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ZchlüchkrtmMung

mit Amtlichem Kreisblatt". Wochenbkilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. -- preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,80 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum (5 pfg.

M 22.

Samstag, den 16. März 1918.

69. Jahrgang.

Erzeugnissen der Landwirtschaft, die Lager an Kohle und Eisenerzen erwähnt worden, wichtiger aber ist, daß zwar andere Minerale vorkommen, in deren Bezug Deutschland fast ausschließlich auf das Ausland ange­wiesen ist. Das ist einmal das Manganerz, durch dessen Mangel für die deutsche Industrie allein England den Krieg in kurzer Zeit zu gewinnen hoffte, und ferner große Lager von phosphorsaurem Kalk, der in Hunderttausenden von Tonnen (zur Herstellung von künstlichem Dünger für die Landwirtschaft) über See hat bezogen werden müssen.

Deutschland schützt Westeuropa.Algemeen Handelsblad" vom 19. Februar schreibt:Während im Westen Kampf auf Leben und Tod herrscht, besteht im Osten Waffenbrüderschaft. Dort kämpfen neben russischen Offizieren russische, englische, belgische, fran­zösische Freiwillige und das deutsche Heer gegen die Bolschewik!. 'Dies kennzeichnet die eigenartige Lage im Osten, ist aber verständlich, da die russische Schreckens­herrschaft entsetzlich in den Randgebieten wütet, denen das Selbstbestimmungsrecht nur verliehen wurde, um sie noch entsetzlicher unterdrücken zu können. Wenn auch die russische Regierung sich geändert hat, die Unterdrückungsmethoden blieben dieselben. Indem Deutschland die Randgebiete schützt, behütet es zugleich Westeuropa vor den revolutionären Lenins und Trotzkis."

Politische Uebersicht.

Ein bolschewistisches Stimmungsbild. An einer Staton hinter der Front, erzählt ein russischer Arbeiter, stand der Zug der militärischen bolschewistischen Unter- iuchungskommtssion. Mir fielen die zahlreichen nackten Leichen auf, die auf dem Felde hinter der Bahnböschung lagen. An einem Tisch tagte die Kommission über einen angeklagten Offizier. Der Anklagte wurde nicht verhört. Ein Infanterist und ein Matrose machten ihr Gewehr fertig.Der Angeklagte wird derKommission von Dubnik" überwiesen," sagen die Kommissare. Die beiden Soldaten lachen und führen den Offizier hinter den Bahndamm. Eie paar Schüsse fallen. Dann kommen die beiden allein zurück und tragen die Kleider des Psfiziers in den Armen. Im Abteil nehmen sie die Uhr, die Brieftasche, das Geld aus den Sachen und teilen dann alles. Etwas später kommt die Frau eines Oberst­leutnants an den Zug und fragt weinend nach ihrem Mann, der hier abgeurteilt werden sollte:Der ist nicht mehr hier," sagen ruhig die Kommissare,der ist der Kommission von Dubnik überwiesen."Wo liegt denn Dubnik?" fragt die Frau.Weit von hier."

