flickkursus werden'in nächster Zeit noch entgegengenommen., (Siehe Anzeige in vor. Nummer), Jungen Mädchen sei ebenfalls die Teilnahme an diesem Unterricht sehr empfohlen, die voraussichtlich nächsten Monat stattfinden wird. Im Anschluß an diesen Kursus werden sich später einige Damen des Vereins gern bereit erklären, in den Wintermonaten für Unbemittelte weitere Unterrichtsstunden zu geben, gegen eine geringe Gebühr für kleine Unkosten. Die nächste Monatsversammlung wurde auf Freitag, den 7. September festgesetzt.
—* Der Herr Unterrichtsminister hat genehmigt, daß die hiesige Seminar-Präparandenanstalt vom Herbst dieses Jahres ab* bis zu 35 Schüler in die 3. Klasse aufnimmt.
—* In diesen Tagen ergehen in besonderem Auftrag des Kriegsamtes seitens des Einberufungsausschusses Fulda zahlreiche Aufforderungen an Hilfsdienstpflichtige, wobei die bisher geübten Rücksichten im besonderem Auftrag des Kriegsamtes wegzufallen haben. Wir werden gebeten darauf hinzuweisen, daß es keinen Zweck hat, den Vorsitzenden des Ausschusses mit persönlichen Gesuchen zu überlaufen. Wer eine begründete Vorstellung gegen die Aufforderung anzubringen hat, wende sich am besten schriftlich an den Einberusungsausschuß und zwar unter Borlage behördlicher Bescheinigungen. Wer sich auf ärztliche Atteste bezieht, muß sich die Nachuntersuchung durch den vom Kriegsamt bestellten Militärarzt gefallen lassen.
—* Pilze. Die Zeit des Feld-Champignons oder Feld-Egerlings ist gekommen. Es gibt wohl keine Wiese und keine Trieft, auf der Vieh geweidet hat, wo dieser Pilz nicht zu finden wäre. Man sieht schon von weit her die weißen Kugeln der jungen Pilze oder die halbkugeligen Schirme der älteren Pilze, die auf der Unterseite des Hutes rosarote oder schokoladefarbige Blättchen tragen, leuchten. Er kann gar nicht mit anderen Pilzen verwechselt werden, wenn man diese Farben der Blättchen beachtet. Das Fleisch des Pilzes ist weiß. Geruch und Geschmack desselben sind ganz vorzüglich. Er ist unstreitig der beste Speisepilz, weshalb er auch häufig ge- züchter wird. Seine Verwendbarkeit ist eine sehr mannig- faltige. Er kann zu Suppen, zu Gemüse und zu Salat verwandt werden. Man kann ihn trocknen, sterilisieren und in Essig einlegen. Das letzte Verfahren in besonders beliebt. Die jungen noch geschlossenen Pilze werden von Schmutz gereinigt und dann ' , Stunde in dünnem Salzwasser gekocht. Den Saft gießt man dann ab und' verwendet ihn zu Pilzextrakt (davon später ein= mal!) Hiernach werden die Pilze mit siedenden! Weinessig Übergaben, gibt Gewürz: Pfefferkörner, Lorbeerblätter, Schalotten oder Perlzmiebeln hinzu und kocht wiederum '/» Stunde. Nachdem das Ganze etwas abgekühlt ist, füllt man es in weithalsige Gläser, sodaß der Weinessig über den Pilzen steht. Die Gläser werden schließlich mit Pergamentpapier überbundeu und kühl aufbewahrt. Als Beilage zu Fleisch, Wurst, Salat usw, finden die Pilze Verwendung. — Genau wie der Champignon können alle anderen zu Gemüse und Salat verwendbaren Pilze auch in Essig eingemacht werden. Die häufig im Kreise vorkommenden: Steinpilz, Perl- pilz, Pfifferling, Stoppelpilz und die eßbaren Täublinge sind hierzu besonders geeignet.
—* Die Heide blüht. Zwischen dem Frischgrün des Ginsters auf überwucherten einsamen Waldwegen leuch ten der Edelheide rosenrote Glöckchen hervor, und künden des nahenden Herbstes Kommen. Bienchen und große Brummer kosten ihre Süßigkeit, von ihrem duftberauschen- den Locken verführt. Falter umschwärmen sie im sonnigen Schein. Mit der Heide verblüht der Sommer und leise säuselnd erhebt sich der Herbstwind über die Flur.
