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Erscheint lilittwoch und Samstag. — Preis mit „Areisblatt" vierteljährlich J,5O Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum (2 pfg
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Samstag den 22. Dezember '-'7
68. Jahrgang.
Die im 68. Jahrgang erscheinende Gchliichtertter Zeitung mit amtlichem Kreisblatt ist mithin 'ie älteste und verbreiterte Zeitung im Kreise Wilchtern und weit noch über denselben hinaus und finden Inserate in derselben wirksame Verbreitung.
"" " daher in der Zustellung unserer Zeitung durch die P. ^ beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der
wolle dieselb? so bald wie möglich bei dem .betreffenden Vostautte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Postabonnenten, welche bis spätestens 30. Dezember unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar 1918 ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, Lfj nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Post- Infinit und jeder Landbriesträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.
Zu recht zahlreiche« Bestellungen auf das mit bem 1. Januar 1918 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
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dir Gxpeditisn ber „SchLüchterKer Zeitung".
W^ Des M Weihnachtsfestes wegen Heint die nächste Wnmmer unserer Zeitung M Montag, den 24. Dezember. Wir bitten weshalb, die für diese Wnmmer Glimmten feisten schon im Laufe des Samstags iiifgeöen zu wollen.
HelchäfLsflelle der Schkücht. Zeitung.
Weihnachtsglocken?)
Klingkling! Klingkling! Die Kerzen blitzen 3«'Den Aeuglein der Kinder, die drinnen sitzen. Klingkling! Klingkling! Das Christkind fährt Im weißen Schlitten über die Erd'.
Bumbum! Bumbum! Auf Cambrais Flur Dröhnet Kanonendonner nur;
Bum! Bmn! Auf Cambrais Massengrab Sinkt dumpf die düstere Nacht herab.
Im dunkelen Graben, im llnterftanb Beschattet die finsteren Augen die Hand, lind Tränen rollen, nicht MamreS Art, Verstohlen in manches Kriegers Bart.
Im dunkelen Graben, im llnterftanb
Die Sehnsucht den Weg zur Heimat fand ; Eines einzigen KerzleinS matter Schein Strahlet die deutsche Weihnacht herein. •
Hub ein fernes Glöcklein klinget an's Ohr, Da singt eine Stimme, gleich brauset's im Chor: /.Süßer die Glocken nie klingen
Als zu der Weihnachtszeit,
'S ist als ob Engelein singen Wieder von Friede und Freud."
Bumbum! Bumbum! Auf Cambrais ylur!
Das war der Weihnacht segnende Spur!
Und tröstend auf Cambrais Massengrab | Senkt sich die heilige Nacht herab! — Klingkling! Klingkling! das Christkind fährt 13m weißen Schlitten über die Erd!
Äundhelm. Marie Hofsumnn.
1.3 Aus der Weihnachtsmimmer des GundheltU-Huttener Wünaiblattes.
Weihliachten.
» Die vierte Kriegsweihnacht ist voller Friedens Miaung! Jw Osten ruhen die Waffen und die Völker daß sich aus bem Waffenstillstand ein Frieden der östlichen Front herausbilden wird. Schon unsere Staatsmänner nach Brest-Litowsk gereist, M mit den neuen Nussenherrschern die Grundlagen zu Riechen, auf denen der Frieden aufgebaut werden Unsere siegreichen Waffen haben uns diese Mkdenshoffirung erkämpft, wie sie es waren, die das Wentum mit seinen verbrecherischen Kriegshetzern stürzten. W Zar war nur ein Werkzeug in der Hand derer, U seine absolute Scheinmacht in den Dienst ihrer »/scheu Pläne spannten. Die sie ausheckten, hat W/irafeude Gerechtigkeit vom Schauplatze ihrer Ver Weil hinweggeweht, in. Dunkelheit und Augst harren e °es letzten Richterspruches. Er kann nicht hart ge- M sein für diese Männer, an deren Händen das Blut W Millionen klebt. Kommt das Friedenslicht aus ■ Osten, so sind wir es doch, die es der Welt ; denn hätten wir nicht heldenhaft für bie Mächtigkeit gefochten, der wahre Frieden hätte sich 1 1111 Jahrhundert nicht wieder über die Völker senken » Die, Entwickelung, die die Dinge heute im I ? nehmen, sind der Beste Beweis dafür, daß wir ■ die für den Frieden der Welt kämpsten; da I uns wehrten gegen die, die uns vernichten wollten, in uns das Hauptbollwerk sahen gegen ihre ^'^usstörenden Welteroberungspläne. Wohl der beste in der Geschichte, daß der wahrhafte Kriege- rL^ein der rechte Hort des Friedens sein kann vierte Kriegsweihuacht brächte uns bem Frieden