Deutsch Amerikaner.. Reuter berichtet mit großem Behagen aus New Kork, daß die Deutsch- Amerikaner im großen Zentralpalast eine öffentliche, von denFreunden der Deutschen Demokratie" einberufene Versammlung abgehalten hätten, in der ein Beschluß­antrag angenommen wurde, der den Kaiserismus angreift und das deutsche Balk dazu ermuntert, seine Autokratie zu stürzen. Dieser Beschluß soll durch amerikanische Flieger unter dem deutschen Volke verbreitet werden. Den Antrag brächte Dr. Franck-Eohn ein, der erklärte, die Deutsch-Amerikaner seien fest entschlossen, ihr Mög­lichstes für den Sieg der Verbandsmächte zu tun, und unter anderem weiter sagte: Das deutsche Volk kann überzeugt sein, daß eS vergeblich auf Frieden hofft, solange die militärische Autokratie des deutschen Kaiser­reichs nicht vernichtet worden ist. Wir stellen ihm darum anheim, sich seine Rechte als freies Volk selber zu nehmen, sich von der Autokratie zu befreien und ein demokratisches Deutschland zu schaffen, als die beste Bürgschaft für eine friedliche Weltordnung." Jakob Schiff sandte folgendes Telegramm an die Versammlung:Wenn Deutschland befreit ist von seiner autokratischen und militärischen Regierungsform, gibt es kein Hindernis mehr für die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern Deutschlands und Amerikas." Sehr treffend bemerkt dazu eine unserer großen nationalen Tages­zeitungen : Mit aller Entschiedenheit muß doch dagegen Verwahrung eingelegt werden, diese Herren als Ver­treter der deutsch-amerikanischen Bevölkerung auszugeben. Sie mögen vielleicht einmal, weil es das Geschäft so mit sich brächte, eine Zeitlang in Deutschland gelebt haben; mit dem deutschen Volke aber haben sie nichts gemein."

Wie es in Irland aussiehl.Nieuwe Rotter- dainsche Eoumnt" meldet aus London: In der letzten sicit hat sich die Lage in Irland sorwährend ver schlimmert. Diese Woche werden vermutlich ^die letzten Sitzungen in der Konvention statt finden. Die Sinnfimei Unruhen breiten sich über ganz Irland aus. Der Dubliner Korrespondent derTimes" schreibt: Es ist die nackte Wahrheit, daß der Königsbefehl in den Grafschaften Elare, Sligo, RoLeommon und Mago nicht mehr gilt. In einigen Gegenden von Elare hat die Polizei täglich

Aus dem Abgeordnetenhause.

Im preußischen Abgeordnetenhaus« wurden beim Eisenbahnhaushall Arbeiter- und Beamtenfragen erörtert. Abgeordnete der bürgerlichen Parteien befürworteten eine Lohnerhöhung auch für die Eisenbahnbeamten. Eisenbahnminister Dr. von Brettenbach nahm Stellung gegen eine Eingabe, in der behauptet wurde, es bestehe eine Gefahr für die Staatsbahnen aus der Not der Eisenbahnbeamten. Die Verwaltung sorge in jeder Hinsicht für ihre Angestellten. Die Lohnsteig.rung habe sich sehr wesentlich unter dem Gesichtspunkte der Ver­hältnisse der Kriegsindustrie vollzogen, die Beamten hätten vielfach dieselbe Lohnhöhe erreicht. Es werde alles geprüft, was die Lebenshaltung der Be­amten bessern könne. Es werde in jeder Be­ziehung der Krtegslage Rechnung getragen. Der

Fortschrittler Delius behauptete, es bestehe eine ge­wisse Gärung unter den Beamten, eine B hauptung, die der Sozialdemokrat Leinert noch scharf unterstrich, der geradezu behauptete, der Eisenbahnminister arbeite I für den Geldsack der RüstungSunternehmer. Energisch wandie sich der Eisenbahnminister gegen diese und an­dere Beschwerden. Renumerationen seien nicht zu ent­behren, da sie den Arbeitseifer anfeuerten; das Beamten­heer, das wir haben, wollen wir halten, und weiter­bilden. Der Abgeordnete Leinert verallgemeinere die Unzufriedenheit einzelner- Es werde unter den Beamten unverantwortlich agitiert, daß sie aber in der übergroßen Mehrzahl ihre Pflicht getan hätten, beweisen die Leistungen der Eisenbahn während des Krieges. Der Abgeordnete Leinert habe selbst die Beamten aufgefordertunzufrieden" zu sein, und habe in einer Rede das Wort für die Eisenbahner geprägt:Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr". Die Tätigkeit der Hetzer und Schürer habe sich in erster Ltw in den Haupt­weckstätten vereint Wer die ander i ^on der Arbeit abhalte, sei' allerdings zu entfernen; unter den Ver­bänden herrsche Kampf, und dadurch werde das Jnte- reffe der Verwaltung geschädigt. Während des Krieges sei der Betrieb unter allen Umständen leistungsfähig zu halten. Hierauf sprach der Unterabhängige Sozialtst Hoffmann in seiner bekannten Art und Herr Leinert behauptete, seine vom Minister zitierten Aeußerungen könnten nur von Spitzeln in den Verhandlungsbericht hineingebracht sein und meinte, der Minister nehme einseitig gegen die Arbeiter Stellung. Dem Unbelehrbaren ant­wortete wieder der Minister. Alle Eisenbahner müßten es als schwere Beleidigung empfinden, wenn ihnen unter­stellt werde, sie legten keinen Wert darauf, den Krieg zu gewinnen. Der Minister gönne den Arbeitern einen großen Verdienst, damit sie die schwere Not der Zeit überwinden können, aber auch bei der Lohnfrage müsse er die allgemeinen Interessen des Staates im Auge haben. Danach wird der Haushalt der Eisenbahnverwaltung genehmigt.