—* Heidekraut-Tee. Daß wir Teenot haben, wissen mir lange; aber ebenso genau, daß Wald und Wiese uns mancherlei guten Ersatz für Den chinesischen Tee bieten. Jetzt empfiehlt A. Cobenzl im „Buch für alle" das Heidekraut als Teeersatz. Er schreibt: „Als tägliches Tisch- und Abendgetränk ist der angenehm blumig duftende Tee als Genußmittel zu empfehlen. Die einzelnen Blüten des Heidekrautes gewinnt man durch Abstreifen von den Rispen zwischen den Fingern, wobei die noch nicht ganz entfalteten Blüten in der hohlen Hand zurückbleiben. Man trocknet sie freiligend an der Luft, jedoch darf dies weder an der Sonne noch bei künstlicher Wärme geschehen. Sind die Blüten gut getrocknet, so sondert man sie zuerst durch ein grobmaschiges Sieb von Stengeln und befreit die Blüten dann noch durch Sieben in einem feineren Gerät vom Staub. Die Blüten lassen sich, gut verschlossen, jahrelang aufbewahren, ohne ihren lieblichen narkotischen Duft zu verlieren. Zu einem leichten Getränkt genügt ein Kaffeelöffel voll Blüten, die man in einem halben Liter Wasser kurz aufkocht.' Zu Heilzwecken, besonders bei Hals- und Lungenverschleimungen, aber auch bei asthmatischen Erkrankungen nimmt man zwei- bis dreimal soviel bei gleicher Wassermenge und kocht das Ganze bis auf etwa einen Viertel Liter ein: das durchgeseihte, kräftig duftende Getränk wird mit etwas Zucker versetzt und vor dem Schlafengehen genossen. Die stärkere Einkochung wirkt, wenn auch nicht in höherem t^abe, narkotisch. Aus größeren Mengen läßt sich auch ein Kraftauszug, eine dickflüßige, ja sogar zähe Masse gewinnen, die, richtig aufbewahrt, jahrelang haltbar bleibt. Dieser Extrakt kann als Hustenpastille genommen oder zur xaschen Herstellung von Tee durch Auflösung in heißem Wasser benutzt werden.
—* Die Leipziger Herbstmustermesse beginnt in diesem Jahre am 26. August und verspricht nach den schon jetzt bei dem Meßamt vorliegenden Anmeldungen, ebenso wie die diesjährige Frühjahrsmesse, einen vollen Erfolg zu
bringen. Den Meßbesuchern wird für die Hin- und Rückreise zur Messe eine 50 vom Hundert betragende Fahrpreisermäßigung auf der Eisenbahn gewährt. Stückgüter, die zur Messe geschickt werden, genießen das Vorrecht bet frachtfreien Rückbeförderung. Für die Einfuhr von Waren aus dem Auslande, die zur Ausstellung auf der Messe bestimmt und als solche in den Begleitpapieren bezeichnet sind, ist eine besondere Einfuhrbewilligung nicht erforderlich. Erteilen deutsche Firmen ausländischen Meßausstellern Aufträge auf der Messe, so gelten hinsichtlich der Einfuhrbewilligung die allgemeinen Grundsätze. Nach diesen können, soweit es sich nicht um ausgesprochene Luxusgenstände handelt, in geeigneten Fällen Einfuhrbewilligungen dann erlangt werden wenn die Verkäufer sich verpflichten, den Kaufpreis bis ein Jahr nach Aufhebung des Kriegszustandes in Deutschland zu stunden. Den Anträgen der inländischen Meßanssteller auf Ausfuhrbewilligung für die auf der Messe von ausländischen Einkeusern bestellten Waren ist von dem Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung in Berlin eine beschleunigte Behandlung zugesichert worden.
Hk. Leim-Bestandsaufnahme und Bedarfsanmeldung. Für die 1 August 1917 angeordnete Leim-Bestands- aufnahnie und Bedarfsanmeldung können die amtlichen Vordrucke von der Handelskammer zu Hanau bezogen werden.
