Bekommen wir einen gelinden Winter, wie ihn manche erfolgreiche „Wetterpropheten" voraussagen, dann ist dem Weidewirt geholfen. — Wiederholt habe ich in den „Mitteilungen der D. L.-G." auf den Nutzen und die Möglichkeiten der Winterweide hingewiesen. Erst vereinzelt haben sich seither Nachahmer gefundeu. Nach dem Sprichwort: „Steter Tropfen höhlt den Stein", wird in dieser Notzeit eine erneute Besprechung der Frage angebracht sein.
Vor allen Dingen sollten alle Viehzüchter ihre Rinder und Fohlen so lange als irgend möglich im Herbst und Winter auf der Weide ernähren. Wenn die eingezäunlen Dauerweiden und sonstigen Hütungen kahl gefressen sind, dann bieten die Mähwiesen, die Stoppelkleefelder, Kleegrasschläge, Seradellafelder unl dergleichen mehr für das heranwachfende Jungvieh noch soviel Weidenahrung, daß man unter Umständen den ganzen Winter hindurch diese Viehgattung draußen ernähren kann. Die Wiesen haben in diesem Jahr nach dem zweiten Schnitt noch einmal so kräftig ausgetrieben, daß man in Deutschland noch Hunderttausende von Rindern und Fohlen ohne jedes andere Beifutter bis zum Schneefall dort ernähren kann. Aehnlich sieht es mit den anderen genannten Feldern aus.
Seit vielen Jahren lasse ich mein heranwachsendes Jungvieh den ganzen Winter hindurch weiden und habe damit in jeder Hinsicht die besten Erfahrungen gemacht. Sowohl Fohlen als auch Rinder bekommen allmählich e'nen so dicken Pelz, daß sie gegen alle Unbilden der Witterung gefeit sind. Natürlich dürfen die Tiere nachts nicht in einen warmen Stall einge- trieben werden, weil sie darin infolge ihres warmen Winterkleides zu sehr schwitzen würden. Als Nacht- aufenthalt genügen primitiv hergestellte Schutzhütten oder Scheunenhausen. Die meisten Viehzüchter sind viel zu ängstlich in Bezug auf Abhärtung ihrer Viehbestände. Wenn das Vieh von Jugend a: f an die Weide und den nächtlichen Aufenthalt im Freien gewöhnt ist, schadet ihm weder Nässe noch Kälte, noch die Aufnahme von gefrorenem Futter. Man kann Fohlen und Rinder, welche den richtigen Winterpelz haben, sogar bei jeder Kälte nachts im Freien auf der Weide lassen. Wenn das Vieh es nicht gewöhnt ist, jeden Abend in den Stall eingetrieben zu werden, wird es denselben auch gar nicht aufsuchen. Hier trifft der Ausdruck „Gewohnheitsvieh" zu. Jeder Weidewirt weiß, daß im Freien überwintertes Jungvieh in der nächsten Weideperiode auf einer guten Weide doppelt und dreifach so viel zunimmt, als verweichlichtes Stallvieh. Solange das Vieh durch eine Schneedecke im Winter am Grasen verhindert ist, genügt die Durch- fütterung mit Futterstroh und etwas Heu. In der Regel ftrchtet man, daß durch das kahle Abweiden der Wiesen, Weiden und Futterfelder der nächstjährige Ernteertrag geschädigt wird. Nach langjährigen Beobachtungen möchte ich behaupten, daß das Gegenteil der Fall ist. Jeder praktische Wiesenwirt weiß zum Beispiel, welch günstigen Einfluß das Festtreten der Grasnarbe auf den , Graswuchs ausübt. In vielen Gegenden müssen die Wiesen und Weiden mit aller schwersten Walzen gewalzt werden, um die Heuernte zu erhöhen. Das Festtreten durch Weidevieh ist jedenfalls billiger. Jeder Wiesenwirt weiß auch, wie schädlich es für die nächstjährige Ernte wirkt, wenn man einest zweiten Grummetschnitt nicht abmäht. Ich habe im Jahre 1916 von Weidekoppeln, welche den ganzen letzten Winter hindurch mit Jungvieh besetzt waren, und welche in diesem Jahre gemäht werden mußten, vom Hektar 100 dz Heu und Grummet geerntet und außerdem noch eine vorzügliche Nachweide gehabt.
