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worden, baß es sich im Rahmen eines kurzen Aufsatzes gar nicht beschreiben läßt. Vor allem sollen diese Aus­führungen ja auch nur den Zweck haben, der Oeffent lichkcit überhaupt erst einmal die Arbeit, die hier fast unbeachtet im Stillen geleistet wird, erkennen und wür» dian tu lassen, und späteren Aufsätzen kann es Vorbe­halten bleiben, einzelnes aus der Kriegsfürsorge zu be­handeln. Es gibt wirklich interessante Dinge zu bc- r'chten. Und man müßte annehmen, daß unsere Sol­daten, die ihre Gesundheit vor dem Feinde gelassen haben, es verdienen, daß man sich mehr als bisher für ihre Ausbildung, ihre Wiedergewinnung für Arbeit und Beschäftigung interessiert.

Deutsches Reich.

Zahlungen an Gefangene in der Ukraine.

Die Deutsche Bank teilt mit, daß sie durch die Güte der d-mtichm Militärkommission in der llkraine in d-r Lage ist, Zahlungen an Kriegsgefangene und Zivilin!-rkirrte nach der Ukraine zu leisten. Der Gegen- wert für diese Zahlungen, die nur im Betrage von Rubel 10. und deren Vielfachem (Rubel 20., 30.-, 40. usw.) zulässig sind, ist bei der deutschen Bank, ihren Filialen und Zweigstellen für Abteilung K" zum Kurse von 1,40 Mk. für den Rubel unter Ausfüllung der üblichen Formulare einzuzahlen.

Wiederaufblühen der Schafzucht.

Aus Hannover wird derNorddtsch. Allg. Ztg." ge­schrieben : Die Schafzucht kommt im Lande Hannover erneut zu starker Blüte. In der Lüneburger Heide füllen sich wieder die frei in der Heide stehenden großen Schafhäuser. Schafe und Heidschnucken sieht man wieder zahlreich in fast allen Orten, besonders im Kreise Hopa, und im Kreise Soltau sind Besitzer von 100 Schafen durchaus keine Seltenheit mehr. Auch im Süden von Hannover sieht man Schafherden einzelner Besitzer, die bis zu 250 Schafe zählen. Der hohe Preis der Wolle hat die Schaf- und Heideschnuckenzucht wi der recht lohnend gemacht, so daß die Landwirte sich erneut der Zucht zuwenden.

Politische Uebersicht.

Der Dank der Finne»

Bei d '- feierlichen Landtagseröffnung in Helsingfors svrach Svinbufvud den Dank der Regierung an Deutsch­land aus für helfen wertvolle Hilfe. Bezüglich des Verhältnisses zu D.uttchland teilte er mit, daß die Re­gierung wichtige Vorschläge ausarbeite, die bem Land­tag so bald wie möglich vorgelegt werden sollen.

Kornilow gefallen.

In Kiewer militärffchen Kreisen wird die Nachricht bestätigt, wonach General Kornilow in den Kämpfen bei Jekaterinodar am 13. April den Tod gefunden hat.

Tschechische Hochverräter.

_ Lt-n-fMe st siinot'chrn hochverräterischen Charakters die sich wsthrcnd er drclMigcn Feierndes 50-jährigen Besiandsjubiläuüis des tschechischen Nationaltheuters in Prag abspielten, veranlaßten die Behörden zu ent- sprechmden Gegenmaßnahmen. Die Präger Polizei- direktion erließ eine Kundgebung, in der es heißt: Ansammlungen und Aufzüge werden von nun an ohne weiteres rücksichtslos und, wenn nötig, mit Gewalt zerstreut werden. Ueberschreitungen des Verbotes, das Tragen von Abzeigen und Rosarien in Farben feind­lichen (!) Staaten werden bestraft Die jugendlichen südstzoischen Gäste werden zum Verlassen Prags ver­anlaßt. DerNarodni ßiüy" wurde von der Polizei- dirsktton ;'t Händen des Chefredakteurs der Bescheid zugestellr, daß die Einstellung des Erscheinens der Druck­schriftNarodny Liflp^, vom 19. Mai anfangend, ver­fügt wird.