* Bingen. Die Ernte-Aussichten sind am Rheine die allergünstigsten, aber doch sieht man mit Spannung der Lösung der Frage entgegen, wie sich in Zukunft die Preise der Lebensmittel stellen werden, und da ist man sich denn überall voll bewußt, daß die bestehenden Verhältnissen trotz der günstigen Ernte-Aussichten zu einer möglichst ökonomischen Ausnutzung der Vorräte förmlich zwingen. Und hierbei bricht sich bisher mehr die Ueberzeugung Bahn, daß namentlich die Massen- speisung in Volksküchen und Fabrikkuntinen ein dringendes Gebot der Zeit ist, welchem besonders im kommenden Winter eine ganz hervorragende Bedeutung zukommen wirb.' Es ist denn auch ein sehr günstiger Umstand, daß auch in der Fabrikation von Volks- und Kriegsküchen unsere Industrie ganz außerordentliches leistet Vor allem ist es die Münchener Kochherd- und Ofenfabrik Friedrich Wamsler, Klg. bayer. Hoflieferantin, die, wie überall besannt, geradezu unübertreffliche Fabrikate dieser Art produziert und deren Hauptkatalog eine wahrhaft erstaunliche Auswahl hierin aufweist. Der Winter steht bereits vor der Türe, und wenn daher die Frage der Ernährungsmaßnahmen nicht gleichgültig sein kann oder darf, der wird gut daran tun, sich baldigst an die genannte Firma zu wenden, von der er jede wünschenswerte Auskunft speziell auch in Betreff der Lieferung und Einrichtung geeigneter Anlagen für Massen- verpflegung erhalten wird.
Landwirte, f^arF Getreide!
Unter dieser Ueberschrift hat Oberamtman Schliephake, Gerlachsheim, bereits im März dieses Jahres in Nr. 25 der „Deutschen Landwirtschaftlichen Presse" auf die Bedeutung der Drillsaat hingewiesen. Es wird vielfach noch, besonders in kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, zw viel Saatgut verbraucht. Man Übersicht dabei, daß im allgemeinen neben der Saatersparnis dnrch eine nach den klimatischen Bodenverhältnissen ausreichende, nicht übermäßig hohe Bemessung der Saat ein höherer Ertrag von besserer Qualität erzielt wird. Die Drillkultur wird vielfach noch immer nicht in dem Maße gewürdigt und angewandt, wie das im Interesse des einzelnen Landwirts und der Allgemein! eit liegt. Es ist dringend erwünscht, daß derjenige, der sich nicht im Besitz einer Drillmaschine befindet, sich diese, wenn möglich, leihweise beschafft. Eine Reihenweite von 15 Zentimeter empfiehlt sich auf den meisten Böden, wenn zur Durchführung der Hackkultur Hackmas 5inen oder Arbeitskräfte verfügbar sind. Eine dünnere Saat ist um so eher am Platze, wenn das. Saatgut sorgfältig gereinigt worden ist Leichte Körner und Körnerbruch sind vom Saatgut durch die bekannten. Maschinen für Saatenherrichtung zu trennen. Diese Maßnahme dient ebenfalls nicht allein dem Interesse des Einzelnen, sondern auch dem der Allgemeinheit, da durch sie viel Brotgetreide frei wird; sie sollte nicht unterbleiben, selbst wenn die Bestellung durch sorgfältige Zubereitung des Saatguts .dadurch um ein paar Tage später begonnen und abgeschlossen wird. Man hüte sich vor bem falschen Ehrgeiz als „Erster,, mit der Bestellung fertig sein zu wollen. Eine hastige und unordentliche Bestellung wird stets einen Rückschlag herbeiführen. Darum soll jeder Landwirt darauf bedacht sein, seine Aecker auch weiterhin bei richtiger Bemessung der Saatmenge und sachgemäßer Reinigung des Saatguts so gewissenhaft und sorgsam, wie es unter den so überaus schwierigen Kriegsverhältnissen irgend möglich ist, zu bestellen. Unsere Erfolge zu Lande und zu Wasser machen es den Landwirten ganz besonders zur Pflicht, auch ihrerseits alles dazu beitragen, daß wir wirtschaftlich siegreich bis zum Ende durchhalten. Dazu gehört auch sorgfältigste Bestellung und die Vermeidung jeder übermäßigen Verwendung an Getreide. Jeder tue also seine Pflicht, ehe es vielleicht zu spät ist!
Sammelt Atazienkerne!
Es werden immer neue Rohstoffe entdeckt. Der Kriegsausschuß für Fette und Oele hat sich an alle Obstkernsammelstellen gewandt und gebeten, es möchten auch die Samen der Akazie gesammelt werden.
Der Akazienbaum, welcher aus Nordamerika stammt,
jetzt aber überall anggpflanzt ifo dürfte wohl allM bekannt sein. Dieser Baum bekommt erst verU mäßig spät im Jahr seine gefiederten Blätter und. cv uns dann durch die weißen Blütentrauben, bie, angenehmen Duft aushauchen. Gewöhnlich sch Akazie, die diesen Namen zu unrecht trägt und rich Robinie genannt wird, zahlreiche Früchte an, bh Herbstwind in großer Zahl zu Boden weht. Bei i förmigen Akazien kann man die reifen Hülsen abH Die Samen werden aus den Hülsen ausgestrefft 1 Kilogramm Samen bezahlen die Obstkernsammch den Betrag von 70 Pfennig.