Koldopfer.

Die 2Tl t e n.

Und sie zieht den Ring ihm von der Hand.

Schon im Sterben, hatte er gesprochen: Meinen Trauring gieb dem Vaterland!

Reif der Treue ist er, unzerbrochen."

Fünfzig Jahre! Wie sie köstlich waren!

Schneidend fährt es ihr durch's Herz:Allein!" Gramgedeugt weint sie in sich hinein Sie hat kaum geweint seit fünfzig Jahren!

Küßt wie eine zarte Braut bem Alten

Stirn und Mund und zürnt:ich töricht Ding!" Legt dann ihren glühendheißen Ring Stillenischlossen neben seinen kalten.

Frida Schanz.

Deutsches Reich.

- Der frühere Reichskanzler Dr. Michaelis erhielt vom Kaiser ein Telegramm, in dem ihm seine Wieder­verwendung als Oberpräfident der Provinz Pommern mitgeteilt wird.

Die ukrainische Vorratskammer. Wie dieVoss. M-" in Bestätigung unserer früheren Meldung hört, M sich die Ukraine verpflichtet, bis Ende April an die oentralmächte ein Quantum von 6 Millionen Zentnern und Futtergetreide, 400 000 Ztr. Gefrierfleisch

200 000 Ztr. Dörrobst zu liefern. Als Gegen- »istung erhält sie landwirtschaftliche Maschinen, chemische und medizinische Produkte und Eisen. Bei "liebem dürfe übrigens nicht vergessen werden, daß mit ß^o&en Verkehrsschwierigkeiten zu rechnen ist, so daß

, Lieferungen sich erst in einigen Monaten bei uns geltend machen können.

e Die Hauptschätze der Ukraine. Unter den Schätzen der Ukraine sind in erster Linie außer den

Zusammenstöße mit Trupps von Viehhändlern und Landarbeitern. Sie hat kleine Truppenabteilungen zu Hilfe gerufen. Täglich werden Telegraphendrähte durch­schnitten und Bäume über die Straßen geworfen, um die Bewegungen des Militärs und der Polizei zu be­hindern. In den westlichen Grafschaften werden jeden Tag im Namen der irischen Republick Farmen beschlag­nahmt. Lynch, der sich Lebensmittelverteiler der Sinn- feiner nennt, hat in Dublin die Ausfuhr von Schweinen nach England verhindert und offen erklärt, das die Sinnfeiner die ganze Fleischaussuhr zum Stillstand bringen würden. Der Korrespondent rügt die schlaffe Haltung der Behörden und glaubt, daß Polizei und Soldaten den Auftrag haben, Zusammenstöße mit der Bevölker­ung zu vermeiden.

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Das Ieldheer braucht dringend 6

Hafer, Heu und Itroh! 4

Landwirte, helft dem Heere." A

Lokales und ProvinMes.

