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Hit Auitlicheni Kreisblatt". Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitAreisblatt" vierteljährlich (,8O Mk. Anzeigen kosten die kleine Zelle oder deren Raum ^5 pfg. kfßö? Mittwoch, den 1. Mai 1918. 69, Jahrgang.

Deutsches Reich.

I _ Kriegsgefangene Deutsche. Im Hauptausschuffe § Reichstages bezifferte General von Wriesberg die Lm der vermißten Heeresangehörigen für die Zeit ?uun 31. März 1918 aus 664 104; davon waren . Mffangene in Frankreich 236 676, in England 119 ,0 in Rußland und Rumänien 157 000; der Rest nn zum größten Teil für tot gehalten werden, ein .v^v Teil dürfte wieder zuni Vorschein kommen.

In Schlesien sind die ersten Waggons mit Ge- [be und Hülsenfrüchten aus der Ukraine eingetroffen.

verlautet, haben bis jetzt etwa 600 Waggons die Lje passiert, die Abtransportverhältnisse in der Ub |ne sollen sich bessern. Leider ist das Getreide aus T jungen Republik so teuer, daß die Ernährungs- L^le reichlich 'ausgewogen werden durch die Kosten.

I.- Die besonders umfassende Werbetätigkeit deS Line Deutscher Zeitungsverleger für die 8. Kriegs- chihe i|t von dem Generalfeldmarschall von Hinden- uz durch ein Dank-Telegramm anerkannt worden.

_ Ms dem preußischen Abgeordnetenhause. Im kubischen Abgeordnetenhause wurde die Beratung der -gudivirtichaftsfragen fortgesetzt. Dabei ereignete sich skandalöse Vorfall, daß der unabhängige Sozial- Mokrat Hafer zu behaupten wagte, Deutschland trage ( Schuld am Ausbruche des Weltkrieges. Ein anderer «abhängiger, Ströbel, besaß den traurigen Mut, sein pehl richtig" zu der erbärmlichen Behauplung eines enannten Deutschen zu geben. Als Sprungbrett für se schamlosen Behauptungen der Unabhängigen diente e Broschüre Lichnowskys. Das erfreuliche an diesem erfreulichen Vorkommnis ist aber der Umstand, daß 4 ganze Abgeordnetenhaus scharf Stellung gegen die anilose Behauptung dieser Abgeordneten nahm, und rabe aus den Kreisen btr Fvr''^ "ller sielen di- ärsstcn ^löwehrworte gegen die llnfläterei der abhängigen.

Die verschleppten Balten. Die von den Ruffen Michlkppten Balten deutschen Namens werden nunmehr Von der russischen Regierung auf den energischen Druck zuständigen deutschen amtlichen Dienststellen hin frei- »siassen und haben begonnen, die Grenze zu passieren hundert Männer und Frauen sind in Dorpat eingetroffen, L sie von der Bevölkerung jubelnd begrüßt wurden, ich monatelangem Leiden haben sie den Weg von birien unter großen Strapazen zurückgelegt und sind reut, ihre Heimat in deutscher Ordnung zu senden, t hoffen, daß die baltischen Lande an der Seite utschlands einer glücklichen Zukunft entgegengehen.

U-Bootbeute. Im Monat März sind, wie amtlich richtet wird, insgesamt 689 000 Br.-Reg.-To. des für jere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet rden. Der unseren Feinden zur Verfügung stehende elthandelSschisiSraum ist somit allein durch kriegerische iaßnahmen seit KriegSbeginn um rund 16 469 000 r.-Reg.-To. verringert worden.

Nach berühmtem Muster. Wie Reuter aus lersburg meldet, veranschlagt die Bolschewikiregierung StaatSausgaben für die ersten 6. Monate 1918 auf '/, Milliarden Rubel. Der Finanzkommtstar bemerkte einer äußerst pessimistischen Rede, daß die Deckung ur solchen Summe unmöglich sei. Riesige Beträge ngen durch die Hände der örtlichen Sowjets, aber, gie er hinzu, niemand wisse, wo das Geld hingehe.

Der Handstreich von Zeebrügge.

