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* Prüfungstermine am hiesigen Kgl. Lehrerscininar Das Königliche Provinzial Schulkollegium der Provinz Hessen-Nassau hat für das Jahr 1918 die PrüfungS- termine am hiesigen Königlichen Lehrerseminar wie folgt festgestellt: Aufnahme-Prüfung: schriftlich am 28. Sept. mündlich am 1. Oktober; Entlassungs-Prüfung: schriftlich am 3. September, mündlich am 12. September.

Hk. Meldung bei Ausscheiden HilfSdienstpflichtiger. Die Herren Arbeitgeber werden, da vielfach diese Vor­schrift nicht bekannt zu sein scheint, wiederholt darauf hingewiesen, daß nach § 9 des Gesetzes über den Vater- ländischen Hilfsdienst vom 13. November 1917 auch der bisherige Arbeitgeber das Ausscheiden HilfSdienstpflichtiger spätestens am dritten darauffolgenden Werktage dem für den bisherigen Wohnort des Hilfsdienstpflichtigen zu­ständiger Einberufungsausschuß mitzuteilen hat.

* Schützt rechtzeitig unsere kommende Obsternte! In mehreren Provinzen ist das außerordentlich starke Austreteu der Goldafterraupe beobachtet worden. Die gründliche Bekämpfung dieses Schädlings zur Verhütung einer Obstmißernte in diesem Jahre ist unbedingt er­forderlich. Die Vernichtung dieses Schädlings geschieht in der Weise, daß die nach dem Laubabfall jetzt gut sichtbaren Raupennester spätestens bis Ende Februar aus den Bäumen durch Ausschneiden entfernt und ver­brannt werden. Die allseitige Erkenntnis der Gefähr­lichkeit dieses Schädlings für unsere kommende Obsternte und die rechtzeitige Bekämpfung zu fördern, ist heute eine nationale Pflicht.

* Herolz. Dem Unteroffizier Heinrich Lotz, Sohn der Witwe Kath. Lotz ist das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen worden. An Besitze des Eisernen Kreuzes ist er schon feit längerer Zeit. Zur Zeit liegt er schwer verwundet in einem Lazarett zu Charlottenburg.

* Steinau. Dem Leutnant d. Res. Wilhelm Romeiser in einem Kgl. Sächsischen Infanterie-Regiment, Sohn des Fabrikanten Georg Romeiser in Steinau, ist vom Kaiser persönlich in Flandern das Eiserne Kreuz 1. Kl. überreicht worden.

* Flieden. Am verflossenen Dienstag fand in der WirtschaftZum grünen Baum" dahter eine Sitzung bezw. Versammlung der Kreiswirtschaftsstelle statt. Es waren zu dieser Versammlung die Mitglieder des Wirt- schaftsrates in Flieden und Rückers eingeladen; auch wohnten die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden der Sitzung bei. Als Vertreter der Militärbehörde war ein Hauptmann anwesend. Man beriet über die Be­handlung der Reklqmationsgesuche und wurde man dahin schlüssig, daß im Interesse der Erhaltung der Landwirtschaft und der dem Kriege dienenden Gewerbe

die dringend nötigen Reklamationen auch weiter Be­rücksichtigung finden mögen. Jedoch sollten Mannschaften, die bereits im Heere stehen, nur in äußerst dringenden Fällen freigegeben werden. Hoffentlich bringt uns das Frühjahr den Frieden, damit alle Reklamationen ihre Erledigung finden mögen.

* Wächtersbach. Hier wurden am Montag einem Reisenden 180 Pfund Wurstwaren, die in einem feinen Musterkoffer verpackt waren, abgenommen und beschlag- nahmt. Anfangs Dezember wurden auf dem Bahnhof Bad Orb einem Manne über 100 Pfund Rindfleisch abgenommen. Der Täter ist jetzt mit 1000 Mark Geld­strafe bedacht worden. Es kommt bei diesen beiden Nachrichten der Verdacht auf, daß im Kreise eine Ge- heimschlächterei besteht, die solch große Mengen Fleisch­waren produziert und nach außerhalb schmuggelt.

