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mit, Amtlichem Kreisblatt". — WochcnLcilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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^LrschH»t Mittwoch und Sainstag. — preis mit „Äreisblatt" vierteljährlich {,80 Mk. — Anzeigen^osten die kleine Zeile oder deren Raum l5 pfg.
F 69.Mittwoch, den 28. August 1918. 69. Jahrgang.
Amtliches
I Uezug von Horfstreu oder Torfmull'.
Ta wieder große Mengen Stroh an die Heeres- ^„valtung abzugeden sind, auch zur Durchhaltung be5 Buchbestandes ein Teil der Strohernte sur Futter- uoccke nötig fiin wird, beabsichtigt die Kreis verwaltung rorfstren als Ersatz zu beziehen. Preis der Zentner «M 3 7, Mk.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister und Guts- rocheher dies umgehend ortsüblich bekannt zu geben, tflt Bedarf in d n Gemeinden festzustellen und bis spätestens zum 3. September h'crher zu meiden. ' r xec Termin ist _ einzuhalten, da nur alsbaldige Aufgabe des Bedarfs Aussicht auf Liesirung bietet z„; diesem Grün e werden auch die Besteller ersucht, ihren Bedarf sofort den Herren Ortsbürgermcistern a fchg.ben.
Schsiichtern, den 25. August 19 i 8.
Der Vorsitzende des Kreis Ausschusses.
Fliedensoffsiisiveu.
D^e „Times" veiöff ntlicht an hervortretender -Stelle ein Telegramm ihres Stockholmer Korrespondenz ten, in dem dieser darauf hinweist, daß die zwei wichtigsten deutschfreundlichen Blätter in Stockholm, „Nyi Dazligt hätten, die den jetzigen Moment als geeignet ^süc eine Friedensvermittlung der Neutralen bezeichn,n. ^Das lege die Annahme sehr nahe, daß diese Friedensaktion deutschen Ursprungs sti. Der Korrespondent will tdenn auch wissen, daß von deutscher Seite die schwedische 'Regierung um Vermittlung der Fricdentverhandlungen -his zum Herbst gebeten worden fc, sich aber ablehnend ^erhalten habe.
Dem Times Korrespondenten ist bei der Verbreitung Kits« neuesten» Sensation eine kleine GeschichtSssätichung untergelaufen. Es dürste auch ihm bekannt sein^daß die Friediilsdiskussion in der schwedischen Presse von entcntefrcundltchen Blättern, wie „Smnrka Morgenblade." uud „Asionlidningen", eingcle.tet, dann von der wirklich nicht deutschfreundlichen Überall n Zeitung „DagenS Nyheter" fortgesetzt und schließlich auch von dir konservat von schwedischen Presse aufzcgnff.n wurde Las „Odium" der Friedensoffensive lieR diesmal ganz unstrc-fbar auf Seiten der Entente, und der „Times" Komspondent hat nicht besonderes Geschick bewiesen, als er nach Reudr Manier diese allgemein bekannte Tatsache in ihr Gegenteil verdrehen wollte. Daß ein Ersuchen um Vermittlung an die schw.dische Regierung bisher nicht ergangen sei, hat zudem Staatsminister E en am 16. August einer Abordnung der Gutlem- pLrloge ausdrücklich erklärt. Bezeichnend für die Mentalität der Narthel ff-Presse ist es, daß sie immer noch in geradezu hysterischer Weise be. dem Gegner das Verlangen nach F ied n zu entdecken und zu brand- marken sucht. Es ist dies ein nutetet Beweis für die knock out-Politik, auf die de Herr StaatSs.kceläc Neichs- kolonialamts in seiner Rede am 20. als das g'ö-te Friedenshindernis.hinwies.
Deutsches Reich.
— Die WahlrechtSvorlage vor dem Herrenhause. Der Ausschuß des Herrenhauses für die Beratung der Wahlrechtevorloge wird am 2. September zu einer kurzen Tagung, die etwa eine Woche in Anspruch nehmen dürste, zusammentrctcn.