Kleidermangel in Holland. '

Der steigende Mangel an Wolle und Baumwolle veranlaßte die holländische Regierung, wie die Haager Blätter melden, :u Maßnahmen für die Herstellung von Kinheitstucheu und Eiuhaltskleidern. Inzwischen wird versucht, die Menge Wolle und Baumwolle, die in England festgehalten wird, frei zu bekommen. Es bei eht aber geringe Aussicht auf guten Erfolg dieser Vers he, denn ein erheblicher Teil dieser holländischen Kaufleuten gehörenden Waren ist bereits durch die britisch« Regierung für eigene Zwecke requiriert worden. Die Vorräte in Holland selbst werben wahrscheinlich in etwa 4 Monaten vollständig erschöpft sein.

Die triegsmüdeu Amerikaner.

Ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Stimmung der amerikanischen Trupven werfen die Aussagen eines amerikanischen Offiziers, der bei einem Patrouillenvor stoß egen unsere Linien mit zwei anderen amerikanischen Soldaten gefangen wurde. Seine Aeußerungen, die dieabsolute Kriegsmüdigkeit" in den Kreisen feiner Kameraden bestätigten, gipfelten in bem Satz:Ich bin überzeugt, daß im ganzen Regiment niemand fit, der den Kneg fortsetzen möchte."

Das pumpende Amerika

Der amerikanische Schatzsekretär Me Adoo genehmigte eine Zusatzanleihe von 200 Millionen Dollar an Eng­land, sowie je 100 Millionen Dollar an Frankreich u. Italien. Der Gesamtbetrag der Anleihen an alle Alliierten steigt damit auf 5764 Millionen Dollar.

Die Berluste der Amerikaner.

Die letzte Verlustliste, die der amerikanische General Pershing veröffentlicht hat, enthält 120 Amerikaner, die getötet,' verwundet und vermißt sind. Damit steigen die Gesamtverluste der Amerikaner seit Kriegsbeginn auf folgende Ziffern : Gefallen 2240, verwundet 3009, gefangen genommen 55, vermißt 202. Gesamtzahl an Verlusten 5506. - Für das, was die Amerikaner bis­her erreicht haben, nämlich gar nichts, sind diese Ver­luste recht beträchtlich.

In die Heimatwerfende Blicke eines Feldgrauen auf Flanderns Fluren.!

Ich sehe Kinder in der Sonne spielen, Kühne Burgen bauen sie in den Sand, Sie recken im Sonnenenlicht die Glieder, mit frohem Jauchzen frohem Sinn.

Hier ist mein Kinderland, dort, ist mein Heimatland!

Ich sehe Frauen mit versöhnten Minen, Am weißen Leinen näht die emsige Hand, Ein frohes Hoffen liegt in ihren Zügen mit frohem Jauchzen und Wohlverstand.

Hier ist mein Mutterland, dort ist mein Heimatland!

Ich stehe Heimatfern auf Posten, viel Tausend Streiter am Gewehr die Hand, Treu machen Sie und träumen von den Lieben daheim, daheim so ganz allein, O! hier ist Helmwehland!

Dort ist mein Heimatland!

Alkales und Provinzielles

Schlüchtern, 24. Mai 1918

* Dem Straßenmeister Lüders in Schlüchtern wurde für seine Tätigkeit als Kriegsschadentaxator in Ostpreußen das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen.

* Der Feld-Artillerist I. Goldschmidt Sohn des Schuhmachers Goldschmidt hier, erhielt für seine her­vorragende Tapferkeit bei den schweren Kämpfen in Westen das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

* Keine Ferngespräche bei Gewitter. Von zu­ständiger Seite wird im Hinblick auf die bevorstehende wärmere und daher auch gewitterreichere Jahreszeit darauf aufmerksam gemacht, daß während der Dauer von nahen und fernen Gewittern von der Fernsprechvermitt- lungsanstalt Gesprächverbindungen nicht ausgeführt werden. Sämtliche Fernsprechapparate sind zwar mit sehr empfindlichen Blitzschutzvorrichtungen versehen, die etwaige Entladung atmosphärischer Elektrizität sicher aufangen und ableiten, indes wird immerhin empfohlen, bei nahen und schweren Gewittern die Fernsprech­apparate und Leitungen nicht zu berühren Ein Aus­hängen des Hörers ist unter allen Umständen gefährlich.

