82 416Sg. Altpapier, 11882 Kg. Lumpen, 8623 Kg. Metall, 447 Kg. Frauenhaar, 343 Kg. Celluloid, 2049 sg. Gummi, 1048 Kg. Leder, 1761 Kg. Stanniol, 143 Kg- Korkabfall, 85096 St. Flaschen, 19650 St. Glühbirnensockel, 41192 St. Korke, 11775 St. Hüte.
Diese Saminelmengen sind bei der heutigen Wichtig seit der Rohstoffversorgung von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wenn diese soziale Tätigkeit des Sammel- Hilfsdienstes die tatkräftigste Förderung der Behörden sowie aller Bevölkerungskreise findet, liegt es nur im Interesse der Allgemeinheit.
Das stellv. Generalkommando. 18. A. K. ist im Austrage des Kriegsamts (Kriegsausschuß für Sammel- und Helferdienst) z. Zt damit beschäftigt, die Organisation des Sammelwesens in der oben angegebenen oder in ähnlicher Weise im ganzen Korpsbezirk durchzuführen.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, 5. Februar 1918
—* Im Kino — Turnhalle finden am Freitag und Sonntag Abend um 7,8 Uhr Vorführungen mit auserwäkltem Programm statt. Sonntag Nachmittag 3 Uhr ist eine Kindervorstellung. Karten im Vorverkauf bei Herrn Friseur Walther, Grabenstraße.
—* Der Telegraphist Wilhelm Blei wurde wegen besonderer Tapferkeit und treuer Diensterfüllung mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
—* Die Rohstoffversorgung ist mit ernsten Schwierigkeiten verknüpft- Da müssen alle Abfälle der Hauswirtschaft benutzt werden. Der Sammelhilfsdienst der Schulkinder soll deshalb in noch weiterem Maße hier herangezogen werden. Die Kinder sollen im eigenen Hause besonders und bei Leuten, die es ihnen erlaubt haben, die sammelnswerten Dinge, die ihnen ihr Lehrer bezeichnet hat, sammeln und der Ortssammelstelle zu- stihren (siehe Kreisblatt-Verfügung). Möge der wichtigen Sammlung ein voller Erfolg beschieden sei.
Silberankauf zur Hebung der Valuta. Um den derzeitigen hohen Stand des Silberpreises auf dem Weltmärkte für die Besserung der deutschen Valuta im Auslande nutzbar zu machen, hat fich das Reichsbank- direktorium entschlossen, vielfachen Anregungen zu entsprechen und den Ankauf von Silbersachen durch die Goldankaufsstellen aufnehmen zu lassen. Den Eigentümern entbehrlicher Silbersachen bietet sich dadurch eine Enstige Gelegenheit, ihren Besitz an silbernen Gegen- nden zu vorteilhaften Preisen an die Goldankaufs- len zu veräußern. Für Silbersachen aller Feingehalte ist ein Einheitspreis von 13 Pfg. für das-Gramm Silbermetall festgesetzt. Den Einlieferern von Silbersachen wird seitens der Goldankaufsstellen ein ausgestattetes Gedenkblatt verliehen.
—* Die Papierknappheit hat dazu geführt, an Stelle des bisherigen Frachtbriefmusters ein neues ein« zusühren. Es ist um die Hälfte in der Weise verkleinert, daß die Rückseite mit der rechten Hälfte des jetzigen Musters bedruckt wird. Die vorhandenen Vordrucke des bisherigen Musters dürfen aufgebraucht werden; es empfiehlt sich, sie in erster Linie in den Fällen zu verwenden, in denen dem Frachtbrief sonstige Begleitpapiere (z. B. Zoll- und Steuerpapiere, Deckensracht- briefe usw.) beizugeben sind. Soweit der neue Frachtbrief verwendet wird und Begleitpapiere als Anlage beigegeben sind, müssen die Frachtbriefe der Breite nach gefalzt werden. Die Beilagen sind so dauerhaft wie möglich mit dem Frachtbrief zu verbinden.
—* Nach § 25 der Feldpostdienstordnung werden die Gebührenvergünstigungen im Feldpostverkehr nur in Privatangelegenheiten der Heeresangehörigen selbst gewährt, nicht aber, wenn weder Absender noch Empfänger Heeresangehörige sind. Es ist daher auch unzulässig, daß Militärpersonen usw. von ihren Angehörigen ausgehende Sendungen mit dem Vermerk „Feldpostbrief" abgesehen, auch dann, wenn sie selbst kurze Zusätze beifügen. Desgleichen ist es unzulässig, daß Heeres- Mgehörtge auf den von ihnen selbst ausgehenden Sendungen an Nicht-Heeresangehörige durch andere Personen, die aus Portovergünstiguttg keinen Anspruch haben, Grüße oder persönliche Mitteilungen hinzufügen lassen. Verstöße gegen die bestehenden Bestimmungen werden wegen Portohinterziehung strafrechtlich verfolgt.