— Neue TeurungSzulagen für Beamte und Staats- arbeitir, denen später die Ruchsbeamren folgen sollen, stehen in Preußen d.vor. Den Arbeitern soll die letzte TeurungSzulage im sechsfachen Betrage der einmaligen Zulage, jedoch nicht uuhr als 500 Mark auf den Kopf gezahlt werden, und kinderreiche Familien sollen besondrrs bedacht werden. — Bei den Beamten ist ein einheitlicher Grundbetrag nebst Teil n des Monatsgehaltes in Aussicht genommen, n türl ch ebenfalls mit Zuschlägen für Kinder. — Auch die Beamten im Ruhestande sollen bedacht werden.
— Das Eiserne Kr.uz. In den abgelaufenen vier Krieg-jahren, bis zum 1. August 1918, ist das Eiserne Kreuz 1. Klasse etwa an 135 COO Inhaber verliehen wo.den. Eiserne Kreuze 2. Klasse sind über 4'/, Mtl. zur Verteilung gelangt. In der Heimat wurden etwa ti500 Personen mit dem Eisernen Kreuz am schwarz- weißen Bande ausgezeichnet, eine Zahl, die gegenüber den im Felde verliehenen Eisernen Kreuzen kaum in Betracht kommt, namentlich wenn man berücksichtigt, daß sie sich auf den Zeitraum von vier Jahren ver-
Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes tragen, außer
dem Kaiser, bish r vier unserer Feldherren, nämlich die G.ncralfeldmarschalle v. Hindenburg, v. Mackensen, Prinz L öpol) von Bayern und der Erste.G-ncral- quartierm.ister General der Infanterie Ludendorff. Das Eiserne Kr>u; mit Strahlen (das Blücherkreuz) besitzt lediglich Generalfeldmarschall von Hindenburg.
— Berlin, 24. August. (W B.) Ein Erfolg unserer- Deutsch Ostafrikaner. Bei einem Kampf zwischen einer deutschen und einer portugiesischen und englischen Abteilung im Bezirk- Quelimano, nach welchem sich die Deutschen in das Innere des Landes zurückzogen, sind, wie die Lssaboner Zeitung Seculo vom 3. Aug. berichtet 20 portugiesische Offiziere in deutsche Gefangenschaft geraten. Die Einbuße an Gefangenen muß nach dieser verhältnismäßig beträchtlichen Anzahl gefangener Offiziere für die Engländer und Portugiesen sehr b.Nächtlich gewesen sein.
— Bert n, 21. Aug. Die Gänse Einfuhr. Der Sii’cr der Gün'ehandclSgesellschast, der die Aufgabe zufällt, aus Polen und den besetzten östlichen Gebieten Gänse hereinzu schaffen, teilt der Voss. Zeiiung auf Anfrage mit, daß die Aussichten, Gänse hcreinzu.dekommen als außerordentlich trübe angcs.hcn werden müssen. Es sollten 400 Ouü bis 800 000 Gänse — so lautete wenigstens die Schätzung — nach Deutschland geliefert werden. Bis sitzt sind aber bedauerlicherweise noch nicht einmal 50 uOO Gänse eingegangen. Die Gänse- handelS-Gesellschast hat deehald den einzelnen Landes- behürden, die bei ihr Gäuie angefordert hatten, mitteilen müssen, daß auf eine Lieferung der bestellten Gänse nicht zu rechnen sei, und daß nur ganz kleine Lieferungen zu erwarten sein dürften. Die Schuld an dem Versagen der Einfuhr schreibt die GänsehandelS Gesellschaft der Festsitzung der Höchstprese für Gänse zu. Wie im Voijahr ist der Höchstpreis im Einkauf auf 17 Mark und im Verkauf auf 20 Mark für jede Harr ■ ohne ..tuaiian entr iß -^^.^- t.^*^.^-...... Die GänschandelSgesellschafc.hat sich vergeblich bemüht, b.im Kliegserr.ähruugSamt eine Aenderung dieser unzureichenden Höchstpreise durchzuseßen. Gleich betrübend sieht es mit der Einfuhr der Gänse aus der Ukraine aus. Dort sind uns, wie versichert wird, eine Million Stück zugesagt worden. Der Abtranspo.t war bereits in die Wege geleitet, als plötzlich Schwierigkeiten ein« traten, durch die dann die Ein,u)r gescheueet ist. Welche Hoffnungen man gerade auf die Ein;uhr aus der Uk- rame setzte, geht am deutlichsten daraus hervor, daß auf Veranlassung des ReichSwirlschastsamtes für diesen Zweck eine besondere Gesellschaft, nämlich die Geflügel und Wildeinfuhr-Gesellschaft m. d. H., geb.ldet worden war.
