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Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Postschetk-outo Frankfurt a. M. 1140» ::

Telefon 65.

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Samstag, den 17. November 1917

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Amtlicher

VA-Nr. 11812. Verschiedene Personen fordern Mcdiiigs durch Rundschreiben die Besitzer von sW«ss"rmühlen auf, ihnen den Auftrag zur Anfertigung 1 Unterlagen für die Eintragung der Mühlenrechte in i Wasserbuch zu erteilen. Die Annahme dieses An- wird dann mit der irreführenden Behauptung Mich gemacht, das der Mühlenbesitzer in Gefahr L sein Recht auf die Wasserkraft zu verlieren. Zur ßmeidung einer unnötigen Beunruhigung der Trieb-

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Wbesitzec wird demgegenüber darauf hingewiesen, daß ich §§ 380, 400 und 46 des Wassergesetzes vom 7. Ril 1913 und der Königlichen Verordnung vom 13. |ril 1914 die Anträge auf Eintragung des Be- M^rechts eines Wasserlaufs in das Wasserbuch gar Ht dibebürftig sind, sondern noch berücksichtigt werden wenn nur der Antrag bis zum 1. Mai 19»4 Mt wird. Zur Kostenersparnis wird ben Trieb- vksbesitzern empfohlen, sich nicht mit Agenten oder (beten Mittelspersonen, sondern unmittelbar mit bem Mksausschuß in Cassel in Verbindung zu setzen. Der !szirksausschuß wird dann den Triebsiverksbesitzern irläufigen Bescheid und die nötige Aufklärung erteilen. | Schlüchtern, den 14. November 1917.

: Der Königliche Landrat. v.,Trott zu Solz.

J.-Nr. 11864. Unter den Hunden in Rhönshausen ld Melkers, Kreis Fulda, ist die Tollwut ausgebrochen. Schlüchtern, den 14. November 1917.

Der Königliche Landrat. J. V. Schultheis.

öetre« Zmateq

lk III b. Tgb.-Nr. 18034/5091.

Betrifft Verbot der Verarbeitung von Gruben­holz usw. zu Brennholz.

Verordnung.

. Auf Grund des § 9 b b,9 Gesetzes über den Ve- igelungszuftand vom 4 Juni ik.ber z^affung

ß Reichsgesctzes vom 11. Dezember 1915 bestimme tahkW für den mir unterstellten KorpSbezirk - und im Wimernehmen mit dem Gouverneur auch für den ÄtkliMchhlZberrjch h^r Festung Mainz:

Waldbesitzern, Sägewerken, Gruben und Händlern öffeMß bie Aufarbeitung aller zu Gruben-, Schneide- und Mapierholz geeigneten Hölzer, soweit sie für diese Zwecke Frage kommen, zu Brennholz verboten.

I Ausgenommen hiervon bleibt die Belieferung der jttukl^rechngten Gemeinden mit Losholz. Gesetz vom 6 '"*|Mi 1873, betreffend die Verwertung der Forstnutzungen

Ms den Staatswaldungen in den vormals kurhessischen Landesteilen.

htier.

ier ßri

Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.

Frankfurt a. M., den 24. August 1917.

18. Armeekorps. Stellv. Generalkommando.

J. Nr. 11904. Die Herren Bürgermeister, welche noch mit der Erledigung meiner Verfügung vom 30. 8. 17. J.-Nr. 8643, betr. Arrestzellen, im Rückstände find, werden an deren alsbaldige Erledigung erinnert.

Schlüchtern, den 15, November 1917.

Der Königliche Landrat. I. V. Schultheis.

MarmeladesammUmg.

Unsere verwundeten Soldaten draußen erbitten wieder wie in vergangenen Jahren Liebesgaben der Heimat an Marmeladen, Dörrobst, Saft und jeglicher Art Eingemachtem in gut geschloffenen Gefäßen, die sich zum Versandt in die Etappen- und Front-Lazarette eignen. Wir zählen auch in diesem Jahre auf die guten Herzen der Hausfrauen, die aus ihrem Vorrat etwas erübrigen können. Die Herrn Pfarrer und Lehrer insbesondere bitten wir für diese Gaben zu werben und dieselben sammeln zu wollen.