—* Wie soll man die Papierstoffe waschen? In vielen Kreisen besteht noch vielfach Mißtrauen und Ab- neigung gegen Wäsche- und Kleidungsstücke aus Papiergarnstoffen. Kleidungsstücke weicht man in badewarmem, aber nicht kochendem Wasser mit einer schwachen Lösung von Seife, Soda, oder einem anderen nicht ätzenden Waschpulver ein (höchstens 10 bis 15 Minuten), alsdann legt man sie auf einen glatten Tisch und bürste sie mit einer ja nicht zu harten Bürste mit dem gleichen 'Wasser ab, bis sie rein sind. Hierauf spült man sie in reinem, lauwarmem Wasser durch, hängt sie vollständig naß auf und bügelt sie, wenn sie annähernd locken sind. Das Auswinden muß vermieden werden. Der Stoff reißt nur in nassem Zustand, erlangt aber nach tiefer vorsichtigen Behandlung in trockenem Zustand, seine alle Festigkeit wieder. Wird diese Wasch anweisung befolgt, so kann ein Papierbekeidungsstück monatelang benutzt werden, ohne Schaden zu nehmen; liHbefünbere trifft dies zu für Schürzen aller Art, Arbeiteranzüge, Joppen, Hosen, Arbeitermäntel, auch Hemden.
—* Die Frage, wie wasche ich meine Wäsche am schonendsten, ist heute für die Hausfrau von größter Bedeutung. Fast alle vorhandenen Waschmittel sind sehr scharf und greifen daher das Gewebe an. Eine Ausnahme macht das Ergebnis Burnus der Chem. Fabrik Röhn & Haas in DarmstÄdt. Burnus wird hergestellt aus tierischen Bauchspeicheldrüsen und ist ein milder Eiweißkörper. Bei Verwendung von Burnus braucht man nur noch ganz geringe Mengen Seifenpulver und die Kochzeit soll bis auf 10 Minuten eingeschränkt werden. Was dies bei der kohlenarmen Zeit bedeutet, weiß jede Hausfrau. Wenn man ferner bedenkt, daß das bisher übliche lange Kochen in fcharfer Waschbrühe die Wäsche sehr schädigte, so ist es klar, daß bei einer schwächeren Lösung mit kürzerer Kochdauer die Wäsche unbedingt geschont werden muß. Wir weisen auf die Anzeige der Chem. Fabrik Röhn & Haas, Darmstadt hin.
—* Anläßlich eines Lehrganges über Ernährungs- sragen, der vom 8. bis 11. Januar im Abgeordnetenhaus in Berlin tagte hat Dr. Angenheister die Frage: „Darf der Landwirt das ersparte Getreide und Mehl behalten'?" öffentlich gestellt, worauf von maßgebender Seite folgende Antwort gegeben wurde: „Die Frage kann schwer beantwortet werden. Sie ist in jedem einzelnen Falle von der Feststellungkommission sorgfältig zu prüfen und von dieser zu lösen. Wenn der Landwirt die Ersparnisse nachweisen kann, so kann ihm die Kommission die ersparten Mengen belassen. Es ist erforderlich, daß eine Klärung in dieser alle Selbstversorger interessierenden Frage herbeigeführt werde.
—* Kein Bier mehr? In der letzten Sitzung des Zentralausschusses für Jnlandsbiervecsorgung teilte der Vertreter des Kriegsernählungsamtes mit, daß die Weiterbelieferung der Brauereien mit Gerste einstweilen eingestellt werden müsse. Dies hätte zur Folge, daß demnächst auf den Biergenuß gänzlich verzichtet werden muß.
* Schlüchtern. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde bei Herrn Bürgermeister Rüffer in Ahlersbach ein Schwein im Gewicht von einem Zentner im Stall abgeschlachtet und gestohlen. Mit dem herbeigeholten Polizeihund „Eddy" ist man den Tätern aus die Spur gekommen.
Hütten. Am vergangenen Freitag wurde bei einem hiesigen Einwohner eingebrochen und sämtliche Würste gestohlen. Der Dieb nahm den Weg durch das Dach um auf den Boden zu gelangen.
