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mit Amtlichem Kreisblatt". WochMilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Samstag, den 19. Januar 1918. 69. Jahrgang.

Deutsches Reich.

Preußens Haushaltsplan.

Berlin, 16. Jan. (W. B.) In dem Vorbericht zu M vom Finanzminister Dr. Hergt heute dem preußischen Haeordnetenhause vorgelegten Staatshaushalsplan für is Rechnungsjahr 1918, heißt es u. a.: Der Staats - lushaltsplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 546 699 278 Mark ab. Die Schlußsummen erhöhen ch gegen den Haushalt des laufenden Rechnungsjahres m 1385 933 557 Mark.

Ein Bayer in Brest-Litowsk.

München, 15. Jan. (D. D. P.) Um den bundes- aatlichen Charakter des Deutschen Reiches nach außen iuSdruck zu bringen, wird Bayern fortan einen beson« eren Vertreter zu den Friedensverhandlungen mit tußland nach Breft-Litowsk entsenden. Demnächst wird ch der frühere bayerische Ministerpräsident Gras v. lodewils nach Berlin zu Besprechungen im Auswärtigen lmte und dann nach Brest-Litowsk begeben.

Politische Uebersicht.

Vor der Cutscheidung?

BM-Litowsk bringt mancherlei Ueberraschungen, und ie Dinge geraten dort immer in neuen Fluß. Allge­meinste Zustimmung wird das energische Auftreten des General Hoffmann finden', der den verhandelnden Bol- jhewistenführern, ihre eigentliche Stellung klar machte, ßanz bestimmt stehen wir vor großen Wendungen, ja vielleicht vor großen Entscheidungen. Unser Kaiser freist in die Lage ein. Er empfing den Kronprinzen, en Reichskanzler und den Generalfeldmarschall von bindenburg. Ferner hörte der Kaiser den Generalstabs- srtrag des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und in Bortrag des UnterstaatSsekretärs von dem Bussche. - Natürlich knüpften fich an diese Tatsachen wilde ßerüchte, die dieNordd. Allg. Ztg." in folgenden Worten ichtigstellt: Der Reichskanzler Dr. Graf. v. Hertling sat in den letzten Tagen mehrfach Seiner Majestät fern Kaiser Bortrag gehalten und zahlreiche Besprechungen gehabt. Eine vertrauensvolle Aussprache hat zwischen

Reichskanzler und den zurzeit hier anwesenden Heer- ihrern stattgefunden. Die Mitteilungen über einen nberufenen Kronrat sind unrichtig. Es liegen keine lchlichen Differenzen vor, die eine Entscheidung im ronrat verlangten. Auch sonst gehen mancherlei un= chtige Nachrichten durch einzelne Blätter. So wird emeldet, daß der Staatssekretär von Kühlmann und er Botschafter Graf Bernstorff in Berlin eingetroffen iten. Beide Angaben sind falsch."

Eine neue russische Republik.

Aus Rostow wird gemeldet, daß die Verkündigung ner unabhängigen Republik der Dongegend erfolgen ürd. Bet der Kabinettsausbildung wird Kaledin ver- luflich den Vorsitz und das Kriegsministerium, Seler as Justtz-Agekeff das Unterrichts-, Paramonoff das Handelsministerium übernehmen und Bogajewski Staats- ontrolleur werden.

Bittere Ironie.

Zu den Reden Wilsons und Lloyd Georges meint mpp und treffend das türkische BlattJkdam" : So- ange Indien, Irland. Afrika und Aegypten ihrer ele- lentaren und natürlichen Rechte noch beraubt sind, ist ie von Englvnd wiederholte Melodie von der Freiheit ier Völker nur bittere Ironie. Die Verbündeten und ieuttalen sind einig darin, daß die Ausführungen Lloyd Georges einem Friedensschluß ungünstig sind und daß stder noch viel Blut fließen wird.

Advokatenphrasen.

Staatssekretär Lansing rühmte bei einem Essen der ldvokatenvereinigung in New Aork in einer Rede die liierten Nationen und erklärte, feixe Hauptbotschaft n alle fei: Wir gehen vorwärts in diesem Krieg, wir süssen um der Menschheit willen siegen und wir werden vegen.

Das pumpende Mächtesynditat.

I New Pork kabelt das umlaufende Gerücht über Ver- Wandlungen, die China mit der amerikanischen Regierung Mveäs Ausnahme einer Anleihe von 50 Millionen Dollar

ein Fünsmächtesyndikat führt.

AuStansch-Cutente-Soldaten.

Zwischen den Vereinigten Staaten und Groß- Muiannien wird ein Vertrag abgeschlossen werben, wo- die Engländer, die in den Vereinigten Staaten sind, in das amerikanische Heer, und umgekehrt W i Umerikaner, die in England wohnen, i» das englische W^r eingereiht werden können.

Der Luftkampf im Dezember.

