Einzelbild herunterladen
 
  

Das Feldheer braucht dringend

Hafer, Hen und Stroh!

Landwirte, helft dem Heere."

Ganz nutzlos, vom Frieden zu sprechen,,!

London, 15. Mai. Auston Chamberlain sagte gestern in einer Rede in London: Wir sind in einen giganti­schen Rampf verwickelt. Dann fuhr er fort: Es könne zwar zu einer augenblicklichen Pause kommen, aber es ruhe doch auf allen Völkern der alliierten Länder die Aufgabe, den Armeen alle erforderlichen Opfer zu bringen. Die englische Regierung stehe dem Frieden nicht gleichgültig gegenüber, aber es sei ganz nutzlos, vom Frieden zu sprechen, ehe die große Kampfprobe beendet und die Entscheidung auf dem Schlachtfelde gefallen sei.

Die Notwendigkeit einer Kriegsentschädigung !

Barmen, 16. Mai. In der letzten Sitzung der Barmer Stadtverordneten malte der frühere Finanz­minister Dr. Lentze folgendes Steuerbild:

Die deutsche Kriegsschuld beträgt jetzt 125 Milliar­den und erfordert für Zinsen und Tilgung jährlich 7,5 Milliarden Mark. Für die Kriegsbeschädigten, Krieger­witwen, Waisen usw. ist eine Entschädigung von etwa 45 Milliarden aufzubringen. Weitere gewaltige Entschädigungen sind für Kriegsschäden im In- und Auslande auSzuwerfen, hierzu kommen noch Tausende von Millionen für den Verschleiß in Heer und Flotte. Insgesamt muß nach meiner Meinung jährlich an 14 Milliarden Mark aufgebracht werden. Beim großen Reinemachen werden Steuern von phantastischer Höhe kommen, dazu kommt die neue Staatsbelastung, das Eisenbahnwesen erfordert ganz gewaltige Summen, ebenso die Erhöhung der Gehälter, Ruhegelder usw. Man muß mit einer Gehaltserhöhung von 50 vom Hundert rechnen, und es ist ausgeschloffen, daß wir nach dem Kriege auf eine allgemeine Preisentspannung rechnen können, denn hohe Schulden haben neue Steuern zur Folge, und diese wieder eine Abwälzung der Steuern durch hohe Preise für alle möglichen Dinge. Also ist mit einer erheblichen allgemeinen Teuerung nach dem Kriege zu rechnen.

Die Schilderung begründet am besten die Forderung einer Kriegsentschädigung, die uns vor solchen Zu­ständen bewahrt.!

Lokales und Provinzielles

Schlüchtern, 21. Mai 1918

^* Abermals Pfingsten im Kriege! Zum 4.male feierte - wir es n dem großen Völkerstreite; wann wird es das L.iiemal \ n' Das ist gewiß die bange Frage d^" wU g» ©vit, Pütz

i* der heilige Puu^.tst ach au» alle Völker ergießen mochte, daß er ba: gan^ Wesen derselben durchdringe und umgestalte. Zu voller Herrlichkeit ist in diesem Jahre Pfingsten bei uns eingekehrt. Mit ganz anderen Gedanken wie in den Friedensjahren betrachten wir das Werden der neugebärenden Erde. Ein Gang durch die Felder zeigt uns grüne, stolze Saaten. An ihrem Segen hängt es ab, ob wir in Jahresfrist ein Fest der Erfüllung eines deutschen Friedens feiern dürfen, der- alle hinterlistigen Anschläge unserer Feinde zu nichte macht. Der Gedanke an die Bedeutung des Pfingst- festes wird uns innerlich sammeln und den Willen zum Durchhalten bei uns stählen.

