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amstaff, den 7. September
1918
Telefon 65.
Feile ober deren Raum (5 pfg.
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Bekanntmachung.
Die BüroS des Vorsitzenden der Einkommensteuer- Vnanlagungs-Kommission, der Steuerausschüsse der Ge- ^elbeftcuerklaffen HI und IV, des BesitzsteueramtS und der Varenumsatzsteuerstellc des Kreises Schlüchtern sind von hEm Kreishause nach
Areiörüderstraße 9, 1 Treppe
(Hans der Buchdrnrkerei Hohmeifter) valegt worden.
Sprechstunden sind wie bisher Dienstag und Freitag M 9—11 Uhr vormittags.
Schlüchtern, den 28. August 1918.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-VeranlagungS-Kommission. von Trott zu Solz.
iltzBerichligung der Bekanntmachung vom 29. August 1918.
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(Kreisblatt Nr. 69.)
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BekauLtmachung
betreffend die Entrichtung des Warenumsatzstempels.
Aus Grund des § 76 des ReichsstempelgesetzeS werden
. sie zur Entrichtung der Abgabe vom Warenumsätze vcr- ) piliditetcn gewerbetreibenden Personen und Gesellschaften in itn Gemeinden des Kreises mit Ausnahme der Städte Schlüchtern, Sleinau und Salmünster aufgefordert, den
■*ifamten Betrag ihres Warenumsatzes in der Zeit vom 1. januar 1918 bis 31. Juli 1918 im Monat September d.
fs. der unterzeichneten Steuerstelle, Dreibrüderstraße 9 christlich oder mündlich anzumelden und die Abgabe gleich- eilig mit der Anmeldung einzuzahlen.
Als steuerpflichtiger Gewerbebetrieb gilt auch der Bericb der Land- und Forstwirtschaft, der Viehzucht, der Wäscherei und des Gartenbaues, sowie der Bergwerkbetrieb.
Der Einreichung einer Anmeldung bedarf es nicht, Denn der Jahresumsatz nicht mehr als 3000 Mk. beträgt, r h. in dem Steuerzeitraum (1. 1. 1918 — 31. 7. 18) "ch! mehr als 1750 Mk. betragen hat. Zur Vermeidung M Erinnerungen wird ersucht, in diesem Falle der Steuer- ieüe eine sie Nichtcinreichung einer Anmeldung begründende Ritteilung zu machen.
Wissentlich unrichtige Angaben find im § 83 c des Petzes mit Strafe bedroht.
Zur Erstattung der schriftlichen Anmeldungen sind Sctbrucfe zu verwenden. Sie können bei der unterzeichneten iieuerfteße, sowie bei den Herrn Bürgermeistern und Guts- nstchein des Kreises kostenSloS entnommen werden.
Steuerpflichtige sind zur Anmeldung ihres Umsatzes Wchtet, auch wenn ihnen Anmeldungsvordrucke nicht «gegangen sind.
f^fw Briefen zur Front, lind wieder reiben sich die Feinoe die Hände! Der Feind ist klug. Er weiß für jeden das Pülver- chen zu mischen.
Die Kämpfer an der Front lockt er. Ein Flugblatt lautet: „Deutsche Soldaten! Es ist eine schändliche Lüge, daß bic Franzosen die deutschen Gefangenen mißhandeln. Wir sind feine Unmenschen. Kommt nur getrost zu uns herüber! Hier findet ihr rücksichtsvollste Aufnahme, gute Verpflegung und friedliche Unterkunft". Man frage hierzu die tapferen Montier, denen es unter unsäglichen Mühen gelang, der feindlichen Gefangenschaft zu entrinnen. A u s g c p l ü n d e r t bis auf des letzte, int Drahtpferch ohne Obdach durch Hunger “ it b Durst für verräterische Aussagen gefügig gemacht oder darch Schläge und Bedrohung mit dem Tode zum Verrat an den Kameraden gezwungen, auf dem Transport zur schweren Arbeit von der französischen Bevölkerung bespieen, mit Unrat «eivorsen!
So sieht in Wahrheit das Paradies aus, das der Feind dorgaukelt.
Auch nachgedruckte Originalbriefe von Gefangenen werden abgeworfen, in denen diese" schildern, wie gut es ihnen gehe. Gottlob wird es in England und Frankreich auch noch an- ständige und menschliche Kommandanten von Gefangencu- iagern geben; sie sind aber die Ausnahme. Und die Briefe, die »r Feind abwirft, sind nur 3—4 verschiedene. Diese aber sendet er in vielen Tausenden von Exemplaren vervielfältigt.
Kleinmütige schüchtert der Feind ein: „Euer Kampf ist aussichtslos. Amerika wird Euch den Garaus machen. Eure tl.-Boote taugen nichts. Wir bauen mehr Schiffe als sie ver- Mken. Euer Handel ist vernichtet. Wir sperren Euch nach Kriege die Rohstoffe ab; dann muß Deutschlands Jndu verhungern. Eure Kolonien seht Ihr niemals wieder", «o klingt es aus seinen Flugblättern, bald Lockung, bald Drohung.
