weiter entgegenkommen müssen. Die Maßnahme des KriegSernahrni»g?a«tes ist aber als Weg einer Ueberleitung in die freie Friedenswirtschaft zu begrüßen; das richtigste bliebe nach wie v»r die völlige Freistellung des ErerhandelS. Die mit der jetzt eintretenden Regelung zu machenden Erfahrungen werden zeigen, ob man nicht sehr viel besser dazu über- geht. Dringend zu wünschen wäre, daß mit gleichen Maßnahmen, w e sie jetzt bei den Eiern eingeführt werden, auch auf anderen mindestens ebenso wichtigen Gebieten der Ernährung vorgegangen wird. Ist nur erst auf Grund der Emsicht in die Unfruchtbarkeit der bisherigen Zwangswirtschaft der Entschluß gefaßt, die Zwangswirtschaft zu v iloss.n, so kann auf diesem beschränkten Gebiet nicht mehr stehen geblieben werden. Die Erfahrungen der freien Wirtschaft müssen zu weiterem Forischreitm nach der FeiedenSwirtschaft hin drängen. In biefitn Sinne ist der Erlaß des Kriegs- ecnährangSamles zu begrüßen.
Lokales imS KroÄnzjeSes.
Schlüchtcrs, den 1. Oktober 1918.
— * Tclcuchkungcmateriül. In dem heutigen Kreisblatt ist eine Bekanntmachung bctr. Lieferung von Carbid enthalten. Nach dieser Bekanntmachung haben alle Haushaltungen die kein elektr. Licht haben und bei denen es an Petroleum mangelt, zwecks Lieferung von Carbid sich bet einer darin angegebenen Verkaufsstelle anzumelden. (Altes Nähere in heutigem Kreisblatt.)
—* Genannt: Der Pfarrer Behrens in Langen« schwarz, Diözese Fulda, zum Pfarrer in Marjoß, Klasse Schlüchtern.
—* Seife kommt die lieb’ §^«», u ®> heißt der Xitel bei Sättigen Rokoko Op^roue, biet* ®onxtM den 6. Okt. in der Simple jir Inffüjrnng gelangt. Dazu bet lästige lgtaielf<««nt „Ein Prachtmädel" in dem der 10jährige Bühnrnster», die kleine Trautchen Knispel die Titelrolle spielt. «!r kommen^ in der nächsten Nummer dieses Llstte« x»4 «äher darauf zurück. Der Vorverkauf ist in bet Turnhalle, wo der Plan ausliegt und bei Herrn Frifrm Walther bereits geöffnet. Nachmittags flnbet eine große Märchen-Auf- führung statt und zwar „Der gestiefelte Kater".
* Höchst x. M., Im Hotel Kasino wurde der Soldat Josef Kropp aus Kiedrich dabei überrascht, als er ans verschiedenen Gastzimmern die Wäfche und Betten stehlen wollte. Der angemhme Logiergast wurde verhaftet.