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mit Amtlichem Kreisblatt"

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Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,80 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zelle oder deren Raum jS pfg.

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Mittwoch, den 3. Juli 1918.

69. Jahrgang.

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Aus dem Reichstage.

Das Echo der letzten Rede des Staatssekretärs Oon Kühlmann war stark und von mißverständlichen Auffassungen durchsetzt. Das war wohl hauptsächlich >n Grund, aus dem der Reichskanzler Graf Hertling u der nächsten Sitzung des Reichstags selbst das Wort ergriff. Er wollte der Rede des Staatssekretärs etwa wtc eine authentische Interpretation geben. Vor allem sollte der Reichskanzler feststellen, daß es mißverständ­lich wäre, aus dem zweiten Teil der Ausführungen des Herrn von Kühlmann, wie dies vielfach in den Pressen geschehen war, eine Erl nung unseres mili­tärischen Willens oder eine Erschütterung unserer Sieges- zuocrstcht abzuleiten. In derTat hatte der Staatssekretär auch nur einer allzu optimistischen Auffassung der Lage Mbeugcn wollen und denen entgegentreten wollen, die den Krieg bald beendet sehen und dadurch eine Stim­mung inS Volk tragen, die nicht ungefährlich werden kann, wenn die notwendige Enttäuschung eintritt.

Nach dem Reichskanzler nahm der Staatssekretär zur eigenen Verteidigung das Wort und setzte sich vor ilem mit dem Grafen Westarp auseinander und legte dar, daß der konservative Redner seine Angriffe gegen -Herrn von Kühlmann nur auf eine mißverständliche Auffassung der Rede des Staatssekretärs aufbaue. Unter Verweisung auf den stenographischen T«xt der Rede hob er die Stelle hervor, in der er ausdrücklich unsere Stellung auf den Schlachtfeldern, die ungeheuren Reserven an militärischen Hilfsmitteln und die Lage und die Entschlossenheit im Innern" als die festen Grundlagen unserer Friedensbereitschaft angeführt hatte.

König Wilhelm 2. nur eine mit dem Fürsten zu Wird vermählte Tochter hat, und die anderen Linien zum Teil im Mannesstamm erloschen, zum Teil nicht nach- folgefähig sind, dem württembergischen Thron besteigen. Seine drei Söhne, die Herzoge Philipp Albrecht. Al­brecht Eugen und Karl Alexander, stehen gleichfalls im Felde. Kronprinz Georg von Sachsen steht im 26. Lebensjahre, auch hat er wie seine Braut zwei Brüder und drei Schwestern.

Oberhosprediger D. Dryander. Dem rang- höchsten Geistlichen der evangelischen Landeskirche Preußens, seinem ersten Hosprediger Dr. Dryander, der bald in sein 80. Lebensjahr hineingehen wird, hat der Kaiser anläßlich seines 30jährtgen Regierung»- jubiläums den hohen Orden vom Schwarzen Adler nebst dem en sautoir zu tragenden Großkreuze des Roten Adlerordens mit Eichenlaub verliehen. Verliehen in dankbarer Anerkennung der hervorragenden Ver­dienste, die Exzellenz Dryander sich als langjähriger Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrats um die Leitung der evangelischen Kirche erworben hat, und in warmem Gedenken der treuen Dienste, die er seinem Monarchen als Oberhofprediger und Schloßpfarrer ge­leistet hat. Zum ersten Mal geschieht es damit, daß ein evangelischer Geistlicher durch diese hohen Orden ausgezeichnet wird, und für Exzellenz Dryander bedeuten sie die äußere Krönung eines auch durch viel äußere Ehren gesegneten Lebens. Eines Lebens im Dienste der evangelischen Kirche, das den heute also Geehrten hindurchführte aus kleinen Anfängen zu großen Zielen infolge seiner glänzenden Beredsamkeit.

lichen Arbeiten unserer U-Boote an seiner Küste an­scheinend sehr bedroht. Es muß zu allerhand grotesken Mitteln greifen, um UankeelandS Sicherheit gegen die furchtbaren Mittelmächte zu schützen. So hat jetzt die Regierung der Vereinigten Staaten nach einer Meldung desJournal des Debats" die Durchführung der Zahlung aller feindlicher Ausländer weiblichen Ge­schlechts von über vierzehn Jahren angeordnet. Die Frauen müssen sich persönlich bei den Polizeibehörden ihres Wohnorte» melden, die Fingerabdrücke von ihnen nehmen. Mutige Amerikaner! Wie trefflich arbeitet die Polizei im Lande der Freiheit! Diese Registraturen mit den Fingerabdrückenfeindlicher Ausländer weib­lichen Geschlechts" werden kommende Geschlechter mit unverhohlenem Lachen betrachten, wenn nicht mit Verachtung.

