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Lokales und Provinzielles.

Schlächtern, 23. Dezember 1917.

* Unsere verehrlichen Postabonnenten ersuchen wir freundlichst, die Bestellung auf dieSchlüchterner Zeitung" mit dem amtl. Kreisblatt für den Kreis Schlüchtern für das 1. Vierteljahr baldigst zu erneuern. Jede Postanstalt nnd jeder Briefträger nehmen Be­stellungen an. Bei dem Personalmangel und dem Andrang auf der Post zu den Feiertagen zumal am Jahresschluß empfiehlt es sich, die Bestellung möglichst schnell zu machen, damit keine Unterbrechung in der regelmäßigen Zustellung erfolgt. Wir bitten unsere geehrten Leser, unsere Zeitung in ihren Bekannten­kreisen zu empfehlen. DieSchlüchterner Zeitung" kostet ab 1. Januar nur 1,80 Mk. pro Vierteljahr bezw. 60 Pfg. pro Monat ohne Bezugsgebühr. Das Lesen desKreisblattes" bringt manchen Vorteil und erleichtert den Bürgermeistern das Amt, es sollte des halb in jedem Haushalt zu finden sein.

* Wie aus dem Inseratenteil unserer heutigen Nummer ersichtlich, hat Herr Otto März in der Turn­halle datier einen großen Kinomatographen aufgestellt. Für ein reichhaltiges Programm Ist gesorgt und werden daher jedem Besucher einige lehrreiche interessante Stunde geboten werden. - - Ferner hat Frau Witwe Helene Levy auf dem Felsenkeller dahier ein Panorama eröffnet, wobei auch ein- Preißschießen errichtet ist. Das Panorama enthält die neuesten Sehenswürdigkeiten, auch wird für Musik gesorgt, so daß auch hier jedem Besucher einige frohe Stunden bereitet werden. (Alles Nähere im Inseratenteil.

* In der Bekanntmachung Nr. W. IV. 300/12. 17. K. R. A. vom 22. Dezember 1917 ist eine all­gemeine Beschlagnahme aller Arten von neuen und gebrauchten Segeltuchen, abgepaßten Segeln einschlteß lich Liektauen, Zelten, auch Zirkus und Schaub »den- zelten, Zeltüberdachungen, Markisen Planen, auch Wagendecken, Thcaterkuliffen und Panoramaleinen an geordnet. Tkvtz der Beschlagnahme ist die Weiterver- wendung der Gegenstände für ihren bisherigen Zweck gestattet, insbesondere auch in gewerblichen Betrieben. Die im Haushalt befindlichen und für ihn bestimmten Gegenstände sind von der Beschlagnahme ausgenommen. Fischerei, Schiffahrt und Schuhindustrie sind durch besondere Vorschriften berücksichtigt. Monatliche Be- standMeldungen find vorgeschrieben, und zwar erstmalig bis zum 10. Januar 1918 nach dem Stande vom 1. Januar 1918. Bezüglich aller Einzelheiten wird aus die Bekanntmachung selbst verwiesen, deren genauer Wortlaut im amtlichen Kreisblatt einzusehen ist.

* DerEinjährtgenschein" für Seminaristen. Ein langersehnter Wunsch der preußischen Lehrerschaft ist soeben in Ersüllung gegangen. Der preußische Unterrichtsminister hat angeordnet, daß die zum Heeres­dienst einberufenen Schüler der ersten Präparandenklasse in der Regel der dritten Seminarklasse bei ihrem Ein­tritt in den Heeresdienst zu überweisen sind. Zu diesem Zeitpunkt- Heißt es in der Verfügung weiter, ist ihnen auch das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig freiwilligen D»epst zu erteilen.

* Nach § 25 der Feldpostdienstordnung haben Sendungen in rein gewerbli^en Angelegenheiten der Absender oder Empfänger fetnen Anspruch auf Gebühren- vergünstigungen. Die Uebersendung von Anpreisungen und Anerbietungen rein gewerblicher Art unter der BezeichnungFeldpostbrief" ist daher unzulässig. Es wird dringend davor gewarnt, Briefsendungen zur Er­langen der damit verbundenen Gebührenvergünstigung unrechtmäßigerweise mit dein VermerkFeldpostbrief" zu versehen. Die Postverwaltung leitet in alLn zu ihrer Kenntnis kommenden Fällen dieser Art gegen die Absender das Strafverfahren wegen Portohinterziehung ein.