Im Monat Dezember haben unsere Gegner durch die Tätigkeit unserer Kampfmittel auf allen Fronten im ganzen 119 Flugzeuge und 9 Ballons verloren Wir haben 82 Flugzeuge und 2 Ballons eingebüßt, davon sind 57 Flugzeuge jenseits der Linien verblieben während die übrigen 25 über unserem Gebiet verloren gingen. Auf die Westfront allein entfallen von den 119 außer Gefecht gesetzten feindlichen Flugzeugen 101, von den 82 deutschen 74. An der italienischen Front haben wir 17 feindliche Flugzeuge abgeschossen und 6 eigene eingebüßt. Im einzelnen setzt sich die Summe der feindlichen Verluste folgendermaßen zusammen: 83 Flugzeuge wurden im Luftkampf, 30 durch Flug­abwehrkanonen, 1 durch Infanterie abgeschoffen, 5 landeten unfreiwillig hinter unseren Linien. Von diesen Flugzeugen sind 47 in unserem Besitz, 72 jenseits unserer Linien erkennbar abgestürzt.

Der Pariser Funkspruch vom 8. 1. nachmittags meldet, daß die Franzosen im Dezember 191 < 76 deutsche Flugzeuge abgeschoffen haben, und sagt u. a. wörtlich:Von diesen scheinen 35 Flugzeuge, die in ihren Linien niedergingen, vernichtet zu sein, doch konnte hierüber keine abschließende Feststellung gemacht werden." Demgegenüber werden die französsischen Verluste auf 20 Flugzeuge, davon 13 über Ihren eigenen Linien abgeschoffen, und 2 Fesselballon angegeben. Tatsächlich beliefen sich die deutschen Verluste aus dem französischen Teil der Westfront im Dezember 1917 auf 9 Flug­zeuge diesseits und 22 jenseits, während die französischen Verluste nicht 20, sondern 44 Flugzeuge betrugen, von denen nicht 13, sondern 36 nach einwandfreier Fest­stellung jenseits abstürzten; nicht 1, sondern 3 Fessel- ballons wurden abgeschoffen. Dto- Tatsache, daß der französische BerichtZ dje 35 deutschen Flugzeuge, deren Abschuß nach seinem *ioenw Einge^ndniS nicht sicher war, unbedenklich als deutsche Verluste berechM7MkN' zeichnet seine Glaubwürdigkeit zur Genüge, fc^j^is^is,,^^ -. iOi .-^

Ä Wringt das Hotd! 8 ; / Bon Karl Henckel.

Bringt das Gold! Hub wisset klar: ' ' Gold im Reichsschatz baunt Gefahr.

Wird des Reiches Goldschatz leer,

Schwankt die Wage, wankt die Wehr. 4 Wollt ihr Schutz vor schlimmsten Falle, *

Wollt ihr sichern Hort für alle/

Bringt das Gold! Es diene gut

Deutscher Währung, deutschem Blut! A Gold?! Du, Volk, wirst selbst draus schmieden Ä

Fest dir Wohlfahrt, Freiheit, Frieden.

Die Tschechen.

Die Tschechen in Oesterreich-Ungarn rühren sich emsig und verfolgen ihre einseitig tschechischen Ziele, kaum zum Segen der Monarchie. Bekanntlich hatten die Tschechen am 30 Mai 1917 bei der Eröffnung des österreichischen Abgeordnetenhauses eine Kundgebung erlassen, der sie den Namen einerstaatsrechtlichen Ver­wahrung" gegeben hatten, in der es hieß:Die Dele­gation der tschechischen Nation geht von der tiefsten Ueberzeugnng aus, daß die jetzige dualistische Verfassung zum großen Schaden der Gesamtinteressen regierende und unterdrückte Nationen geschaffen hat, und daß zur Beseitigung jeglichen nationalen Unrechts im Interesse der ganzen Reiches und der Dynastie die Umformung der habsburgisch-lothringischen Manarchie in einen Bundesstaat freier und gleichberechtigter Nationen not wendig ist. Wir werden, gestützt in diesem historischen Augenblick auf das natürliche Recht der Nation auf Selbstbestimmung und freie Entwicklung, bei uns durch unumstößliche, völlig anerkannte historische Rechte und Staatsakte verstärkt, uns an die Spitze des Volkes um die Vereinigung aller Stämme der tschechisch slawischen Nation in einen demokratischen Staat bemühen, wobei dann der slowakische Stamm, welcher im territorialen Zusammenhang mit dem historischen böhmischen Vater­lande lebt, nicht vergessen werden darf."

Auf dieseVerwahrung" kamen die Tschechen jetzt zurück Es fand nämlich in Prag die angekündigte Versammlung aller tschechischen ReichsratS- und Land tagSabgeordneten aus Böhmen, Mähren und Schlesien statt, an der auch die begnadigten Abgeordneten Kramarez, Rasin, Ehoe, Vojna und Burzival teilnahmen. Nach einer längeren Ansprache des Vorsitzenden Stanek wurde die vorgeschlugene Entschließung einstimmig angenommen.

Im ersten Teile der Entschließung, deren (Wortlaut noch nicht veröffentlicht ist, wird die staatsrechtliche Kundgebung vom 30. Mai 1917 wiederholt, im zweiten Teil der Mißstimmung über die Ausführungen des Grafen Czernin in Brest-Litowsk bezüglich des Selbst- bestimmungsrechtes der Nationen Ausdruck verliehen.

