Einzelbild herunterladen
 

WWmmMuml

1 ^itAmtlichem Kreisblatt". Wochcnbeilagt: Illustriertes Zonntagsblatt.

er! Telefon 65, :: Postscheckkonto Frankfurt a. M- 114058 :: Telefon 65.

^^^ Erscheint Mittwoch und Lanrstag preis mit .ArsisblatM vierteljährlich i,50 Ulk - Anzeigen festen öie kleine Aril« sdsr deren Raum 12 pfg

-^59. Mittwoch, heu 25. Juli 1917. 68 Jahrgang.

Amtliches

6 Nr. 7589. Veranlagung der israelitischen Klaffen- eL ier für die Steuerperiode 1918/20.

d i Mit Bezugnahme auf meine Verfügung vom 26. ni 1902 Nr. 3864- (Kreisblatt Nr. 27 von 1902)

d

:g gi anlasse ich die Herren Synagogenältesten des Kreises

meii

Wahlverhandlungen über die Wahl der Schätzer u Veranlagung der israelitischen Klassensteuer für die hre 1918/20 innerhalb 3 Wochen hierher einzureichen.

Zu>

Wahlverhandlungen müssen den in meiner Verfügung n 26. Juni 1902 näher bezeichneten Erfordernissen

büi

ich

sprechen.

Als Termin für die Vereidigung der Schätzer : 24. August ds. Js. in Aussicht genommen, worauf wählten sich einzurichten haben.

Schlüchtern, den 21. Juli 1917.

ist die

Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.

,f( >Nr. 7393. In einer Anzahl Gemeinden des Kreises

iuch d noch entbehrliche lederne Feuereimcr vorhanden, an olche Gemeinden abgegeben werden können,

eb« 6.

denen Mangel an Feuereimern herrscht.

Ich ersuche die Herren Bürgermeister der hierfür in U Äge kommenden Gemeinden, mir Den Bedarf an uereimern alsbald anzugeben.

Schlüchtern, den 20. Juli 1917.

Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz

ik i

M

J A«srus.

| Deutsche Fraueuhaat Sammlung. Für be­stimmte jetzt fehlende Rohstoffe hat sich Frauenhaar als krzuglicher Ersatz bewährt; es dient besonders zur Her- ösisiVellung von Treibriemen, Filzplatten und für wichtige . ÄNarinetechnische Zwecke zu Dichtungsringen usw.

Aus diesem Grunde ist die sorgfältige Sammlung ieses häufig achtlos fortgeworfenen Materials eine not- l endige und dringende Pflicht.

kindr Die Deutsche Frauenhaar-Sammlung eine Grün- ung des Roten Kreuzes mit dem Sitz der Zentrale

>s, i Magdeburg hat sich die Sammlung dieses Rohstoffes ur Aufgabe gemacht.

51.

Das Material soll den Kriegszwecken, der Ertrag

us dem Material der Wohlfahrtspflege dienen.

Die hiesige Sammelstelle Herr Friseur Walthcr nimmt das Haar an. Jede Deutsche Frau kann durch Beteiligung an der Sammlung ohne neuenswerte per-

nach

1

In eiserner Zeit.

RriegSronmn von Charlotte Wildert.

11

Ja, Gordis-Breitstein, das hast Du nicht umsonst gesagt!" Und ohne Phili weiter anzuhören, bog eine Seitenstraße ein und verschwand in» Schatten d fißen, hohen Linden.

Phili ging ungestört weiter.Es ist doch wahr!" murmelte er vor sich hin.Ich habe doch als Freund das Recht dazu, ihn zu warnen. Wenn ich ihm erst al­les erzählt hätte, das, was mir Stettdorf von Baron Ccheidt und der Startell erzählt hat, ich glaube, der kluge, gescheite Franz hätte mich erwürgt. Ja, wenn er sich was sagen und raten ließe. Aber nein! Immer seinen Kopf durchsetzen. Na, er wird schon einsehen let« neu, daß er fehlgegangen ist, daß er hätte auf seinen ___. Freund hören sollen. Gott int Himmel! Man kennt doch diese Theaterweiber. Sie sind meist alle über einen Kamm geschoren. Selten, daß eine ein ordentliches, - ...... ' i bleibt. Berühmt werden diese Da-

