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her deren Raum (5 pfg.
69. Jahrgang.
M A4 Samstag, den 13. Juli * 1918-
Tgb. Nr. 823 d G II.
Betr. Altkleiderabgade.
Am 18. Juli d. Js. läuft die grill der freiwilligen Kleiderabgabe ab. Ich ersuche alle Kceisinsaffen, die in lobenswerter Weise einen Anzug zu diesem kriegswichtigen und sozialen Zwecke bereitgestellt haben, diesen bis zum 18. Juli d. Js an unsere Sammelstelen in gebrauchsfähigem Zustande abzuliefern.
Die Auflaie von 356 Anzügen muß vom Kcets restlos aufgebracht werden. Ich richte daher nochmals an b;e wirtschaftlich besser gestellten Bewohner des Kreises die Bitte, durch freiwillige Abgabe eines Anzugs sich an der Sammlung zu beteiligen* damit ich nicht in die Lage komme, durch strengere Maßnahmen der Forderung der R. B. Str. gerecht zu werden
Schlüchtern, den 6. Juli 1918.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes. J 3.: Hebel.
J.-Nr. 8072. Der Domänenpächter Herm nn Morggraf in Hundsrück ist zum stellvertretenden Gutsvorsteher des Gutsbezirks Hundsrück bestellt und verpflichtet worden.
Schlüchtern, den 8 Juli 1918.
Der Königliche Landrat. I. V.: Hebel.
J.Nr. 8286. Auf Grund des § 9 Absatz H der Bekanntmachung der Kreisstelle für Obst und Gemüse für Untersranken vom 20. 6. 18, St. A. Nr. 145 II. Jl. ist das gewerbsmäßige Sammeln von Waldfrüchten im Amtsbezirk Brückenau für nicht im Amtsbezirk Ansässige verboten und die Gendarmerie angewiesen, etwaige Straffällige anzu- zeigen.
Schlüchtern, den 10. Juli 1918.
Der Königliche Landrat. I. V.: Schultheis.
pflichtet bei Bedenken über die Richtigkeit der Angaben, die Richtigkeit der Angaben stichprobenweise nachzuprüfen.
Schlüchtern, den 9. Juli 1918.
Der Borsitzmde des Kreisausschuffes. J. V.: Hebel.
Für den Verkehr mit Frühgemüse und Frühobst fhb von der y^trfs stelle für Gemüse und Obst in Caffel mit Zustimmung der Retchsstelle für Gemüse und Obst in Berlin folgende Erzeugerpreise ifnb von dem Kreisausschuffe nach Anhörung der PretSprüfungSstelle des Kreises die bei» g< setzten Groß und Kleinhandelspreise festgesetzt worden:
Tgb. Nr. HO K. G. II.
Betr. Hezogsscheinausfertigung
Nach Brkanntmachung der R. B. St. vom 15. Juni d. Js. dürfen Bezuzsschein-PrSmnaS und Aussertigungs stellen Bezugsscheine «uf Bettwäsche ob« fü ihre Herstellung bestimmte Stoffe sowie auf Matratzeudrell nur für Kranke geg-n ärmliche Bescheinigung, für Wöchner- inneu und Säu > ' gegen eine Bescheinigung des
Arztes oder Hebamme e. teilen. Sonstige Antragsteller sind auf bezugsscheinfreie Po'iergarnerzeugniffe »u verweisen. Nach Bekanntmachn.g der R. B. St. vom 26. Juni b. I. sind die Bezuasschein-Prüfungs- und Ausfertigungsstellen verpflichtet, von den die Erteilung eines Be-ugsscheins Beantragenden — ausgenommen bei Vorlegung einer Abgabe- bescheinigung - schriftliche Bestandsverstcherung zu fordern Die Bezugsschein-AuSfertigungsbehörden sind ver
je Pfund
Erzeuger ®^
Kleinhandels
Höchstpreise
Frühgemüse
Plg-
Pfg.
Pfg.
