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sowohl als auch der Ablieferung des Honigs ausüben zu können.

Es darf wohl erwartet werden, daß nach dem dies­jährigen reichen Honigertrag jeder Bienenzüchter im Verhältnis zu feiner Ernte ein bestimmtes Quantum Honig anmelden wird, umsomehr, als der zu liefernde Honig für diejenigen in Lazaretten und Krankenhäusern bestimmt ist, welche für unS geblutet haben und leiden; wie auch andrerseits bestimmte Erwartung ausgesprochen wird, daß er ttur für diese und zw^r ohne Unter-- schied Verwendung findet.Die Gesunden bedürfen des Honig, nicht, aber die Kranken." Schon je 1 Pfd. Hönig von den über 1000 angemeldeten Bienenvölkern des Kreises ergibt 10 Zentner.

In der Versammlung Sonntag, den 21- Oktober, nachmittags 7,5 Uhr aus dem Felsen- keller bei Schlüchtern werden persönliche Anmeldungen von Honiglieferungen entgegengenommen.

Lokales und Provinzielles.

Schlächtern, 12. Oktober 1917.

* Der Hilfstelephonist Max Adler, Sohn des Löb Adler 1 hier, erhielt das Eiferne Kreuz 2. Klasse.

* Der Schlichteruer Heimatbote, Kalender für den Kreis Schlüchtern und seine Nachbarschaft, 1918, 4. Jahrgang, herausgegeben vom Heimatbund, Verein für Heimatschutz und Heimatpflege im Kreise Schlüchtern, ist erschienen. (Näheres siehe Inserat.)

* Maßregelung eines Händlers wegen Grobheit Die Behörden gehen jetzt gegen die Ungebührlichkeiten vor, die manche Händler glauben, den Käufern gegenüber erlauben zu dürfen, was hoffentlich den Um­gangston i;; den Lebensmittelgeschäften und in sonstigen Handlungen für den täglichen Bedarf etwas hebt. Einem Kohlenhändler in Berlin ist vom Kriegswucheramt der Kleinhandel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs untersagt worden, und zwar wegen ungebührlichen Be­nehmens des Verkäufers dem Publikum gegenüber! Ueber ihn waren Beschwerden laut geworden, wonach er die Einkäufer kleinerer Kohlenmengen, auch wenn sie ihre Wünsche noch so bescheiden vorbrachten, unbe­gründet lange warten ließ und grob anfuhr. Nach sorg­fältiger Prüfung der Sachlage verbot das KriegSwucher- amt dem Manne den Kleinhandel, der eS im unge­hörigen Benehmen eines Gewerbetreibenden dem Käufer gegenüber eine Un-uverläffigkeit im Sinne der Bekannt­machung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel erblickt. Genau so liegen leider diese traurigen Verhältnisse hier in Schlüchtern vor und ist es an der höchsten Z it, daß endlich Wandel damit ge­schaffen wird.

11k. Leder-Bestandsaufnahme. Die amtlichen Vor­drucke für die Bestandsanmeldung von Leder und Leder- abfällen nach dem Stand, vom 15 Oktober 1917 können von der Handelskammer zu Hanau unentgeltlich bezogen werden. Die Anmeldung hat spätestens bis 25 Oktober zu erfolgen.

* Ausstellung von Abmeld-bescheingungen. Die Ausstellung von Abmeldebescheinigungen aus der Lebensmittel - Versorgung eines Ortes stößt vielfach noch auf Schwierigkeiten. Es sei deshalb wiederholt darauf hingewiesen, daß die Ortsbehörde dem Fremden, der bei seiner Ankunft eine Abmeldebescheinigung ab- kiefert, bei feiner Abreise stets eine neue. Abmeldebe­scheinigung auszuhändigen hat. Ferner müssen die Abmeldebescheinigungen nach dem Einheitlich vorgeschriebe­nen Muster hergestellt sein und die darin vorgeschriebenen Spalten vollständig ausgefüllt werden. Sie müssen neben einrr denauen Personenstandsangabe erschöpfende Anskunst darüber geben, von welchem Tage ab der Inhaber aus der früheren Versorgung ausgeschieden ist und welche Zeit er etwas hierüber hinaus noch Marken zum Bezüge von Lebensmitteln erhalten hat bezw.