L / als er uns je in den drei furchtbaren Jahren 'en ist. Wir haben uns immer friedensbereit gezeigt
und immer wieder erwiesen, daß uns die Botschaft des Heilands: „Frieden auf Erden" nicht nur ein leeres Wort ist. Als Sieger streckten wir die Friedenshand aus, aber die Feinde wiesen sie schnöde zurück. Das ist jetzt ein Jahr her, und gerade in diesem Jahre konnte man immer wieder hören, wie die Feinde gegen uns gesinnt sind. Zerschmettern wollen sie uns und uns nur den Frieden des Kirchhofs wunen. Wir aber wollen teil Frieden des lebendigen Lebens und haben dafür gestritten wie Helden, die wissen, wofür sie kämpfen und fallen. Sie haben gegen uns die ha be Welt auf geboten und haben uns nicht niedermriugep vermocht. Im Gegenteil höher denn je darf der Deutsche heute sein Haupt vor der Welt erheben, als demütiger, friedensbereiter Sieger. Gerade die letzten Wochen haben den Engländern aufs neue gezeigt, was ihrer harrt, wenn sie uns das nehmen wollen, was wir zu unserem Leben nötig haben, was wir nicht entbehren können, wollen wir unsere Ehre hochhalten, wollen wir unsere Mission unter den Völkern nicht preisgeben. Wir dürfen uns dieser Mission rühmen und stolz auf sie fein, gerade in den Tagen der heiligen Nächte, in den Tagen der frohen Botschaft. Mit dem reinsten Gewissen können wir vor Gott beschwören, daß wir den Frieden immer und immer gewollt haben und stets'seine Diener waren. Hat je ein deutscher Staatsmann eine Rede gehalten, wie die des Wilson, Lloyd George oder Clemenceau? Solche ^Uerbrgnbnbsm^
so tief es auch England haßt. Es isi ein MNehr-, ein Friedenshaß, während der englische Haß ein Krämerhaß ist, der danach trachtet, dem Gehaßten den Frieden und sein Geld zu rauben. Daß Lloyd George gerade in der Adventzeit die Brandfackelrede halten durfte, in der er uns Banditen schilt und die Welt auffordert, uns auszurotten, zeigt den Geist recht deutlich, aus dem England seinen Krieg führt.
Mit Dank gegen Gott dürfen wir uns sagen, daß es gut um uns und unser großes Abwehrwerk steht. Wohl hoffen unsere Feinde nach Rußlands Niederdruck) auf Amerika, wie sie nach Serbien auf Rumänien hofften. Sie werben sich täuschen, wie sie sich damals getäuscht haben. Schon wälzt.sich nach Westen der Zug der neuen Armeen und bald werden unsere Westheere das sein, was sie im Osten schon imm . waren, Mittelmachtheere, zusammengesetzt an alen Truppen der Länder, die Englands Größenwahn zerschellen wollte. Sie haben alle eine Rechnung mit England abzu schließen, mögen sie nun von bet Donau kommen oder Zar Ferdinands Fahnen folgen oder unter dem Halbmond kämpfen. Ihnen allen wollte der englische Leopard Fetzen aus dem Staatskörper reißen. Für sich oder seine Helfershelfer.
Vor allem aber darf auch Italien trotz der Entente Hilfe damit rechnen, daß sich die Sühne seines Verrates erfüllt Schon hebt auch in Italien ähnlich wie in Rußland die Friedenssehrsucht mächtig ihr Haupt, und der große Friedensgegner England wird sie auf die Dauer nicht zu unterdrücken vermögen. Was bahnt sich in Portugal an ? UeberaH ist der Frieden aus dem Marsche/ überall haben ihm unsere Waffen den Weg bereitet. So dürfen wir am vierten Kriegsweihnachtstage ohne Selbstgerechtikeit sagen: Wir haben gehabe, li im Geiste der Weihnachlsbotschaft, .md) da wir mit der Waffe dreinschlugen ; unsere Kriegswaffen waren F. wbeiw Waffen, unsere Schlachten schlugen wir im Dienste be Weihnachtsbotschaft, den Völkern aus Erden den Frieden wiederzubringen. Möge ersetzt seinen M«zug halten^ wir sind bereit zu seinem Empfange mit Herz u ab Hand» Aber wenn es der Neid unserer Feinde noch ni H zu läßt, kämpfen wir auch weiter für den Friesen. E muß ja > kommen! i
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Deutsches Reich.
Aus dem Adgeordttetenhause.
