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Samstag, den 4 August 1917
Politische Uebersicht.
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, Kaiser bei deu »Truppen im Osten weilend, ^n Generalfeldmarschall von Hindenburg ein An »ungs- und Danktelegramm für das tapfere Aus- m der Westarmee gesandt.
Die Kaiserin hat ihre hohe Anerkennung für die in Kriegswirtschaftlichen Betrieben tätigen Frauen zu men gegeben und in einem Erlaß an den Chef des
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^rucf verliehen, daß diesen Frauen jede nur mögliche ichierung im Bezug von Lebensmitteln und dem »sauge von Kriegsunterstützungen zuteil werde. Alle glichen Maßnahmen sollen getroffen werden zur Derung von Leben, Gesundheit und Sittlichkeit der Wenden Frauen und deren Kinder
Wer Reichskanzler Dr. Michaelis ist auf seiner |(Me an den süddeutschen Höfen in München getroffen. Vor seiner Abreise hat er die Vertreter Wresse empfangen und bei dieser Gelegenheit eine |e Anfrage an Frankreich gerichtet, in der er den giftern die Vorgänge in der Kammer und die Hinter- kumgen gegen den Frieden offen vorhielt.
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Im Flaggenschmuck.
»Die glänzenden Erfolge der Verbündeten in Galizieii besondere die Besetzung von Tarnopol, Stanislau i Nadworna, haben auch in der ganzen Habsburgischen Kiarchie große Begeisterung und freudige Genugtuung vorgerufen, die in der Presse lebhaften Widerhall ^en.' In Wien und den Provinzstädten prangen die kulichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser in lem Flaggenschmuck.
Gänzlich unannehmbar!
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Jw* ^siekw&rrjolutuui des Reichstages ^hn bt der iser „Matin": Wir wollen nicht untersuchen, vis zu chem Grade die Kundgebung des Reichstags Komödie Manöver ist, sondern uns an die Hauptsache halten, stich daran, daß die deutschen Kriegsziele jetzt vor Oeffentlichkeit aufgedeckt liegen. Sie sind für den Ännb gänzlich unannehmbar! Wenn Deutschland Unversehrtheit seines Gebietes bewahrt und seine isteleuropa - Politik durchsetzt, so könnte es wohl aus liexionen und Entschädigungen verzicht n und dennoch dem Konflikte mit einem unerträglichen MachtMvachs vorgehen — Was sagen unsere Professionellfriedler diesem Echo unseres guten Willens? Es i|t eins 5 taufenden. Unsere Feinde wollen nicht eher Frieden chen, als bis sie und zerschmettert haben folglich nnen wir nicht eher Frieden machen, als bis wir ihnen sie wahnwitzige Idee gründlich ausgetrieben haben. Deutsche Kriegsausfnhr nach Schwaden.
Das Stockholmer Blatt „Nya Dagligt Allchanda" röfsentlicht beachtenswerte Angaben über die Einfuhr chwedens aus Deutschland. Danach belief sich während s Krieges der Wert der aus Deutschland eingeführten ton jährlich auf über 200 Millionen Kronen. Die ohleneinfuhr allein üb erstieg in den letzten zwei Jahren Millionen Tonnen; im letzten Juni allein wurden 00 000 Tonnen von Deutschland geliefert. 8 000 onnen Kali, für die kürzlich die Ausfuhr, bewilligt 'urde, decken den Bedarf Schwedens an diesem wich- igen Düngemittel für das ganze nächste Jahr. Äußerem bezieht Schweden aus Deutschland große Mengen on Salz, Chemikalien, Farbstoffen, Arzneimitteln, sissenschafilichen Instrumenten und Glaswaren. Auch Maschinen sowie Maschinenteile- und Lederwaren ünb ii großem Umfang aus Deutschland eingeführt worden. Aehanda meint im Anschluß an diese Tatsachen, man mine daraus entnehmen, welche Folgen es für Schweden mben würde, wenn Amerikas, Englands und Branlings Wünsche in Erfüllung gingen, daß Schweden seine andelsbeziehungen zu Deutschland abbräche. Das ^bitt empfiehlt besonders die angeführten Ziffern bei yent bevorstehenden Wahlkampf zu bedeuten.
Adressierung von feldpvstsendnngen.
Die feit dem 15. Februar 1917 geltenden Besinn MUngen über die Adressierung der Feldpostsendungen werden zum Teil immer noch nicht beachtet-. Daher wird erneut darauf hingewiesen, daß in den Anischristen her Feldpostsendungen au Angehörige des Feldheeres alle Angaben über Ort, Kriegsschauplatz, Zugehörigkeit zu Armeen, Armee-Gruppen oder Armee - Abteilungen, Armeekorps, Divisionen und Brigaden verboten sind, ^ie Angabe eines höheren Stabes darf nur bei der Adresse von Angehörigen dieser Stäbe erfolgen. Die
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Feldadreffen dürfen im allgemeinen außer dem Namen und Dienstgrad des Empfängers nur die Bezeichnung des Truppenteils bis zum Regiment aufwärts enthalten, also entweder
1. Regiment, Bataillon (Abteilung) und Kompagnie (Eskadron, Batterie) oder
2. selbständiges Bataillon (Abteilung) und Kompagnie (Eskadron, Batterie) oder
3. bei besonderen Formationen (Kolonnen, Flieger, Funker usw.) deren amtliche Bezeichnung.
