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Jetzt ist er gefallen, die Armee des Kronprinzen hat ihn mit herrlichem Erfolg getan. Der Chemin des Domes, der im Jahre 1917 vielumkämpste Bergrücken, ist in seiner ganzen Ausdehnung erstürmt! Das will etwas heißen! An der Aisne stehen unsere wackeren Truppen im Kampf, find also eine ganze Reihe von Kilometern tief in die feindlichen Stellungslinien ein- gebrochen.

Wahrlich, ein neues Meisterstück deutscher Kriegs­kunst! In breiter Front denn wir wissen aus den alten Kämpfen um den Damenweg, das dieser sich nahezu in einer Breite non 30 Kilometer auf den Höhen nörd­lich der Aisne südlich von Laon hinzieht sind die Truppen unseres deutschen Kronprinzen in altgewohnter Schlagkraft und Frische am Morgen zum Sturm an- getreten und hatten bis jum Abend die Höhen erstürmt, um deren Besitz im letzen Herbst so hart gerungen wurde und deren Gewinn die Franzosen seinerzeit so unendlich viel Blut kostete. Aber nicht genug mit diesem frischen Angriff, der einen neuen Schlag in der Schlachten- folge der deutschen Offensive bedeutet und der unsere Truppen bis nahe an die Gestade der Aisne führte, um denen Besitz jetzt zweifellos bereits gerungen wird, nein, gleichzeitig erhoben auch an allen Fronten der alten Kamvffelder die dentschen Kanonen erneut ihre Stimme, um dem Gegner, der verblüfft und erstaunt nach der Aisne blickt, es zu verkünden:Wir sind auch noch da!" Wer weiß, was an diesen Fronten die nächsten Tage bringen werden.

Gab es in diesen Wochen nicht manche Deutsche, die nicht recht zufrieden waren mit dem Kampfe im Westen, die die Köpfe hängen ließen und nicht begreifen konnten, warum denn Amiens, Hauzebrock und Dpern noch nicht genommen seien ? Geht ihnen jetzt das Ver­ständnis dafür auf, daß diesePause" nötig wur? Wenn Ueberraschungen, wie die am Dammweg, glücken sollen, so bedürfen sie gründlicher Vorbereitung, der Bereitstellung ungezählter Geschütze und zahlreicher Truppen. Das aber angesichts eines Gegners auszu- führen, der dauernd mit seiner Fliegerüberlegenheit prahlt, und so vorzubereiten, daß der durchschlagende Erfolg so sicher ist, wie er dem deutschen Kronprinzen auch diesmal war, als er am 27, vormittags seinen Truppen den Befehl zum Vorgehen gab, erfordert Zeit und stille, ernste Arbeit. Aus der Gründlichkeit dieser Vorbereitungen des neuen deutschen Angriffs erkärt sich wohl die Länge der Pause. Großes haben unsere Truppen und unsere herrliche Führung wieder einmal geleistet, Größeres aber als diesen Anfangserfolg werden uns gewiß die nächsten Tage bringen.

Demnächst

Amerika hat sich angewöhnt, seine Hilfe in recht allgemein gehaltenen unverbindlichen Worten zu ver. sprechen. Italien wimmert nach amerikanischer Htlfer Nach einer Reutermeldung aus Washington teilt den amerikanische Kriegsminister Baker den Italienern nur mit, daß demnächst amerikanische Truppen nach des ikallen-'chen ieront geben werden. Demnäch't! Wa- heißt demnächst ? Mit Dankeeell^ gemessen, kann das eine recht lange Zeit sein.

Lokales und Provinsieiles.

Schlächter«, 31. Mai 1918.

* Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt der Kanonier Wilhelm Kohlhepp Sohn des verft. Metzgers Leonhard Kohlhepp von hier, für hervorragende Tapfer­keit in den schweren Kämpfen im Westen.