Erb'en
Möhren und längliche Karotten, mit
40
44
49
mit bis zu 15 cm langem Kraut
23
25
29
ohne Kraut
33
36
41
Kohlrabi
35
39
45
yruüiDciptogi
Frühwirssng
25
28
32
Ftühzwicbeln mit Kraut
30
83
37.
Mairüben ohne Kraut
12
13
15
Spinat
30
33
38
Grüne Bohnen
40
44
49
Wachs- und Perlbohnen
50
55
63
Puffbohnen
25
21
32
Frühobst
Kirschen, süße 1. Wahl
45
50
59
Kirschen, süße 2. Wahl
35
39
45
Johannisbeeren, weiße und rote
40
44
49
Johannisbeeren, schwarze
50
55
63
Stachelbeeren,
40
44
49
Erdbeeren 1. Wahl
Erdbeeren 2. Wahl
120
132
152
75
83
96
Himbeeren, äußert. unbesch. Früchte
in flachen Schnaken
80
88
101
alle übrigen
50
55
63
Heidelbeeren
40
44
49
Die <,erorbnnng tritt am 1. Juli 1918 in Kraft.
Die Ucberschreituog dieser Höchstpreise wird
mit He-
fängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe 1000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft.
bis zu
Schlüchtern, 9. Juli 1918.
Der Vorsitzende des KreisgusschusseS.
A. III. 3653 a. Es ist zu meiner Kenntnis gelangt, daß in manchen Abdeckereien das Fleisch der Tierkadaver noch zu langen Streifen (Flechsen) geschnitten wird Die
12383/2733.
■5792/28275.
g von Arbeitskräften aus htigen Betrieben.
§ 9 b des Gesetzes über den m 4. Juni 1851 in der Fassung t 11. Dezember 1915 bestimmen eretdj des 18. Armeekorps und iatnz:
Arbeiter und Angestellte, die in r oder Betrieben in ungekündigter b und den Wunsch, diese zu ver- nkeunen gegeben haben, unmittel- iftlich oder mündlich heranzutreten, dieser Stellungen mit oder ohne
werden mit Gefängnis bis l Vorliegen mildernder Umstände Geldstrafe bis zu 1500 Mark be^
Anwerbung von Arbeitskräften
>er Presse getroffenen Bestimm- ese Verordnung nicht berührt.
> stellvertretenden Generalkomman»
116 — IU b Nr. 21765,6721 s Gouvernement Mainz vom Pol. Nr. 34222/13913 — wer»
n 15. 6. 1918.
Sicllv. Generalkommando.
6. 1918.
ernement der Festung Mainz.
MM^—
nk, Dozent am Orientalischen ■ Verlincr Universität.
Beginn der neunziger Jahre des
, als die Bevölkerung Deutsch- g Millionen Köpfe angewachsen berschiebung von der Landwirt- stattgefunden hatte, war die nicht mehr imstande, die Sie«
Rist der steigenden Industrie- wachsen der Bövölkerung war glänzenden Aufschwungs seiner cn, landwirtschaftliche Erzeugnisse , in steigenden Mengen einzu- sich diese Einfuhr auf 4,7
Viertel des Gelamtbedarfs, ievölkerung verteilt, ergab dies moon entfielen 60 v. H. auf die nur in tropischen Gebieten cn. Das zeugt am deutlichsten, iandwirtschaft auf die Kolonien
»-ssazMB «»^s^s-M»».'»t^»^»«?S»
l'ch mocheu kannst, hast Du be» eines Vaters Schuld getilgt." )t schwieg. Ihre Sterneuaugeu ter Verheißung, und ihr feuchter .bürstete Erde hin.
lag vor seinem Gott und rang rz mit solcher Liebe zu ihm er»
»nd^ zusämmeuhaugloS diese Worte gesprochen siuvr Er weiß es nicht.