Stoppelklee kann unbesorgt abgeweidet werden, obald einige Nachtfröste über $n hinweggegangenen sind Tu um den 20. Oktober herum bereits überall in Deutschland Fröste eingetreten find, bringt der Vieh- austrieb auf Stzoppelklee keine Gefahr mehr. Wie sehr die Kleeernte durch das Abhüten des Stoppelklees im Herbst und Winter gefördert wird, weiß jeder praktische
Landwirt. Selbstverständlich darf man bei anhaltend nasser Witterung das Vieh nie auf zu kleiner Fläche grasen lassen, damit die Narbe nicht zu sehr zertreten wird.
Auch bei anhaltendem Frostwetter kann das Jungvieh, ohne Schaden zu erleiden, auf der Winterweide bleiben. Der tierische Magen gewöhnt sich leichter, als man allgemein annimmt, an die Aufnahme von gefrorenem Gras. Es ist nur zweckmäßig, nachts immer etwas Fütterstroh zu reichen.
Wenn die Winterweide bisher noch so wenig in Aufnahme gekommen ist, so ist daran hauptsächlich das Ungewohnte dieser Ueberwinterungsmethode schuld. Die Winterweide hängt aufs engste mit der Sommerweide zusammen: man kann nur Jungvieh dazu verwenden, welches im vorhergehenden Sommer und Herbst geweidet hat. In erster Linie sollten alle Weidewirte einen Anfang mit der Winterweide machen, sofern ihnen genügend Weisegelegenheit auf Wiesen und anderen Futterschlägen zur Verfügung steht. Es könnte dadurch eine Menge mit großen Kosten erworbenes Winterfutter gespart werden, und unsere Viehzucht würde durch Hebung des Gesundheitszustandes außerordentlich gewinnen. (Aus den „Mitt. der D. L.-G.")
Politische Uebersicht.
Die gefährdete Lombardei.
Die Lage der Italiener wird von den Ententeleuten mit Wut und Schrecken betrachtet, in Rom läßt nun die Ohren bedenklich hängen, und die Neutralen prophezeien Italien eine katastrophale Entwicklung. Wohl ist jetzt Frankreich bereit, einige Hilfstruppen nach Italien zu senden, doch was sich bis zu dem Augenblick ereignet, bis die am Ort der Tat eintreffen, ist mehr als gefährlich für unsere Feinde, denen wir nach wie vor eng auf den Fersen bleiben. Der bekannte Militärschriftsteller Stegemann beurteilt die Lage im Berner „Bund" folgendermaßen: Die Italiener können nichts anderes tun, als dem Andrang des Feindes wehren, der nicht locker läßt und während der Verfolgung bereits Truppen zu freiem operativem Gebrauch ausscheidet, die er aus der verkürzten Angriffsfront zwischen dem Meer und den Vicentinischen Alpen nicht mehr nötig hat. Strategische Möglichkeiten bieten sich den Italienern also kaum, ehe sie die Etschlinie befestigt haben. Die Einbußen der italienischen Armee an strategischem Raum, lebendigen Kräften und Material sind schon so groß, daß der amerikanische Einsatz zum großen Teil ausgeglichen erscheint. Da die französisch-italienischen Bahnen schwerlich mehr als 10 Divisionen zur Front schieben können, ehe die deutsch-österreichische Heeresleitung zu neuen Schlägen ausholt, so ist nicht abzusehen, wie die Wiederherstellung der strategischen Lage ohne Gefährdung der Lombardei zustande kommen soll.