4 Wie steht es in Wirklichkeit ? Wir haben imOstenden «riedenerzlvungen und sind starkgenug, eSauch ' m W e st e n z« t n n, trotz der Amerikaner! Aber stark und ffuig müssen wir sein! Das ist es, wogegen der Feind mit “ i°^n Zetteln und Gerüchten kämpft.
“ Er will uns den Glauben und die Zuversicht, den Willen und die Kraft nehmen. Warum sucht der Feind immer noch uoch Bundesgenossen im Kampf gegen uns? Warum trachtet lh die noch neutralen Völker zum Kampfe gegen uns zu
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Vom 1. August 1918 teilt an Stelle des Warenumsatzstempels die Umsatzsteuer. (Gesetz vom 26. 7. 1918). Ueber deren Erhebung erfolgen noch besondere Bekanntmachungen
Schlächtern, den 29. 8. 19i8.
Der Vorsitzende der Warenumsatz-Stenerstelle des Kreises Schlächter«, von Trott zu Solz.
Tab-Nr. 6823/18.
Umsatzsteuer und Buchführung.
Das bereits seit dem 1. August d. I. in Kraft befindliche neue Umsatz lcucrgcsetz verpflichtet auch die Landwirte in weitem Umfange zur Buchführung. Wer seine landwirtschaftlichen Einnahmen vom 1. August d. I. ab nicht ordnungsmäßig nachweist, setzt sich ernsten Unannehmlichkeiten und Nachteilen aus. Näheres gehl aus dem Auf satz in dieser Nummer ' drs Amtsblattes hervor. Die Buchstelle der Landwirtschaftskammer liefert zweckmäßige Buchführungtzhefte und erteilt aus 'Punsch jede Auskunft über Steuer- und Buchführungsfragen.
Cassel, den 16. August i918.
Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für den Reg -Bcz. Caffel. von Keudell.
Aas Wichtigste für die Landwirtschaft aus dem seit 1. August geltenden, neuen Mmsatzsteuer- gesch.
(Mitteilung der Buchstele der Landwirtschaftskammer.)
Was bereits in einer früheren Mitteilung an dieser Stelle als wahrscheinlich bezeichnet worden war, ist seit dem 26. Juli Gesetz geworden und gilt schon seit dem 1. August d. Js. auch für alle Landwirte: Die Abgabe auf Warenumsätze ist aufs Fünffache erhöht. Daneben ist eine allgemeine Verpflichtung zur Buchführung gesetzlich eingeführt.
Betrug der bisherige Waren-Umsatzstempel, der fürs laufende Jahr noch bis zum 31. Juli einschließlich erhoben wird, 1 Mark vom Tausend aller gewerblichen Einnahmen, so sind nunmehr 5 Mark an Umsatzsteuer zu entrichten vom Gesamtbetrag der Roheinnahmen — ohne jeden Abzug! — und dem Werte des Privatverbrauchs eigener Erzeugnisse. Beides ist durch eine ordentliche Buchführung nachzuweisen.
Befreit von der Steuer sind diejenigen Landwirte, deren Roheinnahmen zusammen mit dem Werte der durch die eigene Familie verbrauchten (Haushalt!), eigenen Erzeugnisse fürs ganze Jahr nicht mehr als 3000 M. betragen. Diese Grenze wird in der Regel bei 25—30
Großes Hauptquartier, 2. September 1918.
Von Hindenburg, Generalfeldmarschall.
— Eine erfreuliche Kundgebung. Eine Anzahl von Vertretern nasioraler Arbeiter- und Angestellten- verbände, die auf Einladung des Neichskommissars für die Ostseegebiete und Litauen kürzlich eine Reise durch die baltischen Lande gemacht haben, sandten ihrem Reiseführer, Schriftsteller Adolf Damaschke, das folgende, in vieler Hinsicht sehr erfreuliche Schreiben: „Nach Abschluß unserer Reise nach den bal'ischen Provinzen drängt es uns, Ihnen folgendes zu sagen: Wir sind Ihnen von H-rzen dankbar dafür, daß Sie uns die Reise ermöglicht haben. Was wir in der Hauptstadt Livlands, in den Kurländischen Städten und Städtchen, was wir im weiten Lande um Goldin- gen ges hen und in mannigfachen Unterhaltungen mit Deutschen-Balten sowohl als mit Vertretern der lettischen Bevölkerung vernommen haben, war uns üö Jg neu — eine Offenbarung. Daß hier jahrhundertelang deutscher Geist und deutsche Tatkraft sich inmitten der Fremdherrschaft unerfälscht erhalten haben, das ist und in überwältigender Weise bewußt geworden. Eindringlicher, als irgendwelche L.teratur es vermocht hatte, haben diese Dokumente deutscher Kultur in den baltischen Ländern auf uns eingewirkt. Und wenn etwas uns zur Gewißheit geworden ist, so das eine, daß die Zukunft dieses so reich gesegneten und noch so entwicklungsfähigen Landes nie nuhr ohne engste Verbindung mit der Zukunft des gesamten deutschen Vaterlandes gedacht werden kann. Vielleicht haben Sie Gelegenheit, diese unsere Eindrücke an zuständiger Stelle zur Kenntnis zu bringen." Folgen die Unterschriften: Joh. Becker, Red. der Baugewerkschaft, Franz Behrens, M. d. R„ Bors. d. chriftl.-nationalen Arbeiterkon- greffeS, Wilhelm Gutsche, Bors. der Reichskartells der StaatSangestelltenvnbände, Gust. Hartmann, Vors. d.
