kaum eines Beweises dafür, daß Ich für Deine Provinzen genau so sümpfe und auch ferner zu sümpfen bereit bin als gelte eS, meine eigenen Länder zu verteidigen. Ob» wohl Ich es angesichts dieses sprechenden Beweises einer völligen Gemcinschasl in den Zielen, für welche wir seit nunmehr fast vier Jahren den Krieg fortführen, für über flüssig halte auch nur ein Wort über die erlogene Be hauptung Clemenceaus zu verlieren, liegt mir doch daran, Dich bei dieser Gelegenheit erneut der vollständigen Solidarität zu versichern, die zwischen Dir und mir, zwischen Deinem und meinen Reichen besteht. Keine Jnlrige keine Versuche, von wem immer sie ausgehen mögen, werden unsere treue Waffenbrüderschaft gefährden. Gemeinsam werden wir den ehrenvollen Frieden er zwingen.
Englische Verluste.
«lack britischen Angaben hat das englische Heer vom November 1917 bis März. 1918 12(14 Offiziere und 286 325 Mann verloren. Dabei sind die Verluste an der Comme nicht miteingerechnet.
Winke für Kriegsgetraute.
Wenn sonst in Friedenszeiten ein junges Pärchen daran dachte, den Bund fürS Leben zu schließen, so war eine" der vielen Vorfreuden die Zusammenstellung deS eigenen Heinis. Wochenlang vor dem gewichtigen Tage des Eheschließens zog man dann an jedem freien Nachmittag Arm in Arm, manchmal auch von einer treuberatenden Mama — Schwiegermama begleitet, durch die Möbelmagazine, um erst einmal zu sondieren, und allmählich kamen dann die wonnevollen Momente deS KaufenS, bei denen man schon im Geiste jedes einzelne Stück an den ihm zukommenden Platz innerhalb der vier Pfähle stellte.
Doch das ist nun ganz anders geworben — erstmal hat der zukünftige Kriegsgetraute keine Zeit zum Bummeln genußreichen Kaufen, denn er muß in der Kaserne sein oder bis spät in bL Nacht in der Kriegswirtschaft tatia sein, — vor allen aber ist die Auswahl an Möbeln jetzr gar nicht groß, die vorrätigen find schlecht, weil zum größten Teil aus frischem Holz bestehend, zudem über Gebühr teuer.
Wenn man also die, die jetzt heiraten wollen, wirklich wohlmeinend beraten will, so muß man ihnen empfehlen, einstweilen den Einkauf des Haushaltes zu- rückzust-slen und sich dafür vorübergehend mit altväterlichen, ererbten Haushalt zu begnügen, was auch den großen Vorteil hat, daß später das gekauft wird was wirklich gebraucht wird, nicht das , was erforderlich scheint.
Aber das Geld, das Schwiegervater für die Aus- neuer mit in die Ehe gibt, wo soll eS solange bleiben, wo soll es in Anbetracht der Unklarheit aller kommenden Verhältnisse am besten angelegt werden? Soll es der Schwiegervater solange zur Aufbewahrung behalten ? Ich möchte wohl den Muster-Schwiegersohn sehen, der dem zustimmte und daraus traute, daß die wirtschaft- - Ufi^e Äßttjuuuui der FanMenbezlehu»gru »uch Um Kriegs ebenso günstig ist wie zur Zeit der Eheschließung! Welchen! Bräutigam, bzw. jungen Ehemanne soll man aber die Kaltblütigkeit Zutrauen, innerhalb des Liebes taummels der Brautzeit und der ersten Ehezeit kluge nnanziclle Entscheidungen zu treffen ?
Aber das Reich kommt denen, die diesmal die übliche österliche Frühjahrs Heiratsperiode benutzen, um in den Stand der Ehe zu treten väterlich — milde entgegen und eiUhedt sie aller Sorge über die zweckmäßigste Anlage der Aussteuer-Summe, die „Aufbewahrung" des Geldes, mit dem man sich bei Wiederkehr normaler Zeilen ein trauliches-kuscheliges Heim schaffen will erfolgt natürlich am besten durch baS Reich. Das nimmt die Jungverheirateten sogar soweit unter seinen wohlwol- lenden Schutz, daß es mithllft, Schwiegerpapa ein wenig zu bemogeln, indem es erlaubt, bei der Zeichnung der Kriegsanleihe, durch die das Geld dem Staate anvertraut wirb,2% „Schmuh" zu machen und außerdem dem jungen Paare alljährlich noch 6% besonders zusteckt, was den meisten SchwiegerpapaS gar nicht so recht zum Bewußtsein kommen wird.
