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Wohlgefallen sich auflösen, die Versorgung der Bevöl ksrung aber mit den alltäglichen Bedarfsartikeln wird noch auf geraume Zeit hinaus eine weitgehende amtliche Fürsorge erheischen. Der Begriff der wirtschaftlicheu Mobilmachung war uns bis zum Kriege fremd, hinfort wird er aus bem Gesichtskreis der staatlichen Verwaltung nicht mehr verschwinden dürfen. Der Krieg hat uns zu eindringlich darüber aufgeklärt, wie mangelhaft eS y B um die Lebensmittelzufuhken zu den Großstädten bestellt ist, wenn Angebot und Nachfrage aus bem Gleich gewicht geraten um einer unbekümmerten Selbstregu lierung z»l vertrauen Wie ein besseres Jneinandergreifen von Produktion und Konsum zu gewährleiste»» ist, bildet schon allein ein schwer lösbares Problem.

Zum Wiederaufbau unserer handelspolitische»» Be ziehungen zu den auswärtigen Staaten ferner werden wir höchste Umsicht nnd zähe Willenskraft aufbieten müssen. Selbst wenn man den finsteren Drohungen der Feinde bezüglich des Wirtschaftskrieges ohne bange Fürcht ins Auge zu schauen gewillt ist, so werden wir doch infolge der natürlichen Nachwirkungei» des bis zur Siedehitze entflammten Völkerhaffes genötigt sein, um unsere alten Bezugsquellen und Absatzmärkte schwer zu ringen, ohne das scharfe deutsche Schwert in die Wag- Zchalc zu werfen. Und wie unser Außenhandel in vielen Dinger» den neuen Aufstieg sich erst wird schaffe»» müssen, so wirb unsere innere WirtschaftSgolitik den veränderten Verhältnissen Rechnung tragen müssen. An dem großen Umrvandlungsprozeß in der deutschen Volkswirtschaft können wir nicht mit geschlossenen Augen vorübergehen. Die Produktionsbedingungei» sind unter bem Zwange der Ausnahmezustände mannigfach umgeftaltet, neue Wirtschaftsgebilde sind erstanden, vereinfachte Betriebe Organisationen haben sich durchgesetzt, gemeinwirtschaft- kiche Grundsätze sind den privaten Unternehmungen gegenübergetroten. Wie die andrängenden Erscheinungen und Strömungen unserem Wirtschaftsleben reibungslos einzufügen fein werden, stellt das Können der verant­wortlichen Staatsmänner vor eine ernste Prüfung

Das Reichswirtschaftsamt wird auch die Sozial politik mit weisem Bedacht vorwärtsschieben müssen. Die für ein neues Deutschland hoffentlich bald ausgehende Aiorgcnröte wird der starken sozialen Grundfesten nicht entbehren können. Was zur Erweiterung der Sozial- reform geschehen mag, die Idee der soziale»» Gemeii»- bürgschast ist aus des deutschen Volkes Gemeinschaft im Handeln und Leiden in die Friedenszeit hinnbcrzunehuien. Dem Reichswirtschaftsamt ist die Fahne wirtschaftlichen Aufschwungs und^ortschrittlicher Entwicklung anvertraut, mag es sie zum Siege tragen! . Pros. Wittschewsky.

Politische Uebersicht.

Ludendorffs Friedenslosnug.

Reichätagsabgeordneter F. Marpuardt hat hervor-

7 y deutschen Volke? äufgesördwA, eine kurze Losung für die Volksarbeit am Wiederaufbau des Wirtschaftslebens zu geben. General Ludendorss sandte folgende Worte;

Wenn dereinst die Segnungen des Friedens einkehren und die deutsch^ Volkswirtschaft in frischer Blüte wieder aufersteht, so gedenke ein jeder, daß er sein Dasein und seine Zukunft bin Männern zu danken hat, die zu Lande

und zu Wasser im jahrelangen Kampf den Feind, der unser Vaterland zerstören wollte,-zu Boden zwangen.

Malss uns NromnrieÜes.

Schlächter» den 17. August 1917.

* Ausweis auf der Bah» stets mit sich führe».