* Hintersteina« Der Kanonier Kempel von hier wurde am 21. Januar mit dem Eisernen Kreuz 2 Kl. ausgezeichnet. ' •
* Altengrouau. Der Funker L. Strippe! aus Altengronau erhielt bei dem anläßlich des Geburtstages S. M. des Deutschen Kaisers von einer Funkerformation veranstalteten „Turnerischen Wettkampf" den 1. Preis im Sechskampf.
* Steinau. Am Dienstag, „29. Januar, abends 8 Uhr fand eine sehr gut besuchte. Versammlung der Deutschen Vaterlandspartei in Steinau statt. Der Redner des Abends, der frühere Reichstagsabgeordnete Herr Professor Dr. Förster aus Berlin, sprach über das Thema: „Deutscher Friede, deutsche Zukunft." Die sympatische Erscheinung des Redners, seine warme Sprechweise, die logischen Ausführungen, die durch viele Beispiele aus der deutschen Geschichte unterstützt wurden, fanden den ungeteilten Beifall der Zuhörer. Eine kleine Debatte, welche durch eine unklar gestellte Frage eines Zuhörers hervorgerufen wurde, schloß sich an. Einstimmig beschloß die Versammlung die Absendung einer Resolution an den Reichskanzler und von Grüßen an Hindenburg, Ludendorff und Tirpitz. Eine Reihe neuer Mitglieder trat der Vaterlands-Partei bei. Der schön verlaufene, außerordentlich anregende Abend war ein voller Erfolg der deutschen Vaterlands-Partei.
* Frankfurt. Entsprungener Zuchthäusler. Ein ausregender Vorfall spielte sich Montag mittag im Hauptbahnhof ab. Mit einem größeren Transport Strafgefangener sollte auch der vielmals vorbestrafte Heinrich Trinkaus von hier zur Verbüßung von sieben Jahren Zuchthaus nach der Strafanstalt Butzbach verbracht werden. In dem Augenblick, als der Frankfurt- Gießener Zug mit einem Gefangenen-Transportwagen in die Halle einlief, riß sich Trinkaus von dem mit ihm zusammengefesselten Mitgefangenen los, sprang unmittelbar vor der noch rollenden Maschine über die Gleise auf den anderen Bahnsteig und verschwand spurlos. Die sofort vorgenommenen umfassenden Verfolgungen hatten keinen Erfolg. Der Verbrecher konnte bis zur Stunde nicht ergriffen werden.
* Frankfurt a. M. Ein Landsturmann aus dem Stadtteil Sachsenhausen „löste", als er von einer „Irrung" seiner Ehehälfte hörte, den gemeinsamen Haushalt kurzerhand dadurch auf, daß er am vergangenen Mittwoch Abend Betten, Möbel und anderes Hausgerät auf einen Wagen lud, damit nach der Obermainbrücke fuhr und hier die ganze Herrlichkeit unter dem Halloh einer großen Zuschauermenge in die nächtlichen Flut, n warf Mit den Worten „Nun kann sie sehn, wo sie unterkommt, ich finde schon wieder ein Bett" verließ der Landstürmer befriedigt den Schauplatz seiner Tätigkeit.
" Schlitz. Ein neuer Industriezweig soll hier seinen Einzug halten. Wie man hört, hat die Langheinrich'sche Fabrik von der Gräflichen Forstverwaltung tausend Meter Buchenholz gekauft, um in leerstehendrn Räumen Holzsohlen herstellen zu lassen. Da zu erwarten steht,
daß hierdurch wieder manche unsrer Arbeiter neue lohnende Beschäftigung finden und am Platze bleiben können, so ist dies neue Geschäftsunternehmen mit Freuden zu begrüßen.
* Schaumburg. Die kleine Grafschaft Schaumburg, die nur 449 Quadratkilometer Fläche hat und kaum 50 000 Einwohner zählt, will sich politisch verändern. Sie liegt mit ihrer „Hauptstadt" Rinteln a. Weser zwischen Hannover, Lippe, und Schaumburg-Lippe und war bis 1866 kurhessisch. Als sie in jenem Jahre an Preußen kam, überwies dieses das kleine „Ländle" an den Regierungsbezirk Kassel. Kassel liegt aber etwa 200 Kilo
von der Grafschaft entfernt, und infolgedessen sind alleGerichtsverhandlungen und Maßnahmen der Behörden mit Verzögerungen und Schwierigkeiten verknüpft. Nun haben angesehene Einwohner des Landes an die Königliche StaatSregierung die Bitte gerichtet, die Grafschaft Schaumburg zum Regierungsbezirk Hannover zu legen. ' Die Bewilligung dieser Bitte würde einem lang gehegten Wunsch der Bevölkerung der Grafschaft entsprechen.