* Gastspiel August Bellachini.Geschwindigkeit ist keine Hexerei!" Mit diesem Spruch leitete der be kannte Universal und Zauberküustler eine dichtgedrängte Zuschauermenge ins bunte Reich der unbegrenzten Un­möglichkeiten. Da wurden aus leeren Blechhülsen die

leckersten Gerichte gezaubert. Eine Flasche bot nach Belieben jeden Likör, irrte sich aber ab und zu und schenkte Essig zum Entzücken der Menge und zum Ver­druß des Trinkers. Eier wanderten vom Mund durch den Kopf ins Ohr, durch den Rumpf ins Knie. Eine Zigarre ging brennend denselben Weg. Unsichtbarer Blumensamen, aus der Luft gegriffen und in eine Düte gesät, ging zu reichster Papierblüte auf. Ein leerer Hut offenbarte die geheimnisvolle Fülle seines Innern und sprudelte Kanonenkugeln, Damentaschen, Vogel­körbe, brennende Lampions, lebende Tauben. Ein Zu' schauer wurde auf den Stuhl festgchext; ein Tisch er­hob sich tanzend in die Luft, eine Puppe wechselte mit dem Zauberer Rede und Antwort. Zerrbilder wurden blitzschnell mit Kohle auf großen weißen Bogen ent­worfen, und als Abschluß des Abends gab der Tausend­künstler Darbietungen aus einer anderen schwarzen- Kunst, Handschattenbilder, wohlgeluugen und von fröh­lichen Beifallskundgebungen begleitet. Die Kinder staunten mit großen Augen, und die Erwachsenen wurden wieder zu Kindern. Ein wahrer Hexenmeister, dieser August Bellachini, aus Frankfurt am Main.

KW^ Unserer heutigen Gesamt-Auflage liegt ein Prospekt der Firma Carl Beck, Chemische Wäscherei und Färberei, Eschwege betr. Bedeutung der Chem. Wäscherei und Kleiderfärberei in der gegenwärtigen Zeit bei, worauf wir unsere geehrten Leser ganz besonders auf­merksam machen.

* Der Eisenbahnzugführer Friedrich Simon aus Frankfurt a. M., Sohn des Landwirts Johs. Simon von hier, erhielt bei Scharlewill das Eiserne Kreuz 2. Klaffe.

* Geht barfuß oder tragt Sandalen! Das Kgl. Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul- angelegeuheiten erläßt nachstehende Bekanntmachung: Die zunehmende Lederknappheit macht es zur Pflicht mehr 'noch als bisher das Lederschuhwerk für die schlechtere Jahreszeit, namentlich für den Winter, zu schonen. Wie im Vorjahre wollen deshalb die Schul- behörden und die Lehrer die Schüler und Schülerinnen entsprechend belehren und insbesondere darauf Hinweisey, daß es aus vaterländischen Gründen zu begrüßen sei, wenn sie von Beginne der warmen Jahreszeit an in und außer der Schule soweit irgend möglich barfuß oder nur Sandalen tragen.

* Aus Anlaß vielfachen Mißbrauchs der Feld­post wird erneut darauf hingewiesen, daß Gebühren- freiheiten und Vergünstigungen im Feldpostverkehr nur Sendungen in Privatangelegenheiten der Angehörigen des Heeres genießen. Den Angehörigen des Hereres gleich steht das Personal der deutschen Landesverein, vom Roten Kreuz und der ihnen gleichzuachtenden Orden und Gesellschaften, soweit es in der freiwilligen Krankenpflege auf dem Kriegsschauplatze wirklich tätig ist also nicht auch bei ständigem oder vorübergehendem Aufenthalt in der Heimat, auch nicht bei Beurlaubung aus dem Felde krankheits oder erholungShalber. Die PortoverguMep^ügen. gelten glicht im Ortsverkehr----

* Am ersten Pfingsifeiertag traf" von der seit Kriegsausbruch in Rußland internierten Frl AnnaDenhardt folgende mit Feldpoststempel v. 15. 5. 18 versehene Postkarte bei ihren Verwandten in Frankfurt ein: So­eben glücklich hier angekommen und feierlich empfangen worden. Reisen über Warschau und schreibe von dort. Bin Gottlob gesund und hoffe dasselbe von Euch. Es ist dies wieder die erste Nachricht seit Weihnachten 1916.

Hk. Oeffentliche Tagung der Vereinigung südwest- deutscher Handelskammern. Zu der am 25. d. M., 3 Uhr nachmittags, in Frankfurt a. M. stattfindenden Tagung können Einladungen von der Handelskammer zu Hanau bezogen werden.