* Salmünster. Am 21. Dezember beging Herr Stadtkämmerer Pfaff in voller Gesundheit sein »Ojährigcs Dienst-Jubiläum. Die Stadtverwaltung veranstaltete zu Ehren des Jubilars einen Festakt. Herr Bürger­meister Blum beglückwünschte im Rainen der Stadt

In eiserner Zeit.

Kriegsroman von Charlotte Wildert. 38

Er reichte dem Freunde die Zeitung, hastig, suchend spähten Graf Gordis Augen über all die Annoncen, Telegramme, Berichte unb Mitteilungen, jetzt, seine Ziige verfinffterten sich, jetzt hatte er es gefunden. Groß unb starr stand es da auf dem weißen Papier:Heute morgen zogen Parkarbeiter in bem .... Park aus dem Weiher die Leiche einer Frau: Dieselbe muß schon übernacht im Wasser gelegen haben. Die nähere Unter­suchung hat festgestellt, daß man es mit der Leiche der Tänzerin Liane Startell zu tun hat. Nach polizeibe- hördtichen Angaben hatte die Startell sich als Spionin entlarvt und soll mit bem gestern Abend standrechtlich erschossenen Spion Henry Startell, bei dessen Verhaf­tung wertvolle Pläne und Papiere entdeckt wurden, und der 'der Mörder eines russischen Spions, namens Per- kowitsch war, zusammen gearbeitet haben. Neuere An­gaben ergeben, daß die Startell die rechtmäßige Gat­tin Henry StartellS gewesen ist. Ihre Leiche ivird »lach dein städtischen Schauhanse überführt." Ernst, schwei- gend faltete Phili die Zeitung äufammen.

Ja," sprach er nach einer Weile kurze»» Nachden­kens,ja, die Tragödie ist aus. Der Schluß ist hart, grausam, aber lehrreich."

Möge bem unglückliche,» Weibe die Ruhe, die sie gesucht, enblid) zu teil werden."

Franz voi» Brixdorf legte stumm die Zeitung bei­seite, dann, mit gewaltsamem Ruck, trat er auf den Freund zu.Wann »nutzt Du fort, Phili?"

Morgen schon. Hub, o grundgütiger Herrgott, noch so unl)eimlid) viel Arbeit. Ich kam» nicht ntal mehr nach Schloß Breitsteil» fahren, von meinen Eltern Ab­schied nehmen. Papa telegraphierte eben, daß es ihm vielleicht möglich wäre, mit Mutter an der Zwischen- station, wo wir einige Minuten Aufenthalt haben.

den allseitig beliebten und geschätzten Beamten herzlich. Herr Pfaff, der in seiner Bescheidenheit jede größere Feier ablehnte, blickt auf ein arbeitsreiches Leben zurück. Möge er heute die Kraft schöpfen, daß er sein durch die Mehrarbeit des Krieges noch erschwertes Amt wenigstens für die Dauer des Kriegesdurchhalte" und ihm dann ein recht langer ungetrübter Lebensabend beschieden sein.

* Fnlda Mit dem Beginn der Zusammenlegung der Bäckereien am 13. d. Mts. mußten von seither noch in Betrieb befindlichen hiesig m Bäckereien 12 ihre Backtätigkeit ein stellen. Bei KriegsauOruch bestanden in Fulda 46 Bäckereien, von denen im Laufe der Zeit 16 Ihr Geschäft geschlossen haben, sodaß gegenwärtig nur noch in li^ Bäckerei-Betrieben gebacken wird. Die Inhaber der 12 betreff. Betriebe haben bei dem Reichs wirtschaftsamt Einspruch gegen die Anordnung des Magistrats erhoben.

