SchlüchlkmerMung
mit Amtlichem Kreisblatt". — w««r Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Areisblatt" vierteljährlich {,80 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum l3 pfg.
, U 41. Mittwoch, den 22. Mai 1918. 69. Jahrgang.
Aufruf!
^ eutschland sümpft seinen schwersten Kainpf; das Ringen drängt zum Ende.
Tausende und Abertausende der Kämpfer in Heer und Flotte kehren zurück, die Glieder verstümmelt, die Gesundheit erschüttert. Ihre Kraft dem deutschen Wirtschaftsleben zurückzngcwiuueu, ihre Zuknust zu sichern ist DaukeSpslicht der Heimat. Die Rentenversorgung liegt ausschließlich dem Reiche ob. Soziale Fürsorge muß sie ergänzen. Sie auszuüben sind die im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge zusammengefaßten Organisationen berufen. Das gewaltige soziale Werk auszubauen ist das Ziel der
Luöettösrff- Spende!
Dar«« gebt! Macht aus sorgenvollen Opfern des Krieges freudige Nitarbeiter an Dcm'schland» ßufun >u bü L^' <. 44c ff SL2 ■ ' b litten
n Nur wenn alle zusammenstehen, wird das hohe Ziel erreicht.
v. Kindenöurg
Generalfeldmarschall
v. Stein
Kriegsminister, General der Artillerie . \
Dr. Graf v. Kertling
Reichskanzler
Dr. Kaempf
Präsident des Reichstags
Der Ehrenvorsitzende:
Ludendorik
Erster Generalquartiermeister, General der Infanterie.
J.-Rr. 217 R. K. Vorstehenden Aufruf bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis und bitten, die Gaben recht reichlich fließen zu lassen. Jede Gabe ist willkommen.
Sie kann entweder an die Orttzsammelstelle, die durch Plakate kenntlich gemacht werden wird, abgegeben werden, oder an den Schatzmeister des Roten Kreuzvereins, Herrn Rentmeister Schunk hier, direkt durch Postfcheckformular-Rote-Kreuz-Kriegskasse, Postscheckkonto Nr. 19251 Frankfurt a. M. eingezahlt werden.
Die Herren Geistlichen, Hauptlehrer und Einzellehrer, denen in den nächsten Tagen Plakate, Sammellisten usw. zugehen, bitten wir, sich dieser Sammlung ganz besonders annehmen und in den nächsten 14 Tagen Haussammlungen in ihren Orten veranstalten zu wollen.
Ueber die eingehenden Gaben wird öffentlich quittiert werden.
Namens des Kreis-Ausschusses für Kriegsbeschädigteufürsorge.
Schtüchtern, den 17. Mai 1918.
Der Vorsitzende:
von Trott zu Solz, Landcat.
Der Geschäftsführer:
Kurz, Pfarrer.
Das Ziel der Ludeudorff-Speude.
Die Versorgung unserer Kriegsbeschädigten ist in erster Linie Ausgabe des Reichs und muß es bleiben. Das Reich kann und soll in Erfüllung seiner Pflicht keinesfalls durch eine allgemeine Sammlung entlastet werden. Aber auch durch weitherzige gesetzliche Regelung der Rentenfragen kann nicht in jedem Falle so geholfen werden, wie es unserem vaterländischen und sozialen Empfinden entspricht. Sie trägt notwendig etwas schematisches an sich und ist in Ihrer Starrheit außerstande, dem Bedürfnis und der Dringlichkeit jedes Einzelfalles gerecht zu werden. Es bleiben zahlreiche Fälle übrig, bet denen schnellstens geholfen werden muß, um bittere Not und Verzweiflung abzüwenden. Dies kann nur durch freiwillige Liebestätigkeit geschehen.
Hier setzt die bürgerliche Kriegsbeschädigtenfürsorge ein. Sie will den Kriegsbeschädigten ins Wirtschaftsleben zurückführen, seine Kraft dem deutschen VolkSganzen wieder geben. Ihr umfangreiches Arbeitsgebiet umfaß! Berufsberatung, Berufsausbildung, Arbeitsbeschaffung, ergänzende Heilbehandlung, Ansiedlung, WohnungS und Familienfürsorge sowie Geldunterstützung bei besonderer Hilfsbedürftigkeit.
Auf dem großen Nachbargebiet, der Fürsorge für die Kriegerhinterbliebenen, sind schon seit KriegSbeginn gewaltige Summen aus freiwilligen Spenden zusammengeflossen ; dank dieser kraftvollen Unterstützung aller Volkskreise verfügt die Nationalstiflung schon über mehr als WO Millionen Mark für die Witwen und Waisen der gefallenen Krieger.