Kriegsroman von Charlotte Wildert. 32

Komm, sage mir, waS Dich quält und drückt, »er* traue mir alles. Ich habe ja als Deine Mutter das größte und erste Anrecht an Dich. Bist Du etwa krank, Kind?"

Lilli hatte das Köpfchen tief auf die Brust gesenkt, ein leichtes Rot war in ihre Wangen gestiegen.

Frau Gertruds sah es und ein eigenes Lächeln um= spielte ihre Lippen.Lilli, kleines, törichtes Mädel! Komm, sieh Deiner Mutter ins Auge," sie hob des Mädchens Kinn empor und beugte sich zu ihr hinab. Kind, ich weiß, was an Deinem kleinen Herzchen nagt! Ja, erschrick nicht, ich will es Dir auch sagen. Lilli! Kind! Der böse Schungel, der Ainor hat mitten hinein in Dein Herzchen getroffen mit seinem scharfen Pfeil. Getz, ist es nicht so?"

war purpurrot geworden, die hellen Tränen stürmn aus ihren Bkuuaugen und verschämt barg sie den Kopf an der Mutter Brüll.Mutter, o liebe Mut­ter!" kam es schluchzend aus LiKle Munde.

Diese fmbje dss weinente Mädchen zu beruhigen. Siehst Du, tch habe recht geraten. Aber nun sollst Du deshalb doch nicht weinen. Komm, sei vernünftig, wir wollen uns nun einmal wie zwei gute, innige Freunde aussprechen!" Sanft glitt ihre Hand über ihres Kindes Scheitel.Also Du mein kleines, törichtes Mädel, da ist in Dein Herz die erste, sonnige Liebe eingezogen. Du brauchst nicht so verschämt die Augen niederzuschla­gen, denn Liebe ist nichts, wofür Du Dich vor Deiner Mutter zu schämen brauchtest; das Weib ist ja zum Lieben und Liebe spenden geboren. Die erste Liebe in einem jungen Menschenherzen ist so zart und rein, so scheu und verschwiegen, daß nur die Mutter sie ver­steht und nur sie diejenige ist, die das junge, Näbende Herz leitet und mit ihm den Kämpfen, die sich der jun­gen Liebe entgegenstellen, entgegentreten kann. Die

anrechnungSpflichtige Vorräte besitzt. Ein Zettel des Gemeindevorstehers mit dem bloßem Vermerk, daß die betreffende Person anS der Lebensmittelversorgung seiner Gemeinde ausgeschieden ist, würde nicht als voll­gültige Abmelde - Bescheinigungen angesehen werden. Eine vorschriftsmäßig ausgestellte Abmelde bescheinig-

Wer die ^tidjtn ist Stil irrpcljt zeichnet Kriegsauleihe.

Das Ergebnis der 7. Kriegsanleihe ist das mächtigste Friedensmittel, das einem jedem Deutschen in die Hand gelegt ist. Wenn sich also am Sonntag,

alt und jung unermüdet und unent­wegt mit den Zeichnungsscheillen um die Tische drängen, an denen das Vaterland unsre Spargroschen in Empfang nimmt, dann ist dieser Hationaltag für die Kricgsanleihe zugleich die großartigste Friedens­kundgebung, die das deutsche Volk verunstalten kann.

Alle Zeichnungsstellen werben nach der Kirchzeit geöffnet sein I

Aus zur Mafsenzeichnuug!

ung bietet für die einen hinreichenden

Reisenden und Zuziehenden stehts Ausweis, in die Lebensmittelver­

sorgung des neuen Aufenthaltsortes aufgenommen werden.

* Frankfurt a. M. Obwohl er gegenüber anderen Schleichhändlern wahre Friedenspreise von seinen Kunden für Butter und Eier forderte, mußte der Invalide

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s Kämpfe werden auch bei Dir nicht nnsbleiben. Ich i weiß, wer es ist, der Dein junges, reines Herz so in f helle Flammen gesetzt hat; den schneidigen, hübschen I Leutnant Gordis kenne ich und ich glaube auch, daß er i ein ehrlicher treuer Charakter ist."