* Breitenbach Der Kanonier Kaspar Lotz von hier, erhielt bei den schweren Kämpfen im Westen, das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

* Oberkalbach Nach dem Raiffeisen-Boten stehen unter den Zeichnungen zu den 8. Kriegsanleihen die zwei Dörfer Oberkalbach und Uttrichshausen oben an

unter allen DarlehenSkassenvereinen des Nnterverbandes Schlüchtern. Der DarlehuSkaffenvereln Oberkalbach steht an der Spitze mit 208 500 Mk.; ihm folgt Uttrichshausen mit 159500 Mk. An 4. Stelle steht Heubach mit 150 600 Mk. Gewiß sind diese Dörfer nicht die reichsten des Kreises Schlüchtern, sondern ge­hören wohl zu den ärmsten deS ganzen Kreises. Aber aus dieser Tatsache geht hervor, daß die DarlehnSkassen- vercine angenannten Orten auf der Höhe stehen, und daß in diesen Dörfern, eine außerordentliche eifrige Werbetätigkeit für die Kriegsanleihen entfaltet worden ist.

* Gießen Auf dem Wartberge bei Schotten, der einen wundervollen Rundblick auf die Gefilde Ober- hessens vermittelt, beabsichtigt die Provinzialverwaltung OberheffenS eine würdige Denkmalsanlage für die im jetzigen Weltkriege gefallenen Söhne der Provinz Ober- Heffen erstehen zu lassen. Dem hier zufammengetretenen Provinziallandtage lag ein Antrag vor, sich grundsätzlich mit der Errichtung der Denkmalsanlage einverstanden zu erklären und eine finanzielle Beihilfe in Höhe von 100 000 Mk. zu gewähren. Diesem Anträge hat der Provinzialtag ^gestimmt, gleichfalls aber auch die erste I Rate von 25000 Mk. bewilligt. 1

* HerSfeld. Ein Sohn unserer Stadt hat zum I Andenken an seine drei Söhne, die im Krieg den Helden-» tod erlitten haben, eine Stiftung von 10 000 Mark I gemacht, aus deren Zinsaufkommen während der Winter-1 monate armen und schwachen Schulkindern Milch in I der Frühstückspause verabreicht werden soll.

Werbung von Schilfrohr zur Kuttergeuiunug u. I von Kolbenschilf für Zwecke des Kasergewinnug. I

Bei der gegenwärtig herrschenden außerordentlichen I Futterknappheit, insbesondere an Rauhfutterstvffen liegt es im dringendsten Allgemeinintereffe, daß jeder zu Futter-1 zwecken brauchbare Stoff erfaßt wird; als ein besonders» gutes Ersatzfutter hat sich Im Kriege das Schilfrohr bezw.I das aus diesem hergestellte Schilfrohr-Heu erwiesen, das auch schon in Friedenszeiten von Fachleuten geschätzt! wurde.

Futter, das aus dem vor der Blüte in grünem Zu-1 stände geworbenen Schilfrohr gewonnen wird, kommt I im Futterwerte gutem Wiesenheu vollständig gleich.

Es darf die Erwartung ausgesprochen werden, daß I die Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten 1 größerer Schilfflächen das Schilfrohr möglichst restlos» vor der Blüte ernten. Es wird darauf aufmerifam 1 gemacht, daß durch Bundesratsverordnung vom 26.1 Februar 1918 (Reichsges. Blatt S. 95 ff.) Bestim-I mungen über die Werbung und den Verkehr mit Schiff getroffen worden sind. Danach steht, falls die Besitzer von Schilfflächen bie Ernlung von Schilf nicht vornehmen, 1 bc i Gemeinden oder Kommunalverbänden bezw. wenn t diese darauf verzichten, dem Kriegsausschuß für Ersatz F futter in Berlin, W. 62, Burggrafenstr. 11, das Recht | zu, das Schilfrohr zu werben oder werben zu lassen. | Der Besitzer der Schiffflächen erhält in diesem Falle für K IkvSjeewtetc - Döhilsrochretnr-rnrgemeffrne Vergütung l und eine Entschädigung für die zur Verfügung gestellten k Trockenflächen sowie für die zum Ernten des Schilfes» bereitgestellten Kähne ohne sonstigen Wasserfahrzeuge.

