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M, Amtlichem Kreisblatt". --. Wochesbellagc: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Samstag,, den 17, August 1918.

69. Jahrgang.

Deutsches Reich.

s _ Berlin. Der englische Angriff nördlich der kB»le sowie beiderseits der Romcrstraße wurde am Len Offensivtag zu einem blutigen Anstürmen, das

Angreifer neue große Opfer kostet«. Die aus arlancourt über die kahle Hochfläche vorgehenden jlischen Ängr.ffswclle» gerieten von Norden her in #3 flankierende SchrapneUfcuer der auf den Hohen

Albert postierten deutschen Batterien, während , Ijjden die in den waldigen Schluchten der steilen onimeufcr verstellten Maschinengewehre breite Lücken i die Reihen drr C türmenden rissen und sie schließ zur Umkehr zwangen. Nicht besser erging es dem ijlificn Angriff südlich des Nutzes. Die beiderseits ASmerstraße vorgehende engli'che Infanterie geriet »uier wieder in das flankierende Feuer schwacher deutscher tzttikwgen, die hinter den steilen Hängen der zur Lmme" jäh abfaßenben Hochfläche dem englischen seN-elieseuer unerreichbar nnb. In der Front aber üß der Angreifer beiderseits Proyart auf einen Ber iiigcr, der in dem äuBitnen Ausläufer des alten --Wäschen Verteidigungsszistems bereits Deckung fand, Mcnd die ins Glocken gerclenen mglifdien Angriffs r^n auf der kahlen Hochfläche schutzlos in deutschem tut lagen. Auf der großen, schnurgeraten Römer, ruße drängten sich nun neben bm zur Verfolgung rteit gestellten Kavallerieabteilungen und Batterien Ihmitionsfolonnen heranmarschierende Infanterie und üferoen st wie Maschincngcwehr-Fo.mationen. In jefe kompakte Masse von Menschen und Pserden schlugen je Granaten des schweren dcuschin Flachfeuers, ehrend Flieger mit ihren Maschinengcwchrcn die ltraßen beschossen. Inmitten gewaltiger schwarzer und tön Rouchsontasticn zervliiterltN die alten Etzausee- äume, stürzten Fahrzeuge, sielen Menschen und Tiere, lauen auf ein rasches weiteres Vordringen des An- riws aSjuweit vorgenommenen englischen Rersnvcn nb Kolonnen weiter zurückgenommen werden.

Berlin. Am dritten Tage ihrer Offensive sind ie Franzosen zum frontalen Angriff auf die deutsche front zwischen Mentdidier und der Matz geschritten. 5a es sich auch hier um kein festes SteuungSlyftcm, ersinn nur um eine rorlänstge Verteidigungsanlage han- <ü, nnb die deutschen HeuplUöste in ein güstigereS Kampf- ^ände zu.ückg'nommcn Worten. Die französilchen degrrssswippc», die nach starker ArullerterorbereUung 'Zt Bekleidung ton Tanks vorbrachen, stieß es lediglich u: Rrckhutrn, deren Mafchinerg mehre jedoch dem S .-uer io rmpsiM che Verluste zufügua, daß sein darrst »um Lrrhen kam. Nach dbariger Abwehr der L.r.;vi£eu Laxünr.e, die unt« 'chwerfun Ver a:cr. ;:-. sm uraa Nachhuten zu'ammcabrache», konairn sich die deur chra Nachhuten mohigisrds« mit ganz ge u;sn Äatasten sr.d ohne E.i buße von MaLerisl vom

Schuld und Sühne.

Roulan ooii Kälhe LnboivSki. 31

Gie holte mit eigenen Augen gescheu, wie ihr Va­ter imter der Bliitbuche, iiiii die er sie so oll geha'cht k^üe, die Pistole an die Stirn hielt. Sie hatte schreien unb zu ihm stürzen mallen, obwohl sie damals noch nicht ganz klar wußte, daß ein Mensch daran sterben lonute.

Aber ein lähmendes Entsetzen hatte sie festgehalten. Diclleicht der Instinkt, daß sie nicht emgreifen dürfe. $113 sie das Zittern der'Aiirregnng iiberwuiiden hatte nub zu ihm lief, hatte er in dem steifen, grünen Bnchs- baum gelegen, der die Lust weit über den Park hin­aus mit seinem strengen. Geruch füllte. ®aitj still und stiedlich. Nnr in der rechten Schläfe ein kreisrnudes Hoch.