* (Postschcckoerkehr.) Eine vaterländische Pflicht ist es, mit allen Mitteln dahin zu streben, daß der Umlauf vou Banknoten und anderem baren Gelde mehr und mehr eingeschränkt und der bargeldlose Zahlungs­ausgleich zw° Regel wird. Diesem Ziele dient auch der Poltscheckverkehr, der feit 1. April durch Einführung der Gebührenfreiheit im Ueberweisungsverfahren und der Portofreiheit im Verkehr mit den Postscheckämtern zu Gunsten der Postscheckkunden wesentlich verbilligt worden ist Die Beteiligung an dieser zum Nutzen der Allge­meinheit geschaffenen Einrichlung wird daher eindringlich empfohlen. Wer bem Postscheckverkehr noch fernsteht, entspreche dem Gebot der Stunde nnd nehme sich ein Postscheckkonto. Werbeblätter mit einliegendem Antrag auf Eröffnung eines Postscheckkontos werden in den nächsten Tagen durch die Briefträger verteilt werden. Vordrucke zu solchen Anträgen sind auch an den Post­schaltern zu haben.

* Eil- und Frachtstückgutverkehr. Die bisherigen Annahmebeschränkungen für Fracht- und Eilstückgüter fallen vom 21. Mai an fort Es bleiben nur noch folgende Einschränkungen bestehen. Die Begrenzung des Höchstgewichts der einzelnen Stücke bei Eilgut auf 100 kg. für beschleunigtes Eilgut auf 50 kg, ferner die Anordnung, daß Holzv-rschläge, Lattengestelle und Haraffe nur in zerlegtem Zustande angenommen werden; schließ­lich bleiben auch diejenigen Güter, die seither schon zugunsten des Wasserwegs von der Beförderung mit der Eisenbahn ausgeschlossen waren, auch weiterhin auf den Wasserweg verwiesen. Im übrigen nehmen die Eisen­bahndienststellen nunmehr beschleunigtes Eilstückgut, und Frachtstückgut wieder ohne weiteres zur Beförderung an. Für die Auflieferung in größeren Mengen ist vorherige Vereinbarung mit der Versand­abfertigung erforderlich.

Die vorgeschriebenen Meldungen der Hilfsdienst- pflichtigen werden noch häufig versäumt und müssen

deshalb Geldstrafen von den EinberufungSausschüssen ver. hängt werden. Zur Hilfsdienststammrolle meldepflichtig sind alle männlichen Deutschen, die das 17. Lebensjahr vollendet, das 60. noch nicht erreicht haben, soweit sie nicht a) dem Heere oder der Marine angehören, b) aus Reklamation vom Herresdienst zurückgestellt sind. Melde- pflichtig sind auch die Angehörigen der österreich-unga- rischen Monarchie, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Personen welche bereits in einem kriegswichtigen Betrieb im vaterländischen Hilfsdienst tätig sind, sind nicht von der Meldepflicht befreit. Die näheren Bestimmungen über die Melde­pflichten, insbesondere auch beim WohnungS- oder Arbeits- wechsel sind bei den Polizeibehörden oder dem Einbe- rufungsausschuß zu erfahren. Man achte auch auf die Aushänge, die von den Gemeindebehörden über die Meldepflichten erfolgen. Unterlassung der vorgeschriebenen Meldungen werden vom Einberungsausschuß bestraft. In Zweifelsfällen ist daher eine überflüssige Meldung der Unterlassung vorzuziehen. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Meldung wird besonoers streng bestraft.

Hk. Wirtschaftliche Berichte über die Schweiz. Zwanzig Berichte über verschiedene schweizerische Ge­werbezweige (z. b. Gold- und Silberwaren, Uhren, Tabak, Alkohol, Holz, Kreomik, Glas, Glühlampen, chemische und Pharmazeut. Industrie, Seifen, Kerzen, Farben und Oele, Lederwaren, Papier, Metallmarkt rc.) sowie über den schweizerisch-deutschen Handelsver­kehr im Kriege liegen auf der Handelskammer zu Hanau zu vertraulicher Kenntnisnahme aus.

* Die ärztliche Prüfungsordnung erfährt durch gesetzliche Abänderung vom 1. Oktober ab eine Erweiter­ung, indem sie eine Prüfung in der Kinderheilkunde und der Heilkunde von Geschlechts- und Hautkrank­heiten vorschreibt.