— Aus Odessa wird berichtet: Wjck meldet, daß von den in Tiflis vo.gefundenen großen Vorräten a i Baumwolle 3ouuOU Pud von der Europäischen Handels- Akt. Ges. nach Budapest gebracht wurden, wo sie zwischen Deutschland und Oesterreich aufgeteilt w rden sollen. Die gleiche Gesellschaft hat aus dem Kaukajus 26 Waggons feinster Merino Wolle ausgesüh t.
— Nkünchen, 25. August. Ve.lobung des Kronprinz-n Rupprecht. Kionprinz Rupprecht von Bayern hat |;d) heute m.t Prinzessin Anlonia von Luxemburg, der am 7. Ottob^t 1899 in Schlag Hoye >burg bei Bad Tölz gcdoren.n Tochter des verstorbenen Gioßherzogs Wilhelm von Lux.mbnrg und seiner Gemahlin, geborenen Jnfantin von Po.lugal, verlobt.
Politische Uebersicht.
Der „Bötkerbuud" — eine diplomatische Falle.
Dr. Mansur Rifaat, der Vorsitzende des Aegypti schen Patiiolenl.ubs, beschäftigt sich mit dem in legier Seit v.e.berufenen Plan des „Völkerbundes" unsrer Feinte. Er fragt: „Soll Acgypcen darin eingeschloffen fein als eine trete unabhängige Nation?" uno deurleltl den Plan als eine rein diplomatische Falle, die gar nichts z i tun habe mit der Sache der Nki-nschheit nach mit irgend welchen edeln, freimütigen Bestrebungen. Er schließt siine Ausführungen mit den Worten: „Solange die Jrlänbcr, die Inder und die Aegypter doch unenianzipirrt bleiben, solange sie nicht den ihnen zu- stehenden Platz unicr den Nationen einnehmen, solange belänipfen wir diese unmoralischen Gedanken."
Muvitivnsdampfcr „Lusitavia".
„Astoublader" meldet unter der llcbcrschrist „Endlich Klarheit in der Lusitania-Affäre, daß aus dem Prozeß der überlebenden Passagiere gegen die Eunard-Linie jetzt das Borhandenfein von Munition auf der Lusitan'a
klar h-rvorgcgangcn sei, daß also diejenigen die Schuld an dem Unglück trügen, die auf dem Munitionsdampfer Passagiere mitgenommen hahen.
Die Verwilderutig des Seekrieges.
„Stockholms Dagbladet" schreibt über die britischen U-Bootsfallen: „Das die Brralong als Tyb dieser Fahrzeuge hingest, llt wird, macht Großbritanien wenig Ehre, und verschiedene Kriegslisten, die von den U-Bootsfallen angewandt wurden, tragen in hohem Grade zur Vcrwildeiung des Seekrieges bei. Dies gilt vor allem für die Anekdote der Times, nach der deutsche U-Boote bei ihrer Rettungsarbeit beschossen wurden. Natürlich tragen derartige Erfahrungen dazu bei, die also Bedrohten immer weniger geneigt zu machen, denen die sich den Anschein geben, Schiffbrüchige und Nicht- kämp fer zu sein, zu helfen.
pflegt die Obsttmume nach der Ernte.
Von E. N.
Je schneller der Baum die E.schöpfung überwindet, um so vollkommener Stirb er im nächsten Jahre wieder seine Schuldigkeit tun können. Wir können dem Baum bei diesem Bestreben insofern behilflich sein, als wir jetzt alle Kraftquellen öffnen und dem Baum zuleiten müssen. W r müssen im Herbste die zweite Hälfte des bekannten G lrtenspcuches beherzigen, der da lautet: „Und pflege sein, er bringt dir'S ein!"