Hunde an die Front!

Bei den ungeheuren Kämpfen an der Westfront haben die Hunde durch stärkstes Trommelfeuer die Meldungen aus vorderster Linie in die rückwärtige Stellung gebracht. Hunderten unserer Soldaten ist durch Abnahme des Meldeganges durch die Meldehunde das Leben erhalten worden. Militärisch wichtige Meldungen sind durch die Hunde rechtzeitig an die richtige Stelle gelangt.

Obwohl der Nutzen der Meldehunde im ganzen Lande bekannt ist, gibt es noch immer Besitzer von kriegsbrauchbaren Hunden, welche sich nicht entschließen können, ihr Tier der Armee und dem Vaterlande zu leihen!

Es eignen sich der deutsche Schäserhund, Dober­mann, Airedal-Terrier und Rottweiler, auch Kreuzungen aus diesen Rassen, die jchnell, gesund, mindestens 1 Jahr alt und von über 50 cm Schulterhöhe sind. Die Hunde werden von Fachdresseuren in Hundeschulen ausgebildet und im Erlebensfälle nach, dem Kriege an ihre Besitzer zurückgegeben. Sie erhalten die denkbar sorgsamste Pflege. Sie müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

An alle Besitzer der vorgenannten Hunderassen ergeht daher nochmals die dringende Bitte: Stellt Eure Hunde in den Dienst des Vaterlandes!

Die Anmeldungen für die Kriegs-Hunde-Schule und Meldehundschulen sind zu richten: an die Inspektion der Nachrichtentruppen, Berlin A, Kurfüritendamm 152 ^tbt: Meldehunde.""Fy1 gffg

Lokales und Provinziell»

Schlüchteru, 18. Januar 1918.

* Im Kino Turnhalle finden am kommenden Sonntag 2 Vorstellungen mit reichhaltigem, auserlesenem Programm statt. Nachmittags 3 Uhr für Kinder; abends '/^ Uhr für Erwachsene!

* Schuhflickstube Landw. HauSfrauenverein. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, können in der Schuhflickstube, die der Landw. Hausfrauenverein_ im Hause des Herrn Lambert anfangs Dezember eröffnet hat, abends wieder Neuerlernende ausgenommen werden. Die Benützung der Flickstube ist jedermann gestattet, gegen eine Gebühr von 10 Pfennig in der Stunde. Solche, welche das Schuhmachen lernen wollen, wie in den beiden stattgehabten Kursen, bezahlen 3 Mark für 36 Stunden. Denjenigen die flicken, werden die vor­handenen Werkzeuge zur Verfügung gestellt und die nötige Anleitung gegeben. Das in der Flickstube vor­handene Leder von alten Schuhen, soll nur an Bedürftige zum Ausbessern der Schuhe abgegeben werden, natürlich nur für solche, die dort geflickt werden. Durch die hoch­herzige Stiftung einer Geldsumme zur Beschaffung von Sohlen für Minderbemittelte, ist es möglich, demnächst Holzsohlen unentgeltlich an solche Familien zu verteilen. Den Empfängern wird auf Wunsch kostenlos Anleitung zur Selbstanfertigung der Stiefel gegeben. In nächster Zeit sollen die bis jetzt in der Flickflube angefertigten Schuhe ausgestellt werden. Die Firma H. Reis stellt in dankenswerter Weise ihr Schaufenster zur Verfügung.

* Deutsche Vaterlandspartei. Am Dienstag, den 29. Januar wird voraussichtlich Herr Professor Paul Förster aus Berlin, früherer deutschsozialer ReichstagS- abgcordneter, in dem hiesigen Kreisverein der deutschen Vaterlandspartei über das Thema sprechen :Deutscher Friede und deutsche Zukunft." Wir verfehlen nidit, schon jetzt auf diesen hochinteressanten Vortrag ^hinzu- weisen, worüber das Nähere in den nächsten ^age nummern unserer Zeitung veröffentlicht werden wird.

* Auszeichnung: Vom Vorstand der Fechtanstalt für die Waisen deutscher Krieger zu Berlin (Prorektorat Ihre Maj. die deutsche Kaiserin und die Frau Krön Prinzessin) erhielten: 1. Frl. Auguste Muth hier das vergoldete Ehrenkreuz und wurde als Bezirko-Fechi Meisterin ernannt. 2. Sparkassenrendant Herr Kohlstädt hier, das Ehrenkreuz uno wurde als Fechtmeister ernannt Ferner erhielt für besondere Fechttätigkeit während bei K^geS von 1914 ab Herr Stadlwachtmeister Muth hier als Landesfechtmeister für die Kriegswaisen, das neu gestiftete Kriegsehrenabzeichen in Eisen mit der Inschrift:KriegS-Waisenhilfe 1914".

* Die Reichspost hat Nähstuben eingerichtet, in denen beschädigte Dienstkleider für die Beamten, Unter- beamten und Arbeiter ausgebesiert werden können.