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mit Amtlichem Kreisblatt"

Wochcul>kilt!M: Illustriertes Sonlltaflsbtatt

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Diebeiden Jucker hatten sich prachtvoll herausge- macht. Jede ihrer Bewegungeil zeugte von Dem edlen Blute, an daS L

Schntd und Sühne Roman von Käthe Lubowski.

(Nachdruck nicht gestattet.)

1. Kapitel.

Erscheint Alittwoch und Samstag. - Preis mitKreisblatt" vierteljährlich i,8ü Mk. - Anzeigen kosten die kleine Zeile ober deren Kaum ( Pfg.

Mittwoch, den 8 Mai 1918

69. Jahrgang.

Zum Himmelsahrtsest.

Du bist'«. Du bist der Eine, der mir hilft. Du bist der Heiland, der das Heimweh heilt. Dich suchte ich in allein, was ich sann.

Dich meinte ich mit allein, was ich tat.

Und wenn ich alle Sterne fragen ging: Ich fragte nur nach Dir. Ich fragt' nach Haus.

Was sind der Erde Namen gegen Dich 1 Ihr Lied versagt im Leid, ihr Wort im Weh. Es gibt ein Herz im Herzen: DaS bleibt leer, Wenn nicht Dein Geist das lebeneburft'ge .labt, Wenn nicht Dein Wort das wartende betaut So vieles lindert. Du erlöst allein.

Wie weinte ich nach weißen Wegen lGg, Nach Wegen, die nicht stauben. Du warbst Du Der Weg, die Wahlheit und das Leben mir-

. . . Hub als ich Dich im Glück einmal verlor

Da legtest Du mir linde auf das Veit Und ließest mich ganz langsam aus bei Zeit Und aus dem Leben reifen für Dein Reich.

Die stillsten Stunden waren immer Dein, Und kommt einmal der schattenduutle Tod; Du bist das Licht und leuchtest mir nach Haus.

Karl Ernst Knodt.

Himmelfahrt.

Wunderbar wie der Eintritt des Sohnes Gottes in die Welt ist auch seine Rückkehr zum Vater. Auf dem Oelberge, wohin der Heiland seine Jünger geführt gut, breitet er segnend die Hände aus und erhebt sich in die Lüfte. Die Apostel aber ftpauen ihrem Herren nach, bis die Wolke ihn den Blicken entzieht. Was war in diesem Augenblick geschehen' Jesus war de> ^fttfttr--!^^ gelingt -oeye dich zu meimr Rechten, bis ich deine Feinde zum Scheinet deiner Füße lege." Die Rechte Gottes, ist von ihm untrennbar. So ist Gottes Sohn mit seinem Vater nun nnauslös- lich verbunden.. Die Macht und Ehre des einen ist auch die des andern. Der Vater wirb geehret, indem man an den Sohn glaubt zu ihm betet, sich auf sein Verdienst beruft. Das will ja Jesus alsmnser alleiniger Hohepriester im Heiligtum des HimurelS für die Seinen geltend machen. Dv/ch seine Fürbitte hält erbte Säulen dieses Weltgebäudes fest, daß sie nicht znsamuienbcechen und die Menschheit unter ihrer Last begraben. Durch sein Eintreten beim Vater erwirkt und verlängert er uns Sündern die Gnadenfrist, deren wir alle bedürfen, um zur Buße zu gelangen. Aber die Hand des Herrn ist nicht so kurz. Seine Rechte reicht weit. Sie ist überall da, wo er seine Macht offenbart. Die Sonne steht an einer bestimmten Stelle des Himmels ist aber überall in der Natur durch ihr Licht und ihre Wärme wtrksüin. So kann Jesus sagen, er gehe zum Vater, aber auch, er sei bei den Seinen alle Tage bis an der

----einigen zeugte von dem edlen ....... vu» Leutnant Erich Rastingen bis heute liiert hatte glauben wollen. In dieser Stunde schämte er sich der wiederholten mokanten Bemessungen, mit denen er seinem Vater die kleinen Trakehner zu oerleideir beinüht gewesen war, so oft ihn sein Posener Regimentstom-

mandeur auf daS zwölf Kilometer entfernte Heimatsaut bemiaubir.

