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mit Amtlichem Kreisblatt". WochevtzLage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mit ^Areisblatt" vierteljährlich (,8O Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 15 pf8

U 45___Mittwoch, den 5, Juni 1918, SS. Jahrgang.

Aufruf!

Mit tiefer Bewunderung, mit jubelnder Freude vernimmt das deutsche Volk die gewaltigen Taten seiner Besten, liest es die frohe Botschaft von schwerem Kampf und glänzendem Sieg, die unser

Lllbkiläorss

1 mit wuchtigen Worten einträgt in das Buch der Geschichte. Neue Zuversicht und frohe Hoffnung j erfüllt unser aller Herz: es muß gelingen, es wird gelingen! - Und zu der jubelnden Freude, und zu der Bewunderung für unseres herrlichen Heeres unvergleichliche Taten, da gesellt sich der tiefe und herzliche Dank gegenüber denen, die mit ihrem Bit und Leben, nicht achtend Tod und Gefahr, H Feind uiederringen. | i^Bj Wohlan denn, deutsche Männer, deutsche Frauen!

Gebt dem Dank, der Euch im Herzen glüht, sichtbaren Ausdruck, setzt ihn um in die Tat! Opfert frohen Herzens, opfert nach besten Kräften für die

Lu-enösrff-Äpen-e!

Krie gSdichtung.

Zum Licht!

Den Platz an der Sonne den Deutschen zu nehmen, Nur das war der Zweck der geheimen Verbände! Ganz Deutschland entrechtet! Das war das Bestreben. Und damit deS Wettbewerbs rühmloses Ende! Doch was ward erreicht? Und was ist geglückt. Liegt Deutschland zerschmettert, zu Boden gedrückt! Nein! freier als je klingt'S mit stolzem Sinn: Ich freue mich, daß ich ein Deutscher bin!" Ja, deutscher Kraft wird es restlos gelingen, Den deutschen Geist erst zur Geltung zu bringen! Daun möge dereinst an dem. deutschen Wesen

Die Welt noch genesen!

Ferd. Hartmann.

Die zweite Marneschlacht.

Unsere Westerfolge sind als beispiellose zu bezeichnen. Was wir den Gegnern in monatelangen Kämpfen unter dem Doppeldruck der beiden Großfronten über­lasten haben, haben wir in ebensoviel Tagen wieder erobert. Ueberraschend, denn der Feind ist nicht langsam zurückgewichen, sondern hat in panikartiger Flucht das Hasenpanier ergriffen. Das beweist die große, bis jetzt noch unübersehbare Beute, unter der sich Sachen be­finden, die nur ein kopflos fliehendes Heer dem Feinde iiberläßt. Neben den Geschützen schwersten Kalibers find in den Materiallagern und Stapelplätzen im Besletal außerordentlich wertvolle Vorräte an Munition, Bekleidungsstücken, Hafer, Kerzen, Hartspiritus und anderem Kriegsmaterial in unsere Hände gefallen, mit denen wir manches ergänzen können, an dem wir keinen lleberfluß hatten.

Die Bestürzung über neue Siege ist natürlich am Steten in Paris, das sich aufs neue vor die Gefahr äner Belagerung mit all ihren furchtbaren Schrecken Schellt sieht. Schon wird deshalb in Paris die Frage "wogen, ob die Seinestadt überhaupt als Festung^ver- lkidigt, oder kampflos übergeben werden soll. Der Tiger »lemenceau knirscht natürlich mit den Zähnen ob solchen

Kleinmuts, konnte aber bei seiner letzten Rede doch einige schlecht zu seiner Tigermaske passende Tränen nicht unterdrücken. Die Pariser Blätter werdenkritisch^ und nehmen den eben noch so vergöttert, n Generalissimus Foch unter die Füße.Das Spiel der Reserven", von dem sie erst so entzückt waren, erregt jetzt ihren Zorn, und die weißen Zensurlücken nehmen wieder breiten Raum in der gallischen Preffe ein. Vor allem wird der Fall von Soissons am bitter? en empfunden. Der ganze Erfolg wird der besseren deutschen Führung zu- geschrteben, die man origineller Weise alsprimitiv" bezeichnet.Der Feind will Paris erreichen und Boulogne sowie Calais in die Hand bekommen", schreibt sehr richtig derMatin". Eine neue Marneschlacht sehen die Franzosen sich entwickeln und fürchten mit Recht, daß sie einen andern Ausgang nehmen wird, als die des JahreS 1914 durch Italiens Verrat. Jetzt jammert Paris :Wir müssen den Verrat der Bolschewikt teuer bezahlen." Seinebabel sollte wissen, daß es ganz etwas anderes teuer bezahlt, nämlich den Parvenuehrgeiz der Poincarö und Genossen.

