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mit „Amtlichem Kreisblatt". — Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Samstag. - preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg.
X63.
Mittwoch, den 8. August 1917.
68. Jahrgang.
Amtliches
Beim Landwirt Adam Schcrf in Schwarzeufels steht eine 3 jährige hochträchtige Simmentaler Kalbin — Reinzucht — zum Verkauf.
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Lokales und ProvinzuNes
Schlüchtrru, den 7. August 1917.
— * Vom 15. d. M- ab muß auf den Eisenbahnen jedes Gepäckstück die genaue und dauerhaft befestigte Adresse des Reisenden (Name, Wohnort, Wohnung) sowie den Namen der Aufgabe- und der Bestimmungsstation tragen. Nicht derartig gekennzeichnetes Gepäck kann zurückgewiesen werden. Die Gepäckabfertigungen haben Anhängefahnen vorrätig, die zur Bezeichnung der Gepäckstücke abgegeben werden.
—* Nächsten Sonntag, den 12. August feiern die Eheleute Gärtner Scibel, im Kreise ihrer Kinder auf Schloß Nahmholz ihre Silberne Hochzeit.
Die von der Weitzel'schen Stiftung ausgesetzte Preise für 1917 sind folgende: Kühe. l. Jean Schicke- danz, Gärtner 18 Mk. 2. Adam Batst, Fuhrmann 10 Mk 3. Conrad Baist 12 Mk. Rinder. 1. Caspar Eckhardt 20 Mk. 2. Hildebrand Georg 18 Mk. 3. Ah- Hildebrand 15 Mk. 4. Ph. Weitzel, Wagner 12 5. Joh. Hach, Maurer 10 Aik. 6 Leoh. Weitzel, Bäcker 8 Mk. Schweine. 1. Jean Denhardt 10 Mk. £ Heinrich Gold 8 Mk. Ziegen. 1. Heinrich Jost, Schreiner 10 Mk. 2. Adam Eichenberg 9 Mk. 3. Gg. Traband, Tagelöhner 8 Mk. 4. Karl Weitzel 7 Mk. 01 Karl Reuter 6 Mk. 1. Schafe. Adam Steiger- wald, Schäfer 8 Mk. 2. Adam Walter, Bahnwärter Mk. 3. Adam Schlingloff, Spengler 6 Mk. 4. ^°wig Flemmig, Schuhmacher 4 Ätk. Roggen. 1. Beter Weitzel, Schneider 10 Mk. 2. Joh. Freund 9 Mk. * Georg Traband, Sattler 8 Mk. 4. Ph. Walter, Bimmermann 7 Mk. Weizen. 1. Ludwig Kling, Schuhmacher 10 Mk. 2. Karl Dehler 9 Mk. 3. Gg. B'Nkhan, Wagner 8 Mk. 4. Adam Baier, Weißbinder 4 Mk. Geiste. 1. Heinrich Traband, Nachtwächter 9
2. Joh. Krieger, Wagner 8 Mk. 3. Joh. Kreß, Btmmermann 7 Mk. 4. Hch. Kling, Schneider 6 Mk. Käs«. 1. Wilhelm Schlingloff, Glaser 9 Mk. 2. gib. Rüster, Bäcker 8 Mk. 3. Ph. Müller, Messer- IchMted 7 Mk. 4. Fried. Eckhardt, Fuhrmann 6 Mk.
Erbsen. 1. Karl Schlingloff, Schuhmacher 8 Mk 2. Fried. Weitzel, Bäcker 6 Mk. 3. Ph. Hildebrand, Bierbrauer 4 Mk. Kartoffel. 1. Ph. Gold 10 Mk. 2. Heinrich Schultheis 8 Mk. 3. Joh. Rosenberger, Wirt 6 Mk. 4. Maar, Postschaffner 5 Mk. Runkeln. 1. Martin Gärtner 8 Mk. 2. Ph. Rüffer 6 Mk.
—* Landwirte und sonstige Interessenten werden auf die rechtzeitige Versicherung ihrer Erntevorväte in Scheunen und Mieten aufmerksam gemacht. Bei dieser Gelegenheit dürfte es sich empfehlen, auch die schon bestehenden Versicherungen des lebenden und toten Inventars den zetzigen, vielfach geänderten Verhältnissen anzupassen, um sich im Brandfalle vor Schaden zu bewahren.
—* Die Jagd auf Rebhühner. Auf Grund der §§ 39 und 40 der Jagdverordnung vom 15. Juli 1907 ist für den Regierungsbezirk Cassel für das Jahr 1917 die Eröffnung der Jagd auf Rebhühner und Wachteln auf Dienstag, den 21. August, festgesetzt. Bezüglich des Schlusses der Schonzeit für Birk-, Hasel- und Fasanenhähne und Hennen sowie für schottische Moorhühner und Drosseln, bewendet es bei den gesetzlichen Bestimmungen.