Der Rittergutsbesitzer Raftingen trug daS in die- sim Augenblick zeinem einzige» Söhne nicht nach. Seine Harfen Singen »erfolgten austnerllam das flotte, re« «eimätzige Lempv der jungen Tierr, die von zwei rolnifdben Ältesten vpraefühn, zum fünftelund! an den beiden RastiugenS voMhrrlrabten.

Der keltere wanbte sein Gesicht langsam dem jun­gen Artillerieoffizier zu. Es trug fonberbar scharfe, bei­nahe starre Züge, wie sie ein Leben unausgesetzt»» Selbst- Merrfrfjmig zu hülterlasseu pflegt. Auch zurzeit war inchl die geringste Spur eines Triuiiiphg«si,thlS barm zu fluten. Er lieh feine Haus auf die Schulter feiltet Soh­nes fallen und sagte kurz;Sie werben bin Kaufpreis und die Kostrir her Pflege ritchttch einbringen. Meinst Da nicht auch, Erich?"

Der junge Offizier wurde ein wenig rot. Wt» der Tcheiii eine® flgckerudm LichteS lag e< auf dem schma­len, weihe» Streifen, der unter dem Schirm der Mütz» sichtbar ward.

Mehr als reichlich, Vater. Nun gilt es nur noch den richtigen Liebhaber für sie zu finden." Rastin- Wi senior winfte den Knechten mit.der $auD. Sofort verstümmle das klappernde Geräusch aus d-m Kieswege.

PostscheMo»«to ^runfhiri a. M 1 MUH

Welt Ende. Darum feiste dem Scheiden des Herrn ant Himmelfahrtstage das Schmerzliche was sonst jedem Abschied aus Erden anhafter. Voll Freude kehrten die Jünger vom Oelberge nach Jerusalem zurück. Sie hatten nicht das Gefühl, ihren Freund und Vater verloren zu haben, sondern iljit unverlierbar zu besitzen. Auch wir können uns der Himmelfahrt nur von Herzen freuen. Durch sie ist uns der erhöhte Heiland nähe, als wenn er noch sichtbar auf Erden wandelte. Als lebendige Glieder an diesem Haupte sollen wir ihm einmal Nachfolgen, wenn wir für den Himmel reit geworden sind, wenn wir uns als Freunde Christi be­kehren, die allezeit seinen Willen tun.

Seine Feinde legt der Vater dem Sohne zum Schemel seiner Füße. Das beweist die heilige Geschichte und die Weltgeschichte. Von HerodeS bis auf Kaiser Julian den Abtrünnigen, von Philipp 2. von Spanien, dem blutigen Verfolger der Evangelischen bis auf den Blut- menschen der französischen Revolution haben alle Feinde Christi seine Macht zu fühlen bekommen. DaS Reich Christi schien oft dem llniergam nahe, immer wieder hat es sich erhoben. Ja gerade durch Niederlagen ist es zum Siege gelangt, wie der Herr selbst sterbend und untergehend triumphierte. Christi Feinde sind nur dazu da, um von ihm überwunben zu werden^ Bist du ein Feind Jesu? Du bist es, wenn du weder Freund noch Feind sein willst, wenn du von oben herab oder von 'ferne unter den Volten und Gleichgiltigcn dem Kampf des Reiches Gottes zuschauft. Laß dich durch seine Liebe überwinden. Laß dich schützen und schirmen durch das Gebet: Herr Jesu, dir leb ich Herr Jesu, dir sterb ich. Herr Jesu, dein bin ich tot und lebendig.

Um die Wahlrechtsvorlage

Das preußische Abgeordnetenhaus iah in seiner letzten Aprilsitzung erregte S neu wie es w selten ja kaum jemals gesehen hatte. Die Seranlaffung dazu gab-der Zentrumsabgeordnete Gras Spee der, vor dem dicht besetzten Hause, das sich zur Beratung über die Wahlrechtsreform versamui-.lt hatte, den Antrag stellte, die Vorlage bis nach Beendigung des Krieges zurück- zustellen. Graf Spee, der als feldgrauer Offizier die Tribüne betrat, stellte den Antrag nicht als Parteiver- tceter, fonbetitauf eigene Faust" wie er sagte. Als Vertreter der Front, die nicht wolle, daß jetzt, wo daS Haus brenne, innerer Zwist die Kraft schwäche. Auch er sei für eine Reform des Wahlrechts, aber er wünsche daß auch die Frontkämpfer zu dieser schwerwiegenden Frage gehört würden. Der Kampf ums Wahlrecht müsse nach dem Kriege auSgefochten werden.