Gerade wie die Obstkerne, gibt man die Sama Schulkindern mit, welche das Sammelgut in der § abliefern. Wem dieser Weg nicht paßt, der schick Samen zu der Zentralsammelstelle an Herrn Soul Otto Karl Boehme, Cassel, Hohenzollernstraße 52,
Ueber die Verwendung der Akaziensamen teil! Kriegsausschuß für Oele und Fette mit, daß man dem Samen Oel gewinnt und die Restbeständk Herstellung eines Genußmittels (Kaffee Ersatz) Demi
Hoffentlich hat auch diese Sammlung ein giin| Ergebnis. Wenn es gelingt, die Samen aller Aß fruchtstünde zu erfassen, wird eine beträchtliche A herauskommen. In den Landkreisen sind die Aß samen den Kreissammelstellen zuzuführen.
gilt Steucrverleikungsprozeß.
Vor dem Oberverwaltungsgericht wurde ein R streit zu Ende geführt, welcher zwischen den Sem« Nennkirchen, Niederneunkirchen und Wiebelskirchen, seits und dem Kreisausschuß des Kreises Schluß
andererseits wegen der Besteuerung der Freifrau Luki
von Stumm schwebte. Die Freifrau von Stumm für das Steuerjahr 1913 nicht nur vom Kreisaus
des Kreises Schlüchtern jzu Kreissteuern, sondern von den erwähnten Gemeinden im Reg'erungst
Trier zur Gemeindeeinkommensteuer veranlagt iuoi da sie an der Firma Stumm G. b m. H. beteilig! deren Betrieb sich^über die erwähnten Gemeinde:
strecke Während der Kreisausschuß zu Schlüchtm Standpunkt vertrat, daß er zur Besteuerung des der Beteiligung an der G. in b. H. fließenden kommens berechtigt sei, da es sich um Einlommen Kapitalvermögen handle, waren die betreffenden meinben der Ansicht, daß gewerbliches Einkonime Betracht komme. Nachdem die Cansitin ein n ordn« mäßigen Verteilungsantrag gestellt hatte, entschied Bezirksausschuß zu Trier zu Ungunsten der frag! Gemeinden, indem er Einkommen aus Kapitalvem als vorliegend annahm. Gegen dieses Urteil ergi Neunkirchen und die beiden anderen Gemeinden Rechtsmittel der Revision beim Oberverwaltung^ welches aber die Revision als unbegründet zucisi und die Entscheidung des Bezirksausschusses zu 2 als zutreffend bestätigt.
Vermischtes.
— Bad Bildungen. Unsere Stadtverwaltung in Ermangelung einer männlichen Kraft eine für Polizeidienst ganz besonders geeignete, engerische als Feldhüterin bestellt. In den wenigen Tagen i Wirkens ist es ihr bereits gelungen, eine Reihe Berg zur Anzeige zu bringen.
Der Bürger Feldgeschrei.
Bon Fritz Engel.
Ihr habt eure Söhne hinausgesandt,
Ihr tragt gar manche Not,
Und wieder ruft das Vaterland,
Und ernst ist sein Gebot:
Im Opfern nicht ruhen! Schafft alles herbei! „Das Gold aus den Truhen!" ist Feldgeschrei.
Der Krieg klirrt her im eisernen Schuh, Nicht trägt er gold'nes Geschmeid Wer klebt am Gold? Nicht ich noch du!
Und eisern spricht die Zeit:
Im Opfern nicht ruhen! Schafft alles herbei! „Das Gold aus den Truhen!" ist Feldgeschrei.
Ihr gebt, damit ihr reich empfangt:
Eines starken Friedens Genuß!
Ihr gebt, damit euer Kind nicht bangt,
Daß einst es hungern muß:
Im Opfern nicht ruhen! Schafft alles herbei! „Das Gold aus den Truhen!" ist Feldgeschrei.
Kirchlicher Anzeiger für Achtiichter».
Evangelische Gemeinde:
Sonntag, den 12. August 1917.
Vormittags 'A 10 Uhr: Herr Superintendent^ Anschließend Christenlehre der konfirmierten MÄ
Abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Herr Pfr. Rolls Wochendienst: Herr Superintendent Orth.
Niederzell Vormittags 10 Uhr: Herr Pfr. Rolls
Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.
Versammlung nachmittags 5 Uhr in der Kleinkinderß
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 12. August 1917.
Vormittags 9 Uhr: Amt mit Predigt.
Nachmittags 2 Uhr: Biltandack.t.
Herr Kaplan Ramb.