Zu näherer Auskunft über den Versandt ist die Unterzeichnete jederzeit bereit. Die Gaben werden auch im Landratsamt entgegengenommen.

Namens des Vorstands des Vaterländischen Frauenvereins:

Frau von Trott zu Solz.

Liebesgaben.

Kartoffeln und Gemüse bestehen, ' fioffen die WWWUm aus den Gemeinden des Kreises für unsere Lazarette bis jetzt recht reichlich ein. Es lieferten ab:

Gemeinde Bellings: 2,40 Ztr. Kartoffeln, 1 Ztr. Aepfel, 70 Pfd. Weißkraut, 5 Glas Gelee.

Gemeinde Weiperz: 2% Ztr. Aepfel.

Herr Joh. Dorn, Elm: 1 Zentner Aepfel.

Herr Gerlach, Hof Reith: 2 Zentner Aepfel.

Frau Gastwirt Schreiber, Herolz: 85 Pfd. Aepfel, 20 Köpfe Wirsing, 5 Pfd. getrocknetes Obst, 1 Topf Mus. Herr Bürgermeister, Herolz: 80 Pfund Weißkraut. Herr Jakobs, Lindenberg: 1 großen Kürbis.

Gemeinde Weichersbach: 54 Pfd. Dörrobst, 17« Ztr. Aepfel, 13'/« Ztr. Kartoffeln, 5 Ztr. Kohlraben, 17, Ztr. Kraut, 6 Pfd. Erbsen und Wicken, 1 Fl. Saft.

Frau Forstmeister Wetzel, Mottgers: 80 Pfd. Kar­toffeln, 35 Pfd. Aepfel.

Herr Schomann, Gundhelm: 15 Köpfe Wirsing, 12 Kohlraben.

Gemeinde Oberkalbach: 23 Ztr. Kartoffeln, 17« Zentner Kraut.

Gemeinde Sterbfritz: 14,11 Ztr. Kartoffeln, 2,65 Ztr. Kraut, 1,25 Ztr. Aepfel, 7,50 Ztr. Rüben und Kohlraben.

Gemeinde Herolz: 2,28 Ztr. Aepfel, 4 Ztr. Kraut und Wirsing, 47, Pfd. Dörrobst, 12 Pfd. Rüben.

Gemeinde Mottgers: 1 Kürbis 80 Pfd, 13,66 Ztr. Kartoffeln, 2,95 Ztr. Aepfel, 70 Pfd. Kraut, 2 Ztr. Kohlraben, 20 Pfd. Dörrobst.

Gemeinde Altengronau: 8 Ztr. Kartoffeln, 70 Pfd. Aepfel, 58 Pfd. Dörrobst, 6 Glas Gelee, 1 Topf Mus, etwas Birnen und Gemüse.

Gemeinde Breunings : 9,75 Ztr. Kartoffeln, 47 Pfd. Aepfel, 70 Pfd. Kohlraben, 18 Pfd. Dörrobst, 5 Knollen Sellerie, 2 Topf Mus.

Gemeinde Oberzell: 40 Ztr. Kartoffeln, 10,44 Ztr. Kohlraben, 4,18 Ztr. Gemüse, 54 Pfd. Rüben, 2,70 Pfd. Aepfel, 13 Pfd. Wicken, 13 Pfd. Dörrobst, 1 Fl. Saft.

Frau Wilh. Sperzel, Mottgers: 4'/. Pfd. Bohnen, 27« Pfd. Erbsen, 1 Pfd. Dörrobst.

Gemeinde Gundhelm: 12 Ztr. Kartoffeln, 3 Ztr. Weißkraut, 4 Pfd. Dörrobst, 14 Pfd. Aepfel, 17« Zentner Kohlraben.

Gemeinde Hütten: 57» Ztr. Kartoffeln, 3 7» Ztr. Weißkraut, 4 Ztr. Kohlrüben.

Gemeinde Salmünster: 20 Säcke Kartoffeln, 7 Ztr.

Aepfel, 2 Ztr. Gemüse.

Gemeinde Weiperz: 5 Säcke Kartoffeln.

Gemeinde Kathl. Wille,rroth: 5 Säcke Kartoffeln, 2 Zentner Aepfel.

