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Haus einziehen und die ^olenfraHlon würde sehr ver­stärkt werden. Das ^ay9 werde seinen mittelständischen Charakter einbüßen. Die Steuerentivicklung werde in ganz falsche Bahnen geleitet und die Schule ihres christlichen Charakters entkleidet werden. Was aber werde aus unseren Ostmarken werden?

Sodann verteidigte sich Vizepräsident Dr. Friedberg gegen verschiedene persönliche Angriffe und betonte, daß die Krone von den Wahlkompromißvorschlägen rechtzeitig unterrichtet worden sei. Der Minister habe sich vor, aber nicht hinter die Krone zu stellen. In der Ostmarken- frage werde die Regierung schon den rechten Weg finden und auch dafür sorgen, daß der autoritative Charakter des Staates durch das gleiche Wahlrecht nicht gefährdet werde. Die Königliche Botschaft dürfe nicht zerdcutelt werden. Die Vorlage müsse möglichst rasch erledigt werden; denn das sei unserm Siege förderlich.

Nachdem der Zentrumsabgeordnete Dr. Porsch betont hatte, daß die große Mehrheit seiner Partei für den RegierungSantrag stimmen werde, vertagte sich das Haus auf den 1. Mai.

An diesem zweiten Tage der Wahlrechtsberatung nahm zuerst der Nationallieberale Dr. Lohmann das Wort und äußerte sich im Namen eines Teils seiner Parteigenossen gegen die Regierungsvorlage und für ein Pluralsustem. Sehr scharf sprach dann der Minister des Innern Dr. Drews, nannte Lohmanns Antrag plutokratisch und verwahrte sich energisch gegen den Vorwurf der Angst und Feigheit. Daraus brach der Freisinnige Dr. Pachnicke eine neue Lanze für die Wahl­reform, deren radikalisierenden Folgen überschätzt würden. Der Freikonservative Lüdicke brächte nochmals alle Gründe vor, die gegen die Einführung des allgemeinen Wahl­rechts in Preußen sprächen, und ging eingehender aus die Gefahr ein, die daraus besonders für unsere Ost­mark erwüchse. Nachdem dann der Sozialdemokrat Hirsch betont hatte, daß durch das gleiche Wahlrecht der Stegeswille des Volkes gestärkt werde, schloß der Unabhängige Ströbel den Reigen mit der Behauptung die ganze Wahlrechtsvorlage sei wertlos, nur eine plumpe Täuschung des Volkes.

Die Wahlrechisfrage im Abgeordneterchause.

Das Abgeordnetenhaus setzte am Donnerstag die Beratung über die Wahlrechtsvorlage fort. Der Vize­präsident Dr. Friedberg betonte, die Mehrzahl der Frontkämpfer werde es freudig begrüßen, wenn sie bet ihrer Heimkehr ein erweitertes Wahlrecht vor fanden und es übel bemerken, wenn ein anderes Wahlrecht zustande käme, als das von der Regierung vorgesehene. Darauf hirlr der aus der freikonservativen Partei auSgeschiedene Abgeordnete von Kardory eine längere Rede, in der er die Notwendigkeit, das neue Wahlrecht anzunehmen, verteidigte. Hierauf sprach der Konservative von der Osten In groß angelegter Rede, in der er sich mit seinen Gegnern scharf auSeinandersetzte und der Demo­kratie die Schuld für all die Wirrnisse zusprach die Jetzt über unser Vaterland lom^.n. Darauf wird die Diskussion geschlossen und zur Abstimmung geschritten.

In der Abstimmung wird zunächst der Antrag Braun (Wahlberechtigung jedes Deutschen ohne Unter­schied des Geschlechts nach Vollendung des 20. Lebens­jahrs) gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien und der Polen abgelehnt. Der Antrag Aron- sohn, die Voraussetzung der dreijährigen Staatsange. Hörigkeit zu streichen, die Voraussetzung des Wohnsitzes auf sechs Monate zu beschränken und den Ausschluß des Wahlrechts für das aktive Heer zu streichen, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Polen und der fortschrittlichen Volkspartei abgelehnt. § 1 gelangt in der Kommisfionsfassung zur Annahme. In der Abstimmung über § 3 wird zunächst der Antrag Lohmann (eine Zusatzstimme) gegen die Stimmen der Nationalliberalen, einiger Zentrumsmttgliedec und einiger Freikonservativen abgelehnt. Ueber den An­trag Braun (Soz.) auf Wiederherstellung der Regier­ungsvorlage (jeder Wähler hat eine Stimme") wird namentlich abgestimmt. Der Anrrag wird mit 235 gegen 183 Stimmen bet 4 Stimmenthaltungen abge- lehnt Damit ist dar gleiche Wahlrecht gefallen.

Deutsches Reich.

Der deutsche Kronprinz vollendete am Montag im Felde sein 36. Lebensjahr.

