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Mittwoch, den 1. August 1917. 68 Jahrgang.

rkinttiehes

U Der Kreisansschuß wird, um die Schädigungen der Wohlpflanzen durch den Kohlweißling zu vermindern, Dr die abgelieferten, getöteten Raupen 10 Pfennig für

je 100 Stück und für getötete Schmetterlinge (Kohl- ^Weißlinge) 25 Pfennig für je 100 Stück zahlen.

^ Die Herren Bürgermeister ersuche ich, diese Beträge

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egen Ablieferung der Raupen und Schmetterlinge vor- hußweise zu zahlen.

: Die Herren Lehrer bitte ich um ihre Mithilfe und nregung an die Jugend.

Schlüchtern, den 27. Juli 1917.

Namens des Kreis-AusschusseS: ^exSanbrat

Der

Achtung!

Unser Kohlgemüse in Gefahr.

aufmerksame Beobachter wird in den Wen

5. a

lagen walrgenommen haben, daß um unsere Kohl- lanzungen der bekannte wäße Schmetterling : Kohl­et ßling sich s.hr zahlreich tummelt. Derselbe legt ine gelben Eier in kleinen Häuschen auf die Unter- ite der Kohlblätter ab. Nach kurzer Zeit schlüpfen uf diesen Eihäuschen die bekannten sehr gefräßigen ohlraupen, die in kurzer Zeit die ganzen Blätter unserer Charten bis aus die Rippen zerfressen. Daß dadurch ne Kohlkopfbildung ausgeschlossen ist, ist selbstverständ- 6. Unsere sämtlichen Kohlaemüsearten (Weißkraut, iitfhg, Rotkraut, Blumenkohl tc.) schweben also in lasier Gefahr, vernichtet zu werden.

i Jetzt ist es noch sehr einfrch, dieser Gefahr zu be- gnen. Ein bis zweimal in der Woche lass, .nan die latt-Unterseiten der Kohlpflanzen nach den gelben ierhäuschen absuchen und dieselben durch Fingerdruck rstören. Mit einem Druck vernichtet man mit Leichtig- it 2030 von jenen gefräßigen Kohlraupen. Wer arten will, bis die Raupen da sind, der kommt zu ät. Frisch au diese einfache Arbeit! Schulkinder tuen diese Arbeit leicht.

CZ7?

Auf die Beachtung bcS vorstehenden Aufrufes weise ) besonders hin und ersuche die Herrn Lehrer des reifes das Absuchen der Eier des Kohlweißlings, so- ie der etwa schon äusgcschlüpften Raupen durch die chulkinder vornehmen zu lassen.

, Die Herrn Bürgernieister und Gutsvorsteher werden sucht vorstehenden Aufruf zu jedermanns Kenntnis zu Ingen.

Schlüchtern, den 23. Juli 1917.

Der Vorsitzende der Kriegswirtschastsstelle. von Trott zu Solz.

I Genrral-Uersammlnng.

| Mittwoch, den 8. August, nachmittags 4 Uhr U^bet im Kreishause Kreistag-ssaal - eine G niral= Msammlung statt. Die Mitglieder des Vereins werden Herzu freundlichst eingeladen.

Tagcsord.ung:

Sefanutgabe des Berichts des Verbands - Revisors.

Geschäfts- und Kastenbericht für das Jahr 1916. B Abhörung der JahreSrechnung 1916. r Festsetzung des Jahresbeitrages r Besetzung der Zuchtstationen mit Originalbullen. F BerschiedeneS.

| Schlüchtern, den 27. Juli 1917.

L Der Vorsitzende der Rinder-Zucht Genostenschast.

D-Nr. 8615 R. K. M^B

General-Versammttuul.

Auf Mittwoch, den 8. August d. I., «ach- ttttags 2 '/, Uhr wird hiermit eine Generalver- äninlung anberaunit A<eishatts KriiStagSsaul. Hierzu laden wir sämtliche Mitglieder des Frauen-

und Männer - Vereins hiermit freundlichst ein. Auch Nichtmüglicder sind willkommen.

Tagesordnung.

1. Nechnunzsablaze für 1916

a) für die Frieden:lasse,

b) für die Kriegskaste.

Berichterstatter: Rentmeister Barthelmes.

2. Erstattung des GefLästsberichls

a) über die laufende Tätigsiit,

b. über die Kriegstätigkeit.

Berichterstatter: Sekretär Scharfer.

3. Neuwahl des Vorstandes.

4. Verschiedenes.

Schlüchtern, den 27. Juli 1917.