Und wenn der „Junge" einigermaßen schlau ist, läßt er sich für die Aussteuer den „Konjunkturwert" nach Maßgabe der jetzigen hohen Preise für Ausstattungsstücke auszahlea- Da dir Preise für wirklich gute AuS stauungsstücke jetzt um das zehnfache und mehr gestiegen •inb, wird man nach dem Kriege schon für die Zinsen— den 20ten Teil der in Kriegsanleihe angelegten Summe
— den größten Teil der Wohnungseinrichtung beschaffen können, und dann aus wirklich gutem Material, während man sie jetzt doch nur aus Ersatzstoffen erhalten sann. Ein schönes Bar-Sümmchen wird dann übrig bleiben. Also, Junge, wenn'ste schlau bist, heirate,' laß Schwiegervätern zahlen und zeichne Kriegsanleihe.
E. R. Uderstädl.
Lokales md Plovmjielles.
Schlüchtern, 16, April 1918,
* Oberregisseur Hans Freihen, Lehrer am Kgl. Konservatorium In Würzburg verunstaltet am Sonntag, den 21. April mit eigenem Ensemble einen äußerst interessante« Theaterabend. Zur Aufführung gelangt das packende Drama „Der WetbSleufel" von Earl Schönherr, des Dichters von Glaube und Heimat, lleberall wo Herr Freihen mit. feinem Ensemble bis jetzt gastirte, hat er beispiellosen Erfolg erzielt. Die Vorstellung ist im Hessischen Hof. Der Vorverkauf in der Buchhandlung Lotz.
* Der Fahrer Heinrich Staus von Wallroth erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse im Westen.
" Fulda. In Ntirichshausen verstarb ein Mann an Tollwut. Er war vor 9 Wochen von einem wut? kranken^ Hund gebissen worden.
* Soden. An den vom Generalkommando des 18. Armeekorps verunstalteten „Bauernreisen" hat aus' unserem Ort der Landwiri Franz Wolf aus der Enten gaffe teilgenommen. Die diesmalige „Bauernreise" ging ins „Siegerland", unter der Führung des LeutnanteS Griesbauer. Dort konnten die Landwirte bei ihren Besuch der Bergwerke wie der Anlage der Hüttenindustrie fest stellen, daß, so schwer eS d.'r Landwirt jetzt oft in der Kriegszeit hat, es doch Tausende gibt, die es noch viel schwerer haben Außerdem kann der Landwirt seine Arbeit leisten im Freien, in Gottes Natur bei frischer Lust, während die Luft in den Berg- und Hüttenwerken für die Besucher kaum erträglich war, die doch nur einige Stunden in dieser Lust znbringcn mußten. So hat auch in unserem Ort die „Bauern- rcise" dazu beigetragen, die Spannung zwischen Stadt und Land zu überdrücken und die Stimmung für deutschen Sieg und deutschen Frieden zu heben. Ueber diese „Bauernreise" wird am 21. April (Sonntag) Bericht erstattet werden in öffentlicher Ver- sammlung. — Gleichzeitig wird Herr Leutnant Gries- bauer einen Lichtbildervortrag halten über seine eigenen Erlebniffe an der Westfront. Dieser, von der Ortsgruppe des „Heimatbundes" verunstaltete Abend ist in erster Linie bestimmt für die Bürger der beiden Städte Salmünster und Soden. Mer auch jeder Insasse des Kreises Schlüchtern, der sich für diesen Lichtbildervortrag interessieren sollte, ist herzlich willkommen.
h Lich. Dberh.f (Der Erbprinz von Solms-Lich gefallen.) Der Erbprinz Philipp von Solms-Hohen- folms - Lich, der Reffe der Großherzogin Eleonore von dessen, ist während der schweren Kämpfe an der West» front gefallen. Der erst 22jährige Prinz stand als Leutnant beim Leib-Dragoner-Reg. Nr. 24 in Darmstadt.
* Frankfurt a. M Bei Rödelheim wurde ein etwa 20 Jahre alter Mädchen als Leiche aus der Ridda geborgen. Die Leiche wies im Gesicht zahlreiche blutige Stellen auf. Die Unterbluse trägt die Buchstaben M. S. Ob ein Unfall oder gar ein Verbrechen 1 vorliegt, konnte noch nicht ermittelt werden.