Dies Loch blieb für sie bestehen. Es bohrte sich fortan in jede Freude,in jeden Sonnentag, in die Harm­losigkeit der Jngend und zuletzt auch in ihr Herz, daß he meinte, als Erich Rastingeu in ihr sieben trat, es nicht verscheirkeu zu können. Es zerstörte die junge, theile Hoffnung, die feit dem Augenblick des ersten Se­hens in ihr lebte.

Da merkte sie, daß die Schatten der Bergangeu- heii auf ihr lasteten, und daß kein Lebender dagegen müämpsen könne, es fei denn, seine Gefühle wären »müßtet ober gestorben. Sie lernte begreifen, daß ihr Angebeteter Vater ein schwacher, hilflose^ Men ch ge­wesen, weil er sich den Tod ew nana. Sie sah fortan in jedem Charakter, der ihr näber rückte, einen W::rnl» stich. Tie van der Eitelkeit herruhrleu, ivareu noch die nugefährlichsten. Ader an denen, welche die Ehrlofigkeit fioq, stürben sie.

Daher suchte sie auch anianqS nnerinndlich bei Erich Aastulgeu nach einer krauten Stelle, ihr Herz bekmup- J^nb, ihr Begehren meisternd. Sie suchte in Ircineu uub

Feinde lösen und über die im Heeresberichte genannte Linie zurückzichcn. Nördlich der Avre setzten die Eng- läader nnb Franzosen rücksichtslos stärkste Kräfte ein, um nach Süden zu den sich zwischen Avre und Matz neu gruppierenden deutschen doch noch in den Rücken zu kommen, und um nach Norden durch Zertrümmerung des deutschen Widerstandes zwischen Albert und Somme die deutsche Ancrefront auszurolUn. Schwerste Menschen- rpfer sowie massenhafte Verluste von Tanks, die zu Dutzenden zerschossen vor den deutschen Linien liegen, brachten die Ententeltuppen ihrem Ziele nicht näher.

Die gegenwärtig zwischen Arcre und Matz ent­brannten Stumpfe sind nicht nach dem arg-nbl etlichen Geländegtwinn oder Verlust zu bewerren, sondern es handclr sich um eine Vewegungsschlacht größten Stils, die infolge der deutschen, Menschen sparenden KowpfeS- weife schwer ersetzbare Lücken in die besten Kerntr. ppen der Gnu nie reißt, die deutschen Truppen dagegen zu «unfugen Ausgaben kau.v.keäUig erhält.

Politische Uebersicht.

Grosses Hauptquartier, 15. August.

28i füllet Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. .

Lsibhafie Errundungmällgktll zwischen Äser und Scarpe. Südöstlich von Apolle sch.rlcrte ein englischer Teilangriff vor unseren Linren. Nördlich der Ancre- räumten wir in bin letzien 'Nächten den scharf in den Ferno einipringenben SlUlungSlcU t bei Puifievr und Aeaumonr-Homel. Er mürbe gestern nachmittag vom Fernd besetzt.

Heeresgruppe Boehn.

Keine größeren Kampfhandlungen. Am Abend nahm die FcuenLttgkcrl zwlfchcn Ancre und Läse zu. Terl- ungr'.ne deS Feindes - beiden Seiten der Avre und liuiiiy cunigi i Uui.... uvgtwit|iu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei einem Vorstoß auf das füllte Vesle. Ufer nahmen w.r die Besatzung des Bahnhofs Breutl gefangen.

* *

*

Unsere Jeg hafte stellten ein auf dem Angr.sssfluge gegen das HeimatSgebiet befindliches englisches Vomdea- geichwadcr vor Erreichen des Zieles zum Kampf und zwangen es unter Einbuße von b Flugzeug-n zur Umkehr.

Eieslern wurden 24. feir.dl.che F.'uzz uze und ein F.ffetbailoa adgcschosicn.

Der Erste Genera.Juartiermeintr: Ludeado ''.

Wie S imverwüneteu^ Belgien aussteht.