Eines aber noch, Philipp von Gordis entstammt f einer altangesehenen Adelsfamilie, Du kennst den Stolz i dieser Dynastengeschlechter, Du bist eine Tochter aus i achtbarer Familie, doch eine mit Oelbildern der Bor- fahren und Ahnen gefüllte Ahnengalerie hat unsere Fa- uülie nicht. Und wie Du weißt, auch nicht ein außer­ordentlich großes Vermögen. Das sind nun Umftänbe, die Eurer Liebe als Hindernis begegnen, denn jeden­falls wird der Vater des jungen Gordis sehr darauf achten, daß seine Schiviegertochter eine reiche Dame aus altadeligein Geschlechte ist.

Bist Du denn überhaupt der Gegenliebe Philipp von Gordis sicher?"

Ach, ich ich iveiß eS ja nicht! Ich ich" Sov, dann iveiß mein kleines Mädel noch gar nicht, ob ihre Liebe erwidert wird ?"

Lilli meinte und schluchzte und brächte nur abge­rissen, stockend hervor:Ich ich weiß nicyr^r ich ich glaube doch, ich meine"

Na steh mal, da darfst Du auch Dein Köpfchen nicht gleich so hängen lassen. Immer frisch, fromm, fröhlich, den Kopf hoch! Sieh, es gibt manche Menschen, denen fällt das Glück sozusagen in den Schoß. Sie treffen sich, gefallen sich gegenseitig und nach ein paar Wochen wird geheiratet, ohne viel Umftänbe. Bei vielen Menschen aber muß oom ersten Tage an gekämpft und gerungen werden; da mu& jedes Stücklein des goldenen Glückes erkauft merben, nud glaube mir, diejenigen, die durch Leid und Sorgen, durch Kampf ihr Glück errungen, de­ren Glück P echter, schöner und erhabener als dasje­nige derer, denen es in den Schoß fällt. Du bist jung, Lilli, Deine Jugend steht in obller Blüte, wenn Dich

Josef Gaß aus Hauswurz (Kreis Fulda) vom SchöM gericht mit 500 Mark bestraft werden. Gaß braM jede zweite Woche aus seiner Heimat 4050 PfM Butter und 300400 Eier nach hier und verkaM sie an hiesige Kunden. Die Butter z. B. ließ er fit mit 3.30 Mark das Pfund bezahlen. Da er aber

Frankfurter Butterhöchstpreise um 30 Pfg. übersckM die Butter zudem ohne Karten verkaufte und scM Handel nicht angemeldet hatte, mußte er mit obsM Geldstrafe sein Vergehen büßen.

* Fulda. Die Höchstpreise der Kartoffeln sind U unseren Bezirk auf 5 Mark für den Zentner festgeM worden, wozu noch Schnelligkeitsprämie und ZufuhrM bühren gerechnet werden können. Es ist nun erfreuliW daß die Landwirte unserer Umgegend vielfach zwarL Höchstpreis von 5 Mark verlangen, aber auf die MG spesen verzichten. Der festgesetzte Höchstpreis sei bei M diesjährigen Rekordernte vollständig genügen, so mei» die wackeren Männer.

* Gersfeld (Rhön). In schweres Herzeleid id» die Familie des hiesigen Maurermeisters Ludwig M versetzt. Ihr 26jähriger Sohn Ludwig, BaufüW in Karlshorst-Berlin geriet auf dem dortigen BauM zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen und wums sofort getötet. Der Verunglückte sollte das hiesige geschäft der Eltern übernehmen. Er hatte eine » wundung auf dem Schlachtfelde glücklich überstanW umso schwerer traf die Familie die jähe TodesnachE

* Fulda. Der Kreisausschuß des Kreises M hat in seiner letzten Sitzung die Zeichnung H 250 000 Mark zur 7. Kriegsanleihe beschlossen.

