: IK
4tl i( Wij r« n t
sH
>t;
t ci rgi ) 11 111' c n m ?mi
SchlüchirrnerZeituns
mit Amtlichem Kreisblatt". — Wochcllbtiiage: Illustriertes Sonntagsblatt.
Telefon 65. :: Postscheckkonto Frankfurt a. M. 11468 :; Telefon 65.
Erscheint Mittwoch und Samstag. — preis mit „Areisblatt" vierteljährlich (,80 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum (5 pfg.
M 17.
Aum deutschen Vormarsch an der Wftont.
DaS deutsche Ostheer hat am 18. Februar mittags 12 Uhr auf der ganzen Front von der Ostsee bis zu den Grenzen der Ukraine zum Schlage angesetzt. Die Festung Dünaburg wurde noch am selben Tage durch Handstreich genommen. Diese Maßnahme ist die einzige Antwort, die aus die Verschleppungspolitik der russischen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Brest- Litowsk und auf den einseitigen Abbruch dieser Verhandlungen durch Herrn Trotzki gegeben werden konnte.
Deutschland hatte die ehrliche Absicht, mit dem russischen Volke zu einem für beide Teile ehrenvollen Frieden, der die Grundlage eines dauernden friedlichen Rebeneinanderlebens der beiden Völker für die Zukunft
öl bilden sollte, zu gelangen. Dieses Resultat ist nur mit $ der Ukraine erreicht worden, weil deren Delegierte mit ret dem aufrichtigen Willen zum Frieden nach Brest Litowsk
kamen. Ergebnislos mußten dagegen ai.e Verhandlungen mit den bolschewistischen Vertretern der Petersburger Regierung bleiben, da diese nicht von dem Willen zum Frieden beseelt waren, sondern in völliger Verkennung der politischen und militärischen Lage Deutschlandsund befangen in phantastischem Streben nach einer allgemeinen
da
mu e^
6 !I d
mi
lid Welllevolution auf Unterkühlung der Standhaftigkeit hn des deutschen Volkes und Untergrabung der Disziplin
aq'
IdeS deutschen Heeres hofften und planmäßig hinarbeiteten. Sie verfolgten infolgedessen kein anderes Ziel, als die Verschleppung der Verhandlungen bis zur Verwirklichung ! ihrer auf die Vernichtung Deutschlands gerichteten
fei Hoffnungen.
t> Obwohl diese Absichten der russischen Delegation ^Mar hervortraten und in Propagandaschristen, wie z. B.
der „Fackel" unverhüllt ausgesprochen wurden, obwohl lese offiziell unterstützten Propagandaschriften im Tone lner wüsten Revolverpreff die deutsch- Regierung mit l$t )u überbietenden Schmähungen bedachten, hat die ^ rutsche Regierung doch mit größter Langmut die Ver- s andlungen bis an die Grenze des Möglichen fortgesetzt
93 n u jt
eil
üd
«qLix^ Herr Trotzki alle Verschleppungsmöglichkeiten uJWi* i°^ hat er durch eine einseitig« Erklärung die Verhandlungen abgebrochen und so den Friedensabschluß id erettelt. Wie wenig er gewillt ist, den wahren Wünschen M .russischen Volkes Rechnung zu tragen, beweist am ■' lotsten die gewaltsame Auseinandertreibung der ver
issunggebenden Versammlung deren Zusammensetzung lS Weiterbestehen der bolschewistischen Diktatur in Frage rllte! Die bolschewistische Schreckensherrschaft stützt heute in keiner Weise auf den Willen des russischen Lolies, sondern lediglich auf einen schonungslosen lerrorismuS, der das russische Volk völlig zu Grunde I« richten droht.
d«
IV.
bac
Mittwoch, den 27. Februar 1918.