* Wiesbaden. Am Freitag abend gegen 11 Uhr ist in der Blechstraße die in den dreißiger Jahren stehende, von ihrem Mann geschiedene und in der Wörth- straße wohnende Frau Soße; wie man glaubt, von einem Mann in Militäruniform erschossen worden. Bezüglich des Täter-S, bezw des Motiv? zur Tat, haben Feststellungen noch nicht getroffen werde« können.
* Schotte». An Tollwut gestorben. Als vor kurzer Zeit in Ködingen ein der Tollwut verdächtig, r Hund tierärztlich geöffnet wurde, nahm ein dortiger Landwirt das Eingeweide in die Hand. Durch eine geringfügige Wunde, die sich der Mann tags zuvor an einem Finger zugezogen hatte, drang das Tollwutgift in den Körper. Nach zwe' Tagen erkrankte der Landwirt an Tollwut, der er am Freitag nach qualvollem Leiden im Beisein zweier Aerzte erlag.
* Cassel. Der hessische Binenzüchterverein hielt am Mittwoch nachmittag in Cassel eine GesamtvorstandS sitzung uno Vertreterversammlung ab. Lehrer Kimpel leitete die Versammlung. Für 1918 war es fraglich, ob Zucker an Imker abgegeben werden könne. Im Interesse der Erhaltung bet Bienenstände hat die Staatsbehörde für jedes überwinterte Bienenvolk 7% Kilogramm bewilligt, hiervon hat der Imker 2'^ Kilogramm an Honig an Lazarette und Sammelstellen abzuliefern, der Honig muß flüssig sUn. An Zuwendungen erhielt der Verein von der Landwirtschaftskammer 700 Mk., vom Hessischen Knmmunalverband 200 Mk. Der Hess. Bienenzüchterverein zählt 2483 Mitglieder in 38 Bezirken, 1300 hessische Imker sind dem Verein noch nicht angeschloffen. Sechs Vereinsstände wurden neu bewilligt In Hirzenhain (Obcrheffen) werden in diesem Jahre 2 Jmkerkurse abgehalten. Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme von 11 938,27 Mk. und eine Ausgabe von 11672,40 Mk, Bestand 265,87 Mk. und ein
Bravermögen von 3103,27 Mark. Der Vorstand wurde durch Zuruf auf zwei weitere Jahre gewählt. f
Annnyine von Kriegsanleihe an Zahluugs statt.
Bei den Verkäufen und Versteigerungen aus Be». ständen der Heeres und Marineverwaltung, die für Kriegszwecke nicht mehr benötigt werden, kann die Zahlung vorzugsweise durch Hingabe von Kriegsanleihe geleistet werden. Diese Vorschist erstreckt sich auf alles, was bet der Dewabillsieruug zur Abgabe an die Bevölkerung frei wird, also insbesondere auf Pferde, Fahrzeuge und Geschirre; Feldbahngerät Molorlokomo- tiven und Kraftfahrzeuge nebst deren Zubehör; Futtermittel und sonstige Vorräte; landwirtschaftliche Maschinen unb Geräte sowie Werkzeug, Fabrtkelnrlchtimgen mit den zugehörigen Slafdjbteu unb Geräten; Eisen, Stahl und andere Metalle; Holz und sonstiges Baumaterial; Webstoffe mtb Rohstoffe aller Art. Käufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe anbiehm, werden bei sonst gleichen Geboten in erster Linie berücksichtigt. Die KriegS- anleihe wird zum vollen Nennbeträge angerechnet und bis zur Höhe des Kanf- oder Zuschlagspreises In Zahlung genommen.
Als Kriegsanleihe gelten die 5°/0 igen Schuldverschreibungen aller Kriegsanleihen ohne Unterschied sowie die erstmalig bei der 6. Kriegsanleihe ausgegebenen 4 */., igen auflösbaren Schatzanweisnngen.