In letzter Zeit häufen sich wieder die Fälle, daß Reisende vom Lande von den militärischen Kontrollbeamten in den Bahnzügen ohne jegliche Ausweispapiere angetroffen werden. Es wird daher nachdrücklich auf die Bestimm­ung hingewiesen, wonach Jedermann bei Benutzung der Bahn, auch der kürzesten Strecke, sich im Besitz eines. behördlichen Ausweises über seine Person mit Photo­graphie befinden soll. Bei Nichtbeachtung dieser Vor­schrift sind erhebliche Unannehmlichkeiten zu gewärtigen. Ein Paß ist nicht nötig; ein von der heimatlichen Bürgermeisterei bezm. Ortspolizeibehörde ausgestellter Ausweis genügt in solchen Fällen.

* Laut Bekanntmachung des Reichseisenbahnamtes vom 93 Juli 1917 ist in die Eisenbahn-Verkehrsordnung mit Wirkung vom 15. August 1917 folgende treue Be­stimmung ausgenommen worden:Jedes Gepäckstück muß die genaue und dauerhaft befestigte Adr.sse des Reisenden (Name, Wohnort, Wohnung), sowie den Namen der Aufgabe- und Bestimmungsstation tragen." Die Gepäckschalter geben geeignete Anhänger zum Selbst­kostenpreis an die Reisenden ab.

* Dem Kreissekretär Schnltheis hier, ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden.

* Pilzwauderung. Montag, den 20. d. Mts findet eine Pilzmanderimg statt, welche die Kenntnis der jetzt vorkommenden Pilze vermitteln soll. Jeder­mann kann baxan teilnehmen. Treffpunkt: Bahnhof Schlüchtern nachmitttags 3 7, Uhr.

* Berichtigung. In Nr. 65 des Kreisblattes betr. Höchstpreise für Obst in Gruppe 3 für Aepfel ist ein Fehler unterlaufen, es muß heißen 0,10 Mk und nicht 0,08 Mk

* Pilzwailderung Trotz des schlechte i Wetters fand unter Leitung von Herrn Oberlehrer Keller am Donnerstag nachmittag eine Pilzwanderung statt. Die Beteiligung war gering Es wurden ungefähr 20 ver­schiedene Pilze, eßbare und wertlose, an ihren Stand­orten ausgesucht und gesammelt. Jeder konnte sicher sovi.le Pilze mitnehmen als zu einer Mahlzeit not- wendig find und jeder Beteiligte hat sich eine gründliche Kenntnis der Speisepilze erworben, die ihm die Furcht vor Giftpilzen nimmt und hoffentlich dauernd zu einem Pilzsreunde macht. Damit iMder.Zweck der Wander­ung vollkommen erreicht worden.

* Pilze. Die Zeit des Champignons ist vorbei. An seine Stelle ist der Stein- oder Hornpilz getreten, der von manchen Leuten noch mehr als der Champignon geschätzt wirb Er wächst überall be^ uns an den Rändern um m £raiibtüäWcn be^

Wäldern. Wenn man ihn mit Sicherheit finden will, muß man demnach dahin gehen, wo Eichen wachsen Er ist ein llährenpilz. Die Unterseite des Hutes ist weiß, grau oder bei alten Exemplaren gelb gefärbt. Der Stil besitzt eine netzartige Zeichnung und ist knollig verdickt. Die Oberseite des Hutes ist gelb, hellbraun oder ganz dunkelbraun gefärbt, ©ein Fleisch ist weiß

und äubert die Farbe beim Durchbreche»» ober M schneidet» nicht. Mit ih»n zusammen wird bei uy f^ der Herenpilz angetroffen, dessen Hut, Ober uns Mei feite rot gefärbt sind und dessen Fleisch bei Ber(^m schnell blau wird. Er kann gegessen werden. IM, meidet ihn jedoch besser, da es noch einen älMgfi Gitspilz gibt. Alle Röhrenpilze mit weißer, M _ oder gelber Unterseite sind eßbar, alle RöhrenpM^ roter Unterseite sind dagegen mit Vorsicht^ zu iq^ fi

- * Weitere Gültigkeit der Frühdruschpräi^ 60 Mk. für die Tonne Hafer und Gerste.^ M ^i alle Getreidearten bis zum 15. August 1917 z^fi Frühdnischprämie von 60 Mark für die Ton? |jar beim Brotgetreide den erwünschten Erfolg einet Anlieferung gehabt. Bei Hafer und ©ommerge: p i sind die Anlieferungen nicht nur, wie das »vq bg{