D - . .^eger sind uns g ^grü»^ um so mehr darf ^.-3 '^^R GUmbe», Mva ne durch die Docht der ta/a^e.n zu rtod ^-^^ über uns gezwungen Witten. ezn d es« ^ ^. ;i r§ cielldtii n it cari

Herzeleid unter An all nud Ked-u, dafl st» sieben riafte. Nicht f r sich uub . r Glück suchte :e, ionteni für das knilfti e Geschlecht, das danach fonnnai mürbe. Aber ihre Tränen mußten vernegeu. uub ihr Sehen tuurbe znm Poche» der reinsten Seligkeit.

Sie fand nur Lauterkeit und Wahrheit in seinem stillen, großen Wesen, geboren aus Der vornehmllezi Ehrenhaftigkeit, die feiner Belätignug bedarf, weil sie als unbestritten gilt.

Kein Schatten bet Vergangenheit verdunkelte seinen Weg, darum hat sie ihm auch das Lied fingen dür­fen :Wenn Dn wiederkommll, bist Du mein."

Und nun mußte sie fern fein, wenn er heimkehrte.

Würde er etwa darum au ihr zweifeln ?

Eine schlechte Liebe, die fragt, obschon sie die Ant­wort empfing. Und dennoch

Eine rechte Liebe, die nicht aufhört demütig so zu werben, als ob sie sich des Besitzes Sicherheit alltäg­lich von neuem erobern müßte.

Mochte sein Herz noch einmal für Augenblicke in Zweifeln zucken. Ein letztesmal, baun mürbe es feine Prüfung uub keine Trennung mehr für sie geben dann war sie sein l

9. Kapitel.

Erich Rastingeu saß in seinem Junggeselleiiquartier und brütete stumpf vor sich hin. Gestern sind sie in die Garnison eingerüdt. Sein heißer Wumch hat sich end­lich erfüllen müssen. Das Manöver ist zu Ende.

Ein einziger Tag lie-.:- vilchen dem Jubel des E:u- :jeS und dem Ver-.veislnngSqe.fnhl, das ihn in bie« fei Stunde gepackt hält. Das ist ein ganz anderes als jenes, was die Ka u roden während der legten to te empfunden haben Stundenlang im ftröineiibeii Regen zu marschieren, ut i&liegii.b aiicy feine Kleinigkeit.

In die Stiefeln war t«3 Wasser gelaufen, von den Helmen troff es schwärzlich herunter, und das v. Üge- fogene Tuch drückte dir Schultern abwärts. Das ge»

ohne Wert, was eine Norwegerin, die nach fünfjährigem Aufettlhalt in verschiedenen Städten Belgiens nun in die Heimat znrückgckchrt ist, einem Vertreter des Blattes Politiken" über die Verhältnisse Belgiens unter der deutschen Besetzung zu er-ählcn wußte. Es sind da­runter eine Reihe beachtenswerter Schilderungen, die in hohem Maße geeignet sind, gegenüber den vom Ver­band verbreiteten Nachrichten über die Lage der Belgier cusklärend zu wirken. Die Norwegerin, Fräulein Marie Jörgensen, führte u. a. aus: Sie dürfen nicht glauben, daß die belgische Bevölkerung in beständiger Trauer lebt. Die Vergnügungssucht ist niemals so lebhaft gewesen als jetzt; die Easös und Theater sind jeden Abend überfürlt, während die breitem Schichten der Bevölkerung die Kinos aufsuchen, die den ganzen Tag giöffnet find. Der Krieg ffr nicht das Tages­gespräch ; nur in einem Pun'te ist er deutlich sühlbar, an ten Preisen. Alles ist surchlbar teuer. Das Fleisch kostet 30 bis 40 Franken, Fut und Butter 30 bis 32 Frank.» das Kilo. D:e B-uern sind bei der übrigen Bevölkerung nicht beliebt; sie nutzen den vor­handenen Geidüdeifluß aus und halten bie Preise der Lebensrnittel in übertriebener Höhe. Ebenso wie b;e Bauern sind auch die Kriegsipekulanten unb-liebt. Die Deutschen verboten je.cn Spekulatwnshandel an der Warenbörse, cb.r dir belgische Kriegshanvelsfiand haßt diese Bestimmung und umgeht sie bei jeder Gelegenheit. Die arme Berotterung Belgiens leidet natürlich schwer unter dem Druck des Krieges; jedoch bedeuten die ame­rikanischen ^ebenemituljmi-ungen eine gute Hilse; sie werden durch bie^ belgischen Hilstsauschüsse ohne jede Vermittlung der Deurschen verteilt. Die Arbetter- verbringungen haben ausgihört, und auch die Arbeiter haben von dem allgemeinen Geldreichtum Vorteil."

ioiiiia r' tiuüiiuttÄti.