* Hauau. Vor der Strafkammer hatte sich ein raffinierter Heiratsschwindler zu verantworten. Er kam Ende November v. I. zu einer hiesigen Familie, gab sich als der beim Postamt Hanau im Hilfsdienst bc schäftglc Postassistent Konrad Büttner aus und bezeichnete sich als Sohn einer reichen Landwirtsfamilie im Kahl- grund. Nach Verlauf dreier Tage hatte er die hübsche Schwägerin feiner Hauswirtin als Braut erworben, mit der er nun alsbald für die Hochzeit kostspielige Einkäufemachte. DieSachen sollten mit quittierter Rechnung in seine Wohnung gebracht werden. Hierzu kam es jedoch nicht. Von einer bösen Ahnung befallen, machte die Schwägerin der Braut die Polizei auf den Mann aufmerksam, wobei sich ergab, daß der Bräutigam der vielfach vorbestrafte 57 Jahre alte Schmied Konrad Steigerwald aus Unterwestern (Unterfranken) war. Die Strafkammer bedachte ihn mit 2 Jahren 8 Monaten Zuchthaus und 150 M. Geldstrafe.- In der Urteils­begründung wurde betont, daß das Betrugsmanöver von dem Angeklagten eingeleitet worden sei, um sich in den Besitz der wertvollen Sachen zu bringen.

* Frankfurt a. M. Die Polizei kam einem weiteren Mithelfer in der Mordsache des Schutzmannes Ertl auf die Spur. Es wurde festgestellt, daß der Mörder Weckfuß den Revolver von dem mehrfachen Verbrecher Karl Marquardt erhalten hat. Marquardt ist im letzten Herbst aus dem Zuchthaus entsprungen und war seitdem verschwunden. Jetzt ermittelte man, daß er in der hiesigen Kronprinzenstraße gewohnt hatte. Von hier flüchtete er als man ihm auf die Spur kam nach Mainz. Doch auch hier konnte er bisher nicht ermittelt werden. Marquardt ist ein gewalttätiger Mann, der vor einigen Jahren bereits einen Revolverangriff auf einen Schutz­mann verübte. Es ist nicht unmöglich, daß er auch mit

der Erschießung des Schutzmanns Staerr in Verbindung

Frankfurt a. M. Die Gattin des erschossene» Schutzmanns Ertl hat sich dessen Tot sn zu Herze» genommen, das sie einer Heianstakt zugeführt werde» mußte.

* Frankfurt a. M. Die Aschaffenburger Straf­kammer verurteilte den Arbeiter Arno Zimmermann von hier zu 15 Monaten Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Zimmer­mann hatte sich auf unredliche Weise durch Helfershelfer Brotmarkendes Kommunalverbandes Aschaffenburg ver­schafft, dafür in Aschaffenburg Brot gekauft und dieses dann zu sehr hohen Preisen in Frankfurt abgesetzt.

* Frankfurt a. M., 14. Jan. Zwei Dienstmädchen aus Göttingen, im Alter von 17 Jahren wurden hier wegen Zechprellereien in verschiedenen Wirtschaften be­gangen, verhaftet. Die eine hatte einem Redakteur in Göttingen Wertsachen von mehr als 2000 Mark gestohlen.

* Frankfurt. ImHessischen Hof" hatte ein Gast eineHabana" geraucht, für die er 9 Mark bezahlen mußte. Das Schöffengericht verurteilte den Geschäfts­führer Schaich, der fi$*barauf berief, das die Zigarre jetzt im Einkauf 4,50 kostete und das ein Aufschlag von 100 Prozent im Hotelgewerbe durchaus üblich sei, wegen Preiswuchers zu 50 Mark Geldstrafe. An derselben Zigarre, an der im Frieden bet einem Aufschlag von 100 Prozent 2 Mark verdient worden sein, dürften jetzt infolge des erhöhten Einkaufspreises nicht 4,50 verdient werden. Der Prozentsatz müsse eben entsprechen heruntergesetzt werden.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Evangelische Gemeinde:

Sonntag, den 20. Januar 1918.

Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Rollniann.

Nachm. 1/22 Uhr: KriegSbetstunde. Herr Superint. Orth.

Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Evangelischer Blaukreuz-Verein.

Versammlung nachmittags 4 Uhr in der Kleinkinderschule.

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 20. Januar 1918.

Vormittags 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Herr Kaplan Rämb.

F Glasballon einyea/zfe

CGRAFf bürgt für das Fabrikat der ^u^geseflschafl.Beriin 0 Liberi erhältlich

üllt-bis 2000 Watt

Das konzentrierte Licht

Osram

: Heimatbund. | Ortsgruppe Soden. ' (Sonntag, den 20. d.Mts.,nachm.4Uhr j

für Kinder und Jugendliche:

, Vertrag von Herrn Pfarrer Nüdling ,,in gang durch das fand der 3ugend.