—* Erhöhung der Gebäckmengc» auf die Reichs- Re sebrotmarken. Vom 16. August ab werden die bis dahin auf Reichs-Reisebrotmarken für den Kopf und Tag gegebenen 200 Gramm Gebäckmengen auf eine Höchstmenge von 250 Gramm erhöht werden. Es dürfen daher vom genannten Zeitpunkt ab für jeden Meisetag an eine P rson statt der bisherigen 4 fortan 5 Reichs- Neisebrotmarken, die je einen aus 40 Gramm und einen auf 10 Gramm Gebäck lautenden Abschnitt enthalten, ausgehändigt werden.
—* Buttermilch Grießkuchlcin. In '/, Liter kochen de Butter oder Sauermilch rühre mm 120 Gramm Grics oder sonst ein feingemahlenes Gegräupe ein. Wenn die Masse erkaltet ist, füge man etwas Salz und Eterersatz (wenn möglich ein ganzes Ei) hinzu. steche die Masse löffelweise ab und backe in heißem Fett kleine knusprige Kuchen.
—* Pilze. Nach den ausgiebigen Regenfällen darf mit dem Erscheinen der Pilze in unseren Wäldern und auf Wiesen und Triften gerechnet werden. Sie sind ein billiges, wohlschmeckendes und bekömmliches Nahrungsmittel und sollten deshalb gerade in diesem Jahre von jedermann gesammelt werden. Die Pilzernte dürfte bei uns reichere Ertrüge liefern als die Beercnernte und dabei müheloser einzubringen sein. Die ärmere Bevölkerung und Kinder können sich durch sie lohnenden Verdienst verschaffen. Es ist nicht schwer die wichtigsten eßbaren Pilze unseres Kreises kennen zu lernen. Pilzwanderungen sollen die Kenntnis in nächster Zeit vermitteln. Die wirtschaftliche Ausnutzung der Pilze muß
auf jeden Fall bei uns eine viel intensivere werde"' Alle unsere Speisepilze und ihre Abfälle können in d65 kochtem Zustande als Schweinefutter Verwendung finden- Sie können, auch alte und madige Exemplare, scharf getrocknet und dann zerstoßen oder gemahlen, den Hühnern als Beifutter gegeben werden Die Eiererzeugung wird ertragreicher, da getrocknete Pilze außerordentlich nährstoffreich sind. Auch können alle Arten madiger Pilze gesammelt und auf Haufen geschichtet werden, bis sie ganz und gar von Maden wimmeln. Dann werden die Pilze den Hühnern vorgeworfen, welche nun mit großem Eifer die fetten Maden heraussuchen. Ueber die Verwendung der Pilze zur menschlichen Nahrung, die wichtigste Ausnutzung, werden wir demnächst berichten.
* Niederzell. Bei dem am Montag Nachmittag starken Gewitter schlug der Blitz in die vollgefüllte Scheune des Schneiders Adam Hamburger, welcher dieselbe anzündete und bis auf die Mauern einäscherte. Dank der Ortsfeuerwehr und der Wasserleitung konnte' der Brand auf seinem Herd beschränkt bleiben.
-• Bellings. Ein nettes Stückchen spielte sich hier ab. Das Schwein eines Landwirts war dicker Tage in die Wohnstube gekommen, um von da seinen Weg auf die Straße durch das Fenster zu nehmen. Es sprang deshalb auf die vor dem Fenster stehende Bank und stieß mit seinem Kopfe die unterste Scheibe des Fensterflügels durch. Aber o weh, das ging doch nicht so einfach, als das Borstentier geglaubt hatte. Denn es steckte nun in dem Fensterflügel fest und konnte weder vor- noch rückwärts. Zu seinem Glücke hob sich der Flügel aus und das Schwein fiel, in diesen! steckend, in die Stube. Ihn es nun aus dieser unbequemen Lage zu entfernen, mußte der Fensterflügel entzwei gesägt werden.
—* Kressenbach. Der Musketier Ludwig Bien, Sohn des Gemeinderechners Bien, erhielt im Osten das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
* Nttrichshauseu. Der Landsturmmann Friedrich Horas und der Ersatzreservist Eduard Schomann erhielten das Eiserne Kreuz; letzterer wurde auch zum Gefreiten ernannt.
* Kassel. Dem Städtischem Schlachthause hier würbe für die Städtische Fleischversorgung eine Art Riesenochse zugeführt. Er hatte eine Höhe auf der Frist von 1,70 Meter, eine Länge von nahezu 3,00 Meter und ein Gewicht vvn 30 Zentner Schlachtgewicht, (genau 2980 Pfund). Dieser Ochse, ein fettgemachter Bulle würde nach Sachverständigem Urteil etwa 17 bis 18 Zentner Fleisch bei der Ausschlachtung liefern. Er wurde geliefert von Handelsmann Callmann Ploch zu Fritzlar und gezüchtet bezm. ist er gemästet worden von dem Oekonom Hellwuth auf der Zuckerfabrik Wega bet Wild-