Zur Errettung Kaiser Karls
Der junge Kaiser Karl ist wie unser Kaiser Soldat mit Leib und Seele und am lieh'"« ^ unter seinen heldenhaften Kämpfern. . Beinahe >Kc er ein Opfer seiner Pflichttreue geworden, wie Kaiser Barbarossa versank er in die Fluten des Flusses, aber die Treue seiner Um gebung errettete ihn aus der Lebensgefahr. Mit Recht schreibt die „Nordd- Allg. Ztg." dazu: „Die Errettung Kaiser Karls aus schwerer Lebensgefahr gibt gleich seinen eigenen Völkern auch dem deutschen Volke Anlaß zu inniger und dankbarer Freude. Ein rührendes Denkmal des innigen Verhältnisses zwischen Fürst und Volk, sowie der ritterlichen Tugenden des Monarchen ist es, wie seine Begleiter ihr eigenes Leben ohne Zögern aufs Spiel setzten, Kaiser Karl aber ihre Treue mit tat» kräftiger Teilnahme an ihrem Rettungswerke vergalt. Der ausführliche Görzer Bericht betont, daß es „einer die Schranken des Gehorsams beiseite setzenden" Aufforderung bedurft habe, um den Kaiser zu bestimmen, auch nur zuerst ans Ufer zu schwimmen. Die schöne Vermenschlichung edlen Heldentums, die in dieser Dar- stllung zum Ausdruck gelangt, aber findet in den eigenen
Worten des Kaisers, „das ist eben der Krieg, der M fordert," ein Bekenntnis das in seiner Bedeutung» über den Unfall hinausreicht, Fürst und Voll । gleichem Wollen und gleicher Entschlossenheit dem gegenüberstellt.
Die Kriegsziele Bulgariens
In der Sobranje hieltMinisterpräsident Rade ^. eine Rede, in der er ausführte, die Kriegsziele BülM seien bekannt, nämlich, die Einigung Bulgariens im halb seiner geschichtlichen Grenzen durch Wi machung der auf dem Beniner Kongreß und in Buh verübten Unbill. Wir wollen, sagte der Ministern M Mazedonien, die Dobrudscha und die vor AufriM des bulgarischen Staates von den Serben gcrM bulgarischen Gebiete. Diesen Zielen liegen nurs rechtigte Ansprüche zugrunde. Ni einund kann etwas einzuwenden finden, da wir ja im ^^i die Verwirklichung unserer nationalen Einheit M j erwarteten Genugtungen im Auge haben.
Rußland wird ausgehungert.
Schwedische Firmen, die bisher norwegische Her« nach Rußland durchführten, haben in diesen Tagen« den englischen Behörden Befehl erhalten, diese Durchs« vollständig einzustellen. Ein Grund oder eine H schränkung ist nicht angegeben worden. Die MG macht deshalb Aufsehen, weil der norwegische Hering! wichtiges Lebensmittel fürs Rußland war. Man nims an, daß das englische Verbot auch auf die Einsuhr anbet Lebensmittel nach Rußland ausgedehnt werden wirb.
Zeit - Spruch.
Jedes Goldstück, das sich feig verbirgt, Wirb zum Feinde, der uns höhnend würgt; Jeder Goldschmuck, den der Liste trägt, Wirb ein Englandsschwert, das sticht und schlH. Deutscher, gib! Verläng're nicht den Krieg! Gold ist Waffe, Gold ist Kraft und Sieg.
Ludwig Ganghofer.
Males und Provinzielles.
Schlächtern, 16. November 1917.
—* Vom 15. November 1917 ab führt der P sone.izug Nr. 1.806 nicht mehr 2.30 Uhr nachmitia ab Schlüchtern, sondern 2.23 Uhr
—* Wir verfehlen nicht, auf die Versammlung D. V. P. am kommenden Sonntag hinzuweisen. A denen, die über die D. V. P. nid) nicht genüg! unterrichtet sein sollten, dürfte gera e dieser Vorir Gelegenheit bieten, den gewünschten Ausschluß ii Zweck und Ziel dieser treudeutscheu und rein m limbischen Bewegung zu erhalten.