Gemeinde Marjoß: 20 Ztr. Kartoffeln, 1 Ztr. Gemüse. Gemeinde Seidenroth: 12 Ztr. Kartoffeln. 7« Ztr. Gemüse, 1 Ztr Aepfel.

Gemeinde Bellings: 5 Ztr. Kartoffeln, 7» Ztr. Gemüse, Gemeinde Sreinau: 12 Ztr. Kartoffeln, 14 Ztr. Stilbsn; 4 Ztr. Gemüse, 5 Ztr. Aepfel.

Frau Baronin von WggM^ Schroß Ramholz:

30 Zentner Aepfel. *

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Gebern und Sammlern sprechen wir hiermit aller- herzlichsten Dank aus.

Schlüchtern, den 15. November 1917.

Die beiden Rotekreuzvereine

Die Möglichkeit und ZweckmLSigkeit »er Minier« eide.

Von Domänenpächter K. Schneide r-Hos Kleeberg.

Der vierte Kriegswinter naht. Mit Sorgen blicken viele Viehzüchter auf N^re Futtervorräte, welche infolge des trockenen Vorsommers fast allerwärts sehr mäßig sind. Viel besser als im Herbst 1915 ist es damit nicht bestellt. Da gilt es beizeiten, aus Aushilfe zu sinnen.

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Kriegsroman von Charlotte Wildert. 27

Greif klopfte an die bezeichnete Tür, ein langsamer, Hübet Tritt näherte sich, die Tür wurde geöffnet und Liane Startest staub vor ihm. Erschreckt prallte sie zu- r^ct

Wer sind Sie, was wollen Sie hier?"

Mit einer linkischen Verbeugung platzte er verstört und schüchtern heraus:Gnad' Fräul'n, ick bring Ihn v'hren Steen!"

.Was, Stein? Ich verstehe Sie nicht. Na, kommen Sie mal herein!"

Der Pseudo-Gauner trat nun vollends inS Zim- mer, drückte die Tür hinter sich ins Schloß und kramte umständlich mit vieler Mühe aus dem untersten Win­kel der schmutzigen, zerrissenen Hosentasche ein Päckchen heraus, wieselte es auf und der Siamaut kam zum Vor- schein.

Der volle Lichtstrahl fiel nun auf die Gestalt Lianeö, und der Kommissar bemerkte ihr müdes, übernächtiges Aussehen; dunkle Ringe lagen unter ihren Augen, das Haar war ungeordnet und hing wirr um ihren Kopf.

Hier, det is man Ihr Steen! Sie sind doch det Fräulein Braut von meeuen Jraf?"

Liane Startests Züge wurden immer erstaunter l An Ihrem Graf? Ja, aber wer sind Sie denn eigent- .Nun nee! Ick bin im Dienste bei bem Jraf Briz. darf! Ick kehr' man jedden Morgen die Rammbe vor det Schloß, wissen Sie! Nu hab' ick Se gestern mit mee- nen Graf in't Auto antonune seh'n, ick hab' noch g'denkt: Jess' nee, was triefen mer da 'ne scheene Schloßherrinl Nu, und heit morgen, wie ick meene Rammbe kehr, was tu ick finden, eenen Steen, eenen leichtenden, blitz- rigen Steen! Ick hab'n gedenkt, det kann een Echter Aj und sin gleech zu meene Frau (doofen, dir sich

uff de Steeue vasteht. Jess' nee, hat die jejreint, det is a Echter, a janz deirer, echter Diamant, den mußte jleich Widder zurücktrage! Da hab' ich mir jleich jedacht, der Steen is von nimaud anders, als von det Fräul'n Braut von meeuen Jraf. Nu! ihm da hab ick mir jleich uffjemacht zu Jhue, un» da, Haö'n Se Ihren Steen!"

Mit einer plumpen Bewegung reichte er der $im* jyin den Diamant, den diese ergriff und dann mit lei« sein Schrei zurückfuhr. Furchtbares Erschrecken malte sich in ihren Gesichtszugen, atemlos stieß sie hervor: Diesen, diesen Stein haben Sie gefunden?"