Bei Truppenteilen, die keinem Negimentsverbande angehören, also die vorstehend zu 2. und 3. aufgesührten, ist außerdem die zuständige „Deutsche Feldpost-Nr. . ." guzugeben, während bei Formationen, die einem Re- gimentsverbande angehören, eine deutsche Feldpostnummer nicht hinzugesetzt werden darf. Ebenso darf bei den Stäben von Armeekorps (Generalkommandos) sowie von Divisionen und Brigaden die Nummer der deutschen Feldpost nicht genannt werden.. Die zuständigen Feldpostnummern werden in den Fällen, wo ihre Angabe erforderlich ist, von den Heeresangehörigen, die erneut auf die richtige Angabe ihrer Adresse hingewiesen sind und regelmäßig belehrt werden, nach der Heimat mit- geteilt.
Zur Vermeidung von Fehlleitungen und Verzögerungen ist in jedem Falle die genaue Bezeichnung der Formationen mit ihren Zusätzen wie „Reserve", „Landwehr", „Landsturm", „Ersatz", „bayerisch" usw. notwendig. Die Beachtung der Adressterungsbestimmungen liegt im eigenen Interesse der Absender und der Empfänger.
Alle übrigen Angaben in den Feldpostaufschriften müssen unbedingt unterbleiben. Sie geb.n unseren Feinden unter Umständen wichtige Aufschlüsse über unsere Kri'.araliedernng rib schädig" d ^ unser Vaterland. Sollten trotz der wiederholten Hinweise auf richtige Adressierung noch weitere Feldpostsendungen mit unzulässigen Aufschriften aufgeliefert werden, so wird sich die Heeresverwaltung veranlaßt sehen, in Zukunft derartige Sendungen von der Beförderung auszuschließen. _______
Lokales und KrottinsiMes
Schlächtern, den 3. August 1917.
—* Ernannt: Der Bürgermeister Maienschein Schwarzenfels zum Amtsanwalt daselbst.
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— * Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt im Westen der Kanonier Jean Walther von hier. Dieselbe Auszeichnung wurde, dem Grenadier Konrad llrbach bei dem Durchbruch in Ost-Galizien zuteil.
—* Die Gartenbesitzer seien darauf Hingewiesen daß die Sommerpflanzung so wichtig wie die Frühjahrspflanzung ist, denn sie muß und cinen»großen Teil der Wintervorräte bringen. Deshalb müssen jetzt auf freie Beete Buschbohnen gelegt, Rosenkohl, Sommerwirsing, spates Weißkraut, Kohlrabi, Steckrüben und vor allem Winterkohl gepflanzt werden. Wenn der lange Winter kommt, muß der ganze Garten voll Winterkohl stehen. Das ist ein Vorrat, der sich ohne Topf und Keller bis in den April hält und den Magen in der besten Weise füllt. Jeder Gartenbesitzer pflanze so viel Winterkohl, als er nur Platz dafür hat. Aber auch die Aussaat von Feldsalat (Schmalzkräutchen) und Winterhärten! spitz- blätterigen Spinat darf in den nächsten Wochen nicht versäumt werden. Zur Frühkartoffel Ernte möchten wir einen Fingerzeig geben. Die zu kleinen Knollen werfe man nicht fort, sondern lasse sie am Kraut hängen, stutze dieses etwas zurück und setze es wieder in die Erde. Im Herbst haben sich dann diese neugesetzten Knollen zur normalen Größe entwickelt. Freilich wirb in diesem Jahre den Gartenbesitzern ihre Arbeit vielfach durch Diebstahl verleidet, besonders die Schrebergärtner klagen darüber. Ost werden Früchte und Gewächse gestohlen, die ihre Reife noch nicht erlangt haben. Dadurch wirb der Eigentümer und die Allgemeinheit geschädigt Manche Diebstähle sind schon zur Anzeige gekommen und sie werden härter als in Friedenszeit bestraft, was die Strafregister in den Zeitungen beweisen. Von heute ab hat der hiesige Magistrat neben den etatsmäßDn Tag- und Rächt- Feldhütern eine Anzahl Ehrenfeldhüter bestellt, von berrn Tätigkeit zur Sicherung des Eigentums man sich viel verspricht. Diese Ehrenfeldhüter sind als solche äußerlich nicht erkennbar.