der deutschen Gerwerkvereine, Joh. Joos, der Westdeutschen Arbeiter-Zeitung, M.-
Kriegshinterbliebene. Den Kriegshinter- cd erneut nahe gelegt, beim Tode ihres Er- sofort an die örtliche Fürsorgestelle für llsibene zu wenden. Diese Fürsorgestellen, allen Orten, auf dem Lande vielfach bei sämlcrn, errichtet sind, stehen den Krieger- m unentgeltlich mit Rat und Tat bei, nträge auf Gewährung der gesetzlichen und interbliebenenbezüge auf und helfen den blicbcncn im Falle der Not durch Ver- n Beihilfen oder Gewährung von Unter* L tzt.res ist besonders dann von Wert, teils auSgeschiedener HeereSangchörzer stirbt Familie in Bedrängnis hinterläßt. Die der VersorgungSgebührnisse beansprucht liefen Fällen längere Zeit, weil erst geprüft , ob die Todesursache mit einer Dienstbe- der KriegSdienstbeschädigung des Verstorbe- nmenhang steht. Um einer wirtschaftlichen ubeugen, w.nde man sich daher sobald wie :e Fürsorgcstclle..
neue AuSgangSschrift. Seit längerer Zeit :iner Reihe preußischer Schulen Versuche ruen Schrnlw.'ise nach dem Leitfaden des Ludwig Sütierlin gemach'. Diese Schreib- der Zusammenarbeit Sütterlins mitante- m hervorgegaugen und durch einen Aus- achverständigcn eingehend geprüft und gc- Die Versuche müssen aber noch einige etzt werden, bevor über die Frage einer änführung der neuen „Au-gangsschrift" eben kann D^e Gerüchte, der Schreib- PMW werde v» •nt. -'i auf Grunb Leitfadens erteilt, sind also mindestens
olitische Uebersicht.
'wiune notwegischer Reeder.
r kann man von den Norwegern sagen, rend des Krieges cRe Dinge zum besten fordert der U Bootkcieg seine Opfer zischen Handelsflotte, aber die Nachteile . liegen wohl dabei völlig einseitig auf ruernswerten Seeleute, während sich die t von ihnen gebrachten „Opfern" recht e Tonnage ist der Wertgegenstand ge= ch besser als alle anderen zum Jobbern eignet.—De?-^Sch:ffsraumbcsitzer und ihre Geldmänner auch die kleinen Spekulanten in Schiffahrtsaktien, können daher von Triumph zu Triumph schreiten. Außer den inbteheun Kurszetteln weiß auch das ftmistische Jahrbuch und die Liste der mit Kriegswinn- steuer Belegten einiges zu erzählen. Der Verdienst an den Frachten, der 19,4 nur 211 Millionen betrug, stieg bis 1916 auf 1,062 Mill onen Kronen, also um rund 400 d. H.! Das ist selbst für norwegische Verhältnisse ganz rffpckrab.l.______
Lokales und ProoinpeSrs.
Schlächtern,*dcn 6. September 1918.
—* Der Vorsitzende des hiesigen KriegervereinS Weiß- bindcrmeistcr Nikolaus Basermann erhielt das Vec- dienstkreuz für KriegShilfe.
—* Auf vielseirigen Wunsch hat Herr Karusscllbe- sitzcr Heinrich Kießlich im Hofe bis Frau Mardurger, Hospitalstraße dahier, sein hochelegantes Etagen-Ka- russell ausgestellt. Wir bitten die geehrten Einwohner fron Schlüchtern und Umgebung Herrn Kießlich in einem Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen, in dem sie am kommenden Sonntag da das Karussell zum letzten Male spielt, es eifrigst benutzen.
—* Wie aus dem Inseratenteil unserer heutigen Nummer ersichtlich, ist kommenden Sonntcg, den 8. September, nachmittags von 3 Uhr ab die Sichcrhe'.tZ- Lustschaukel der Frau Bernhard März im Hose der „Turnhalle" Gradenstr. dem geehrten Publikum von Schlüchtern und Umgebung zur gefälligen Benutzung geöffnet. Wer Freude und Vergnügen an dem Schaukeln hat, versäume nicht Sonntag Mittag nach der Turnhalle zu gehen und die Sicherheits-Lustschaukel zu benutzen.
—* An Stellen, die viel von Wespen ausgesucht werden, stellt oder hängt man ein Medizinglas, das etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt und dessen Hals innen mit Gelee bestrichen ist. Gar bald ist eine Menge Wespen gefangen. Eine reichliche Benutzung solcher einfachen Wespenfallen ist zu empfehlen