England hatte sich über denSieg von Zeebrügge" Haggengala geworfen, obwohl selbst der englische ittyt nur zu melden hatte, daß die Einfahrt zum Wr Kanalmöglicherweise" wirksam blockiert sei. e Zukunft wird zeigen, daß diesesmöglicherweise" r ein Kind der Verzweiflung war, aus dem Wunsche deren, den Briten wenigstens einmal etwas einem folge Aehnliches vom Westkriegsschauplatz zu melden. Der Versuch, unsere U Bootbasis zu blockieren oder 1 zu zerstören, ist völlig mißlungen; aber das hindert K anzuerkennen, daß der Versuch mit Kühnheit und ch von den Engländern gemacht worden ist. Unsere Jacken waren ihnen aber doch noch überlegen, ob- ^hl viele äußere Umstände den Briten bei ihrem Hand- sch zugute kamen. Ein Augenzeuge gibt ein anschau- M Bild von dem englischen Flottenangriff auf Zee W, der immerhin nicht ganz ohne Achtungserfolg während Ostende überhaupt nicht vom Feinde ^»> berührt wurde. Er schreibt:

»Die Nacht vom 22,/23. ist diesig und unsichtig.

1 seiner Regen fällt. Nach Mitternacht Flugzeuge 11 Ostende und Zeebrügge. Abwehrfeuer, Bomben H ein neuer Ton, das langgezogene Heulen der englischer Monitore. Die deutschen Küstenbatterien

nehmen das Feuer auf. Aber das offene Meer ver­schwindet wie unter einem dichten Schleier; das machen die Nebelapparate feindlicher Schiffe. Mit einem Male zittert der mächtige Quaderbau der Mole unter furcht­baren Schlägen. Ein mit Explosivstoffen gefülltes eng­lisches U-Voot ist gegen die Mole gefahren; ein Teil der Gitterbrücke, welche die eigentliche Mole mit dem Festlande verbindet, fliegt in die Lust. Für den Augen­blick ist jede Verbindung mit dem Lande abgebrochen. Vergeblich steigen Leuchtraketcn und werfen Morfeapparate ihre Lichtbündel; der Nebel ist zu dicht.

Die Wache steht in fieberhafter Erwartung hinter der meterdicken Brüstung der Molenmauer. Da taucht wie ein Geisterschiff der englische Kreuzer aus bem Nebel. Schon ist er an der Mole im toten Winkel. Die Maschinengewehre rattern und die kleinen Maschinen­kanonen spucken raffelnd Geschoß aus Geschoß aus das Deck des feindlichen Kreuzers, sdas schwarz ist von Menschen. Von den 400 Royal Marines weiß jeder einzelne, daß es gilt, zu siegen oder zu sterben. Unter bem tödlichen Hagel der Maschinengewehre werden Leitern und Laufstege gegen die Molenwand geworfen, die Verwegensten klettern hinauf, die Komvanieführer an der Spitze, von vieren bleiben drei tot auf der Mole. Wilder Kamps im Nebel um die zitternde Mauer mit Bajonett, Messer, Faust und Zähnen. Von 40 Eng­ländern kommt keiner lebend zurück; das Deck des Kreuzers schwimmt im Blut. Der Engländer wirst wieder ab, der Versuch, die Seeflugstation und die anderen Einrichtungen der Mole durch handstreichartigen Ueberfall zu zerstören, ist gescheitert.

Mit qualmenden Nebelavparaten versuchen drei feind­liche Kreuzer den Molenkopf zu passiereu, da bricht das Feuer der Molenkovsbatterie aus den Rohren. Treffer in den Schornsteinen, auf der Kommandobrücke im M»xf. Audi die Hüfte.X^.. .:. greifen ein, bL jetzt ihr Ziel im Dunst erkennen können. Die englischen Schiffe beginnen zu sinken. Zwar haben sie noch Fahrt aber sie genügt nicht mehr, um ihr Ziel, die Kanal- schleuse, zu erreichen und zu sperren. Ein Zerstörer der die Besatzungen von den Motorbooten aufnehmen soll, sinkt in deutschem Geschützfeuer, von den Besatzungen entkommt kaum einer. Die gesprengte Molenbrücke ist rasch wieder hergestellt. Ein einziges deutsches Torpedo­boot ist unbedeutend beschädigt, seine Gefechtskraft nicht beeinträchtigt. Der Engländer aber hat 5 kleine Kreuzer 3 Zerstörer und mehrere Motorschnellboote eing«büßt. Noch schwerer aber wiegt der Verlust der zahlreichen Toten, der Tapfersten der Tapferen."________________

Lokales und Provinzielles.