* Bom Oberwald. Der Vogelsberg, besonders dessen nördlichen und östlichen Teil, der im Volksmund als dashessische Sibirien" bezeichnet wird, welchen Ausdruck er nicht zuletzt bem rauhen Klima verdankt, bietet anderen Gegenden gegenüber auch gewisse Vor­teile Wie in manch andrer Beziehung, so hat auch hier die Natur einen Ausgleich geschaffen in dem großen Waldreichtum, wodurch es der ärmeren Bevölkerung ermöglicht ist, in der Holzindustrie einen lohnenden Erwerb zu finden. So entfaltet sich iin Winter unter den Bewohnern unseres Gebietes eine rege Tätigkeit in der Fertigung von Holzwaren aller Art, z. B. von Holzschuhen, Rechen, Schindeln, Besen u. bergt Die KMbflechterei ist infolge Beschlagnahme der Weiden auf dM Selbstverbrauch zurückgegangen. Veranlaßt durch die teure Lebenshaltung auf allen Gebieten, haben diese Erzeugnisse mit anderen Gegenständen im Preise gleichen Schritt gehalten. Kostete doch in Friedenszeit ein Birkenreisbesen 30 Pfg. gegenüber 1,50 Mk. jetzt, des­gleichen ein Paar Holzschuhe 4,50 Mk. gegen 1.20 Mk. in gewöhnlichen Zeiten, was im Interesse der Hersteller nur zu begrüßen ist, da auch Rohstoff und Herstellungs­kosten wesentlich im Preise gestiegen sind. Andrerseits bieten die großen Holzvorräte reichlich Gelegenheit zur hinreichenden Brennstoff-Versorgung, hauptsächlich im jetzigen Winter, wo Händler zu den Versteigerungen nicht zugelassen werden und die Preise nur selten weit über den gewöhnlichen Stand hinausgehen, was wiederum dazu beitragen »nag, daß der Vogelsberger die Eigenart seiner Heimat ebensosehr liebt, wie etwa der Rheinhesse seine Weinberge.

* Roteubnrg a. F I» einer größeren Anzahl von Gemeinde»» des Kreises haben amtlichen Ermittelungen zufolge einzelne bäuerliche Besitzer, die Milchkühe besitzen bisher überhaupt keine Butter für, die Allgemeinheit abgeliefert. Auf Anordnung des Landrats werden nunmehr, soweit als nötig, den betreffenden Milchvieh- haltern die in Betracht kommenden Milchkühe zwangs­weise genommen und als Schlachtvieh zur Fleischver­sorgung des^Heeres verwendet.

An die Landwirte Jenischlands!

In dem großen Kriege heißt es für die Landwirte Deutschlands durchhalten, sonst verlieren wir den Krieg und was bann käme, davor beschütze uns unser Herrgott in Gnaden.

Durchhalten ist aber schneller gesagt wie getan. Die Frage ist, wie hält man durch? Wie ernährt man die Pferde und vor allem die Schweine? Kraftfutter gibt es nicht, Kartoffeln sind beschlagnahmt,-die Körner­früchte desgleichen. Wie kann man da die Tiere durch bringen?

Nun wissen die meisten Landwirte nicht, daß sie eine Möglichkeit in der Hand haben und zwar wohl in jeder Gemeinde des ganzen deutschen Reiches, die es ihnen gestatten würde, ihre Viehbestände billig durch- zubringen, wenn sie sie anwenden wollten. Diese Möglichkeit, eS handelt sich um hochwertiges Futter, der Landwirtschaft nachzuweisen und zugänglich zu machen hat sich in Berlin ein Kriegsausweis gebildet, der,nicht

»»och einmal mit mit zusanuueuzutreffen. Hoffentlich ge- lingt's, denn ohne der Eltern Segeuswuusch, ohne noch einmal des Vaters kernige Hand gedrückt und der Mut­ter milbeu Blick gesehen zu haben, ziehe ich nicht gerne in den Kampf. Mit ihrem letzten Segen tomme ich auch nach Ringen und Kämpfen, nach endgültigen» Sieg wieder in die Heimat zurück; doch es wird Zeit, Franz, ich mnß scheiden."

So können wir uns vor Deiner Wegfahrt »licht mehr sehen, Phili?"

Nein, Franz, schwerlich, ich habe in der Kaserne und an Hause alle Hände voll zu tun. Unb morgen früh geht es los. Hurra!"

Nun denn, ziehe hinaus in den Kampf, in Gottes Namen, ich wünsche Dir Glück und Sieg, mein lieber Freund, lebe wohl! Auf Wiedersehen!"