— * Die Eröffnungsvorstellung der türkischen FÄ truM .Abdulla" im Saale der Turnhalle ^findet ( vielseitigen Wunsch heute Samstag Abend um 8 1 statt. Morgen Sonntag werden 2 Vorstellungen gcgeb Nachmittags 4 Uhr findet eine große Reklame-Kind Vorstellung statt. Die Hauptvorstellung ist auf 8 l abends festgesetzt. Da die beiden Künstler mit ein reichhaltigen, interessanten Programm aufwarten, ! auf einige angenehme, unterhaltende Stunden schlici läßt, ist der Besuch der Vorstellungen durch Jung t Alt sehr zu empfehlen. Karten-Vorverkauf bei He Friseur Rollmann, Fuldaerstr. (Näh. im Anzeigenie
— * Die Kaiser und Volksdank-Sammlung (W nachtsliebesgaben) hat erfreulicherweise in unserem Kr einen guten Anfang genommen. Wie wir aus zu> lässiger Quelle erfahren, spendeten zur Beschaffung' Weihnachtsliebesgaben für unsere Truppen bis je Freifrau Ludovica von Stumm 1000 Mk, Frau M Wolf 200 M
—* Deutsche Kolonialgesellschaft. Am 13. A fand die Jahresversammlung der hiesigen Ortsgru
In eiserner Zeit.
KriegSroman von Tharlotte Wilbert. 28
»WaS hatte sie getan? Den, der ihr mit ganzer Seele vertraute — betrogen — bestöhlen, hatte ein loses, schändliches Spiel mit seinem edlen Herzen getrieben. Wie oft schon hatte st« es mit andern getan. Warum? Warum? Sie mußte, sie mußte ja, denn ihr Mann Henry Startell zwang sie dazu. Wie mußte sie eS mit dem Baron Scheidt machen? Durch allerlei Künste ihrer Koketterie mußte sie ihn in ihre Netze riehen. Scheidt war bald gefangen von ihrer Schönheit und Anmut. Er war geblendet, überhäuste sie mit Beschenken aller Art, bis dann auf einmal Henry Startell erfuhr, daß Baron Scheidt die gesuchten Papiere gar nicht besaß. Er erfuhr auch, daß die wertvollen Papiere, so zum Beispiel ein FestungSplan, für den ihm die französische Regierung 100000 FrancS geboten — im Besitze deS Gesandtschaftsattachees Graf Brixdorf sei.
Sofort mußte Liane die Beziehungen zu Scheidt ab- brechen, um nun den jungen Attachee in ihr verderbliches Netz zu locken. Bei dem ersten Zusammentreffen mit ihin hatte Liane schön erkannt, hast Dieser Mann ihr seine ganze Liebe eirtgegenbrachte, daß es echte und heiße Liebe war. In ihrem Innern sträubte sich alles dage« gen, auch diesen Mann, der ihr, auf Adel und Reichtum verzichtend, sofort Herz und Hand anbot, zu hinterge. Heu mit List und Trug. Es gab heftige Auftritte mit ihrem Manne, der sie zwang, seinen Willen zu tun, und sie, aus Furcht vor seiner Drohung, hatte «s getan, das Schändliche, hatte die Pläne gestohlen, hatt« ihn betrogen, o Gott!" Ihr schauderte. Fröstelnd zog sie den seidenen Schal fester um die Schultern. —
Der Diamant I Vor ihrem geistigen Auge sah sie sich in einem prachtvollen Parke. Hinter herrlichen Taxus- hecken war der Nixenbrunnen. Lustig plätscherte das Was- > w btgLtfiiW^
spielte mit den zarten Blumen, die der Lenz geboren. Sie stand, in Gedanken versunken, am Brunnen. Plötzlich umschlang sie ein fester, starker Arm, eine Stimme flüsterte ihr zärtliche Kosenamen ins Ohr. — Baron Scheidt war es, eine glühende, rote Rose in der Hand. „Für Dich, Rosenkönigin, Du, mein Lieb!* Sie nat)m die Rose aus seiner Hand, dankend, lächelnd, und wollte ihren Duft einatmen, da — plötzlich stockte sie — in» mitten der duftigen, zarter» Rosenblätter lag wie ein Tautropfen — ein huselnußgroßer — Diamant. Ein wunderbarer Stein. Als sie da erstaunt zu ihm aufsah, beugte er sich über ihre zarte, weiße Hand und flüsterte: „Ein kleines Gescheut, für Dich, holdes Kind!" Und ste lachte und strahlte vor Freude, hob jauchzend den Edelstein in die Höhe, daß die Sonnenstrahlen sich darin brachen, und es schien, als bräche eine Flammenglut aus dem Diamant, es glitzerte und funfelte in märchenhafter Pracht. — Mit jenem selben Stein hatte sie vergangene Nacht nun diesen neuen Betrug ausgeführt. —
Schrill klang die Hausglocke durchs Haus, sie aus ihren Träumen reißend. Sie eilte hinunter, öffnete die HauStür und der Briefbote, der unten stand, reichte ihr ein versiegeltes Kuvert. Sie überlas rasch den Absender: „Graf Gordis, Leutnant" stand in großer, steiler Schrift auf dem weißen, eleganten Papier.