Aus dem Reichstage. Im Reichstag fand die erste Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend Aufhebung des § 153 der Gewerbeordnung (Strafandrohung wegen Mißbrauch des KoalitionSrechts), statt. Nachdem sich verschiedene Redner für, andere mehr gegen die Vorlage

ausgesprochen hatten, nahm Staatssekretär des Reichs- wirtschaftsamtS Freiherr von Stein das Wort und be­tonte das Streben unserer Zeit müsse dahin gehen, Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schaffen. Nach verschiedenen weiteren Reden wird die Weiterberatung vertagt. , , ,

Unser Kaiser im Kampfgelände. Wie ein Kriegs berichterstatter vom Schlachtfelde von Pperu berichtet, hat unser Kaiser den Tag, an beut der Kampf um den Kemmel auSgesochten und als deutscher Lieg cn ( schieden wurde, vom frühesten Morgen an im Kampf- gelände verbracht. Schon um 6 Uhr fand ei ach am einer vorgeschobenen Feldstelle ein, bk den Blick über die Höhenzüge südwestlich von Ipern freigibt, und bk um diese Zeit des ersten Tageslichts im Hall des ^e wattigen Feuerüberfalles unserer Geschütze geradezu er zitterte. Dieser donnernde Chor der Geschütze, das Aufblitzen der Einschläge in dem noch dunstigen Höhen- lande, die dicken Rauchlinien, deren Qualm sich gleich dunkeln Balken über den Horizont legte, vereinigten sich zu deut gewaltigen Eindruck einer modernen Schlacht. Jeder Abschnitt des Kampfes, das Vorgehen der Feuer­walze, der Sturm der Infanterie, das Abtlauen der Feuer ließen sich genau verfolgen. Nach und nach brachten die Drähte die ersten Meldungen, die den guten Erfolg meldeten. Der Kaiser, der sich tu Be gleitung des Oberbefehlshabers einer Armee befand, zeichnete selbst alle Ergebnisse in die Karten ein. Er blieb bis in die Nachmittagsstunden auf der Feldstelle und verließ sie erst, als die Meldungen bewiesen, daß der Tag einen ganzen Erfolg für die deutschen Waffen bedeute. Auf dem Rückwege zu seinem Quartier be­sichtigte er noch zwei Divisionen, die sich im Laufe der jüngsten Kämpfe besonders ausgezeichnet hatten, und überall sprach er dabei von den herrlichen Leistungen der Truppe, deren Sturmarbeit er soeben beobachtet hatte.

- Hindenburg und unsere Ostmark Auf ein von dem Nationalliberalen Verbände für Westpreußen an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg abgesandtes Telegramm ist folgende Drahtantwort eingegangen : Den Nationalliberalen Verband für äßest preisen bitte ich, versichert zu sein, daß ich nichts unterlassen iverbe, eine ausreichende strategische Sicherung unserer Ostmark zu erwirken. _____

Politische Uebersicht.

Erfolgreiche Unternehmungen in Flandern.

Großes Hauptquartier, 6. Mai. (W.B. Amll.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht u. Deutscher Kronprinz.

Im flandrischen Kampfgebiet führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Ein feindlicher Teilangriff süd­lich von Loker scheiterte, Am frühen Morgen vor übergehend heftiger Artilleriekamp; zwischen Apern und Bailleul. Tagsüber lag nur bn Kemmel unter stärkerem Feuer.

Auf dem Nordufer der Lys, am La Bassee-Kanal und in einzelnen Abschnitten des Schlachtfeldes beider­seits der Somme lebte die Feuertätigkeit am Abend auf Erkundungsgefechte und Vorstöße in die feindlichen Linien bei Hangard und südlich von Brimont brachten Gefangene ein.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

In Vorfeldkämpfen mit Amerikanern südwestlich von Blamont und mit Franzosen am Hartmannsweilerkopf machten wir Gefangene.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff

Berichte der Verbündete».

Berlin, G. Mai, abends. (W.B. Amtlich.)

- Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Wien, 6. Mai. (W.B.) Amtlich wird verlaulbart:

Südwestlicher Kriegsschauplatz-

Rege Arlillerielätigkeit.

Der Chef des Generalstabs.

12000 ^tniien versenkt.

Berlin, 5. Mai. (W. B Amtlich.)

Neue UBootsersolge auf dem nördlichen Kriegs­schauplatz 12000 Bruttoregistertonnea. Unter den ver­senkten Schiffen befindet nch ein Tankdampfer, der an der Ostküste Englands torpediert wurde.

Kir^ensammlung am Himmelfahrtstag für das Tropen-Genesuntzshtlm in Tübingen.