* Aussicht auf eine reiche Bucheckernernte. Die Buchen stehen allenthalben in vollem Blütenschmuck und

tragen selche Mengen Blüten und Fruchtansätze, wie seit vielen Jahren zuvor nicht. Das find verheißungs­volle Vorboten für eine große und gute Bucheckernernte, die ganz erheblich dazu beitragen wird, unseren Oel- und Fettmangel zu beheben.

* Höchstpreise für Gänse. Nach einer sofort in Kraft getretenen Bekanntmachung des Kriegsernährungs- amtes dürfen lebende Gänse nur nach Stückzahl ver­kauft werden. Beim Verkauf durch den Züchter oder Mäster darf der Preis für eine Gans ab Stall, die im Mai geliefert wird, 12 Mark, im Juni 14 Mk., im Juli 16 Mk., im August 17 Mk., und nach dem 31. August 1819 Mk. nicht überstetgen. Beim Weiter­verkauf ist ein Aufschlag bis zu 3 Mk. für sämtliche Aufwendungen gestattet. Der Preis für 1 Pfd. ge­schlachtete Gänse darf beim Verkauf durch d.n Züchter oder Mäster an den Händler frei Versandstation 3,50 Mk. und an den Verbraucher 4 Mk., beim Verkauf durch den Händler an den Kleinhändler frei Lager oder Laden des Empfängers 4 Mk, und an Verbraucher 4,50 Mark nicht überstetgen.

Hk. Zahlungsverkehr mit Rumänien, Finnland, Rußland und der Ukraine. Nach den Friedensverträgen ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß zwischen Deutschland und diesen Ländern in einiger Zeit der allgemeine Zahlungsverkehr allmählich wieder in Gang kommen wird. Die beteiligten Kreise werden, um Vor­stöße und etwaige Strafverfolgung zu verhüten, aus­drücklich darauf hingewiesen, daß auch für den Verkehr mit den uns bisher feindlichen Ländern die 7 evtseord- nung vom 8. Februar 1917 (R.G.Bl. S. 105) ebenso zur Anwendung zu kommen hat, wie für neutrale und verbündete Länder.

* Seidenroth. (Kreis Schlüchtern.) Dem Musketier Schmidt von hier, beim I. Magdeburgtschen Jnf. Reg. Nr. 26 wurde wegen steter Tapferkeit in der Wytschaede- und Ppern-Schlacht das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

* Elm Dem Herrn Gendarmerie-Wachtmeister Meister von hier ist-das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden.

* Höf°Heid. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch wurde bei dem Bahnarbeiter Eduard Seng im Kauz ein Einbruchdiebstahl zur Ausführung gebracht. Die Diebe entwendeten u. a. zwei Laib Brot, etwas Butter, und 1. Topf Dickmilch. Man ist den Tätern auf der Spur.

* Soden Stolzenberg Dem Stadtverordneten Herrn Joh. Nix dahier ist in Anerkennung der bei Wiederergreisung entflohenen Kriegsgefangener bewiesenen Umsicht, durch das Stellv. Generalkommando Frank furt als Belohnung eine Ehrenurkunde verliehen worden. Dem pensionierten Bahnwärter Otto Henrich und Ehefrau Apollonia geb. Gaul dahier, wurde aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit die Jubiläumsmedaille verliehen.

* Flieden Unsere Bemerkung in Nr. 40. dieses Blattes, daß im Pfarrhaus zu Flieden bei einem Ein- bruchsdiebstahl u. a. auch einige Flaschen Cognac ge­stohlen worden seien! beruht infolge falscher Berichter­stattung unsers dortigen Correspondenten auf einem Irrtum. Es ist wohl versucht worden, in das Pfarr­haus einzubrechen, allein der Versuch ist gescheitert an den starken Eisenstäben, mit denen die Kellerfenster versehen sind.

* Flieden. Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe wurde dem Herrn Gendarmerie Wachtmeister Müller dahier durch den Oberwachtmeister in Fulda überreicht. Herr Müller entstammt dem benachbarten Bellnigs und hat sich mit größter Aufopferung den vielen Arbeiten, die der Krieg dem Wachtmeisterstande auferlegt, unterzogen.