- SV Hlntrltt frei ! -^G /y

. Sonntag, den 20. d. Mm Abends 8 Uhr I für Erwachsene: |

f Vertrag von Herrn Pfarrer Spehnkuch |Die Seeschlacht am Skagerrak I"' mit Lichtbildern. j

4 Eintritt 50 Pfg. Reservierte Plätze 1 Mk. h Der Vorstand. X

Gesucht.

Kriegsbeschädigte, rüstige pensionierte Beamte, Handwerker, rührige Geschäftsleute als Kreisbeamte.

für den Kreis Schlüchtern. Als Wohnsitz ist ein zum Kreise gehöriger Ort gestattet. Festes Gehalt und Nebenbezüge. Meldungen erbeten unter F. V. D. 182 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M.

Vom 20. Januar ab fallen folgende Personenzüge bis auf weiteres Sonn- und Feiertage aus.

^89 Fulda ab 4.40 V., Bebra an 6.14 V., 843 Flieden ab "' V., .Mlda an 6.09 V. (von Fulda bis Bebra fährt der Zug täglich) 811 Hanau ab 6.27 N. Gelnhausen an 7w N., 810 Fulda ab 6.40 V. Frankfurt an 10.01 V. 802 Bebra ab 12.59 N. Frankfurt an 6.00 N. und 841 Gelnhausen ab 8.27 N Hanau an 9^6 N. Zug 805 Frankfurt ab 5.45 N. fährt in seinen o-.sherigen Plan bis Schlüchtern, nur Werktags Sonn- und Feiertags fährt er Frankfurt ab 5.oo N. Hanau an 6.4» ab 6.50 Gelnhausen an 7.56 ab 804 Schlüchtern an 9.23 (mit Halt M allen Zwischenstationen) Schlüchtern ab täglich 9.33 N. wie bisher.

Königliche Eisenbahndirektion.

Frankfurt, (Main).

Bekanntmachung.

Auf die Bekanntmachung des Herrn Vorsitzenden des Kreis­ausschuß vom 10. Januar 1918. J.-Nr. 271 K. G. betr. Haus­schlachtungen, veröffentlicht im Kreisblatt Nr. 4 d. Js. wird hiermit nochmals hinguviesen.

Schlüchtern, 17. Januar 1918.

Der Magistrat: Stückrath

Bckauntmachnug

Die Holz Verabfolge- ^settel aus dem städtischen Holzverkauf vom 15. 1. 1918 sind binuen 14 Tagen gegen Zahluug oder Bürgschastsstellung bei der Stadtkasse in Empfang zu nehmen.

Schlüchtern, 18. Januar 1918. H)er Magistrat: Stückrath.

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Bekanntmachung.

Anträge auf Ueberweisung von Kriegsgefangenen zur Hülfe- leistung bei den landwirtschaft­lichen Arbeiten im Jahre 1918 sind alsbald auf dem Bürger metsteramt Kanzlei zu stellen. Schlüchtern, 16. Januar 1918.

Der Magistrat: Stückrath.

Bekanntmachung.

Der Einschlag von Fichte»»- stange»» im hiesigen Stadtwald erfolgt auch in diesem -Jahre nur auf besonderen Antrag.

Wer solche zu beziehen wünscht, hat dies spätestens bis zum 25. d. M uuter Angabe der gewünschten Menge und Klasse beinr Herrn Stadtförster Klotz anzumelden.

Schlüchtern, 17. Januar 1918.

Der Magistrat: Stückrath.

Bekanntmachung.

Betr. Vollmilchabgabe gegen Bezugskarte.

Den Besitzern von Milch­kühen wird wiederholt bekannt gegeben, daß die Abgabe von Vollmilch nur an solche Personen gestattet ist, die im Besitze von einer Vollmilch-Bezugskarte sind. Zuwiderhandlungen stehen unter strenger Strafe.

Die eingezogenen Vollmilch. Bezugskarten sind von demVersor- gungsberechtigten umgehend hier abzuholen und an die Lieferanten wieder autzzuhändigen. Schlüchtern, 18. Januar 191 8. Der Magistrat: Stückrath. Arbetts- u. Dienstbücher^ sind zu haben in der Buchdruckerei C. Hohmeister.