Was der deutsche Sturmsoldat in diesen Tagen ge» leistet hat, ist etwas ganz Einzigartiges, nur zu vergleichen an Größe mit der Leistung seiner Führer, durch die der deutsche Soldat nur da und in dem Augenblick eingesetzt wurde, wo er sein Ziel mit dem möglichst geringsten Verlust zu erreich«! vermochte. Augenzeugen bestätigen, daß die deutschen Verluste beispiellos gering sind. Niemals seit dem Vormarsch 1914 ist ein großer Sieg im Westen mit so geringen Opfern bezahlt worden. Kompagnien, die das furchtbare Bergmassiv gestürmt, zwei Fluhläufe überschritten, schwere und leichte Ge­schütze erobert haben, melden keine Toten und kaum Verwundete. Meilenweit ist längs der Marschstraßen kein deutscher Toter zu erbl den. Der Grund liegt in der Ueberraschung des Feindes und in der geschickten Taktik unserer Truppen.

Unsere Feinde behaupten lügenhaft, sie hätten uns nur deshalb den Krieg erklären müssen, weil sie unsern Militarismus" ausrotten wollten. Daß bei uns nie ein Militarismus bestanden hat, der sich irgendwie von

dem in Frankreich, Rußland oder England herrschenden unterscheidet, beweist schon die einfache Aufstellung der Ausgaben, die jedes Volk für sein Heer vor dem Kriege machte. Da maschierten wir sehr bescheiden hintenan. Jetzt allerdings find wir militarisiert, da es die Not der Zeit so »erlangt. Immer wieder muß es gesagt werden, der friedliebenfle Bürger ist der beste Kämpfer für Heim uud Herd. Das beweisen nnsere Truppen auch wieder in den Westkämpfen dieser Tage und werden es wetter beweisen bis aus Ende dieses durch britisch­gallischen Neid heraufbeschworenen Krieges. Jeder erntet, was er gesät hat, mag auch die Saat oft rascher, oft langsamer zur Frucht gedeihen. Der Deutsche sieht seine Saat mächtig aufsprießen und wird kein Opfer scheuen, sie in die Scheuer zu bringen.

Deutsches Reich.

Die Gaben für die Ludendorff-Spende für die Kriegsbeschädigten, für welche die öffentlichen Sammlungen erst am 1. Juni ds. Js. beginnen, haben schon bisher | die außerordentlich erfreuliche Höhe von 40 Millionen Mark erreicht.

Eine Million Kilogramm Tabak für Deutschland hat soeben die türkische Regierung zur Ausfuhr frei­gegeben. Der Tabak wird hauptsächlich zur Zigaretten- fabrikation verwendet.

Die heimkehrenden Kriegsgefangenen aus Frank­reich. In Ausführung des mit der französischen Re­gierung abgeschlossenen UebereinkommenS werden in der nächsten Zeit große Scharen von Kriegsgefangenen aus Frankreich in die Heimat zurückkehren. Wie wir aus den Schilderungen von früher Heimgekehrten wissen, ist das Los unserer Kriegsgefangenen in Frankreich äußerst hart gewesen. Neben schweren körperlichen Strapazen, neben Entbehrungen und Krankheiten haben unsere Kriegsgefangenen dort auch seelisch unter der Behand­lung seitens ihrer französischen Machthaber zu leiden gehabt. Wenn sie nun heimkehren, ist es Pflicht der Heimat, sie würdig aufzunehmen, sie fühlen zu lassen, daß sie endlich wieder nach jahrelangem Zwang uno