Scharf wandte sich gegen diesen Vorschlag der Vize­präsident deö Staatsministeriums Dr. Friedberg, erkannte aber an, daß der Vorschlag von hoher vatriotischer Gesinnung eingegeben sei. Aber eine so feierlich gegebene Versicherung dürfe nicht auf unbestimmte Zeit zuruck- gestellt werden, das würde unsern Frieden aufs tiefste gefährden. Die Verantwortung dafür müsse die Re-

Langsam zog er aus dem Schaft des rechten Sliejels eine Reitpeitsche und ließ sie ein paarmal durch die Ouft sausen.

In Den Stall bringen, abreiben und nicht früher Wasser geben, bis Matuschek es ausagt," befahl er, ehe er deS Sohnes letzte Bemeihmg beantwortete.

Den richtigen Liebhaber, sagtest Du vorhin," meinte er dann und steckte die Gerte au lbreu alten Platz zurück. Das ist natürlich die Hauptsache. Er ist auch schon ge­sunden."

Dann ist Deine Forderung wohl sehr mitb gewe­sen, Vater?"

Wie man'« nimmt. Sechstausend Mark für besdr."

Hm eigentlich ein ganz anständiger Preis. Sag' mal, sie bleiben doch nian gar in meinem Regiment hängen? Der alte Jgnaz, der unsere zahlungsfähige» Artilleristen mit <KäuIrn versorgt, soll sie sich in der

Artilleristen mit <Käulen versorgt, soll sie sich in der legten Woche dreimal angesehen haben."

Du bist naiv, Erich. Wer sgOte sie sich bei Euch w»ht leisten? Etwa Major Krickhriyn »der Hanptmanu

Lotterche» ?"

Der junge Raftinaen lachte.

Air die beide» dachte ich natibUli nicht, Pater. Aber es sind jetzt jwei andere da, die Geld uhb Nei­gung genug besäßen."

Die mühten aber sehr neu fein."

Vor vier Wowe» besamen wir ben eigen noch frisch, gebackenen ^auotmaiin. Avisierte Znkunstsl«uchte. Na­türlich KnegSakadennker und von altem Adel. Wir ha­be» es bisher nock nicht h»>a»« gebracht, was er etgeub U* »an unS will. Vor drei Wochen den andern, aj- Er» für ßeutngiu Cm« Ma, vorher Oarde^>!ill»rist. Elij famofep, li«b»nSiviirdiger Kamerad Er soll unter uns gebessert werben."

So, so. Bon ihnen ahnte ich bis heuze »ichui Ajs Dri daS letzte mal hier warst, stetste ich tief in der Ar­beit. Wenn Du Dich noch erinnerst der Monteur war Da, um Den geplagten Dampsteffel, dem irgend eine polnisch» Kanaille da» nötige QMM Öalfer

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gierung ablehnen und müsse, fall" der Antrag ang/ nommen werde, mit der äußersten verfassungsmäßigen Konsequenz handeln. Hierauf erklärte der Zentrums­vorsitzende Dr. Porsch, daß seine Partei den Antrug des Grafen Spee ablehnen werbe. Der Fortschrittler Pachnicke nannte den Antrag einen Hohn auf die Krone des Staalsinintsteriuins und das ganze Land. Dann kam der Unabhängige Sozialdemokrat Hoffmann zum Wort Er verunglimpfe seinen politischen Gegner in der lies- stehendsten Weise und verstieg sich zu der landeSver- räterischen Phrase, er wolle den Gegenantrag stellen, daß die Frontkämpfer so lange den Kampf einstellen sollten, bis die Wahlreform Gesetz sei. Einen Sturm berechtigter Entrüstung entfesselte er damit und zog sich den dritten wohlverdienten Ordnungsruf zu. Planten? seiner Partei sprach sich dann der Rationalliberale üob Mann gegen den Antrag Spee aus, und der Konser­vative v. Hcydebrandt betonte, daß der Antrag Spee auch ihm überraschend gekommen sei, aber der Auf fanung seiner Partei entspreche. Er bitte um einnündige Vertagung der Beratung, damit seine Partei Stellung zu dem Antrag nehmen könne. Der Antrag Hende- brandt wird angenommen, das Hau" vertagt sich auf eine Stunde.