Das Melsunger Mörderpaar gefaßt. I

Cassel, 10. Okt. Das Melsunger Raubmörder«, ist ^ente nachmittag kurz nach 5 Uhr aus Berlin W eingetroffen und dem Untersuchungsgefängnis in i Leipzigerstraße zugeführt worden. Drei Umstände HM dazu beitragen helfen, die Täter so schnell zu ermittM Zunächst, daß die alsStütze" bei Frau KaufniiM angestellte Hilfsschwester Karoline Kämpfer, die » eines im Felde stehenden Schlossers aus Petzdorf« Dachshund der Ermordeten mitnahm und so dem KrimimM Schaub aus Cassel die Möglichkeit gab, die Spm W nach Erfurt genau festzustellen; hier wurde Verbrechern der Hund unbequem und sie ließen ihn»

dem Betriebsbahnhof laufen, sodass er später als Heim los aufgegriffen wurde, hierdurch aber der Krimis Polizei Mittel an Hand gab, daß das verbrecheri« Paar in Erfurt gewesen war. Nun kam ein Zm dem Kriminalwachtmeister Schaub zu Hilfe. Sm ging, um schnell etwas zu essen, in eine Wirtschaft hörte hier, daß eine Frau erzählte bei ihr habe W nacht eine frühere Bekannte mit einem jungen i® ihrem Kriegsgetrauten gewohnt, der ganz unheimll verstört aussah, sodaß sie mißtrauisch geworden fei beobachtet habe, daß ihr Bekannte ein blutiges M wechselte; wie sie später die Beschreibung der MelsW Raubmörder gewesen habe, möge sie glauben, Ml diese beiden maren. Kriminalwachtmeister Schaub I sich sofort nähere Einzeiheiten von dieser Frau erzähl« die ihm sagte, daß ihre Freundin Karoline Käm» heiße. Schaub zeigte Frau Horn Photographien« bis dahin dem Namen nach unbekannten Stütze« Frau Kaufmann; Frau Horn erkannte mit Bestm« heit die Kämpfer wieder. Sie sei mit ihrem W nach Berlin gereist, wo sie noch eine Wohnung Sofort spielten Telegraph und Telefon und Stunden spater waren die Kämpfer und ihr Belle der aus der Front desertierte Metzgergeselle WA s Heitkamp verhaftet. Aber beinah wären sie auch M' " entschlüpft, da sie harmlos sich herauszureden »erftan £7 daß die Berliner Kriminalpolizei nach Erfurt zu - telephonierte, daß diese beiden Personen doch wohl den und den Gründen nicht als Täter in Betracht Sofort fuhr Kriminalwachtmeister Schaub nach $ und legte der heftig leugnenden Kämpfer ein vor, das sie in ein Casseler Blatt hatte einrücken la!

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Dein kleines, rebellisches Herzchen zu sehr quält, komme zu Deiner Mutter, die legt dann ihre Hand!- auf und Du sollst sehen, niein Mädel, Dein wildes- « wird sich bald beruhigen, Du wirst »ueber frisch" & fröhlich, mutig in die Welt schauen." Sie drückte « innigen Kuß auf die reine Stirn ihres Kindes und« § ließ dann das Ziinmer, Lilli mit sich und ihren « s gen, ihten jungen anstiirmenden Sorgen, alleinlns^ £

10. Kapitel.

Vor seinem Schreibtische saß Franz von BriA o den rechten Arm in der Binde. Ihm gegenüber W 7 in einem Sessel ein junger Offizier. kI'

Also, Sie sollen die Festungspläne in die bringen, lieber Staudter, sie scheinen die Pläne sehr M zu haben, man hat mir bereits dreimal telephoniert I

Der junge Offizier nickte zustimmend.Ja, 1 Sache wird tatsächlich immer bedenklicher, man . In engeren Kreisen, daß bis spätestens Morgen die nlmachung kundgegeben wird!"

Sooo? Das ist ja fast unglaublich! Und derI^ pescheywechsel zwischen dem Zaren und Kaiser Helm?"

Man munkelt da etwas von Wortbruch des ; Väterchen soll die Unverschämtheit besessen Habens»! vollständigen Armeekorps zu mobilisieren." 4

Aber das ist stark!" rief Graf Brixdorf erregt. M Ja, und was kann da Seine Majestät weiter, als die Wortbrüchigteit ihm gründlich heimzahlen!

Na, das wird er auch nach Kräften tun, da» , sichere ich Ihnen, Staudter! Es hat schon lauf wackelt. Einmal mußte die Sache umkippen. War Mord von Serajewo nicht die Ursache gewesen,^" Ls über kurz oder lang doch gekommen. Nun, ich ' Ihnen rasch Ihre Pläne, sonst halte ich Sie noch Ä auf." 23

Ich fahre direkt durch die Köpeniterstraße, f schneide ich den Bogen um die Südstraße ab "