69. Jahrgang.
-I Der am 18. Februar angetretene Vormarsch wird AMN russischen Volke zeigen, daß die Disziplin der Putschen Armee unerschüttert und ihr Offensivgeist ihre Stoßkraft ungebrochen ist. Die Stimmung 0-P Innern Deutschlands wird der Welt beweisen, daß deutsche Volk viel zu klug ist, um sich durch die « f _ Phrasen vom Demagogen blenden und betören fE. Gewiß ist die Wiederaufnahme der Feind-
Algkeiten für das deutsche Volk eine Enttäuschung^ * pn das deutsche Volk wünscht und will den Frieden f dem russischen Volke. Es bot die Hand dazu unter
—PL Rußland durchaus annehmbaren Bedingungen: es Langte nicht nur keine Kontribution, sondern es bot wirtschaftliche Hilfe an, um das durch die Mchewicktherrschaft zerrüttete Wirtschaftsleben Rußlands ^ever in normale Bahnen zu bringen. Es verlangte
-^O^omentg Annexionen, sondern lediglich die Zustimmung . i dazu, daß die von Richtruffen bewohnten ^vlcte das so lange entbehrte Recht erhalten, sich ihren Monaten Wünschen entsprechend zu organisieren und I leben.
L ®it können nicht zusehen, daß die bolschewistische MUng eine Armee organisiert, die uns später in F «uaen fallen kann, während wir an anderen Fronten kann weder geduldet werden, daß die Mi^ewlki die Ukraine wegen ihres Friedensschlusses ™ Zentralmächten durch den Bürgerkrieg zugrunde i f° wird die öffentlich anerkannte Unab- 'l>*eic8 Landes und sein „Selbstbestimmungs- Inn K?n ^r Petersburger Regierung geachtet — noch >ie»°i?. deutsche Armee mit Gewehr bei Fuß den der Bolschewik! in Livland und Estland.
Finnland zusehen.
Uifts? üegt Deutschland an sich fern, stch in die inner- «»inn^' Verhältnisse einzumischen, aber es kann Men den auf allen Seiten laut werdenden Hilfe« iaub bleiben. Es muß dabei für die Zu- k " Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß das ■ s zu einer Vertretung seiner nationalen
Interessen gelangen möge, mit der der Abschluß eines dauernden Friedens möglich sein wird.
Die deutschen Waffen kämpfen somit nicht gegen das russische Volk, sondern ausschließlich gegen die bolschewistischen Machthaber, die den Abschluß eines Frindens zwischen den beiden Völkern verhindern. Der am 18. Februar begonnene Vormarsch erscheint — so paradox es klingen mag — als das einzige Mittel um den erwünschten Frieden herbeizuführen.
Aus dem Reichstage.
Der deutsche Reichstag nahn« seine Arbeit wieder auf und erledigte nach einer Ansprache des Ersten Vizepräsidenten Dr. Paasche eine Reihe kleinerer Anträge, um sich in der nächsten Sitzung Fragen der äußeren Politik zuzuwenden, besonders denen des Osten. Staatssekretär von Kühlmann nahm als erster ausführlich das Wort über die Verträge, die wir mit der Republick Ukraine geschloffen haben- Zuerst gab er einen geschichtlichen Ueberblick über das Entstehen der neuen Republick und den Gang der Friedensverhandlungen. Vor allem die Frage der Abgrenzung des neuen Staatsgebietes habe große Schwierigkeit gemacht. Eingehender behandelte der Staatssekretär die Verhandlungen über das strittige Cholmer Gebiet. Die Ukrainer hätten dabei Entgegenkommen anderen Wünschen gegenüber gezeigt. Bedeutend könne die wirtschaftliche Erleichterung sein, die uns der Frieden mit der Ukraine bringe. Auf den Gang der der ganzen russichen Verhandlungen habe der Abschluß des Sonderfriedens nur günstig gewirkt; Trotzki habe eingesehen, daß auch ohne ihn auszukommen sei. Dann kam Herr von Kühlmann auf das neuere Friedensanerbieten Trotzkis zu sprechen und verlas den Funkspruch des Petersburger Volkskommissariats an die deutsche Regierung, durch den sich die Bolschewisten den Bedingungen des Vierbundes unterwerfen. Mit Recht aber wies der Redner darauf hin, es sei nach den Erfahrungen der letzten Zeit nicht möglich, derartigen Funksprachen zu trauen nnd irgendwelche Tatfolgen daraus zu ziehen, man müffe erst den Eingang einer schriftlichen Bestätigung abwarten. Eins aber konstatierte der Staatssekretär innerhalb all der noch schwebenden östlichen Fragen, nämlich, daß die Aussichten auf allgemeinen Frieden im Osten durch den Abschluß des Friedens mit der Ukraine, durch den von uns ausgeübten militärischen Druck und durch das Scheitern gewisser Petersburger Hoffnungen erheblich besser geworden seien. Man dürfe hoffen, zum Ziele zu kommen. Warm empfahl darauf der Staatssekretär die Annahme der Vorlage, und die einzelnen Parteiredner hatte» wohl an Einzelfragen zu mäkeln, begrüßten den Vertrag als ganzen aber aufs wärmste. Eine Spezialdebatte entfesselte die Mitunterzeichnung des Vertrages durch General Hoffmann. Herr v. Kühlmann gab auch darüber leicht überzeugende Erklärungen. Die Verträge wurden dann dem Hauptausschuß zur Vorberatung überwiesen. Es folgt sodann die erste Beratung der Gesetzentwürfe zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, gegen die Verhinderung der Geburten usw. Die Vorlagen gehen «n den Ausschuß.
