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liln Ämtlicheul Kreisblatt". Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint riNttwsch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich j,80 Ulf. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum ss pfg.

M 36, Samstag, den 4. Mai 1918. 69. Jahrgang.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und die Knohessen-

Aus ein an den Kaiser gesandtes Huldigungstele «amm des Kommunallandtages des Regierungsbezirks Kassel hat der Kaiser folgendes Antworttelegraniin ge- saildt:An den Kurhesfischen Kommunallandtag in Kassel. Den Huldtgmigrgruß KurhessenS habe ich mit Freude und Dank empfangen und mit Genugtuung das Gelöbnis, kein Opfer zu scheuen, um unserem Heere, ibem Eckstein der Macht und Grische des Bateklandes, teizustehen in der Niederwerfung der Gegners. In l^urhessen herrscht, daS weiß ich, der Geist der Gottes lsurcht, der Treue unb des Gehorsams. Es wird ver lmuenSvoll ausharren bis zu einem Frieden, der, auf teutscher Kraft aufgebaut, eine gesegnete Zukunft ver- hürgt. In dieser Zuversicht entbiete ich dem Kommunal Landtage meinen königlichen Gruß. Wilhelm."

Der OrdenPour le märlte a« Volksschullehrer.

Vor dem Lehrer Drebing aus Kassel haben schon LoH Volksschullehrer den militärischen Orden Pour le Lieble erhalten, nämlich der Fliegerleutnant Bongatz, Let bereits 33 Luftsiege errang, unb der Kieler Semt- I nm ist Kroll, der ebenfalls Fliegerleutnant ist und *23 «uftsiege gewann.

Zur Wahlrechtsfrage.

Der Kanzler empfing um Sonnabend Aldeiterver- jtieler> um sich mit ihnen über die politische Lage aus- Wusprechen. Wie halbamtlich nutgeteilt wird, betonte Mras Hertling. daß er mit dem preußischen Wahlrecht Hche und falle. Bor einigen Tagen noch habe sich »der Kaiser ihm gegenüber dahin geäußert daß er nach Me° ' unbeding' dem VidesD^-^tzWiu. rech^.oor- age siehe. Anders lautende Gerüchte seien durchaus lnzutrefiend.

Der Dauk des Reichsbauk-Präsideuten an die i bei der Werbearbeit zur 8. Kriegsanleihe.

Zu dem gewaltigen Er olg dieser achten Kriegsanleihe pl neben der immer allgemeiner gewordenen Erkenntnis hrer Bedeutung und neben dem Pflichtgefühl und der - Spferwilligkeit unseres Volkes auch diesmal wieder die nmer feiner ausgestaltete Werbearbeit außerordentlich Ziel beigetragen. Auch diesmal wieder sind ihr in allen Schichten und Kreisen Hunderttausende freiwilliger Helfer Manden, die die Werbearbeit von Haus zu Haus, von Person zu Person trugen, unermüdlich aufklärend, weckend jub werbend. Wieder haben alle Vermittlungs- leien sich hingebend in den Dienst der Sache »-stellt, hat die gesamte deutsche Presse, Schrist- »itungen unb Verleger, haben Bühnen und Licht- »ielthcater, opferwillig und unermüdlich in erfolgreicher Mitarbeit gewetteifert und dieZeichnungsfreudtgkeit an- »regt, wieder haben durch das ganze Reich die Ver- mltungsbehörden in Stadt und Land unb Jm regsten Berein mit ihnen die Vertrauensmännet" die Werbe- kbeit geführt und immer feiner durchgebildet, und die »ngebende Mitarbeit zahlloser Helfer aus allen Kreisen, Mbefondere der Geistlichkeit und Lehrerschaft und der Mich hier wieder tapfer und begeistert einspringenden Wiljugenb gefunden. Unb mit und neben ihnen haben »ch diesmal wieder die verschiedenen Behörden, die «ndels-, Landwirtschafts- und Handwerkskammern, die Mischen und landwirtschaftlichen Verbände und Ber- »e, die Landschaften, Fideikonimiß- und Stiftungs- »rwaltungen, Arbeitgeber und Betriebsleiter, Männer W Frauen, jeder in seinem großen oder kleinen Wir- Wgskreise, mit der alten Eingebung sich eingesetzt und ihren Anteil an dem Erfolg gesichert, und wieder M sich zu dieser einmütigen Betätigung der Heimat ebenso freudige und ebenso noch erhöhte Mitarbeit kleres gesamten HeereS und unserer Flotte gestellt, und W in ihren Reihen wie die bisher schon gemeldeten Meichnuizgen 553 Millionen gegen 424 bei der Wm Anleihe zeigen, gesteigerte Erfolge erzielt. Wm allen, die bei dieser Werbearbeit mitgeholfen, Nie ich auch heute wieder warmen Dank sagen.

Die Brotration.