Das in Tübingen von den Freunden der ärztlichen Misston ganz Deutschlands mitten im Weltkrieg innerhalb von 27 Kriegsmonaten erbaute Tropen

GeneMtgsheim soll vor allem den kranken ober erholungs­bedürftigen in die Heimat zurückgekehrten evangelischen Missionaren und MissionSfrauen dienen, um ihnen durch sachgemäße Behandlung und liebevolle Pflege zur Wieder­erlangung ihrer Gesundheit und Kraft zu verhelfen, daneben soll es, soweit möglich, auch anderen Tropen- tranfen geöffnet sein.

Während der kurzen Zeit seines Bestehens (Nvv. 19JGj hat das Tropen Genesungsheim bereits mehreren 100 Kranken aus 32 Ländern der Tropenzouen Misst vns- gliedern von 19 verschiedenen Missiontzgestllschasten - dienen dürfen.

Kurz vor Weihnachten 1917 sind 29 MisstonSleute von der Brüdergemeinde und der Bielcfelder Mission in Ostafrika aus belgisch-französischer Gefangenschaft im Tropen Genesnngsbeim eingetroffen, u. weitere bisher auf bei Goldküste interniert gewesene Missionsgeschwister stehen in Aussicht. Um allen diesen Missionsangehörigen einen ermäßigten Pflegesatz gewähren zu können, ebenso auch während des KriegeS und nach Beendigung des­selben den bann in die Heimat zurückkehrenden tropem kranken Offizieren, Beamten, Kaufleuten, die Wohltat einer sachgemäßen Behandlung und Heilung von Tropen- krankheit zu vermitteln, bedarf das Tropen-Geuesungs.- Heim des Beistandes der Missionsfreunde im weiten Vaterland.

Das Königliche Konsistorium hat daher zum Besten des Tropen.Genesungsheims eine Kirchensammlung be- willigt und als Tag der Einsammlung den Himmel- fahrtstag, Donnerstag, den 9. Mai, bestimmt.

Lokales und ProviNsieLes

Schlüchteru, 7. Mai 1918.

* Der Gerichtsvollzieher a. d. August Wiegand, Rechnuugsführer im Vereinslazarett I dahier, erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.

* Der Torpedo-Matrose Karl Wirth von hier, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Bayrische Tapferkeitsmedaille.

* Keine Reisen am HimmelfahrtStage und zu Pfingsten. Wegen der hohen Anforderungen des kriegs- wichtigen Verkehrs ist es auch in diesem Jahre geboten, die Reisen am HimmelfahrtStage und zu Pfingsten nach Möglichkeit einzuschränken. Der Minister der öffent­lichen Arbeiten hat die Zentralbehörden ersucht, daraus hinzuweisen, daß es vaterländische Pflicht eines jeden ist, die Eisenbahnen besonders während der Festtage, nur in den allerdringlichsten Fällen zu benutzen.

* Durch die 20 Raiffeisenkassen des Kreises, die Nch sämtlich beteiligten, wurden zur 8. Kriegsanleihe gezeichnet G04 800 Mk.

zur 7. Kriegsanleihe 369 200

6. 423 300 von der 2. 8 Kriegsanleihe zusammen 2 107 500

* Ulmbach Vor einigen Tagen traf hier die Trauernachricht ein, daß der frühere Lehrer von Sarrod unb Rabenstein Herr Emil Schwitz in einem Feld» mzarctt fm "das Bmrrkmchgrftorbe« sei. Er -w» Leutnant der Res. und Kompagnieführer in einem In­fanterieregiment Als er am Morgen des 14. April seine Kompagnie zum Sturmangriff führte, wurde er durch einen Bauchschutz schwer verwundet; dieser Ver­wundung ist er am 15. abends 10 Uhr erlegen. Mit inniger Anteilnahme wurde die Trauernachricht von bet ganzen Psarrgemeinde Ulmbach ausgenommen. Auf Anordnung des Oktsschulinspeklocs, des Herrn PfarrelS Braun, wurde ein TrauergotteSdienst in der Pfarrkirche für ihn abgehalten, an dem sich besonders die Schul­kinder von Sacrod und Rabenstein beteiligten. Gerade diese werden ihm ein recht treues Andenken bewahren und den lieben Gott bitten, daß er ihm all das Gute im Himmel vergelten möge, das er hier auf Erden an ihnen getan habe.

* Oberkalbach Im hohen Alter verschied der pensionierte Lehrer und Standesbeamte Herr Euter. Derselbe verbrachte faßt seine ganze Dienstzeit am hiesigen Orte und erfreute sich hier größter Beliebtheit.

Kirktzlicher Anzeiger für MlütWrm Evangelische Gemeinde: HimmelfahrtSsest, 9. Mai.

Vorm. 10 Uhr: Herr Superintendent Orth. Nachm. '/. 2 Uhr Herr Superintendent Orlh.

Katholische Gemeinde. Donnerstag, den 9. Mai 1918.

Christi Himmelfahrt.

Poem 10 Uhr: Hochamt mit Segen unb Predigt.

Nachm 2 Uhr: Andacht mit Segen.

Herr Kaplan Ramb.

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