Das Friedensangebot der russischen Regierung.
Im Osten haben die Ereignisse ein Tempo angenommen, dem die Kommentare kaum mehr folgen können. Am Montag um 12 Uhr mittags war der Waffenstillstand mit Rußland abgelaufen mit dem Schlag 12 setzten sich bei Dünaburg und vop Kowel aus die deutschen Heeressäulen in Bewegung, die Festungen Dünaburg und Luck wurden fast kampflos besetzt, am Dienstag bereits waren die deutschen Armeen auf der ganzen großrussischen Front im Vormarsch unb schon am heutigen Mittwoch zieht die russische Regierung die notwendigen Folgerungen aus der neuen Lage. Indem sie sich jetzt bereit erklärt, den Frieden zu unterzeichnen, trägt sie nur den tatsächlichen Verhält- nissen Rechnung, wie sie durch unsere Waffenerfolge int Osten längst bestanden und wie sie durch unseren Vormarsch der letzten Tage nur noch einmal scharf pointiert würben. Sie zeigt damit mehr Wirklichkeitssinn als die sozialdemokratische Fraktion deö Reichstages, deren Redner sich heute abquälte, den Eindruck unseres erneuten militärischen Vorgehens auf Rußland aus der Welt zu reden, um nur ja die FriedenSbereitschaft der geliebten Bolschewisten in strahlendem Lichte erscheinen zu lassen. Wo war denn Herrn TrotzkyS Friedensliebe, als er in Brest-Litowsk unsere versöhnlichen und langmütigen Unterhändler kurzer Hand nach Hause schickte : Damals weigerte er sich, den FriedenSvertrag zu unterschreiben, heute hat ihn die Macht der Tatsachen zur Vernunft gebracht. Bleibt die derzeitige Petersburger Regierung auf diesem vernünftigen Standpunkt, so wird he nnden,
daß die Mittelmächte nach wie vor zu einem für beide Teile annehmbaren Abkommen bereit sind, allerdings nicht zu einer „Verständigung" die in Wirklichkeit nichts anderes wäre als die Unterwerfung des Stärkeren unter die Bedingungen des Schwächeren. Freilich wird man gut tun, auch dem neuesten Friedensangebot Rußlands gegenüber ein gut Teil Skepsis zu bewahren. Richt ohne Grund hat in der heutigen Retchslagssitzung Herr v. Kühlmann, der ja von Brest-Litowsk her feine Pappenheimer kennt, Wasser in den Wein der Begeisterung gegossen, die der russische Funkspruch sonst vielleicht erweckt hätte. Wir müssen immer noch mit der Möglichkeit weiterer Ausflüchte und Winkelzüge rechnen, ehe die Tinte unter dem Friedensinstrument wirklich trocken wird.
" Politische" Uebersicht.