I Fn der Sitzung des Ernährung-beirates des Reichs- der am 26. April unter dem Vorsitz des StäatS- Wiars von Waldow tagte, wurde die Frage besprochen, Win Schlüsse des Wirtschaft-jahres eine Kürzung der Wion eintriten müsse. 21acb eingehender. Referaten

Leiters der Reichsgetreidestelle, linterstaatssekretär UTrävenitz, und des llnterstaatssekretärs im Kriegs- Mrungsamt von Braun, der an den WirtschastS- Mndlungen in Kiew bis in die letzten Tage teilge- W^m hat, wurde Uebereinstimmung dahin erzielt, W die Lage zurzeit noch zu ungeklärt ist, um eine so

einschneidende Maßnahme zu beschließen, die sich mög­licherweise später als unnötig erweisen könnte. Es soll daher abgekartet werden, wie sich die Abwicklung der Getreidezufuhr aus der Ukraine in der nächsten Zeit, vollzieht. Es sind alle Vorkehrungen getroffen, um die von der Ukraine vertragsmäßig zugesicherten Getreide­mengen, die ausreichen würden, um zusammen mit den eigenen Beständen der Reichsgetreidestelle unsere Brot­versorgung in gleicher Höhe bis zum Schluß des Ernte- jahres sicherzustellen, hereinzubringen. Einige Trans­porte sind bereits eingetroffen; die Entw.icklung in den nächsten Wochen wird volle Klarheit bringen.

Volksernährting und Kritik.

In der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses ant­wortete der Staatskommissar für Volksernährung, Herr von Waldow, auf die an der Arbeit seines Ressorts geübte Kritik mit einer längeren Rede, in der er u. a. jolgendes auSführte: Was die Kritik betrifft, die an den kriegswirtschaftlichen Maßnahmen geübt wird, bitte ich zu bedenken, daß wir in dem Bestreben, die Volks­ernährung sicherzustelleu, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Jedenfalls kann von bösem Willen oder Leichtfertigkeit der in Frage kommenden Instanzen keine Rede sein. Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, daß der Rat der landwirtschaftlichen Sachverständigen nicht beachtet würbe. Die Festsetzung der Getreidevreise wird unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Land­wirtschaft erfolgen. Was das Vorgehen gegen Neukölln betrifft, so sind die Maßnahmen gegen den Schleich­handel mehrere Wochen vor dem Neuköllner Fall zur Ausführung gebrachl. Neukölln kann sich beimVor­wärts" bedanke», der die Denkschrift veröffentlicht und dadurch das Einschreiten der Staatsanwaltschaft ver­anlaß! He! <f« ist ja die Kn< if.i^.ißeü über die Schwierigteilen unserer Ernährung zu verstehen. Man soll aber auch in der Kritik Maß halten. Wenn wir unsere Blicke nach dem Westen richten, so können wir Gott danken, daß unser Land nicht von den Ver­wüstungen des Feindes heimgesucht wird. Trotz aller Schwierigkeiten im Innern werden wir durchhalten bis zum siegreichen Ende.

Politische Uebersicht.

Unter der Angst der U-Boote.

Der militärische Mitarbeiter des in Christiania erscheinendenMorgenbladet" schreibt über den eng­lischen Angriff auf Ostende und Zeebrügge: Trotz aller Versuche von offizieller englischer Seite, die U Boot­gefahr als bereits überwunden hinzustetlen, zeigt sich mit jedem neuen Monat, daß dieser Wurm, der am Stamme des englischen Staates nagt, immer vernichten­der wirkt, da es sich als unmöglich erwies, irgend ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der U-Boote durch einen Angriff zur See zu finden. Deshalb versucht man jetzt, die U-Boote durch Zerstörung ihrer Stützpunkte an der flandrischen Küste zu bekämpfen. An sich ist das englische Unternehmen von keiner größeren Be­deutung, da anzunehmen ist, das es den Deutschen bald gelingen wird, das Fahrwasser zu säubern und den angelichteten Schaden auSzubessern. Aber symp­tomatisch ist der Angriff von beträchtlichem Interesse einerseits weil er die Einleitung aggressiver Strategie zur See aus englischer Seite anzudeuten scheint, anderer­seits die Notwendigkeit solcher Strategie unterstreicht aus Rücksicht auf die sich immer mehr steigende Be­deutung, die der U-Bootkrieg im großen Kriegsspiel erreicht hat. Außerdem Pimmt die Kriegsführung, auf die die britische Marine bisher im wesentlichen ange­wiesen war, auch wenig zu den stolzen Ueberlieferungen der britischen Flotte.

Türkisch-persische Annäherung.

Die Frage des zukünftigen Verhältnisses der Türkei zu Persien wird von Ahmed Dschewdet Be» im Konstan- tinopelerJkdam" «ufgerollt, der eine Annäherungs­politik befürwortet.Tanin" undHilal" bringen Interviews mit dem persischen Geschäftsträger anläßlich der Aufhebung der persisch«! Kapitulationen. Auch das BlattAati" weist auf die Notwendigkeit einer Verständigungspolitik mit Persien hin, das mit der Ab­schaffung der Kapitulation den rechten Weg einge- schlagen habe.

Deutsch-französische Berhaudlungen.