Schlüchter«, 15. März 1913

* Pferde-Versicherungsanstalt des Kreises Schlüchtern. In der Zeit vom 20. bis 30. März soll eine Revision sämtlicher versicherten und der neu zu versichernden Pferde stattfinden. Tag, Stunde und Sammelplätze, wo die Pferde vorzuführen sind, wird rechtzeitig den Gemeinden mitgeteilt.

* Im Kinomatograph in derTurnhalle" gelangt am Sonntag Abend '/,8 Uhr das Saftige SkontoJ^r Talisman" sowie das Saftige Lustspiel .. Tchuue^t g einkaufen" und das 2aftige - iebesdramaArzt wider Willen" nebst gutem Beiprogramm zur Vorführung. Sonntag Nachmitag um 3 Uhr findet für Kinder eine Vor­führung mit schönen, auserlesenen Stücken statt. Der stets vollbesetzte Saal der Turnhalle gibt den Be­weis. daß der Besitzer des Kinos Herr Otto März immer bestrebt ist durch gute und einwandfreie Vorführung der Films den Besuchern einige anregende und vergnügte Stunden zu bereiten. Wir wollen nicht verfehlen auch an dieser Stelle auf den Besuch der jeweiligen Sonntags- Vorftellung hinzuweisen. Ferner sei noch bemerkt daß zu den Abendvorführungen Kinder keinen Zutritt haben. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Friseur Walter zu haben. Näheres aus dem Inseratenteil ersichtlich.

* Am Sonntag, den 17. März, nachmittags 3 Uhr findet im HotelZum Stern" dahier eine Handwerker-Versammlung statt. In dieser Versamm­lung, zu welcher alle Handwerk- und Gewerbetreibende eingeladen sind, wird der Vorsitzende des Handwerks- Amtes Hanau einen Vortrag über Rohstoffversorgung in der Uebergangswirtschaft und sonstige ähnliche wirt­schaftliche Maßnahmen halten. (Näheres im Inseraten­teil unserer heutigen Stummer.)

-* Verwundeten-Abzeichen. Der Kaiser hat an den Kriegsminister einen Erlaß gerichtet in dem es heißt: Ich will den im Dienst des Vaterlandes Ver­wundeten als besondere Anerkennung ein Abzeichen verleihen. Das Abzeichen soll die auszeichnen, die für das Vaterland geblutet haben oder die im Kriegsdienst durch feindliche Einwirkung ihre Gesundheit verloren haben und infolgedessen dienstunfähig geworden sind. Das Kriegsministerium hat das Weitere zu veranlagn und entsprechend meinen Weisungen die näheren Be­stimmungen zu erlassen.

* Zigaretten sind Gegenstände des täglichen Be­darfs und' unterliegen als solche der BundeSratsver- ordnung gegen übermäßige Preissteigerung. Vor einer solchen sind sie also geschützt. Diese Feststellung, die soeben vorn Kammergerlcht erging, wird allen Zigaretten- rauchern hoch willkommen sein.

Durch Beamte des KriegSwucheramtS wurden an einem Tage in Gemünden und Lohr bei Bahn- Hofskontrollen 1020 Pfund Mehl, 50 Pfund Butter, 50 Pfund Dörrfleisch, 10 Pfund Käse und 35 Pfund feines Konditoreigebäck beschlagnahmt. Einem Schleich­händler konnten am Bahnhof Lohr 15 Liter Brannt­wein, die derselbe in ein eigneS angefertigtes Schmugglergefäß mit sich führte, abgenommen werden. Er leistete Widerstand, wurde aber verhaftet.

(Nutzbarmachung des LaubheuS.) Unter allen Umständen muß bastle gesorgt bleiben, daß für unsere Heerespferde genügend. Futter vorhanden ist. Den Zufälligkeiten der Futterernte darf man sich nicht aus­setzen, weil der Krieg um die Existenz des ganzen deutschen Volkes geht. In unseren Wäldern ist nun