Wir dürfen ihm daher zu der wohlverdienten, Auszeich­nung gratulieren.

* Fulda. Die Rote Kreuz-Medaille 3. Klaffe wurden verliehen ^rau Max Eickenscheidt, Superintendent Ruhi und Fräulein Joscphine Schneider.

* Frankfurt a. M. Der Gasthof9^ Schwan", wo im Jahre 1871 der deutsch-französisch, Friede unterzeichnet wurde, wird In ein moderner Ge­schäftshaus umgewandelt; das historischeFriedens- zimmer" soll jedoch erhalten bleiben.

* Aschaffenburg. Die aus Böhmen bezw. Ameril, cingewandcrie Bisamratte tritt jetzt auch in Bayern in immer größerer Zahl auf und richtet unter den Fischbeständen zunehmenden Schaden an. Im Jahr, 1917 wurden bereits für abgelieferte tote oder lebende Ratten 3262 Mk. Prämien, im ersten Vierteljahr diese; Jahres schon 1200 ausgezahlt. 14 staatlich angestellte Rattenfänger sind in der Operpfalz und in Niederbayern ständig in der Vertilgung des gefährlichen Tieres tätig trotzdem breitet sich der Nager Immer weiter aus. den letzten Tagen wurde er bereits bei Dickertshofen Mittelfranken angetroffen.

Kriegsdichtung."

Deutschlands Weltberuf.

Singweise: Ich bin ein Preuße . . . Heil unsrer Heimat! Heil dem Vaterlande! Heil unserm Volke in Europas Kern I Heil unserm Siedler bis zum Südseestrande! Heil unsrer Muttersprache, nah und fern!

Ihr Enkel der Teutonen

In allen Himmelszonen

Reicht euch die Hand, stimmt in den Ruf mit ein: Wir wollen Deutsche, echte Deutsche sein!

Am Werk der Ahnen laßt uns weiter bauen In Einigkeit und froher Zuversicht, Des Kaisers Blick und Gottes Gunst vertrauen, Dem Wellberuf der deutschen Kraft und Pflicht!

Kein Unverstand verderbe

Uns

Wir

Mit

Das Hohenzollernerbe 1 blende nicht ein fremder Flitterfchein! wollen Deutsche, echte Deutsche sein! allen Völkern möchten wir verkehren, Des Nachbars Freund und Frtedenshüter sein! Doch wenn es gilt, uns unsrer Haut zu wehren, Da schlagen wir mit deutscher Keule drein!

Und kracht's an allen Ecken, Kein Weltkrieg kann uns schrecken!

Wir bleiben treu bis in den Tod hinein! Wir wollen Deutsche, echte Deutsche sein!

Georg Lontag.

Kirchlicher Anzeiger für Kchlitchtern.

Evangelische Gemeinde:

Sonntag, den 2. Juni 1918.

Vorm. 10 Uhr: Herr Superintendent Orth.

(Hundertjahrfeier der Hanauer Union.) anschließend u.ytiflertle§re der konfirmierten Knaben. Abends 8 Uhr Kriegsbetstunde, Herr Pfarrer Rollmann Wochendienst: Herr Superintendent Orth.

Katholische Gemeinde.

Sonntag den 2. Juni 1918.

Vormittags 10 Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt.

Darauf feierliche Fronleichnamsprozession.

Nachm. 2 Uhr Vesper mit Segen.

Herr Kaplan Ramb.

Für sofortigen Eintritt wird eine grössere Anzahl Arbeiter & Arbeiterinnen gesucht»

Cartonnagenindustrie Wächtersbach.

Krleger-Verelo Schlüchtern.