Der Männer - Verein vom Noten Kreuz.

Die Firma M. er Neu Hof in Schlüchtern ist für den Kras Schlüchtern von der Reichsstelle für Gemüse und Obst in Berlin als Haupt-Saninielstellenleiler be- stellt worden, was ich hierin t zur öffentlichen Kenntnis l ringe.

Schlüchtern, den 30. Juli 1917.

Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.

Politische Uebersicht.

Herrliche Kunde kommt aus dem Osten. Die 11 russische Armee ist geschlagen und zieht sich in völliger Auflösung zurück. Auch die benachbarten Truppenteile bis hinunter zu den Karpathen sind schon ins Wanken geraten. Prächtig ist der in 3 langen ungebrochene Angliss.geist unserer Truppen. In un­gestümem Nachdringen fügen sie dem fliehenden Feind schwere berufte zu. Die Beute an Gefangenen und Kriegsmaterial vergrößert sich von Tag zu Tag Noch wissen wir nicht, wie sich der Erfolg auswachfen wird. Aber neue Siegeszuversicht zieht in alle Herzen ein

Schon hatte man sich langsam bei uns an den Gedanken gewöhnt, daß g vhere Liege zu Land, d e eine stratrg-.sche Auswirkung zur Folge ffuben bei dem heutigen Stand der Kriegslage nicht mehr zu erwarten siien. Unsere Hoffnung stützte sich in erster Laue auf das stetige und sichere Wirken unserer U-Boote, lurch die unsere Feinde doch früher oder später gezwungen würden um Behandlungen nachzutuchen. Es wurde in letzter Zeit etwas zu viel vom Frieden geredet. Leider nur bei unS. Die maßlose Arroganz unserer Feinde in der Ablehnung unseres Friedensangebotes ließ wohl manchen zähm knirschend die Hand in der Tasche ballen. Dem NichtmieSmacher mag dabei manch­mal der ängstliche Gedanken gekommen sein; Können wir denn überhaupt noch siegen? Die Antwort ist g - geben. Unter der genialen Leitung ihrer Heerführer treiben untere heldenhaften Truppen den Femo vor sich her. Unsere Oberste Heeresleitung weiß was sie will und was wir leisten können. Von Herein erfüllt und restlosen Vertrauen auf den endgültigen Sieg unserer Waffen, mag der F ind im Westen und im Osten noch so verzweifelte Anstrengung-n innren, den Sieg an seine Fahnen zu heften.

Es ist jetzt genug des Hin- und HergeredeS. Wir waren zum Frieden bereit, der Feind wollte ihn nicht. Nun sprechen unsere Waff n wieder eine klare, deutliche Sprache. Wir hoffen, daß sie drüben besser v rstanden wird als die Friedensschalmeien und warten in Ruhe ihre unausbleibliche Wirkung ab.

Die spendenden Frauen.

Ein unvergessenes Wort:der König rief, und alle, alle kamen!" Er rief, und die Männer ergriffen die Waffen, um den Kampf zu beginnen, ter den unsterb lichen Namen derFreiheitskriege" erhielt. Hub d e Frauen blieben nicht still. War es ihnen unter ver­änderten Zeitninständen auch noch nicht in gleichem Maße wie bai Frauen unserer Zeit gestattet, ratend und handelnd einzugreifen, so war ihr Herz nicht minder voll* von dem Bewußtsein, daß höchste Not des höchsten Opfers wert sei. Da die Männer in den heiligen Kampf hinausziehen sollten, da es darauf aukam, den Gatten, den Bruder, den Sohn, den Bräutigam auS- zurüsten, schlug das Feuer des Opferwillens zur ge­waltigen Flamme empor.

Wir alle kennen aus Familienüberlieferungen manchen erschütternten Zug, manche fast egendenhaft klingende Geschichte, die beweis, daß damals deutsche Frauen