Nationalftiftuna für die Hinterbliebene», der im Kriege Gefallenen.
P", asiatisch uß der Provinz Hesse» ° Nassau.
Die vornehmste Dankespflicht des deutschen Volkes gegen seine im Kriege gefallenen Söhne ist die Fürsorge für die Hinterbliebenen, insbesondere für die Witwen und Waisen der auf dem Felde der Ehre gestorbenen Helden. Die Nationalstiftung hat sich die Erfüllung dieser Pflicht zur Aufgabe gesetzt. Sie erstreckt ihre Tätigkeit bereits über das ganze Reich. Auch in unserer Provinz hat sie schon warmherzige Förderer gefunden. Um aber allen Anforderungen, die mit der Dauer des Krieges und der zunehmenden Zahl der Hinterbliebenen fortgesetzt wachsen, genügen zu können, ist die Stiftung auf die Mitarbeit aller angewiesen So wenden wir uns denn im Vertrauen auf die oft bewiesene Opferfreudigkeil an die gesamte Bevölkerung unserer Provinz mit der herzlichen Bitte:
„Gebt für die Witwen und Waise»; gebt für alle hilfsbedürftigen Hinterbliebenen der tapfere« Söhne Hessen - Nassaus, die ihr Leben nicht nur für das Vaterland, sondern auch für Euch da- hingegebeu haben, denen Ihr es allein zu danke« habt, daß Ihr ungestört Eurem Erwerb, Eurem Beruf «achgehen könnt! Bergeßt die teuren Toten nicht! Dankt ihnen ihre Treue durch treue Fürsorge für ihre Hinterbliebenen! Spendet Geld und Wertpapiere, und spende ein jeder nach seinen Kräften gern im Gedanken, wie gering doch solche Opfer au Geld und Gut find gegenüber dem Opfertod so vieler Tausender unserer Brüder!"
Namens des Provinzialausschusses der Nationalstiftung- Der Vorsitzende.
Für den Kreis Schlüchtern h« der Kreisansschuß die Aufgaben des Ortsausschusses der Natioualstiftung übernommen. Er wird bei Prüfung der Gesuche durch die Herren Pfarrer Kurz und Pater Pastor Schumacher in Salmünster unterstützt werden. Wir sind überzeugt, daß wir bei dieser Fürsorgearbeit auf die tatkräftige Mithilfe aller Vereine, Körperschaften und Personen im Kreise rechnen dürfen, um die großen Aufgaben der Hilfe und Fürsorge für alle Opfer des Krieges erfüllen zu können.
Wir fordern unsere Mitbürger aE'die National- stistuug für die Hinterbliebeueu der im Kriege Gefallenen jeder nach seinem Vermögen mit reichen einmaligen und laufenden Spenden zu bedenke», nachdem sie jetzt ihre Tätigkeit auch im Kreise Schlüchtern ausgenommen hat.
LandeSrenterei -in Schtüchrern und'von den Sparkassen des Kreises enlgegengenommen
Namens des KreisauSschusses.
Der Vorsitzende: von Trott zu Solz.
Kriegsdichtung.
Der Tod als Rächer.
P. Kurze.
Es reitet ein Reiter über das Feld
In düstrer Gespenstertracht:
Er reitet, wo die Trompete gellt,
Wo mächtige Heere sich aufgestellt Zur männermordenden Schlacht.
Nun rast der Kanonen dumpfes Gedröhn; Der finstere Reiter lacht.
Er winkt: da stürzen im Tal, auf den Höh'n Rings ganze Reihen mit Schmerzgestöhn
In düstre Vergeffens Nachl!
Der Reiter heißt: Herr Schlachtentod: Jetzt mäht seine Sense mit Macht! Wie färbt er die Hecken und Gräben so rot' Wie jauchzt er, wenn jählings in Flammen loht Der Häuser und Kirchen Pracht!
Hu. jäh sein Arm übers Meer hin droht: „Die einzig dies Unheil entfacht
Fluch Euch' Gott stürzt Euch in furchtbarste "Rot Durch mich; ich straf euch auf sein Gebot, Bis schaudernd vom Rausch ihr erwacht! "
.füllt-bis 2000 Watt
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Osram