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darauf, duß die Gegner durch ihr Verhalten jeden Weg. der zum Frieden führen könnte, verrammeln, und daß sie deswegen, wie die Erfahrung zeigte, gezwungen werden müssen, in Verhandlungen einzurreten. So nur habe er gemeint, daß die Waffen allein nicht die Ent­scheidung bringen könnten, sondern ergänzt werden Mühlen durch Verhandlungen. .

Sodann hielt, ortsch i-rler D. Naumann eine Rede in der er Kuhlmanns Ansicht dahin erläuterte, daß 'neben den Waffen das große Spiel der Geister zu ihn habe. Sehr scharf polemisiert' sodann der Raliona-iderale Stcesemann gegen den Sraalssekcelär von Kühlmann und meinte, solche Reden böten dem deutschen Volke Steine statt Brot. Der Deutsche ver­traue auf Hindenourg, der gesagt habe:-schwer ist die Zeit, aber der Sieg ist sicher!" Stresemann verlangt energisch eine Reform des Auswärtigen AmteS.

D r nächste Tag gab dem Staatssekretär des ReichsamtS des Innern Wallraf Gelegenheit, auf eine Rede des Elsäffers Haub zu antworten, in der ver­schiedene Klagen aus den Reichsranden vorgetragen wurden. Exzellenz Wallraf gab vor allem jubebentm daß Elsaß-Lochr ngen im Augenblick noch ein Kampf- objekt des Feindes sei. Sodann berührte der Staats­sekretär die Flamenlrage und beschäftigte sich mit der militärischen Verwaltung in Kurland und Livland

1 Eine Neuordnung der Dinge stehe da bevor. Graf Posadowsky streifte sodann nochmals Kuhlmanns Rede

1 und meinte, England sei und bleibe der Anstifter des Weltkr'egeS. Bedauerlich sei, daß der D-rmche nicht schärfer und prompter auf die feindlichen Ver- i leumdungen reagiere. Graf Westarp setzte sich dem Sozialdemokraten Nosk. auseinander und der Abge­ordnete Scheidemann erörterte das Kriegsprogramm

191 454 Gefangene, 9476 Geschütze unb 15 024 Maschinengewehre.

@ioycS Hauptquartier, 1. Juli. (W B-Amtl ) Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Gef.chlStätigkeit lebte am Abend an vielen Stillen der Front auf. Lebhafte ErkundungSt^lgkett hielt an. Englische Teilangliffe nördlich von Albert wurden abzcwicsen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Aisne und Marne rege Tätigkeit des Feindes Mehrfach stieß Infanterie zu starten E kundungen vor. Bei und südlich von St. PienEigle griff der Franzose gegen Mittag nach heftiger ^euer Vorbereitung an. Er wurde abgewiefen. Ebenso scheiterten hier nächtliche Vorstöße, des FemdeS.

Leutnant Leowenhart errang seinen ,Luftsteg.

Nach Abschluß der Prüfung n betragt die Zah ver seit Beginn unserer AngriffSschlachten - 21. 6.1918 bisher über unserer «ammelstellen abgeführten G-sanaenen (ausschließlich der durch die Kiankenansialten Öe£ : l«"54. Davon haben

L Engländer 94 939 Gefangene, darunter vier Generale unb®»« 3100 OifilU«, ble?*/ darunter zwei Generale und etwa 3100 O fiziere, ver loten. Der Rest verteilt sich auf Portugiesen, Belgier

der Sozialdemokraten.

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Deutsches Reich.

Berlin. Wahrscheinlich wird dem Reichstag, bevor er in die Sommerferien geht, auch eine neue Kriegskreditvorlage über 15 Milliarden zugehen, und eS dürfte notwendig sein, angesichts der Unsicherheit über das Ende des Krieges die Legislaturperiode des Reichstags um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Verlobung des sächsischen Thronfolgers. Kronprinz Georg von Sachsen verlobte sich mit der Herzogin Marie Amalie von Württemberg, einer Tochter des verwitweten HerzogS Albrecht. Die am 1s>. Aug-til 1897 in Gmunden geborene Herzogin Marie Amalie ist das vierte der sechs Kindei, die älteste der drei Töchter des als Führer einer Heeresgruppe im Felde rühmlichst bekannt gewordenen HerzogS Albrecht von Würtemberg und seiner schon im Jahre 1902 verstorbenen Gattin, der Erzherzogin Magareta Sophia von Oesterreich. Herzog Albrecht ist das Haupt der fünften herzoglichen (katholischen) Linie des schwäbischen KönigShauses, deren Mitglieder das Prädikat Königliche Hoheit führen, und wird dereinst, da der jetzt regierende

und Amerikaner «

Von den Schlachtfeldern wurden bisher 2470 Ge schütze und 15024 Maschinengewehre in die Beute sammcln-llen^zurü^ Ludendorff.