Nach Wiederaufnahme der Verhandlung betonte der Feikonservative Lüdicke, daß der Antrag Svee lebhaften Wiederhol! in' seiner Partei gefunden habe, trotzdem werde seine Partei den Antrag ablehnen, nachdem die Vorlage bereits so weit in der Kommission beraten sei. Sehr scharf, minutenlang vom Hause unterbrochen, wandte sich Erzellenz Dr'- Friedberg gegen den Abge­ordneten Lüdicke und wies den Vorwurf zurück, daß die Staatsregierung eine Schuld auf -d) geladen habe, indem sie gemäß der Kaiserlichen Botschaft handelte.

morden. uer Mtra^Sra- ^vee wi d >odcm« mit 3ää Stimmen abgelehnt.

Das HauS tritt dann weiter in die Verhandlung der Wahlrechtsvorlage. Der Zentrumsabg. Bell berichtet über die Ausschußverhandlungen : die Frage der.Zusatz- stimmen und der Wahlpflicht. Sodann ergreift der Ministerpräsident Gras Hertling das,Wort. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, daß eine Verständigung erzielt werde. Die Stimmen-,usatzanträge der Kommission seien für die Regierung nicht annehmbar, da sie das Wahl recht plutokratisch gestalteten- Am gleichen Wahlrecht müsse grundsätzlich festgehalten werden. Sicherungen seien wohl zu überlegen, die allzuweitgehende radikale Folgen verhinderten. Anträge dazu seien Angegangen die die Regierung prüfen werde. Das gleiche Wahl- recht müsse kommen, und zwar bald, um schwere innere Erschütterungen zu vermeiden- Wer wollte für diese Erschütterungen die Verantwortung auf sich nehmen: Abg- v. Heydebrandt wies auf die schweren Gefahren hin, die da? allgemeine Wahlrecht für Preußen bringen werde. 120 bis 130 Sozialdcmokraten werden jns

entzogen hatte, nadtjufeßen. Der Liebhaber ist nicht in Deinem Regiment zu suchen. Es ist mein nächster Nach- bar, der Herr von DnblischiuSti."

Bater, das kann doch unmöglich Dein Ernst fein. .

Ehrenhastigkeit gewesen, die i willst initdlasrulHundeterlinG«!

Bitte sehr, warum nickn?"

Muß ich Dir wirklich daraus autivorteii. Ich glaube nein. Du. Dessen ganzeS Leben eine einzige, große

' üt aenufen, die im Deutschtum wurzelt tmHundeterlinGeichästSvrrbindmig treten?" Der alte Rastiiigen legte plötzlich die Hand über Du

Augen.

Ich denke, ivir bruigen dies Gespräch besser im Zim» Ende. Man ist hier draußen niemals vor Hor­

tuet zu

cher» sicher."

Erich Aastlilgeii folgte feinem Batet ohne Wider­spruch in das Hans. DaS stohe Leuchten aus jetueii Au» gen ist geschwundittl. givische» seinen dichleu, blonden Brauen steht eine senkrechte Falte. Sie bleibt auch, »ach» Sein er feinem Vater gegenüber in Dessen mehr alS einfach«», Arbeitszimmer Platz genommen hat

Warum ilnnnlest Dir Herrn von DublilchinSki einen Hiindekerl, Erich?"

Weil ich mich schellte, in Deiner Gegenwart einen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen. Barer. Hast Du Denn vergessen, wie er abgesehen von Dem, was er Dir in Den legten Jahre» hier m Boidrowo ungetan hat. Souptmann Müller von der fünften Batterie imitierte? Demi ich Daran btufr, konnte ich heute Eingehen und ihn über ben saufen schieben. Nimmt ihm, nachdem er ihn sinnlos benuiifen machte, in einer einzigen Nacht D0 gange Geld ab, DaS er von Jgnaz zur Regelung seiner Verhältniss« erhalten hatte. Ob im Richtig- ober Jalf^fpiel tut meiner Ansicht nach gar nichts zur ach« Die Genieiiiheit bleibt Die gleich«. Für mich ist er ein Dieb, wie jeder, der sich anetgnet, waS ihn, nicht gehört, der alle befdimugt, Du sich auch nur mit ihn, abgeben."

Der alt» Rastflig»» ajjjj^tt schw»r. 220,18*