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Samstag, he« 18. August 1917
68 Jahrgang.
AnttLietzes
^Natiortalstiftuua für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen.
Wrov uzialanMnß der Provinz Hessen Nassau.
»Die vornehmste Dankespflicht des deutschen Volkes Mu seine im Kriege gefallenen Söhne ist die Fürsorge ^c die Hinterbliebenen, insbesondere für die Witwen W fassen der aus dem Felde der Ehre gestorbenen Ulseu. Die Nationalstistung hat sich die Erfüllung User Pflicht zur Aufgabe gesetzt. Sie erstreckt ihre Riigleit bereits über das ganze Reich. Auch in unserer Wvinz hat sie schon warmherzige Förderer gefunden. M aber allen Anforderungen, die mit der Dauer des Sieges und der zunehmenden Zahl der Hinterbliebenen Mgesetzt wachsen, genügen zu können, ist die Stiftung sgis die Mitarbeit aller angewiesen öo wenden wir E denn im Vertrauen auf *b[e oft bewiesene Opser- tzudigkeit au die gesamte Bevölkerung unserer Provinz Wi der herzlichen Bitte:
„Gebt für die Witwen und Waisen; gebt für alle hilfsbedürftigen Hinterbliebenen der tapferen Söhne Hessen - Nassaus, die hr L beu u cht nur für das Vaterland, sondern auch für Euch da hingegebeu haben, denen Ihr es allein zn danken habt, daß Ihr ungestört Eurem Erwerb, Eurem Beruf «achgehn könnt! Vergeht die teuren Toten nicht! Dankt ihnen ihre Treue durch treue Fürsorge für ihre Hinterbliebenen ! Spendet Geld und Wertpapiere, und spende ein jeder I nach seinen Kräften gern im Gedanken, wie | gering doch solche Opfer an Geld und Gut sind (gegenüber dem Op ertvd so viele! Tausender »nfr.tr KWdcr
MM des Provinzialausschliffes der Nationalstistung.
Der Vorsitzende.
H e il g st e n b erg, Oberpräsident der Provinz Hessen - Nassau. Wirklicher Geheimer Rat.
. M den Kreis Schlüchtern hat der Kreisausschuß e Aufgaben des Ortsausschliffes der Natioualstifiung sernommen. Er wird bei Prüfung der Gesuche durch * Herren Pfarrer Kurz und Pater Pastor Schumacher Oalmünster unterstützt werden. Wir sind überzeugt, st wir bei dieser Fürsorgearbeit auf die tatkräftige Mithilfe aller Vereine, Körperschaften und Personen im reise rechnen dürfen, um die großen Aufgaben der Iind Fürsorge für alle Opfer des Krieges erfüllen neu.
r fordern unsere Mitbürger auf, die Ätatioual ; für die Hinterbliebenen der im Kriege Ge n jeder > ach seinem Vernrögen mt reichen ein it und laufenden Spenden zu bedeuten, nachdem ihre Tätigkeit auch im Kreise Schlüchtern aus neu hat.
«enden werden von der KreiSkommunalkasse, der Meuterei (Rentnreister Barthelmes) in Schlüchtern )h den Sparkassen des Kreises entgegengenommen hlüchtern, den 29. Oktober 1916.
Namens des Kreis-Ausschusses.
Der Vorsitzende^ von Trott zu Solz.
Nr. 8033. Dir Herren Bürgermeister ersuche ? Bestimmungen Nr. G. 1023/2 17. K. R. A., Höchstpreise für Weiden, Kreisblatt Nr. 27 r. G. 1600/3 17, K. R. A., betr. Bestands- ung von Weiden,Meisblatt Nr. 39, in ortS- r Weise nochmals mit folgendem Zusatz besannt geben.
1 Das Schneiden der Kulturweiden soll Ende August erfolgen. Die Ruten müssen bei den zu diesem Dotpunkt geschnittenen Weiden sofort geschält werden. Mt ein Schneiden der Weiden aus Ma»tgel an geeignetem Mersonal (Schüler, Gefangene) zu diesen« Zeitpunkte Wt möglich, können die Weiden auch Ende September Mrch den ganzen Winter hindurch geschnitten werden. Du diesem Falle müssen sie entweder grün, getrocknet erarbeitet oder durch Dämpfen bezw. Kochen schälreif ""acht werden. Diese Weiden können auch in Wasser sst'tzt und im Frühjahr von Anfang Mai an zum Schälest gebracht werden. Wildwachsende Weiden sind u gleicher Weise zu behandeln
schlüchtern, den 14. August 1917.
Der Königliche Laudrat. von Trott zn Solz.