Sie war neugierig was ihr der junge Offizier wohl schreiben würde und öffnete, wieder oben in ihrem Boudoir angekommen, hastig den Brief. Während sie las, verfinsterte sich ihr Gesicht, alle Farbe war daraus gewichen, mit zitternden Händen hielt sie das Blatt, und als sie geendet, sank sie aufstöhnend in einen Sessel zurück. „O mein Gott, das alles um mich!" Aechzend rangen sich diese Worte von ihren bleichen Lippen. Sie konnte es kaum fassen, nochmals griffen ihre Hände nach dem zu Boden gefallenen Brief und nochmals las sie die kurzen, schneidenden Worte, die stolz und groß von fe- '.er Männerhand geschrieben, von dem weißen Papier
N «KtWttMrrteu: „Gin treuer Freund deS Mannes,
den Sie in Ihre Netze gelockt, glaubt sich im Recht, m er diese Zeilen an Sie richtet. Heilte morgen stand > ser Mann seinem einzigen Freunde im Duell gegenü! und warum ? Weil ich ihli warute vor Ihnen, weil ihn znrückreißeu wollte aus dem Verderben, in das blindlings hinein gerannt. Ich verwundete ihn am A eben so leicht hätte es sein Leben kosten können, warnte ihn, weil ich ihn vor dem Schicksal des Bar Scheidt — bewahren wollte. Für ein frivoles Spiel Graf Brixdorf zu schade! Nur eins sage ich Ihnen, Li Startell: das Recht einer Gräfin Brixdorf gebührt dem Weibe, das stolz das Haupt heben darf im wußtsein einer tadellosen Vergangenheit I Können dies, baun werben Sie als Gräfin Brixdorf glück Graf Philipp von Gordis-Breitstein."
„O, welche bittere Ironie lag in diesen Wor Blut! Blut! war um sie geflosseir, um ihretwillen ! ® tzer Gott, und heute schon sollte Graf Brixdorf ersah daß das Weib, Dessen Ehre er mit seinem Blute teidigt hatte, eine Betrügerin, eine schändliche Be gerat war! In ihrer Brust tobte ein wilder Kampf; Herz klopfte ihr zum Zerspringen. „Nein," schrie sie mit den Händen in das zerwühlte Haar greifend, „r nein, ich kann nicht mehr! O Gott, alles, alles so erfahren, alles, alles! Sühnen, sühnen will ichIO ich war ja nicht so schlecht, ich mußte es ja tun - mußte I Ha, die Pläne! Noch heute — sofort, jetzt — ich sie wieder zu ihm tragen, dem ich sie gestohlen! wie wird er mich von sich stoßen, wenn er erfährt, eine Spionin ihn betrogen hat — betrügen muf Sie war aufgesprungen, um die Pläne zu suchen, nirgends fand sie — dieselben. „Der FestungSplan I ist er? O, ich — ich glaube — Heury hat ihn in 1 ^- Rocktasche gesteckt. Großer Gott!"
Sie blieb, die Hände auf die heftig atmende 5 gepreßt, stehen, wie der Blitz jagten die Gedanken i ihr Hirn. 231