Die Baumkrone muß einer genauen Durchsicht unterzogen werden. Hier und da stehen noch die Baumstützen. Sie haben für dieses Jahr ihren Zweck erfüllt. Sie werden darum an einem trockenen Ort für das nächste Juhr zurückgestellt. Auch die alten KronentUlc, die darr sind, werden entfernt. Diese dürren Aeste sind ja besonders jetzt vor dem Laubfall am besten zu m.nnen» Aber auch Baumscharre und Baumdürste muff-' ' 'st hervarqefucht werden, um ton Aesten ürnr Srrrmm mt>. ^---------
zu entfernen. Außerdem erhalten diese Teile des Baumes ihren Kalkanstrich. Der Stamm muß schließ lich einen Leimgürtel zum Abfangen der Frostspanner. Weibchen erhalten.
Die Bodcnlock.rung und Düngung der Bäume. Während der Ernte ist das lockere Land unter der. Baumkrone sehr festgelreten worden. Die Luft kann darum nicht in den Boden einbringen. Darum müssen wir für gute Bodendu:chlüftung sorgen. Es muß recht fle.ß g umgegraben werden. Dabei ist auch die Herbst- düngung zu verabreichen. W.r graben darum beim Ausiockern des Bodens zugleich Asche, Ruß, Jauche, Kompost und allen Dünger mit ein. Besonders vorteilhaft ist es, dem Baum jetzt feste Dungstoffe zu geben. Die reichlichen Regenmengen des Herbstes lösen die Dungstoffe auf und führen sie den Wurzeln zu. Auch die schwerlöslichen künstlichen Dünger werden jetzt am besten gegeben. DaS Umgraben lm^Herbste ist deswegen so vorteilhaft, weil der in groben Schollen umgebrochene Boden durch die Kälte des Wiikters zcr- mü bt wird. D:e einbringenbe Feuchtigkeit löst in Ve.bindunz mit der eindringenden Luft die Nährstoffe und macht sie so erst für die Wurzeln aufnehmbar.
B.sonderec Pfl ge bedürfen die Bäume, die im Wiesenland, an Rainen oder an Wegen und Straßen stehen. Diese Bäume sind meist üolieskinder, für die kaum e.nmal etwas Dünger übrig bleibt. Auch haben solche Bäume beständig unter Wassermangel zu leiden. Wenn es nicht geht, das Land unter ber Krone zu lockern, so muß man entweder m t einem Erdbohrer oder einem Psuhleisen Löcher in das Grasland stoßen. Die Löcher werden nicht im Innern ber, Baumscheiben angebracht, sondern mehr nach dem äußeren Teile zu, nach tu Kron.nlraufe. Die Dunglöcher werden öfter mir krafliger Jauche gedüngt. Sind sie zur Düngung nicht mehr notwendig, so werden sie mit^ Komposterde geschlossen. D:e verkümmerten und vergessenen Bäume sind für solche Düngung sehr dankbar. Sie erwachen gleichsam zu neuem Leben und bringen Früchte hervor, wie man sie vo r ihnen nicht erwartet hätte. Das N.twendigste im Obstgarten ist die Düngung, die bei Dielen Obstbauern noch sehr int argen liegt. Die Nachlässigkeit der Besitzer bringt ihnen sewst den größten Schaden. Nur derjenige, der seine Baume pflegt und jedes Jahr regelmäßig düngt, wird auch aufahrlm) Ernten halten. Wir können die Obstgarlendesitzer nicht oft genug an diese ihre Pflicht erinnern.
Die Sicherung der Äpfelbaume gegen ^gfensraß darf nicht unterlassen werden. Damit der Mangel an Obst nicht noch größer wird, ist es Pflicht, daß jeder Obstbaumbesitzer dafür sorgt, daß keiner seiner Baume beschädigt oder gar vernichtet wird. Ein sehr schlim.