Der Vorstand des Heimatbundes

EmmW Steingut

Donnerstag, den 6. Juni, I V I ^^ M I

Donnerstag, den 6. Juni, nachmittags 6 Uhr

Nutz- und Brennholz Nerklmf. Mourag, den 3. Zum 1918 von vorm 9 Uhr ab wird im Gasthausz u m Löwen" hier das im Stadtwald Schlüch- lern Distrikt 1 b Neidhof, 8 b Acisbrunnen, 11 a Deschenseld, 12 b Eich, holz, 15 a Delchenfeld, 16 a Kuchenrain, 19 Lhlrein, 22 a Dreimärker, 23 Bellings, 36a Stangen, 38a, 39a und 39b Heidekopf lagernde Nutz- und Brennholz öffentlich versteigert werden und zwar:

a) Nutzholz.

9 Eichenstämme mit 1,65 Jestm.

6 Fichienslämme mit 1,63

50 Rm. Kiefernnutzrollen 2 m lang b) Brennholz.

! Rm. Eichenscheit,

! Eichentnüppel, Buckenscheit, Buchenstammknüppel, Buchenreiser 3. Kl,

2

22

49

136

420

170

3

8

30

50

41 " Stockhi-lzl

Die Bedingungen sterben im Termin bekannt gegeben.

Beim Brennholzverkauf find Händler und auswärtige Bieter ausgeschlossen.

Bei Barzahlung des Holzgeldes innerhalb 14 Tagen nach dem

Verkausstermin werden 2°/o Skonto gewährt. Der im Termin an-

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Buchenreiser 4. Kl., Aspenschett, Aspenstammknüppel, Nadelholz-Scheit Anbruch, Nadelholz-Stammknüppel,

wesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen.

Schlüchtern, bett 27. Mai 1918.

Der Magistrat: Stückrath.

ladet den Kriegcrverein Schläch­tern zu dem am 2. Juni statt findenden Vortrag freundlichst ein.

Die Mitglieder werden ge­beten, recht zahlreich zu erscheinen.

Der Vorstand.

Suche

4 Ziegenlämmer, 2 Kälber, 4 junge Gänse, 2 Klucken mit Kücken zu kaufen.

Vietze, Oberkalbach.

Am 29. Mai 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. G 700/5. 18 K. R. A., betreffendBe­schlagnahme und Vorratserhe- bung von Gummibereifungen für Kraftfahrzeuge jeder Art", er­lassen worden.

Der Wortlaut der Bekannt­machung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag v röffentlicht worden.

Stellt. Generalkommando 18. Armeekorps.

Die mit dem 1. Juni d. Js. neu in Kraft tretenden

Schuh- Bedarfsscheine hält vorrätig die Buchdruckerei

C. Hohmeister.

verkaufen die Gerlach'schen Erben das Heu- u. Grum­metgras in den Hohenwtesen metstbietend.

Zusammenkunft an Ort u. Stelle.

in blau, grau und braun glasierte Töpfe sind in jebei Größe eingetroffen bet

Johannes Simon,

Waffergasse 10.

Wtgw GeschSsiSAlBk

verkaufe ich

Mittwoch, den 5. Juni. nachmittags von 1 Uhr ab

meistbiete.ld gegen foforttge Barzahlung:

II Pianino, 1 eichenes Büffet, 1 Posten Wiener Sessel, I Tische, Bilder, Spiegel, Schränke, Glas- u. Porzellanwaren, I Küchengeschirre, ^inere Bestecke, sowie ein Drückkarren mit Wasserdichter Decke, rc.

Soden-Salmünster, den 30. Mai 1918.

Iränlein Klück, Pensioninhaberin.

.Bekanntmachung.

Der Entwurf zu einem neuen Ortsstatut für die Verwaltung und Benutzung des städtischen Elektrizitätswerkes in Schlüchtern vom 24. Mai 1918 liegt In der Zeit vom 1. bis 15. Juni d. Js. im Rathaus, Stadtsekretariat, zur Einsicht der Gemeinde- angehörigen aus.

Etwaige Einwendungen sind in dieser Zeit beim Magistrat zu erheben.

Schlüchtern, den 30. Mai 1918.

Der Magistrat: Stückrath.