und Mädchen buchstäblich ihr Letztes da brachten. Ab.r erst der Historiker, der oi-* ll künden zur Hand h at, er - l ält ein volles B ld beffm, was in jenen Tagen von den Fiauen geleistet nur e. Da wird in eimr aus Schlesien stammenden amtlichenNotizensammlung wegen der patriotischen Opfer im Jahre 1813" von einem goldenen Schmuckstück, kas aus den Händen einer Frau kam, in dem Bekleiksil reiben des Garten gesagt:Oft schon waren wir in Versuchung, di-ses einzige Kleinod zu verkaufen, um dadurch ein oder das andere Bedürfnis befriedigen zu können, aber wir verschoben eS von einer Zeit zur anderen, ahnend, daß wir cd einst zu dem herlichsten Gebrauch b.stimmen würden." Es heißt ferner in dem Bericht:Von e nn Unbekannten habe ich ein Paar goldene Ohrringe erhalten. In dem Augenblicke, schreibt sie, wo es gilt, für König und Vaterland zu handeln, ist es schmerzhaft, keine Reich­tümer zu besitzen; so lege ich Die geringe Gabe, die ich zu bieten v.rmag, auf des Vaterlandes Heiligen Altar, begleitet von dem W nsche, daß jede Tochter des preußischen Staates eilen möge, sich ihres entbehrlichen Putzes zu berauben.

Ganz im Stil jener Zeit wirb ferner mitgeteilt: Eine junge sehr gebildete Frau hiersilbst, hat ihren Brautschmuck, ein goldenes, n odisch und geschmackvoll gearbeitetes Halsband, beut Vaterlande geschenkt. Es war ihr das Teuerste, darum gab die treue Bürgerin es zunl edelsten Zwecke. Ich kenne kein schöneres Ge­schenk, mit dem der Vater die Tochter, der Gatte die Gattin, der Liebende die Geliebte, der Bräutigam die Braut schmücken könnte, als dieses Halsband. Es lag als freiwilliges Opfer der reinen Siebe zu König und Vatertans auf dem Altar, den-sich-die-?-.. deS-Bstkes- gebaut hat."

In unübersehbarer Fülle enthält die Notizensammlung Aehnliches, und dokumentarisch belegt sind auch die Haaropfer, die von Frauen und Mädchen dargebracht wurden. Schmuck aus Frauenhaar war Damals sehr beliebt, und wenn er vekauft wurde, konnte den öffenu l ch n Kasten ein erkleklicher Erlös zugeführt werden. So wirb der mehrfach erwähnte Bericht verständlich, wenn er erzählt:Vor kurzem kamen mehrere junge unverheiratete Damen von Stande hier nach der Stadt; jede gab, als die Rede zufällig auf die gegenwärtigen allgemeinen Anstrengungen kam, von ihren Schmuck- sachen für die Ausrüstung der freiwilligen Jäger das Beste her; nur das arme Fräulein Ranny hatte nichts beiz-tragen. Ich werde doch etwas geben, sagte sie, entfernt sich in ein Nebenzimmer und ließ sich ihr schönes langes Haar abschneiden, verkaufte es für zwei Taler, tani in die Gesellschaft zurück und legte mit fröhlichem Herzen diesen Ertrag ihres Opfers zu den gesammelten Beiträgen."

Wahrlich, das si ch Beispiel, die wenigstens ihrer Gesinnung räch Nachahmung verdienen. Unsere F anen, auch diejenigen, die wir heute minberbegütert nenn n, sind wohlhabender als ihre Gr emittier und Urgroßmutter Sie haben reicheren Schmuck und können wenigstens auf e neu Teil davon leichter verzichten. Sie haben sich,als der König rief", w.llig und begeistert von ihrem Gatten, ihien Söhnen getrennt wie könnte es ihnen schwer fall n, die PusNucke den amtlichen Goldankaufsteuen gegen die volle Erstattung des Gold- fein- und Juwel. »weites zu überlasten.

Das ist die Art und die Notw.ndizk.it von heute, dem Volke und der Erhaltung seiner wirtschaftlichen Kraft zu dienen. Auch jetzt ist es ein Freiheitskrieg, den das Vaterland führt, und wenn Max von Schenken - dorf in seinem schönen GedichtUnf.re Frauen" damals gesungen hat:

Einen Altar auserlesen, Einen Tempel Mger Lust Halte sich das deutsche Wesen

Längst in keuscher Frauenbrust..."

so wird das heute lebende Frauengeschlecht die Worte des FreiheilSdichlerS von neuem bekräftigen und sich derer würdig erweisen, die in den Gräbern ruhen.

youal« rrnö KroomMts

Schlüchtern, den 31. Juli 1917.

* Vorsicht bei Gesprächen. Allen Warnungen zum Trotz können unsere Landsleute ihre Redelun und Mitteilsamkeit nicht beschränken. Kürzlich wurde be­richtet, daß im neutralen Ausland- von Geschäftsreisenden Neuerungen auf technischem Geb.et und Tastachcu, deren Geheimhaltung geboten wäre, milgcteilt werben; jetzt