EineEismeerrepublik".

An der Nordgrenze Finnlands steht, wie der Neuen Züricher Zeitung" zu entnehmen ist, d e Gründung einer neuen selbständigen Republik bevor, d e den Namen Eisme rcpublik tragen und mit der Kolahalbinsel vereinigt werden soll. Das Blatt fügt hinzu, daß England dabei die Hand im Spiel zu haben scheine, da es schon im voraus erklärt habe, die Republik a. erkennen zu wollen, wenn sie ein Wirtschaft» bündi is mit England schließe und England d.e Ve^ teidiauna zu Land und Wasser überlasse. Auch soll England nichts gegeneinenAnschlußderReMblik an Großrußland einzuwenden haben. Wie die Nordd sch. Allg. Ztg. hierzu erfährt, dürfte die Meldung Schweizer Blattes im großen ganzen richtig sein. Wahrscheinlich wird diese neue Republik auf Grund des9 SeldstbestimmungSrechtS der Völker, so wie es England für seine egoistischen Ziele °uS egt, daS Licht der Welt erblicken, nachdem England eine Schar von Parteigängern als Vertriter ihres Volke» ausgestellt und anerkannt $ hat, damit sie die Errichtung der neuen Republik beschließen.

Die augftgepettscheu Yankees

Amerika fühlt sich seit dem Auftauchen und gründ-

Lokales und KrmnuneLes.

Schlüchteru, den 2. Juli 1918.

* Dem Feldwebel Leutnant Lecher von hier wurde das Abzeichen für Venvundete vor dem Feinde verliehen.

* Auf das in heutiger Nummer veröffentlichte Inserat von der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. (betreffend Neueinlegung von Zügen) machen wir unsere Leser besonders aufmerksaUi

* (Musikalischer Abend im Kurh aus Soden). Am Sonntag, den 7. Juli abends 7,6 Uhr sindet im Kur- Her n Prof. Brückners Ruf als e.ner der h-^orrag^bD sten Celluvirtuosen ist festbegründet. Glänzende Techm und eine ungemeine Wärme deS VortragS zeichnen fein Solei in gleicher Weise aus, Eigenschaften, d.e ihm selbst auf seinen Konzertreisen reiche Anerkennung und mannigfache Auszeichnungen brachten. Herr ©elfe« Wnikel wird diesmal, vielfach geäußerten Wünschen ent­sprechend, u. a. Partien aus Wagner Opern oorteagen. Auch die Klaviervorträge der Pianisten Walther Fischer bereits vom letzten Konzert vorteilhaft bekannt, dursten erhöhter Interesse beanspruchen. Der Beginn d^Kon- »-rtes ist so festaesetzt, daß den Besuchern sowohl zur Hin- wie Rückfahrt Bahnbenutzung ermöchlicht ist. (Nähe­res im Inseratenteil unserer nächsten Ausgabe.

_* Der christlich-nationale Zentralverband der Forst-, Land- und W-inb-rgSarbeiter Dmtschlands be­müht sich seit Jahren mit großem Erfolg, für die ländliche Arbeiterschaft gesunde Rechtsverhältnisse und ausreichende Löhne zu erreichen. Mck besonderem Cr« fola ist dies bisher für die Waldarbeiter geschehen..

i/i4 Uhr spricht nun der «auptoorirtzende dteies Ver­bandes Herr ReichStagSabzeordneter Franz B-h-enS in einer öffentlichen Versammlung im saale des Hotel Stern in Schlüchtern und ist der Besuch dieser Ler- f"Tn?ÄÄ^ V für diejenigen Orte, in denen sich höhere schulen be­finden, wie9 Cassel, Sschwege, Frankenberg, Fntz ar, Gelnhausen, Hanau, Hersfeld, Hofgeismar, L°mberg, Marburg, Messungen, Rinteln, Rotenburg, ^chmalkal- den und'Schlüchtern, die Sommerfnren wie folgr fest, aesetzt' Schluß des Schulunterrichts: ü«lta^ den 19 % »fang des Schulunterrichts: Mittwoch, den 21 Augu? In den übrigen Orten des Regierung-- bezirks Cassel ist,die Lage und Dauer der ^°mm-r- und cserhflferien. wofür insgesamt 41 Tage übrig oieioen, ®n»m L.°d,Sl« tm »«««*" fett schulinspektoren und nach Anhörung der ^rrs,cyut ^^Ri i-*-«**' ®«Ät» "ran tob""wS°« e<«n"«ng b«

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