Den Kriegsbeschädigten bringt das deutsche Volk sicherlich gleich warme Anteilnahme entgegen. Es weiß, was es den Getreuen schuldet, die mit ihrem Leibe die deutsche Scholle gegen bin Ueber fall geb.dt, den Krieg weit hinaus in Feindesland irtragen und die Hetmal Pflicht ist es, denen, die für ^öU.ct § ~ haben, in umfa"'ender Weise zu helfe« und überall dor einzugreifen, wo staatliche Hilfe nicht ausreicht, niemals ausreichen kann. Dieses vaterländische Gebot zu erfüllen
ist das Ziel der Ludendorff-Tpende!
Als allgemeine Sammlung im ganzen Reich wendet sie sich, an jeden Deutschen. Sie wird zugleich der vielbeklagten Zersplitterung der Sammeltätigkeit auf ihrem Gebiet abhelfen.
Die Ludendorff-Spende wird verwaltet von den im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge vereinigten Organisationen der deutschen Bundesstaaten. Die Spende« fliehen grundsätzlich den Landesteilen insbesondere auch den Steife« zn, aus denen sie stamme«.
Gewaltige Summen sind erforderlich. Kein Deutscher darf fehlen; jeder steucre bei, soviel in seinen Kräften steht. Es handelt sich um nichts Geringeres als um die Wiedererstarkung und Erhaltung unserer Volkskraft nach den zahllosen Wunden, die der furchtbarste aller Kriege unserem Vaterland«: geschlagen.
Im Regierungsbezirk Lasse! hat sich unter Führung des Herrn Landeshauptmanns Freiherr von Riedesel ein Landesausschuß zur Organisierung der Sammlung gebildet, dem u. a. angehören: der Herr Oberpräfident v. Trott zu Solz, der Herr Regierungspräsident Graf von Bernstorff, viele Bürgermeister der Städte, sämtliche Herren Landräte, die Herren Vorsitzenden der Land- wirtschasts-,Handels- u. Handwerkskammer, eine Reihe größerer Industrieller und der Vertreter des Gewerkschaftskartells.
Im Kreise Schlächtern ruft jetzt der Kreis-Ausschuß für Kriegsbeschädigtenfürsorge zur Sammlung auf. (Siehe den nebenstehenden Aufruf dieser Zeitung».
Wir hoffen, daß die Einwohner des Kreises sich alle durch reiche Spenden opfermütig zeigen werden, wo es gilt, unseren Kriegsbeschädigten zu helfen.
Politische Uebersicht.
Starke Angriffe gege« den Seutute! gescheitert.
Berlin, 20. abends. (W. B. Amtlich.)
Starke französische Angriffe gegen den Semmel sind unter schweren Verlusten gescheitert.
Deutsche Flieger über London.
Gr. Hauptquartier, 20. Mai. (W. B. Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz:
Im Kemmelgebiet nahm die Feuertätigkeit am Abend und gegen Mitternacht erheblich an Stärke zu. Heute früh haben sich heftige Artilleriekämpfe entwickelt. Auch an den übrigen Kampffronten lebte die Gefechtstätigkeit vielfach auf.
> Auf dem Südufer der Ancre griff der Engländer am frühen Morgen mit starken Kräften an. In Lille sur Ancre drang er ein. Versuche des Feindes im Ancretal weiter vorzudringen, scheiterten. Mehrfacher gegen Morlancourt gerichteter Ansturm brach vor dem Dorfe blutig zusammen.
An vielen Stellen der Front wurden englische und französische Erkundungsvorstöße angewiesen. In Bor- feldkämpfen und bei erfolgreicher Unternehmung nördlich von St. Mihiel machten wir Gefangene
. *
In letzter Nacht wurden London, Dover und andere englische Küstenorte erfolgreich mit Bomben angegriffen.
Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
I Oesterreich-ungarischer Tagesbericht.
Wien, 20. Mai (W. B.) Amtlich wird verlautbart:
An der Südwestfront beiderseits Erkundungstruopen und Flieger nach wie vor in regster Tätigkeit.
Der Chef des Generalstabes.
Der Fliegerangriff auf Köln.
Köln, 20. Mai. Der letzte feindliche Fliegerangriff auf Köln galt absichtlich allein der Bevölkerung der Stadt, n'cht der Festung. Sechs Flieger warfen mitten in die Innenstadt zu verkehrsreicher Storgenstunde 23 Bomben von starker Splitterwirkung ab, so daß 25 Tote zu beklagen sind und 47 Verletzte gezählt wurden, Verluste, zu denen auch die Mißbeachtung der Verhaltungs- regeln bet Fliegerangriffen wesentlich beitrug. Der Sachschaden ist gering.