— Zwei-Kaiser-Zusammenkunft. Kaiser Karl weilte im Großen Hauptquartier zur Besprechung schwebender Fragen. In seiner Begleitung befanden sich der Ehef des österreichisch-ungarischen Generalstabes General von Arz und der deutsche Militärbevollmächtigte General von Cramon. An den Besprechungen zwischen den Monarchen nahmen auch der Generalfeldmarschall Hindenburg und der Erste Generalquartiermeister Ludendorff teil.
— Den Frieden mit der Ukraine. Der Frieden mit der Ukraine und der Zusatzvertrag wurde im Reichstage angenommen und zwar gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien und unter Stimmen- enthaltung der Polen, die durch Abwesenheit glänzten. Es ist wirklich nicht in Worten auszudrücken, was sich da sogenannte Deutsche und die Polen geleistet haben. Sie haben gegen einen Frieden gestimmt, wo die ganze Welt sich nach dem Frieden sehnt. Es wird mit diesen Leuten abzurechnen sei, wenn die Zeit gekommen ist.
— Eines Jahres U-Boot-Beute. Im Monat Januar sind durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte insgesamt 632 000 Bruttoregistertonnen der für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Damit belauft sich das Ergebnis des ersten Jahres uneingeschränkten U-Boot-Krieges auf 9 590 000 Bruttoregistertonnen.
— „Kriegsvorschüffe an die verbündeten Völker". Der französische Ministerrat hat beschlossen, auch während des zweiten Trimesters 1918 die fälligwerdenden Zinsen der russischen Anleihen auszahlen zu lassen. Der Betrag wird wie bisher als Darlehen an die russische Regierung in das Budget eingestellt unter dem Titel der „Kriegsvorschüffe an die verbündeten Völker".
Lokales und Provinriekes.
Schlüchtern, 26. Februar 1911
—* Die Trauerfeier für die verewigte Frau Landrat von Troll zu Solz finbet am 27 dieses Monat- nachmittags 3ä Uhr (nicht 3 Uhr" im Kreishause flott.
—* Im Kinomatograph in der „Turnhalle" gelangt am Freitag und Sonntag Abend */i8 Uhr da- große Filmdrama „Komteß Hella" mit Hella Moja in der Hauptrolle, sowie das 4 Aktige Schauspiel „die Filmprimadonna" nebst gutem Beiprogramvl zur Vorführung. Sonntag Rachmitag um 3 Uhr findet für Kinder eine Vorführung mit schönen, auserlesenen Stücken statt. Der stets vollbesetzte Saal der Turnhalle gibt den Be- weis, daß der Besitzer des Kinos Herr Otto März immer bestrebt ist durch gute und einwandfreie Vorführung der Films den Besuchern einige anregende und vergnügte Stunden zu bereiten. Wir wollen nicht verfehlen auch an dieser Stelle auf den Besuch der jeweiligen Sonntags, wie auch Freitags-Vorstellung hinzuweisen. Ferner sei noch bemerkt daß zu den Abendvorführungen Kinder keinen Zutritt haben. Karten im Vorverkauf fmd bei Herrn Friseur Walter zu haben.
—* Die Hengste vom Königlichen Gestüt sind am 16. b. Mts. auf der hiesigen Beschälstation angekommen. Es sind drei Beschäler, Omar, Gastwirt und Dreier. Die Probier- und Deckstunden sind wegen der wenigen Futterrationen der Hengste auf nur an Wochentagen festgesetzt, vormittags von 8—10 Uhr und nachmittags von 4 bis 6 Uhr, an genaue Einhaltung dieser Zell wird besonders hingewiesen. Die Erhöhung der Deck und Fohlengelder betragen für die Beschäler Omarund Gastwirt 25 Mark und für den Beschäler Dreier 20 Mark, welche bei der ersten Deckung zu zahlen finb. Das Fohlengeld betrügt 24 Mark und ist im nächsten Jahre sobald das Fohlen 28 Tage alt ist ebenfalls an den Gestütwärter der betreffenben Station zu zahlen, wo die Stute gedeckt worden ist. Die weiteren B«. bingungen sind auf der Beschälstation angeschlagen, wo sich feder Stutenbesitzer davon orientieren kann.
—* Aufkauf von Kriegsanlethen. Dem Vernehmen nach sollen hier und da, insbesondere in ländlichen Be-