Schlüchteru, 30. April 1918.

* Der Kanonier Heinrich Walther, Sohn des Herrn Karl Walther von hier, erhielt auf dem west­lichen Kriegsschauplatz das Eiserne Krmz 2. Klasse.

* Kommenden Sonntag gibt in der hiesigen Turnhalle die uns von früher bekannte Theatergesellschast Frau Hermann Ww. eine genußreiche Theatervorstellung. Die für die zwei vergangenen Sonntage angesagten und ausgefallenen Vorstellungen waren nicht von der Theatergesellschast Frau Hermann Ww. sondern zwei andere Theatergesellschasten. Dies sei erwähnt, um Irrtümer zu vermeiden. Bei gutem Besuch wird sich Frau Hermann entschließen, noch einige Vorstellungen folgen zu laffen. Der Billetverkauf übernimmt Frau Ehresmal n in der Turnhalle. Alles nähere in der Sonnabendnummer dieser Zeitung.

.* Einziehung derZweimarkstücke. Der Bundesrat hat laut Bekanntmachung vom 12. Juli 1915 die Einziehung und die Außerkurssetzung der Zweimarkstücke mit Ausnahme der in Form von Denkmünzen geprägten Stücke vom 1. Januar 1918 mit einer Frist zur Ein­lösung bei den Reichs und Landeskassen bis zum 1. Juli beschlossen. Im öffentlichen Verkehr haben Zwei­markstücke mithin keine Gültigkeit als gesetzliches Zah­lungsmittel mehr.

* Vor kurzem mit mehreren Kameraden, teils krank, teils verwundet von der Westfront kommend, wurden wir in dem schön gelegenen Städtchen -Lal- münster auSgeladen und im dortigen Verclnslazlnen St. Iosephshans untergebracht, um daselbst Heilung zu finden. Das herrlich gelegene Lazarett bietet uns mit feiner ausgezeichneten Leitung und Einrichtung ein vorübergehendes angenehmes Heim. Besonderen Dank verdient der immer für das Wohl seiner Patienten be­sorgte leitende Arzt Herr Sanitätsrat Dr. Kraushaar, ebenso die elirwürdigen Schwestern die in aufopfernder Weise für Ihre Jufaffen tätig sind. Auch der Em- wohnerschast sei an dieser Stelle gedacht, welche durch ihre Zuvorkommenheit und Liebenswürdigkeit stets Une Dankbarkeit den außer Gefecht gesetzten Kameraden

gegenüber beweisen. So wurden wir gestern mit einer Einladung zu Theateraufführungen beehrt, der wir sehr &rn folgten, umsomehr dies diesmal nach langer Zeit wieder eine Abwechslung ist u. manchen kranken oder ver­wundeten Kameraden seelisch hebt. Die Theaterauf­führungen unter der ausgezeichneten Leitung S. Hoch«, des Herrn Pastor Schumacher fielen vortrefflich aus und ernteten bet allen Kameraden große Anerkennung, umsomehr als die Mitwirkenden Töchter hiesiger Bürger sind und in der schweren Zeit in der Haushaltung usw. wohl feste zugreifen muffen und daher nur ihr Ruhe- stündchen zu theatralischen Studien benützen können. Die Aufführungen wurden durch eine kurze markige Ansprache S. Hochw. des Herrn Pastor eingeleitet, ein­gedenk der schweren Zeit. Hierauf folgte unter Klavier­begleitung das LiedDeutschland, Deutschland über alles", anschließend Vorträge und Theateraufführungen. Sämtliche Stücke ernsten und heiteren Sinnes wurden von allen Mitwirkenden ausgezeichnet vorgetragen und ließen auf gute Schulung schließen. Kurz nach 11 Uhr fanden die Aufführungen ihr Ende und zollte am Schluß Herr Vizefeldwebel Hopf allen Mitwirkenden den wohl­verdienten Dank. Gerne werden wir, wenn einmal die Stunde zum Abmarsch schlägt an das schöne Salmünster zurückdenken.