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späteren Ernte, dieser Getreidearten zu erwarte: |^e geringer gewesen, sondern blieben weit hinter b forberungen des Heeres zurück. Der Grund daß j[a^ in bem ungünstigen Ausfall der Eruke an S»i» ^hi treibe in vielen Gebieten Deutschlands. Der Pj g^ß des Kriegsernährungsanits hat deshalb in @wi richt der Verordnung über den Frühdrusch vom ipje 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 443) durch eine VerMhl vom 11. August bestimmt, daß die FrühdrusWerb von 60 Mark für die Tonne bei der AblieferuM Hafer und Gerste weiter Gültigkeit hat. Wie IM Druschprämie in dieser Höhe beibehalten wirb, von bem Umfange der Anlieferungen in bet k j Zeit ab. Jedenfalls müssen die Landwirte n j Möglichkeit rechnen, daß in absehbarer Zeit ein - absetzung der Prämie eintritt; es liegt daher in | eigenen Interesse, die Ablieferungen nach Möglir s

beschleuningen.

* Brennbares Abfallmate ial. Die Verh mit Brennstoffen für den nächste»» Winter »vird in Familien als wichtigste Haushaltsfrage erörtert soll zwar nicht ängstlich und nervös der Brennst» forgung entgegensehen, aber auch keine große HH aus die Höchstmengenziffern setzen. Auf eine | häusliche Mithilfe wollen wir Hinweisen. Wer und wann einen Blick in die Mülleimer wirft daß ein; Menge brennbarer Stoffe weggeworß» Nicht nur Papier findet sich da in reichlichen Ä sondern vielfach auch Pappe, Holz, Holzgeflecht uni liche Sachen, die im Küchenherd noch brauchbare kraft entwickeln und so zur Streckung der häut Brennmaterialien beitragen können.

* Stärkere Abnahme von Schweine«, stärkeren Abnahme von Schweinen hat ba§ nährungsamt die Landesfleischämter ermächtigt, und Läuferschweine in nächster Zeit so viel wie a dem Verbrauch zuzuführen. Die Landeszentralbe können hierzu die Preise für Läufer bis zu U ndgMicht um eine Klaffe. erhöhen.juib angemessene Preises soivelOiiotig, üPtetzeu. Äe * auch Hausschlachtungen unreifer Schweine, w Ernte möglichst zulassen, wenn die gesetzlichen setzungen sonst vorliegen. Fleisch von Spans 30 Psd. Lebendgewicht soll nur zu 74 auf die karte angerechnet werden; die Landesbehörden es auch fartenfrei zum Verkaufe zulassen. Zwei Niaßnahmen ist einmal, den vielfa

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In eiserner Zeit.

Kriegsroman von Charlotte Wildert.

Dort war der Diplouiateuschreibtisch des Grafei», Über unb über mit Zeichnungen bedeckt.Nun," frug Brixdorf,wie findest Dr» es denn hier in meinem Stu­dierzimmer?"

Hier ist es schön, traut, hier gefällt es mir," sagte sie lächelnd," ich möchte immer hier bleiben."

Siehst Du, mein treues Lieb," sprach Franz von Brixdorf innig und sah ihr tief in die Augen,später, wenn ich Dich für immer mein nennen darf mein treues, gutes, holdes Weib bann kommst Du immer hierher, wenn ich arbeite und setzest Dich an meine Seite und beobachtest mit Deinen süßen Augen meine Arbeit. Und wenn ich dann müde bin, wenn die Dämmerung ihre grauen Flügel über die Erde auS- breitet, dann legst D>» Deine weiche, kühle Hand auf meine heiße Stirn, und so sitze»» wir dann jufammen und erzählen uns von unserm Glück! Du, meine Liane, wie »vird das schön schön!"

Er strich ihr liebkosend über'S Haar, sie aber wich feinem tiefen, forschenden Blicke anS unb trat an baß Fenster. Mit raschein, gewandten Blick hatte sie die Lage des Fensters an der Frontseite des Schlosses er­kannt. Gerade über bem Portal. Die Lage war schwie­rig, aber dafür hatte sie doch ben Vorteil, daß die hohe Umfassungsmauer der Rampe, welche biß an den wei- ' teil, herrlichen Park grenzte, taun» 50 Meter entfernt Das war für ihre»» Plan günstig. Graziös schritt sie auf den Schreibtisch zu, setzte sich davor hin und f*.Mg, den ftppf hintenüber an den hinter ihr stehenden Grase»» geleljffkGott, was Du alles für Zeug da liegen hast! Sind Das alles Arbeite»»?"

Interessiert sich den» meine Elfenkönigin dafürN frug Brixdorf lächelnd.

Sie sah »hn heiß an, schlang beibt Arme tun feinen

Nacken unb flüsterte ihm iiiS Ohr:Deine kleine El« fentöuigin imeressiert sich für alles, ivaS ihr lieber Franzel macht, für alles alles!"