Noch ein kräftiger Handschlag, ein herzlichesLe­bewohl" unb Phili verließ das Haus seines Freun­des, um im Sturmschritt seiner Kaserne zuzueilen, wo die Arbeit und Pflicht auf thu ivartete.---

Auf bem Hanptbahnhofe herrschte lebhaftes Ge­dränge. Alles war beflaggt und geschmückt. Noch war es früh am Morgen, als die ersten Soldaten ausrückten, doch war sicher halb Berlin auf den Seinen, den Ab­ziehenden schnell noch eine kleine Erfrischung: Tee, Kaffee, Schokolade, Zigarren und so weiter zu reichen. Mntig stauben sie alle da, die deutsche»» Recken, kampf- lustig, groß und stark. Sie nahmen nun zum letzten Mal'Abschied von ihre»» Lieben.

ES waren herzergreifende Szenen. Dort hielten Mut­ter und Sohn sich zum letzten Mal innig umschlungen, dort sah der Vater noch einmal ins treue, blitzende Auge seines Jungen, dort hielt der Soldat sein weinend Lieb umfangen unb flüsterte ihm Worte, süße Worte Dom baldigen Wiedersehn ins Ohr.

Der Zugang zum Bahnsteig war gesperrt, nur An­gehörige höherer Militärbeamten hatten dort Zutritt.

»Alles entsteigen," ertönte laut und scharf die Stimme

etwa Geschäfte machen oder an den Landwirten etwas profitieren will, sondern der im Interesse des Ganzen den Landwirten zeigen will, was sie tun müssen und sie soweit es geht dabei unterstützen wird.

Wissenschaftliche Untersuchungen neuerer Zeit (»erd Deutsche Landw Presse Nr. 27, 1915, ferner Reg.-Rat- G. Haberlandt:Der Nährwert des Holzes"' Georg Reimer, Berlin, Genthiner Str. 38.) haben fest gestellt, daß in dem ein- und zweijährigen Holz und in der Rinde von Laubbäumen und Sträuchern, in dem dünnen Reisig reichlich wertvolle Futter stecken. muß dabei beachten, daß es sich nur um das junge lebende Holz handelt, also hauptsächlich um Zweige und Aeste, die nicht dicker sind als ein Finker. Ji» diesem jungen Holz und in der Rinde stapelt die Pflanze alles das ^»s, was im nächsten Jahre zur Blattbildunz zur Fruchtbildung und zum Zuwachs des Baumes ob« Strauches nötig ist unb deswegen finde»» sich hier ble heute so wertvoller» Futterstoffe für unsere Tiere.

Jeder Landwirt hat beobachtet, wie gern bfe Biegen] Sträucher und Bäume benagen; daß Hirsch, Reh unb; Hase das ebenfalls tun, ist bekannt. Im Jahre 1893 wurden z. B. fast die ganzen Pferde und Viehbestände in den Departements Südfrankreich Var Bauches h Rhone Gard, Pyrenoes Orientales, mit zerkleinerte!! Weinranken durchgehalten. J»r der Stadt Marseili-t wurde bei den Jranis von den 1100 Pferden die Hälfte mit Rebenreisig, die andere Hälfte der Pferde nach der gewöhnlichen Fütterungsmethode gefüttert; nach sechs! Monaten zeigte sich, daß die mit Reisig gefütterter! Tiere ebenso gut in Form waren, wie die nach der! gebräuchlichen alten Art ernährten. Es muß also doch! ein Futterwert in diesen Zweigei» stecken. Wie hoch! der ist, haben erst neuere Untersuchungen festgesteüt.! Bekannt ist auch, daß in großen Gebieten Nord-Rußlands! die Bauern, wenn sie ihre mageren Kornvorräte ausge-I braucht haben, meistens schon von Februar ab Birken« rinde zermalm und als Brotersatz verbrauchen. D« Geschmack ist für den menschlichen Gaumen kein anP« nehmer, aber nahhaft ist dieser Brotersatz immerhin. I