Sie antwortet ihm plötzlich in leichtem Nuterhal- tuugston mit einem gänzlich veränderten Gesichtsaus- drvä: „Voraussichtlich — ja —“
Sonderbar. Er empfindet das heute nicht mehr als Härte.
Das Brautpaar kommt hinter den grünen Efeublätteru hervor. Das Gespräch wird allgemein. Rastingen meint, daß er sich nun wieder völlig in der Gewalt habe. Aber « behält ihre Hand beim Abschied doch einen Herz- schlag länger in der seinen, als es eigentlich nötig gewesen wäre.
, Darum erhebt sich auch, ein wenig später, die Nacht mit tausend Borwürfen gegen ihn, als er von seinem teuftet auS in sie hinausstarrt.
_ „Du hast keinen Charakter," spricht ihr dunkler Mund. „Warum trinkst Du von dem Gift ihrer Gegen- wart?"
Er bäumt sich dagegen auf. Sein Inneres ist in wildem Aufruhr.
„ Ist es nicht Wahnsinn, datz^p sie meiden soll? Um dn« .HA» .:.. -..K.___„„(AM U.u s
^le vingn, IN oem ausreioenoeuZeitlupe znupnen LVMMP und Pflicht endlich doch zu unterliegen, drängt ihm noch weitere Fragen auf. Sie sollen ihm zeigen, daß es unnütz ist, sich durch solche Gedanken zu entnerven.
Weiß er denn überhaupt, ob sie ihn jemals wieder li"ben könnte? Ob die Ahnung, die heute in sein Herz kam, überhaupt zu Recht besteht? Und wenn sie's täte, ob sie darüber hinauskäme?
Uud wenn nicht — was dann?
Noch einmal schlängelt sich der Weg an ihm vor« bei, den er zuerst mit Verachtung abwies.
Wenn er doch nach ihrem Herzen griff, ohne ihr von jener Stunde zu sagen — sie erobernd, wie jeder, dessen Hand und Herz rein und stark genug dazu ist?
Wäre das ein Unrecht? Kein Unrecht mehr, sobald er inne geworden, daß ihre Liebe der seinen gliche.
'Aber eine Feigheit, solange ihm diese Gewißheit fehlt. Ein Abwälzen jeder Verantwortung, eine schreiende Untreue dem Toten gegenüber — aber auch nur solange.
Nach der seligen Gelvißheit stand seinem Schwur eine beiliae Offenbarung gegenüber, . ., .^ ^
6. Kapitel.
Lehm des Boldrowoer Roggen- - Mähmaschine. Strich siir Strich lerunter. Ihre roten Arme hob nach rechts auf die kurzen Stop- egonnenen Reihen hinüber. Dort ls habe eine sorgsame Hand sie aufeinander geunichtel. Es gab keine schweren, geneigten Aehren in diesem Jahr. Lang und schnial frönten sie die Spitze des Strohs und wogen in der Hand des Berivalters Matuschek, der soeben ein paar sorgenvoll zwischen den Fingern zerrieb, federleicht.
Iadwiga stand neben ihm und sah neugierig auf die Körner herab, die dürr und weißlich heransquollen. Die Vesperstnude war nahe, und sie brächte um diese Zeit regelmäßig dem Vater den Nachmittagskaffee auf das Feld.
„Aus der letzten Aehre sind vierzehn gekommen, Vater, ich habe sie richtig gezählt," sagte sie von dem Wunsch beseelt, zu trösten. Das Verständnis ihres Vaters und seine Erfahrung aber war unbestechlich.
„Ulld alle vierzehn werden noch keine Unze Mehl geben, Iadwiga. Das kannst Du glauben. Manch einer wird in diesem Jahr seine Not haben, daß er genügend Brotkoru für die Leute ranLklopsi. Die neue Aussaat werkten wir wohl alle kaufen müssen. Es wird ein schweres Jahr, mein Kind." /
„Es hat aber schon schwerere hier gegeben, glaube ich, Vater I"
^ .. »Was weißt Du davon?" 229,18*