* Der Sammeltag der Schule zu Breitenbach hatte einen vorzüglichen Erfolg. Es wurden 1297 Pfd, Gußeisen, 5^2 Pfd. Schmiedeeisen, 768 Pfd. Bandeisen, Bleche, 17,5 Pfd. Blei und 80 Weinflasch e von den Kindern gesammelt. W e dies Beispiel zeigt, sind über- all noch Schätze versteckt, die nurgehoben werden müssen. Andre Dörfer werden sicher dasselbe fertig bringen. Hoffentlich bleibt die Nacheiftrung nicht aus.

* Hütten Vizefeldwebel Philipp Sperzel Sohn des Krämers Georg Spergel welcher mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet ist, wurde zum Leutnant d. R. beförde.t. Pionier Johannes Sperzel Sohn des Bauers Adam Sperzel wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Vermischtes

In Köln blicken in diesen Tagen alle Vorüber­gehenden zu den Domtürmen empor, wennklangloses Wimmern" aus der Höhe zu ihnen niedecdrtngt. Dor! wird nämlich die 540 Ztr. schwere Kaiserglocke mit Stahlbohrern bearbeitet und ihr Metall in Stücken von von etwa 9 Zentnern mühsam nach unten geschasst. Fachleute berechnen, daß die Kosten des Abbruchs bei gewaltigen Glocke etwa 50000 Mk. betragen und das die Arbeiter etwa bis zum Schluß des Jares bamlt zu tun haben werden.

Zwanzigtausend Pfund Schleichbutter beschlag­nahmt. Daß auf dem Lande Butter genügend vorhanden ist, ist eine auf alle Landesteile zutreffende bekannt! Tatsache. Man muß sie nur zu erfassen wissen. Di« Polizei verhaftete jetzt in Hamburg zwei Kaufleute, die in Gemeinschaft mit Berliner Kaufleuten, die ebenfalls festgenommen wurden, aus Hamburg und Umgegent große Posten Butter aufgekauft und diese zum Teil auf einen Speicher gebracht hatten, von wo aus der Weiter- versand nach Berlin erfolgen sollte. Die Polizei erhiell rechtzeitig Wink von dem Kettenhandel, durch den bis Butter bereits auf 12 Mark das Pfund verteuert worden war. Es gelang, die Sendung teils auf dem Speicher, teils auf b er Eisenbahn zu beschlagnahmen, so das 20 000 Pfund Butter dem Kettenhandel entzogen werden konnten. Für diese Menge waren 240 000 Mark be­zahlt worden.

Kirchlicher Anzeiger für BchlÜchtern.

Evangelische Gemeinde:

Sonntag, den 26. Mai 1918.

Vorm. 10 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann.

Anschließend Christenlehre der konfirmierten Mädchen.

Kriegsbetstunde 8 Uhr abends: Herr Superintendent Orch

Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Katholische Gemeinde.

Sonntag den 26. Mai 1918.

Vormittags 10 Uhr: Amt mit Predigt.

Nachmittags 2 Uhr: Andacht mit Segen. Herr Kaplan Ramb.

Bekanntmachung.

Auf die Bekanntmachung des Herrn Vorsitzenden des KreiS- Ausschuffes vom 8. Mai 1918 betr. Eisenvitriol zur H- dertch- bekämpfung veröffentlicht in Nr. 39 der Schlüchterner Zeitung vom 15. 5. 1918, wird hiermit nochmals hingewiesen.

Schlüchtern, den 22. Mai 1918.

Der Magistrat: Stückrath.

Am 18. Mai 1918 sind zwei Nachtragsbekanntmachungen

Nr. Q. 1/5. 18. K. R. A. zu der Bekanntmachung Nr. Q. 1/6. 17. K. R. A. vom 25. September 191L betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Korkholz, Korkabfällen und den daraus hergestellten Halb' und Fertigerzeugnissen;

Nr. Q. 2/5. 18. K R. A. zu der Bekanntmachnug Nr. Q. 2/6. 17. K. R. A. vom 25. September 19^ betreffend Höchstpreise für Korkabfälle u. Korkerzeugnisse" erlassen worden.

Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachungen ist in de» Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

Stell». Geueralkommaiido 18. Armeekorps.