Eine Bedingung für das Verfüttern von Reisig will Holz ist, daß ' man es vorher zerkleinert und M» rnöglichst gut zerkleinert. Es läßt sich dieses von d« Hand machen: besser noch geht es mit eigens das» gebauten Maschinen, von denen durch den KriegsausweiV soweit und so schnell es geht, so viele wie- möglich zm Verfügung gestellt werden oder nachgewiesen weck» sollen. Bei der Zerkleinerung von Hand, welche« Nordafrika allgemein gebräuchlich ist, muß man big Zweige erst auf einen Block mit einem Hammer ze» malmen und sie danach mit dem Beil in kleine Stil« 1 bis 2 cm Länge zerschneiden. Es ist bJ notwendig, um den Tieren die anstrengende Arbeit Kauens des Holzes zu erleichtern. Füttert man SchivckI mit Reisig, so tut man gut daran, dieses eine Stuo« lang zu kochen oder zu beimpfen, nachdem man es vo» her zerkleinert hat, auch muß für die Schweinest'ittm!» Holz und Reisig besser zerkleinert werden, als für Pstt» ober Rindvisy I

Wer mit etwas Sorgfalt um dünnes und frisches Reisig nimmt,. kann dasselbe in der HäM inaschige, sofern diese kräftig bebaut ist, zerkleinern, in kräftigen Rübenschnitzelmaschinen, oder er kam» durch eine Walzenschrotmühle oder ' eine Haferquets» Maschine gehen lassen.

Verwendbar sind die ein- und zweijährigen ZwfU von nachstehenden Bäumen unb Sträuchern: Pappel, Birke, Linde, Buche, Erle, Haselnuß, scr» die Zweige von sämtlichen Fluchtbäumen und Bewl sträuchern. Das Reisig der Eiche und beS Nußbaul!» ist weniger geeignet, noch weniger das von NadelMt In Mischung mit anderem Reisig kann auch et« Eiche v rwendet werden.< I

Alle unsere Haustiere nehme»» gern dies Futter» das zeigt schon, das die Tiere instinktiv wissen, daß» ihnen bekörnmlich ist. Da dieses Futter nur gefanW zu werden braucht und jedenfalls sehr billig zu bescha» ist, auch überall vorhanden ist, vielfach in ungeha»

des Vorstehers. Ein letzter Kuß, ein letztes Lebe«« und singend unb hurrarufend ordne»» sich die uienter in bem kolossalen langen Militärzüge 239/1

Lilli von Brücken und »hre Mutter standen auf bem weiten Perron. Auch sie wollten nun zuin I ten Male Abschied nehmen von ihren» Gatte»» unb 1 ter. Frau Gertruds sah angegriffen aus, man sah |(| lich auf ihrem feinen, edlen Gesichte Spuren vergEI Tränen, vieler bitterer Trä>»en. Lilli war bleich-1 ihren» lieben, schönen Gesicht »var unendliche ausgeprägt. Das kleine Herz trampfte sich zuM°I wenn sie an den Einen dachte, der nun auch zog an der Seite ihres guten Vaters in das nnm j wühl der Schlacht. 0, wenn sie ihn nur einmal J hätte sehen können, einmal noch. Leise ranne»» b>^I neu aus den schönen Blauaugen, fester preßte n 1 kleine Spitzentaschentuch zwischen den rosigen Häm' »

Fest und scharf gab Major »on Brücken sick» fehle. Afles schien nun geordnet, stramm und ft° | den die Soldaten noch an den Fenster»» und iv" M grüßten und sangen. Major v. Brücken tratju > . Gattin. Tiefbewegt reichte er ihr die Hand:W1 J res Weib und Du mein liebes Kind. Sorget nicht um mich, betet nur, betet für Eure»» Vater, I , wird mich Gott auch gesund in Eure Sinne zu^M , ren. Möge er Euch, meine Lieben, vor Lejd ullDl gen bewahren." Er beugte sich zu Frau GertM 1 < drückte einen innigen Kuß auf ihre Lippen.) nicht weinen, Gertruds, Du bist ein deutsche» I darum mutig den Kopf hoch, jeden» Schicksal g^l Noch einen Kuß auf die frische»» Lippe»» seines ein letztesLebet ivohl" und Major voi» Brücke»» um weitere Anordnungen und Befehle zu erteilen- Z g

Da kam vom anderen Ende des Bahnsteigs etN H schlanke Offiziersgestalt auf die v. Brücken'sche» zugeeilt. Es war Phili v. Gordis. Lillis $el| 1 g fast zum Zerspringen, als sie ihr» so lebenso W mutig, mit lachenden, blitzenden Äuge»» vor sich WI