'Zur Beratung standen Anträge betreffend die j KriegSteuerungszulage der Beautre- usw, der Ruhe standsbeamten, Hinterbliebenen usw, .md auf man rung von Tenerungszulageit an die Mitt.eien ^laae beamteil usw. Die Kommission beantragt: l) die j Königliche Staatsregierung zu ersuchen: einmalige I
Teuerungszulagen zu gewähren, und zivar: a. ben verheirateten Beamten, Volksschullehrern usw. bis zu einem Einkommen von 13000 Mk. einen Grundbetrag von 200 Mk. und für jedes unversorgte Kind einen weiteren Steigerungsbetrag von je 20 Mk., b) den unverheirateten Beamten usw bis zu einem Einkommen von 600 < Mk. 150 Mk. 2) folgende Entschließung an zuuchmen Das Abgeordnetenhaus hält die gegenwärtigen Zuwendungen aus Anlaß der Kriegsteuccung für unzurerchend. Das Haus erklärt sich im Jnteffe einer beschleunigten Hilfe für die notleidenden Beamten zunächst mit einer einmaligen^Zulage eiverftanben. Es tut dies jedoch in der bestimmten Erwartung, daß spätestens vom Beginn des nächsten Rechnungsjahres ab höhere laufende Sätze gewährt werden. Die Frage des Systems, nach dem diese Zulagen zu gewähren sind, soll dabei offen bleiben. Das Haus beauftragt die Kmmisfion, in die Einzelberatung d'eser Fragen spätestens am 15. Februar 1918 einzutreten. 3) Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, bei Gewährung von Teuerungszulagen und Kriegsbeihilfen an die Pensionäre neben den sonstigen Voraussetzungen das aus der Beschäftigung im vaterländischen Hilfsdienst sich ergebende Einkommen nur zu berücksichtigen, soweit es den Betrag von 1000 Mk. jährlich übersteigt 4) Die gestellten Anträge durch die gefaßten Beschlüsse für erledigt zur erklären. 5) Die hierzu eingelaufenen Petitionen der StaatSregierungals Materia: W überweisen. ._ .;
Mich ErtäUlerrmyerr v ~. iNationalliberal) nimmt der Finanzminister Hergt das Wort und verspricht wohlwollendste Prüfung der Vorlagen seitens der Regierung.,. Die T uerung sei in beängstigender Weise fortgeschritten, für die Beamten müffe etwas Großes geschehen, ihnen müsse in reichem Maße geholfen werden. Fiskalische Rücksichten könnten nicht genommen werden Die RegierungZverde dafür sorgen, daß die Beamtenschaft nicht auf der sozialen Leiter herabgleite. Im ähnlichen Sinne äußerten sich sodann Abgeordnete verschiedener Parteien.
Sodann tritt das Haus erneut in die Beratung der Kohlenversorgung ein. Der unabhängige Sozialist Ströbel benutzt die Gelegenheit zu völlig unqualifizier- baren Angriffen auf alles mögliche und unmögliche, sodaß der Konservative Hammer recht hatte, als er meinte, Ströbel zu antworten widerspreche jedem par- larmentarischen Gefühl. In England und Frankreich dürfe sich niemand unterstehen, solch eine Rede zu halten. Nachdem noch einige Abgeordneten zur Ntaterie gesprochen hatten, werten die Kommissionsanträge einschließlich der Zusätzanträge angenommen. Darauf vertagt sich das Haus bis zum 15. Januar.
— Reichskanzler Graf Hertling hat in einem Gespräch mit dem Direktor von Wolffs Telegraphenbüro, Dr. Mantler, über Lloyd George geäußert, mit Schimpfereien und Verläumdungen werbe ein moderner Krieg nicht gewonnen, vielleicht aber verlängert. Für uns ist ein Verhandeln mit Männern von derartiger Gesinnung ausgeschlossen. Das Deutsche Gewissen ist rein. Nicht wir waren es, die den Mach von Serajewo inszenierten. Der Prozeß Suchomlinow in Petersburg hat der Welt klarMegt: Die Urmche des Weltkrieges war der dem Zaren Nikolaus ll von gewissenlosen Ratgebern auf genötigte Befehl zur Gesamtmobilmachung, der uns den .Kampf nach zwei Fronten auszwang. Im Osten ist W ffen illstan abg chlosfUnser Weg im Westen • / - ist klar. Nicht Lloyd George (der uns Verbrecher und Bandnen nennt) ist der Weltrichter, sondern die Ge- H schichte; ihrem Urteil können wir, wie am 2 August 1914 so auch heute mit Ruhe entgegensehen.
Politische Uebersicht.
Generalfeldmarschall von Eichhorn.
Berlin, 19. Dezember. (W. B. Amtl.) General ober v n Eichhorn ist in Anerkennung seiner Erfolge als Oberbefehlshaber der 10. Arnree und der nach ihm benannten Heeresgruppe, deren Kämpfe wesentlich zur Herbeiführung der an der Ostfront eingebetteten Verhandlungen beigetragen haben, zum Generalfeldmarschall befördert worden.