Nutzungsberechtigte, die Schilfrohr ernten, können I dieses ohne weiteres in ihren eigenen Betrieben ver-1 füttern oder sonst verwenden; überschießende Mengen, I die zum Verkauf gelangen sollen, müssen dem Kriegs- I ausschuß für Ersatzfutter in Berlin angeboten werden, I der/ innerhalb 14 Tagen nach Eingang des Angebotes L dem Verkäufer mitzuteilen hat, ob er die Ware ab- f nimmt, oder ob er sie zu anderweitigem Verkauf frei- I gibt, in welchem Fall dem Verkäufer eine besondere Be- | scheinigung hierüber auszustellen ist. Nimmt der Kriegs- j ausschuß die Ware ab, so wird die Abnahme im allge- I meinen innerhalb 8 Wochen erfolgen.

Für Schilfrohr, grün geerntet, Heutrocken, gebündelt I ist als Höchstpreis der verhältnismäßig hohe Preis von | M. 10. für den Dz. frei Schiff oder Waggon Ver- I ladestelle festgesetzt.

«MWmafi" , juwgawwMWMMUBBqasw

Schuld und Sühne.

Roman von Käthe LubowSki. 7

Ich hatte Ihnen nichts zu sagen, Bibra. Zuerst habe ich genau so gedacht, wie Sie es eben aussprachen, und meinen Vater nach der schlaflosen Nacht und den beiden. Tagen der völligen geistigen und körperlichen Ermattung, die Ihrem Besuch folgten, um eine an­dere Erklärung gebeten. Ar hat mir als Antwort im­mer wieder versichert, daß er Ihnen den richtigen Grund angegeben habe."

Dann müssen wir uns eben damit zufrieden ge» den. Fühlt er sich jetzt wieder vollkommen wohl?"

Wenigstens klagt « nicht und fitzt den ganzen Tag auf dem Gaul. Aber wer sein Wesen und seine ße» benSgewohnheiten kennt, wie ich, muß sehen, daß eine große Veränderung mit ihm vorgegangen ist. Ich er­zählte Ihnen einmal, daß er spät geheiratet habe und schon an der Schwelle der siebzig stehe. Aber das be­deutet doch für einen Mann aus unserem langlebigen Geschlecht, der das Kämpfen gewöhnt ist, und in jeder Beziehung enthaltsam, wenn nicht mehr genannt werden kann, noch lange nicht das Ende der Schaffenskraft."

Wann fahren Sie wieder nach Boldrowo, Rastin- gen?" sagt Bibra hastig, um daS von ihm ««geregte Thema zu Ende zu führen.

Ich hoffe am Sonntag."

Da werden Sie also ganz bestimmt am Sonnabend |um Fünfuhrtee bei Obersts sein."

Ich habe heute zugesagt."

Das ist famos. Ich brenne nämlich daraus, Sie dann mit meiner Schwester bekannt zu machen. Sie trifft morgen bei Regensteins ein. Sie verstehen mich doch richtig. Ich habe niemals vor Ihnen einen wirk­lichen Freund besessen. Vielleicht hatte ich ihrer bis­her zu viele. Ich bin auch niemals dieser einzigen Schwe- ster innerlich nahe gekommen. Und nun möchte ich,

daß Sie mich ganz verstehen lernten, indem Sie deS öf­teren mit ihr zusammen sind. Alles, >vas sie ist, möchte ich sein. Ihr Erreichtes ist meine Sehnsucht. Sie geht unbeirrt ihren Weg durchs Leben, ohne rechts und links zu blicken, schon im Anfang den Blick auf das Ende gerichtet. Sehen Sie, und das fehlt mir. Ich nehme daS Heute", wie ek erblüht, und denke nicht an die Ernte. Wenigstens bisher nicht. Jetzt wird daS alles anders."