Jawoll, gnä Fräul'n!" Stolz

Munde des Rothaarigen, dessen sie _ nicht die geringste Bewegung der Tänzerin entgangen

kam «S aus dem

einen Augen nichts,

war.

Prüfend, forschend sah Liane Startell den vor ihr stehenden Mann an. In ihrer Brust sümpften Zweifel, ob sie den Stein annehinen sollte oder nicht. Aber der Kommissar Greif spielte seine Rolle so vortrefflich, legte einen solch dummen, gewöhnlichen, harmlosen Ausdruck in sein Gaunergesicht, daß nun auch der letzte Zweifel des Weibes schwand, und sie kopfschüttelnd sagte:Ja, so geht's manchmal. Aber tatsächlich, ich habe den Dia- mant bisher noch nicht vernicht. Wo hatte er denn gele­gen ?"

Nun, jrade vor det Portal, wo det Auto jehalten hat)' Na, nun sind Se man froh, det Se Ihren kostbaren Steen zurückhaben, 'S Hätt'n och ein Andrer finden kenne, unn ob Se ihn da Widder jekriejt hädden, is man ne jroße Frage."

Ich bin Ihnen auch sehr dankbar für Ihren Dienst, hier, nehmen Sie eine Kleinigkeit!" Sie griff zur Börse und wollte ihm ein Goldstück reichen, doch der Rote trat rasch einen Schritt zurück.

Nee nee/ dafür nimmt en ehrlicher Berliner nischt, det war blos man meene Pflicht, Unehrlichkeet, jetzt un- (Muslim js iejip'8 Wq|. Rre! Sie« 1 .

Wieder ein gegen alle Anstandslehre streitender Kratz­fuß, ein lauteS, derbesAdjüff'.guä'Fräuln!" und d ehrliche Finder" trottete zur Treppe durch den Korri­dor und bald knirschte draußen im Gartenweg der KieS unter seinen Füßen. Es schien, als ob sich die kleinen, zierlichen, weißen Steinchen empören wollten, sie, die sonst nur die Last eleganter, feiner Dameuschichcheu oder nobler, moderner Herrenstiesel trugen, sollten sich nun von solchen vorsintflutlichen jämmerlichen Stiefeln zertreten lassen. Klirrend fiel das Gartentor nfi Schloß und von feiner Arbeit befriedigt, trat der rothaarige Gau­ner alias Kriminal-Kommissar Greif den Heim-

weg an.

An das Fenster gelehnt, stand Liane Startest, den Diamant in der Hand. In ihrer Brnst tobte ein fnrcht- barer Kampf, der sich selbst in ihrem Aenßerit abspie« gelte. Bleich, matt waren die Züge, glanzlos die schönen Augen, die junonische Gestalt schlaff und gebrochen. O, wie furchtbar waren die letzte« Stunden, die sie erlebt I ch Hause, fluchend und tobend, be* Mörder. Stieren Blicks, hohnlachend

Ihr Mann kam nach Hause, fluchend und tobend, be- trunken und ein Mörder. Stieren Blicks, hohnlachend hatte er ihr erzählt, wie er eS dem Peckoivitsch, dem al­ten Schuft, heimgezahlt, wie er geglaubt, die Pläne uoch zu finden, und das Schicksal ihn betrogen. Wie wahn­sinnig hatte sie aufgeschrien, als er ihr dies roh in fei* er brutalen Art ins Gesicht geschleudert: Der alte Schuft ist tot tot erschlagen hab' ich ihn! Sieh her, Weib! Sieh, dort dort das Blut, sieh, wie es spritzte, als ich ihm den HamiueraufdenKopsschlug.Ha.derElende! die Papiere, die Pläne I Betrogen hat er auch I Elend betrogen! Verkauft sind sie an die russische Regie- rung, ja! Haha, der Wucherer! Alles war umsonst, um- sonst! Hahaha, ich Tor!Großer Gott!" Achselzuckend barg sie das Gesicht in den Händen.O Sott, und sie, sie war Mitivisserin eines so furchtbaren, schauerlichen. Verbrechens, sie n,ußte schweigen, weil der Mörder. ihr Gatte war." Es packte sie wie rasende Verzweif­lung. . ________ _ MW