Er setzte sich neben sie unb sprach, sich zu einer ernst« haften Miene zwingend:So, ich gebe Dir jetzt Un» terricht nutz erkläre Dir alles, was Du wissen willst, kleine Maus " Sie nickte ihm iacheitd zu. NrUl in Arm dasitzend, zeigte er ihr verschiedene Zeichnnnge»,, die in großer Zahl seinen Schreibtisch bedeckten. Jetzt nahm er einen znsaunneugefaltelen, großen Plan, breitete ihn vor ihr auß unb erhörte:Siehst Du, Liebste, das ist ein großer Feslnngsplan der Festung L. B. Ein rie­senhaftes Ding, nicht ivahr?"

Vollkontiue»» rnhig, als verstehe sie gar nichts von geftungßpläuen und dergleichen, hörte sie seinen Erläu­terungen zu.Ha, da war es ja, was sie suchte der große Festmtgsplan!" Blitzschitell hatte sie Aussehen, Farbe und Form deS Planes scharf in ihr Gedächtnis eingeprägt. Geitau meiste sie sich die Stelle, wo Graf Brixdorf den Plan zitrücklegte, nnd zu sich selbst sprach sie:Den kannst Du morgen haben, Henry Startest!"

Der Graf beobachtete belustigt baß wachsende In- teresse seiner Braut an feinen Arbeiten. Er fühlte sich glücklich in ihrer Nähe und als der Diener »neidete, daß jurn Tee gedeckt sei, schritt er Arm in Arm mit ihr zum Salon, wo allabendlich der Tee serviert würbe. Unter luftigem Plaudern und Scherzen verging die Zeit, und schor» neigte die Dämmerung ihre Schatten über die Erde.

Liane brach auf.Ich muß nach Hause, Liebster! ES ist schon spät, gerne wäre ich noch ein Weilchen bei Dir geblieben wie gern noch! Es ist schade, daß der schö>»e Tag so schnell verflogen I"

Schade? Ich weiß nicht recht, n»ir rasei» die Tage ' -^neU genug bis Dn mein mein Weib bist.

wird Die Zeit so golden und licht, so schön!

nicht f^neU aeuu

Dann i______ _ , _ , . .

Dann wird in dieS stille, einsame Haus ein neuer

lebmbnttgeuder Geist Einzug halten. Dann herrjcht

Überall Jugeudlust, Glück und Seligkeit in allen i men, dann atmet ringsum alles den leisen, du» Hauch unserer jungen Siebe! Ist es nicht so, DuW SüßeI"

Immer wieder küßte er ihre weiße Hand, d« andächtig einen Kuß auf ihre Stirn. So lag seinem Herzen, die Spionin, und lauschte all beul hen, innigen Liebesivorleu! Das Auto fuhr oml stiegen ein, er »vollte sie bis nach ihren» Heim bei teil. Unter seligem Scherzen und Kosen oergiW Zeit im Fluge und Franz von Brixdorf war eiN als das Auto schon vor Lianes Villa hielt. Er | ihr galant bei in Aussteigei» lind wartete bis die I tertüre hinter ihr zufiel. Noch ein Winken und Stil ein Lächeln hin uild wieder und ßiaue eilte > Haus.--

Der Chauffeur nahin eine scharfe Kurve unM Auto ratterte davon. Zu Hause angekominen, der Graf zu den Gemächern seiner Taute.

Die alte Dame empfing ihn sehr kühl:fM Deine Braitt fort?" ]

Ja, Talltcheli, ich habe sie selbst zu ihrem K begleitet. Aber sage mit doch, warum warst kurz, so abstoßend zu ihr?" 1

Ein verächtlicher Zug lag auf dem Gesicht berl fin als sie sprach:Ich sehe nicht ein, daß ich an ein solches Wesell verschivenden soll. Sie ist eiM mödiautiu durch und durch!"

Bitte," unterbrach Franz feine Tante scharf, Startell ist erstklassige Künstleri», keine Kow^ tin!"

Sie präsentiert sich auf den Brettern nicht den» besseren, airch dem gelvöhnlichsten Publikums lacht imb kokettiert auf der Bühne mit Allen| wenn Du die alte Ehre unseres Hauses iva! willst, darf dieses Weib nie Deine Gattin werbeiilj

Taute Wa>lda, Liane ist meine Braut, bedeute So kam e8 drohend von den Lippe»» Brizdors«. L^

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