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3- Nr 8436. Der Entwurf für die Herstellung eines Seitenwegs links der Bahn an der Strecke Schlüchtern --Elm vom Km. 3,7 ; 50 bis 4,1 ; 70 liegt in der Zeit vom 20. August bis einschließlich 2. September ds Js. zu jedermanns Einsicht im Sitzungszimmer des hiesigen Magistrats offen. Während der angegebenen Zeit steht es jedem Beteiligten frei, im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Entwurf schriftlich oder zu Protokoll bei dem Unterzeichneten geltend zu machen.
Schlüchtern, den 13. August 1917.
Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz
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Betr Bntter - Abgabe an Verbraucher.
Wegen des fühlbar einsetzenden Rückgangs in der Butteranfbringung und Ablieferung wird die wöchentliche Butter-Ration wieder von 75 aus 60 Gramm herabgesetzt.
Schlüchtern, den 15. August 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses, von Trott zu Solz.
J.-Nc 4446 K. A. Diejenigen Herrn Bürgermeister, welche noch mit der Erledigung der Verfügung vom 19. Juli 1917 Z.-Nr. 4066 K. A, betr. Gemeinderechnungs- wesen im Rückstände sind, werden hieran erinnert. Schlüchtern .den 16. August 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
J.-Nr. 8498. Auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. August 1914 ReichsGesetzbl. S 339 betr. Höchstpreise in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 19J4 Reichs Gesetzbl. S 516 habe ich nach Anhörung der Meisprüfungssrelle den Kleinhandels Höchstpreis für . at^ .i. iji ^^y «achtera u.i . . ^-eu.a«g iü« vüv Pfund vom heutigen Tage ab festgesetzt.
Schlüchtern, den 15. August 1917.
Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
Unter Bezugnahme auf meine Rundverfügung vom 6. Juli d. I., J. W. 1816 und die Kreihblattverfttg^ ung vom 6. Juli d. I., betreffend die Sammlung von Thee-Ersatzblüttern pp werden die Herren Lehrer gebeten, die gesammelten Mengen bis spätestens 1. Oktbr. d. J. an die Sammelstelle im Semmargebäude zu Schlüchtern abzuliefern.
Schlüchtern, den 16. August 1917.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
Die Wirtschaftsausschüsse werden ersucht in ihren Gemeinden mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für raschestmögliche Einbringung der durch die anhaltende Nässe gefährdeten Ernte zu sorgen.
Wenn das Wetter es zuläßt, dürfen auch die Sonntage außerhalb des Gottesdienstes ausgenutzt werden. Schlüchtern, den 17. August 1917
Der Vorsitzende der KriegSwirtschastsstelle.
Anmeldung des Ansdruschs.
J.-Nr. 6899 K. G. Die Herrn Bürgermeister weife ich an, in aller Strenge auf die Einhaltung der Bor fristen über die tägliche Anmeldung des Druschergeb nisses bei Maschinen- und Flegeldrusch zu achten die Angaben auch durch geeignete Personen nachzuprüfen und die vorgeschriebenen Listen zu führen. Zuwider Handlungen werde ich unnachsichtlich zur Anzeige bringen.
Schlüchtern, den 16. August 1917.
Der Landrat.
I.- Nr. 8541. Die Herren Bürgermeister und GutS- vorsteher, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 2. April d. . Zs. Nr. 3461 betr. Abgabe von Brennholz an die Minderbemittelten, noch im Rück stände sind, werden an deren alsbaldigen Erledigung erinnert.
Schlüchtern, den 16. August 191
Der Königliche Landrat: J. V. Schulthets.
A- N^ RÄ? Aus Anlaß neuerdings mehrfach vor- gekommener Erkrankungen an Trichinose infolg Genusses von Auülandsflcisch, das nicht amtlich auf seine Taug lichkeit zum meuschticheu Genuß untersucht war, mache ich die Kreisbevölkerung darauf aufmerksaui, daß solcher Fleisch, wenn es nicht nachträglich aus Trichinen unter sucht worden ist, nur in gut gekochtem oder gut durch- gebratenem Zustande genossen werden darf
Schlüchtern, den 15. August 1917
Der Köuigliche Landrat. von Trott zu Swlj-
Das Reichswirtschaftsamt.
Versorgung der Bevölkerung. — Handelspolitische Be- ziehungen. — Unsere Wirtschaft. — Sozial - Politik.
Aus der Neuordnung der obersten Reichsverwaltung ist ein Reichswirtschaftsamt, abgeneigt vom Reichsamt des Innern, hervorgegangen. Mit der Einsetzung dieser Zentralstelle zur Wahrnehmung und Förderung der wirtschaftlichen Reichsinteressen wird ein langgehegter Wunsch derer erfüllt, die dem bisherigen System eine gewiffe Rückständigkeit nachsagten, und wird ein größerer Einheitsapparat geschaffen, um der überwältigenden Fülle der uns bevorstehenden neuen Aufgaben gerecht zu werden.