Die am 2. April in Bern zusammengetretene Kon­ferenz zwischen Delegierten der deutschen und französischen Regierung zur Behandlung der Fragen, betreffend die Opfer des Krieges, ivurde vom Vchweizer Bundesprä,lden- ten geschlossen. Die Arbeiten der Konferenz führten zu einem befriedigenden Ergebnis. Zwei Vereinbarungen die eine über Kriegsgefangene, die andere über Zivil­

personen, wurden unter Vorbehalt der Genehmigung der beiderseitigen Regierungen unterzeichnet.

Oegeurevolution in Rnstlands

In Petersburg sollen Gerüchten zufolge, die aus Finnland hereingekommen sind, ernste Unruhen au-ge- drochen sein. Man spricht von einer Gegenrevolution; ebenfalls steht es fest, daß der Transport von Russen aus Finnland seit drei Tagen stilliegt infolge der Zu­stände in Petersburg. Diese Meldungen sind zusammen­hängend mit dem Gerücht, wonach der Zarewttich zum Regenten ausgerufen wurde.

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Mit der nächsten Nummer unserer Zeitung beginnt der hochspannende RomanSchuld und Sühne" von Käthe Lubowski.

Males und -rovinMer.

Schlüchtern, 3. Mai 1918.

* Am kommenden Sonntag, den 5. Mai hat die Frau des schon von Anfang des Krieges ab im Felde stehenden Bernhard März von hier ihre große Sicherheits-Luftschaukel und Hovpla-Hopv dem geehrten Publikum von Schlüchtern und Umgebung zur gefälligen Benutzung am Untertor aufgestellt. Da der Mann schon so lange im Felde steht, so ist es doch wünschens­wert, die Frau mit ihrem Unternehmen gütigst unter­stützen zu wollen. (Alles Nähere im Inseratenteil).

* Der Land stürm mann KaSvar Weitzel, S)h des Herrn Peter Weitzel von h er. erteil das Ei erne fheui II. Klasse. .....

Theater in der .ucühallt? Nach u ^d Fe ' nndet endlich wieder einmal ein Gastspiel sta't und zwar ist es die hier noch in sehr gutem Gedenken stehende Theatergesellschaft Frau Witn>e Robert Herr­mann, welche Sonntag den 5. Mai das Töpfersche LustspielEine Berliner Range", oder General und Straßenjunge zur Aufführung bringt. Wir sind von genannter Gesellschaft nur künstlerische Vorstellungen gewöhnt und so sind wir fest überzeugt daß uns am Sonntag etwas Gutes geboten wird. Auch sei noch erwähnt, daß die Vorstellungen bestimmt stattfinden und es nicht so geht, wie an beiden vorhergehenden Sonntagen. Die für Sonntag, den 5. Mai angesagten Vorstellungen werden von der Theater-Gesellschaft Robert Herrmann Ww. ausgeführt und nicht von den beiden anderen Gesellschaften. Der Vorverkauf ist in der Turnhalle bereits eröffnet wo auch der Sverrfitzplan ausliegt. Nachmittag 4 Uhr findet eine schöne Kinder- vorstellung statt unk zwar das MärchenHänsel und Gretel oder die Knusperhexe. EinttittSkarten zur Kindervorstellung sind nur an der Kasse zu haben. Alles Nährere im Inseratenteil.

* Verschlechterung des Schreibpapiers. Die Harz­zuweisung ist aus ein Drittel der bisherigen Menge be­schränkt worden. Außerdem wird auch nur noch Fichten statt Kiefernharz zur Verteilung gebracht, das an sich wesentlich geringer leimt. Infolgedessen wird eS nicht ausbleiben, daß die Schreibfähigkeit der Papiere noch bedeutend weiter zurückbleibt.

* Begünstigt von dem guten Märzwetter, haben die Hasen zum Teil schon Anfang des Monats ihre Jungen abgesetzt. Da die Felder und Wiesen genügend Nahrung bieten, haben sich die Jungen schon gut ent- mickelt, so daß man auf eine ergiebige Hasenjagd rechnen darf.

_* Neben den Privatpaketen werben auch nidiP amtliche Feldpostbriefe über 50 g (Päkchen) ben die Truppenangehörigen der Westfont und des Großen Hauptguartiers sowie den HeereSangehörigen im General­gouvernement Belgien und in Luxemburg von jetzt ab wieder angenommen. Im Einverständnis mit der Heeres­verwaltung wird indes dringend davor gewarnt, mir diesen Päckchen und Paketen leicht verderbliche Nah­rungsmittel ins Feld zu schicken.

Der Frühkartoffelpreis. Mit Zustimmung der Reichskartoffelstelle hat die Provinzialkartoffelstelle in Gaffel für bic Provinz Hessen-Nassau den Fühkartonel- Erzeugerhöchstpreis vorerst auf 10 Mark für den Zentner fistgesitzt, und zwar zunächst für den Monat Juli.

* Tteiuan. Dem Wehrmann Heinrich Bernbarb Hellwig in der 6. Komp Res. Jnf. Reg. Nr. 66 wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

* Sterbfritz. Der Kanonier Wtlh. Herche Sohn des Schneidermeisters Herche erhtell für besondere Tapfer­keit auf dem Westlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz II- Klasse.