—* Verwendung des Fallobstes. Unreife abgefallene Aepfel eignen sich gut zur Herstellung von Gelee. Man kocht die vorher gewaschenen, ungeschälten Aepfel in
einem Kessel möglichst weich, ohne daß sie zu Mus werden Dann lasse man sie in einem entsprechend großen Gefäße zwei bis drei Tage stehen. Hierauf werden die Aepfel in einen grobmaschigen leinenen Sack getan und über ein offenes Gefäß gehängt, so daß der Saft abtropft. Läßt das Abtropfen nach, so wird es durch gelindes Drücken oder Pressen befördert. Man darf aber nicht so stark pressen- daß der Saft trübe und breiartig ab- fließt. Hört das Tropfen auf, so wird die Flüssigkeit in einem Keffel oder auf einem Herde sirupartig eingekocht und Zucker nach Geschmack hinzugetan. Doch ist es ratsam, lieber mehr als zu wenig zunehmen. Ehe die Masse dick wird, setzt man beliebig Vanille und Zimt, Ingwer etc. zu. Der erkaltete Saft wird in Flaschen gefüllt und gut verkorkt, Gelee in Einmach« glüseo oder Töpfe. Diese Fruchtsäfte find sehr wohlschmeckend zu Brot und für Kinder ein Leckerbissen. Will mann gutes, süßes Obstkraut bereiten, so nehme man Süßäpfel. Auch mischt man gern Aepfel und Birnen. Das meiste Kraut liefern nicht die vollsäfligen^ Aepfel und Birnen, sondern die festen und mehligen. Aus 50 Kg. Obst erhält man 6—8 Kg. Kraut. Man schüttet den Kessel voll Obst, gießt Wasser hinein, doch nicht zu viel und kocht das Obst völlig weich, preßt es dann gut aus, gießt den gewonnenen Saft in den nun wieder gereinigten Kessel und kocht ihn so lange, bis er nicht mehr aufschaumt, sondern nur noch brodelt und eine schwarze Farbe hat. Ist das Kraut steif oder dick geworden, so wird das Feuer unter dem Keffel ausgelöscht und das Kraut aus dem Keffel geschöpft^ Der braune Schaum, welcher sich nach einiger Zeit auf dem Kraute zeigt, wird abgeschöpft. Gutes Obstmus kann man auch aus Aepfeln und Zuckerrüben herstellen. Man nimmt dazu Süßäpfel und Zuckerrüben zu gleichen Teilen und kocht jede Partie für sich, bis sie ganz weich sind. Hierauf wird von beiden der Saft mit einer starken Presse ausgepreßt, dann die gewonnene Flüßigkeit bis zur Sirupdicke abgedampft und schließlich in Gläsern aufbewahrt. Aus Fallobst läßt sich auch ein guter Essig bereiten. Das gut zerstampfte Obst wird in ein remes Faß, getan und mit kochendem Waffer übergossen. Auf 1 Liter Obstbrei rechnet man 0,8 Liter Waffer. Nach etwa sieben Tagen, während welcher Zeit das Faß zur Gärung an einem warmen Orte stehen muß, wird die Masse durch Leinen filtrirt und in ein anderes Faß gegossen. Zu 12 Liter dieser Flüssigkeit werden dann 0,25 Liter Bierhefe und ein Stück Schwarzbrot beigefügt, das Faß mit"einem passenden Deckel verschlossen und vier Wochen unberührt stehen gelassen. Der fertige Obsteffig wird nochmals filtriert und aufbewahrt.
* Aus dem Kreise Fulda^ An verschiedenen Bürger- meister-Aemteru hat ein angeblicher Beamter des Land- ratsamtes unberechtigte Revisionen abgehalten und sich Gebühren zahlen lassen Hoffentlich geht der Schwindler seiner Bestrafung durch die Staatsanwaltschaft entgegen.
* Geluhausen. Geschlossene Mühlenbetriebe. Wegen linzuverlässigkeit wurden die Mühlenbetriebe von H. Mickel in Hesseldorf, A. Biba in Horbach, M Stock in Röhrig und F. Scharf in Somborn geschlossen.
* Frankenberg. Zum Schutze der Feldflur unserer Stadt ist ein sogen. Bürger Feldwache, die von 51 Bürgern ehrenamtlich gebildet wurde, zur Einrrichtung gekommen. Der Wache ist seitens des Magistrats mit poiizeilicher Gewalt versehen. Ferner ist Jugendlichen unter 18 Jahren der Aufenthalt auf der Straße nach 9 llhr abends verboten, kein Bewohner darf die Tore nach Eintritt der Dunkelheit verlassen, damit die Auf- ... ficht der Feldhüter uicht erschwert wird.
Kirchlicher Anzeiger für Achlilchtern.
Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 5. August 1917. Vormittags ^ 10 Uhr: Herr Pfarrer Roltmann. Anschließend Christenlehre der konfirmierten Knaben.
Abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Herr Superint. Orth.
Wochendienst: Herr Pfarrer Rvllinann.
Evangelisch Kirchlicher Blaukreuz-Verein.
Versammlung nachmittags 5 lkhr in der Kleinkinderschule.
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 5. August 1917.
Vormittags 91/., Uhr: Amt mit Predigt.
Nachmittags 2 Uhr: Bittandacht.
Herr Kaplan Ramb.