Die denkbar bescheidene Wiege des Reichsamts des Innern stand ursprünglich im Reichskanzleramt, das bei der Wiedergeburt des Deutschen Reichs alle inneren Angelegenheiten in sich beherbergen und erledigen sollte. Die Mächtigkeit, zu der das Amt in bald einem halben Jahrhundert herangewachsen, bedingt jetzt eine weitere Teilung, nachdem einzelm Zweige wie die Reichsjustiz und Reichspost vom gemeinsamen Stammbaum bereits längst losgelöst sind. Die Errichtung eines selbständigen Reichswirtschaftsamts aber konnte seit langem als spruchreif angesehen werden, doch bedurfte es erst der im Kriege bis aufs äußerste gesteigerten Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft, um die Ueberzeugung zum Allgemeingut werden zu lassen, daß der Reichswirtschaft eine eigene Pflegestätte bereitet werden müsse.
Daß Reichsamt des Innern bildete, wie erwähnt, anfangs einen wichtigen Bestandteil des Reichskanzleramts, in welchem in der ersten Hälfte der siebziger Jahre alle Reichsgefchäfte zusammenliefen. Das Kanzleramt büßte an seiner verantwortlichen Stelluilg wesentlich ein, imchdem BiSmarck 1878 eine besondere Reichskanzlei sich zugelegt hatte, damit diese seinen amtlichen Verkehr mit den Leitern der einzelnen Ressorts vermittele. Nach dem Ausscheiden des bis dahin Bismarck in allen Angelegenheiten zur Haud gehenden Präsidenten Delbrück mußte sein Nachfolger mit der Bezeichnung eines Staatssekretärs vorliebnehmen. Maßgebend war der Wunsch des ersten Reichskanzlers, auch die Leitung der inneren Politik fester an sich zu nehmen, während der Staatssekretär des Innern, gleichwie sein Amtsgenosse im Auswärtigen, in der Hauptsache die ihm erteilten Welsungen ausführen, bei wichtigen Entscheidungen aber durch die eigene Kanzlei des Reichskanzlers bei diesem Rat sich einholen sollte. An der Spitze des Reichsamts des Innern stand von 1880 an 16 Jahre lang der vom Oberpräsidenten- posten in Schleswig Holstein dorthin berufene Dr. von Bötticher, ein Mann, der durch Fähigkeiten, Kenntnisse und Geschäftsgewandtheit sein Ressort, das fast von Jahr zu Jahr um einen neuen Zuwachs sich vergrößerte, vorbildlich verwaltete, auch noch unter den beiden Nachfolgern Bismarcks, dem Grafen Eaprivi und Fürsten Hohenlohe. Der ausgezeichnete Ruf, der dem Grafen Posadowsk» als einen sparsamen und organisatorisch ungemein tüchtigen Berwaltungsbeamten von Posen her vorausging, führte zu dessen Berufung erst zum Reichs- schatzsekretär und bald darauf zum Nachfolger v. Böt- tichers. Der soeben aus dem Amte geschiedene Reichskanzler v. Bethmann Hollweg war bekanntlich, ehe er die höchste Würde zugeteilt erhielt, gleichsfalls Staatssekretär im Reichsamt des Innern, dessen Leitung alsdann Herrn v Delbrück an vertraut wurde, der vom Reichsschatzsekretär Helfferich abgelöst wurde. Bei der jetzt erfolgten Zweiteilung des bisherigen Reichsamts werden die Handels- und Wirtschaftspolitik sowie die Sozialpolitik ausgeschieden und als gesondertes Wirt- schastsamt dem Straßburger Oberbürgermeister Dr. Schmander übertragen, während der Kölner Oberbürgermeister Max Wallraf die durch die Ablösung stark entlastete Bürde der anderen Zweige der Reichtzverivaltung auf sich nehmen soll.
Für eines Mannes Kraft war die Anhäufung der Aemter im Reichsamt des Innern längst zu groß. Auch zwei Staatssekretären nebeneinander bietet sich ein gewaltiges Arbeitsfeld. So stellt es gegenwärtig und wird in Zukunft noch breiter hervortreten. Dem Reichß- wirtfchaftsüMt insbesondere werden all die Pflichten zu- wachsen, die das Reich während der bitterbösen Kriegs- zeit jur Abwendung von Notständen auf sich hat nehmen müssen und die nach dem Friedensschluß uicht ohne weiteres im Schutt der Alltäglichkeit begraben werden können. Die meisten kriegSwirtschastlichen Organisationen werden allerdings vorausjichtlich in absehbarer Zeit in