Vor Erich Rastiugeus HauStür sagen sie sich Lebe­wohl.

Die purpurnen Segel deS Sonnenschiffes im Osten werfen ihren Schein auf Ewald von BibraS Gesicht. Da merkt Rastingen erst, wie glückverklärt und wunschlos er auSschaut. In herzlicher Mitfreude steht er ihm in die strahlenden Augen. Dann legt er seine Hände über die schmale Rechte des Kameraden und sagt zart: Jlö« gen Sie so glücklich bleiben, wie Sie die heutige Nacht gemacht hat."

Diesen Worten folgt ein Augenblick, den fk nie­mals vergessen sollen. Sie sinken sich in die Arme und halten sich ein paar Herzschläge lang fest umschlungen. Als sie sich von einander lösen, fühlt ein jeder daS näm­liche :Wir beide werden uns Treue halten, wie eS auch kommen mag."

Leutnant Rastingen hat bei seinem Oberst einen Stein im Brett. Seine langsame, bedächtige Art bürgt dem welterfahreneu Mann dafür, daß er sich niemals von einer Leidenschaft wird meistern lassen.

DaS ständige Vorbild solcher Leute aber wirkt un­endlich viel in einem Regiment. Sein Wesen und Leben sind gleich klar. Nirgends di e geringste dunkle Stelle, die den Verkehr mit ihm schwierig macht. Wenn der Oberst Regenstein, der angeborenen mrb durch den aus­schließlichen Verkehr in Militärkreisen erstarkten Vor­liebe seiner einzigen Tochter Rechnung tragend, sich all­mählich mit dem Gedanken vertraut machte, einen Of­fizier all Schwiegersohn zu bekommen, so hat er mehr

als einmal im stillen gewünscht, daß er Erich Rastingen I heißen möge. Die Scholle, die hinter diesem steht und ihn anfnimmt, wenn seine noch nicht durch den Dienst verbrannte Kraft nach Arbeit begehrt, wirkt dabei mit, I denn so treu und ehrlich sein Charakter auch ist, ein I Stürmer wird er niemals werden. I

Die offenkundige Verehrung, die Leutnant von Bi­bra in jüngster Zeit seiner Tochter widmete, ist dem Obersten freilich auch nicht verborgen geblieben. Er nimmt sie aber nicht ernst. Und selbst wenn er el tun müßte, würde er, wenn Erich Rastingen« Wünsch« sich nicht mit den feilten deckten, keinen Anlaß nehmen, sie zu hindern. Er hat sich bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin mit BibraS früherem Batteriechef erschöpfend über jenen ausgesprochen. Der hat bestätigt, mal er I vom ersten Augenblick an selbst gewußt hat.Ein Pracht­kerl. Aber leichtsinnig bis in die Puppen. Mehr auS Trotz als Veranlagung. Keine richtige Erziehung ge- ! habt. Eine hysterische Mutter und einen schwerreiche» 6 Geizkragen all Onkel und Wohltäter, der alle Nachteile dieser Raffe in sich vereinigt. Immer nur Sporen und Peitsche gefühlt. DaS hat ihn zuletzt verbisse« und toll- köpfig wirbelt lassen."

Hier in Posen macht er sich großartig.

Der Oberst kann bei dieser Einsicht ein wohlgefälli­ges Lächeln nicht unterdrücken. Er fühlt sich durch die > offenbar andauernde Solidität deS früheren Garde- o maunes innerlich unendlich gehoben und geradezu ver­pflichtet, dem Geretteten und seiner schönen Schwester, 11 die feit drei Tagen in seinem Hause weilt, väterlicher 51

Wohlwollen zu beweisen. Darum tut eS ihm beinahe 11 leid, daß er nach einer halben Stunde den Sonnabendtee 1 verlassen muß, um der Einladung bei Generals zu einer Konferenz Folge zu leisten. Er hätte auch noch 11 gern an Rastingen ein paar Fragen gestellt, die ihm Bibra nicht beantworten konnte, weil er erst zu kurze Zeit im Regiment war. 229,18* f