Willkoukiuengab-n für heimkehresde Krikger-
Seine Majestät der Kaiser hat den dringenden Wunsch zu erkennen gegeben, es mödjtc sich das Vaterland mit ihm vereinigen, um alle heimkehrenden Kriegs- und Zivilgesangenen bei ihrer Rückkehr mit deutschem Hesinaisdank- und Gruß willkommen zu heißen. Die zunächst notwendigen Maßnahvien sind von den Zentralbehörden sofort getroffen worden, für die weiteren rechnet das Kriegsministeriuni auf die bewährte opferfreudige Unterstützung des deutschen Volkes. Es ist beab» sichtigt allen jetzt oder später aus Feindesland zurückkehrenden Deutsihen auf der Uebernahmestation ein Liebesgabenpaket auszuhändigen, und diesem während des Aufenthaltes in den Quarantänelagern weitere den persönlichen Wünschen entsprechende Gaben im Werte von 6,00 Mk. folgen zu lassen. Als Grundstock für die Aufwendungen ist von Seiner Majestät dem Kaiser und König ein Betrag von 250 000 Mk. überwiesen, eine weitere Beihilfe von 200000 Mk vom Kriegsministerium sowie den VerwaltungSausschüffen der Volksfeinde unb der Hindenburggabe bewilligt worden. Die weiteren zur Beschaffung der Liebesgaben erforderlichen Dtittel müssen durch freiwillige Gaben aufgebracht werden.
Wir richten daher an alle unsere Freunde und Mitgsil-öt-r JUe- herzlich? Ritts sich nn ötesem ^schönen Unternehmen zu beteiligen und entweder
fertige WiMommenpäckchen an den hiesigen Vaterländischen Frauenverein, ober
Geldspenden
an unsere Kriegskaffe, zu Händen des Herrn Rent- meistert Schunk hier abzugeben. Jede Gabe ist will« kommen. Die Einzahlung von Baacbeträgen kann kostenlos durch Postscheckformular auf unser Postscheckkonto :
Rotekreuzkriegskaffe Schlüchter« Postscheckkonto Nr. 19251 Postscheckamt Frankfurt a /M. erfolgen.
Schlüchtern, den 15. April 1918.
Der Männerverein vom Roten-Kceuz.
Für blindgeschoffene Krieger gingen von Ungenannt aus Sterbfcitz 3 Mk. bet uns ein.
Der Seherin herzlichen Dank.
Die Redaktion der „Schlüchterner Zeitung".
Auflösung aus voriger Nummer
Zwickau, Elbing, Jdste!«, Cöln, Hamburg, Naumburg, Erfurt, Thor«,
Königsberg, Rudolstadt, Jngolstadt, Emden, Goslar, Saßnitz, Altona, Nürnberg, Ludwigshafen, Erlenburg, Jdar, Hannover, Eclangen.
Jagdverpachtung.
Montag, den 22. d. Mts , Vormittags 11 Uhr soll in der Jakob Weber'scheu Gaitwirtschaft in Nomsthal ein Jagdbezirk der Gräflich von Hnlten-Czapskischen Oberförsterei Romsthal von ca. 1400 Morgen Wald, öffentlich meistbtetenb an weidgerechten Jäger aus 6 Jahre verpachtet werden.
Die Bedingungen liegen bet mir zur Einsicht offen. Romsthal, den 12. April 1918.
Der Oberförster. Teschauer.
Landwegcball-Unterhaltiillg für 1918.
Die Anlieferung und Zerkleinerung deS unbedingt notwen- bigui Steinmaterials wird aus freier Hand vergeben.
Mündliche and schriftliche Angebote nimmt von jetzt bis zum 20. d. Mts Herr R^ntmeifter Pfalzgraf entgegen. ________Der Borsitzende der Kreiswegekommission.
In den Apotheken.
1,35 Mk.
Tapeten ^„ST
J Mord, Gelnhausen
Möbel- und Dekoratlonegeiehaft.
In der Zwaiigsversteigernttgssache Sperzel wird der Termin vom 16. Mai 1918 auf den
14 lllai 1918, nach«, 5$ Uhr verlegt. Der Ort der Versteigerung Gerichtsstelle — bleibt derselbe. - K 3/17 6.
Schwarzenfels, den II. April 1918.
___Aötügliches Amtsgericht.____
KmMichk- Jeidjnuug
hvlitischcr unb kirchlicher Geiiieiiidc«.
Alle Beschlüsse sind gültig, die bis zum 18 April einschließlich gefaßt werden.
Die Rachweisung (Prästation) kann nachgeliefert werden. Wird nur einfache Boulbardierung gewünscht, so ist lediglich der | Vordruck dahingehend abzuändern.