SHtüchrer», om-. August 1918.

* Die dritte KricgcvolkSakademie des Rhein- Mainischen Verbandes sur " c f£l urg hat am Sonntag ihre Ardeuen mit einem BegrußungSabend in der scstlich geschmückten Turnhalle begonnen. Herr Psarrer Kurut aus Höchst a. M-, Vegrüßre als 1. Vor­sitzender des Berbanoes die anen und neuen Freunde be. Voit-akademle und legte in kurzen Ausführungen die Ziele der ätriegs Votrsokaom e dar. Wichliger noch und oedeutungsvo^cr als in ruhigen Zellen ip die Arbeit der Atad.mll 'ehr geworden. Darum mug ie Mtttel- punk a^er L.wrtthunger der Krieg stehen, tr m ge- wcür.ge Aufgaben auch die kcasrvaac Musroett der Heurkrüger" fordern. Und wenn wir uns kam selten, waS b.erer Krieg T-t un^r gm^i deru che- a. a.:-lli-en decriurt, so werde» wir ihn auch als dcm'chr Frauen und Banner mchr janunernb und groaend, stillern dankend nnb fähleus mu crirben in dcm Blwvßffe.n, baß wir als Glieder eines große^

'ürchtete f.: ?:e Siemens der Prrwmz Po e» hing sich schwer an die Zu'e der Därile. Nur r. Mam hatte» sie sich be:.'. zähen Teig en:- märn. Ab-r \s::^ Nalliu- c :i mußt» trotzt i intus au: sich acht gehen, daß das Jauchze» seines Herzens nicht onenbar wurde.

Jeder Schritt oorwärtS ein Kainp- mit den Kot- und Wanermasieu, aber doch auch ein Näherrücken zu ihr ein Wort aus dem Liede:

Wenn Du wiederkommst, bill Du pteiiL*

So war es gekommen, daß der befcheidsue, ewig abseits stehende N.illiugeu wie ein Sieger einzog.

Erst am 'Abend nörte er von Bibra, daß Marie Litise auf unbestimmte Zeit verreist sei. Erhellte es ihm nicht glauben wollen. Vielmehr irgendeine lieber» raschnng von' feiten der Geliebten hinter dieser Mit­teilung nermutet. Sonst würde sie ihm doch eine Zeile der Aufklärung geschrieben haben. Ja, das hätte sie nad) der Verheißung und dem Abschied tun müssen, wenn sie keine herzlose Kokette war. Er schämte sich sofort dieses Gedankens.

Marie Luise und kokett seltsamer Widerspruch.

Und er blieb weiter in dem durchnäßten Zeug und zermarterte sich um die Lomng dieses Rätsels baS Hiru. Stuudenlaug. Der Bursche haue den Tee gebracht nnb ohne Auftrag eine Flasche Rum besorgt. Von neuem an das Umziehen zu erinnern wagte er nicht mehr recht. Der Tee war aber wieder kalt geworben. Rastingeu hatte ihn vergessen tote a es andere, was nicht mit der Geliebtenrsamiiiaihliw. Ganz spät, a<g;:i 11 Uhr, brächte der Vur-che des CoeSteu einge» h w jies vicl-Itcheu do:: Ruth Regenlleül. Sobald diese nowlich von ihrem VeUod:-., erfahren haue, wie RUN -mu durch Marie Lnoes AerN'eu, nied-rgedrückt erschiene, hatte sie es in selbständiger Heu llrchkcit ver­sagt. Es war so kurz und eillhielt eigentlich nichts i : bereS, als waS er bereits wüste Aber der.starre Druck wich darüber doch von seiner Seele, $3 war ja eine H--» nung darin. 229,18*