E n g i s ch, z. Zt. St. Josefsheim, Salmünster.

* (Das Wetter im Jahre 1918.) Der Frühling wird rauh und trocken und von vielen Reifen und Nachtfrösten begleitet sein, der Sommer ungewöhnlich heiße Tage, auch häufig (mitunter schwere) Gewitter bringen, der Herbst wird trocten und nur wenig Regen zeigen, der Winter aber kalt und traten, jedoch sehr veränderlich sein. Im ganzen wird man über das Jahr nicht zu klagen haben; es verspricht ein frucht bares und ungeneymes zu werden. «v tagen v'e Wetterprovheten. Ob es wahr ist, bleibt ab zuwerten.

* Sammelt alles! Werft die im Haushalte, auf den Höfen, in den Schupven, auf den Dach­böden usw., selbst in den Winkeln hemmliegenden Lumpen, Stoffabfälle, altes Packleinen, Flicklappen, Musterlappen, alte Stricke, Bindfaden, Hüte, Kragen, Manschetten, Reste usw. nicht achtlos fort! Die Kriegswirtschaft braucht jedes Stückchen Lumpenmaterial, auch wenn es noch Go wertlos erscheint. Sammelt bes- halb alles! Verkauft es an die richtige AblieferungS- stelle: den gewerbsmäßigen Lumpensammler. Dieser liefert alles bestimmungsgemäß an die Sortier und Wirtschaftsstellen der Heeresleitung ab.

* Obstaussichten für 1918. Nach der herrlichen Obsternte T cutfchlands im letzten Jahr muß man wohl In diesem Jahr von vornherein ein gut Teil Obst weniger erhoffen. Was das Hauptobst, die Aepfel anbelangt, so haben alle diejenigen Bäume, die im letzten Jahr nichts hatten, einen überaus reichen Blüten- knospenansatz. Kommt die Aepfelblüte gut durch, so wird die Acpfelernte auch in diesem Jahr zufrieden­stellend werden. Weniger günstig sind die Aussichten der Birnen. Besonders die feinen Butterbirnen zeigen wenig Blütenansatz. Auch Most- und Kochbirnen dürften bester blühen. Sehe vielverheißend ist dagegen alles Steinobst. Die Aprikosen und Frühpfirsiche haben unter den kalten Nächten der vorletzten Woche wohl hier und da gelitten, jedoch kann man noch keineswegs auf eine Mißernte dieser edelsten Obstarten rechnen. Kirschen, Reineclauden, Pflaumen, Mirabellen und vor allem die HauSzwetschen weisen einen solch günstigen Blütenansatz auf, wie er seit Jahren nicht zu beob­achten war. Auch das Beerenobst zeigt viele Blüten.

_* Verkäufe von ganzen Web-, Wirk- uud Strickwaren Lagern. Wegen vielfacher Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen wird darauf hingewiesen, daß Gewerbetreibende, die ihr Geschäft aufzugeben be­absichtigen, ihr Lager weder geschloffen, noch in Teilen ohne Genehmigung der ReichSbekleidungS-Stelle an einen andern Gewerbetreibenden, mit Ausnahme alter dauernder Kunden, weiterveräußern dürfen; dasselbe gilt für Konkurs-Lager. Auch Versteigerungen sind nicht gestattet. Die Gewerbetreibenden sind vielmehr gelten, ihr Lager in Web-, Wirk- und Strickwaren der Warenbe- ickanunaS-Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Ver- band- LL Wäsche-Geschäst- E. V. Berlin, Jäger- straße 47/48, zum Ankauf anzubieten, die es mit Ge- nebmigung der RetchsbekletduungS-Stelle gegebenenfalls geschloffen ankauft, um die Ware an die übrigen orts­ansässigen Gewerbetreibenden desselben Geschäftszweiges weiterzugeben. In diesem Falle braucht der Nachweis der dringenden Notwendigkeit deS Lagerverkaufs nicht mehr betgebracht zu werden

* Der Mai ist da. Der Lenzmonat 191b stellt den 46. Kriegsmonat dar, und wir freuen uns seiner