-h uun u« ^"-Startell" ja erst dann, wenn sie .Theatersromm" sind. Pah, es gibt doch noch viel schöne, edle Frauen für einen Mann wie Brizdorf. Wer weiß, ob diese Diva nicht ihre Schönheit der Kunst des Fri- feurS verdankt. Da ist borfj meine kleine Lilli von Brücken ein Mädchen von echtem Zeug und Art. 9Hd)t so schön, nicht so berückend wie diese Startell, aber auf ihrem Ge­sicht, auf ihren süßen, lieben Zügen liegt der Glanz rei­tet Jungfräulichkeit, und dieser macht sie mir lieb und wert. Die kleine, liebe Lilli!" Der Gedanke au die Ge- liebte erfüllte alsbald seine ganze Seele und von Sehn- sucht getrieben bog er rasch von der Hauptstraße in eine ruhige Billeustraße ein, wo das HauS des Majors von Brücken stand. ~ ,

Lange stand er im Schatten einer Linde versteckt uno schaute hinauf zu den Fenstern, in die der Atond sein bleiche«, matte# Licht warf. Da wohnte sie, Lilli o.

er m er rie­

cht »na« e 29

rdt.

kill ""UUN geschoren. Se

I unständiges Mädchen

*" inen von der Sorte

>ste«

till

er

ster

sönliche Opfer dem Vaterlande wertvollen Dienst leisten. Möge die Sammt ng reichen Ertrag bringen

Für den Vaterland. Frauen-Verein

Frau von Trott zu Solz.

Politische Uebersicht"

Echo der Kanzlerrede.

Bei Besprechung des Programms des neuen Reichs­kanzlers Dr. Michaelis und der vom Reichstag mit überwiegender Majorität angenommenen Friedensreso­lution betonen die Wwner Blätter, daß sowohl der Reichstag, als auch der neue Kanzler klar und deutlich den Willen zum Verständigungsfrieden kundgaben, jedoch auch die Entschlossenheit, den Kampf weiterzuführen falls die Feinde sich nicht anders besinnen. Die Blätter heben hervor, daß die großherzige Idee zu einem solchen Abschluß der völkermordenden Schlachten, die den deutschen Reichstag durchdrang, zuerst von Kaiser Karl in die Welt gesetzt wurde, und verzeichnen mit Genug­tuung, daß der Reichstag die Friedensresolutionen und die Kriegskredite an dem Tage angenommen haben, da die Siegesbotschaft von Zloczow eintras. Dies beweise deutlich, daß das deutsche Volk die Beendigung des blutigen Kampfes wünscht, aber daß die deutschen und österreichischen Truppen gleichzeitig zeigen, daß sie die aufgezwungene Fortsetzung des Krieges nicht zu fürchten brauchen.

Der Kaiser beim Staatssekretär des Innern.

Der Kaiser begab sich Freitag Nachmittag zum Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Helfferich, woselbst sich der Reichskanzler Dr. Michaelis bereits ^aefunben hatte. Auf 6 Uhr w ren geladen die stimmführenden Bevollmächtigten ' MN Vunvrsrar, uit Mitglieder des Preußischen Staatsministeriums, die Staatssekretäre, das Präsidium des Reichstags und die führenden Mitglieder der Reichstagsfraktionen. Die Geladenen verweilten in den Räumen des Staatssekretärs bis gegen 9 Uhr in angereater Unterhaltung, an der sich der Kaiser in der zwanglosesten Weise beteiligte.

Deutschland nnd Oesterreich - Ungarn.

In den nächsten Tagen sollen die im vorigen Jahre begonnenen Verhandlungen über die Regelung der wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oester­reich-Ungarn wieder ausgenommen werden. Zu diesem Zweck werden sich deutsche Delegierte nach Wien begeben und dort mit den Fachreferenten der zuständigen öster­reichischen und ungarischen Ministerien in Beratung treten. Die Verhandlungen werden voraussichtlich länge e Zeit in Anspruch nehmen.

Brücken, die er so innig lieb hatte. Aber ob überhaupt die kleine Lilli ihn wieberliebte, wußte er nicht. Immer suchte er die Gelegenheit, mit ihr einmal allein zu sein, mit ihr dann alles, was in seinem Soldatenherz vor- ging, zu sagen, aber gleich einem scheuen Vögelchen ging sie ihm stets sorglich aus dem Wege, oermieb es immer, mit ihm allein zu sein. Ein Seufzer kam von Philis Lippe». Er sah hinauf zum Mond, der groß und blank am Sternenhimmel stand und siehe, der alte, traute Geselle lachte und nickte ihm zu. Phili fdjien es, als wollte er sagen:Wartet nur, Ihr jungen Menschenkinder, Geduld, Geduld, Ihr kriegt Euch doch!" Als Phili v. Gordis gegangen und sein Schritt und das Klirren der Sporen und des Säbels in der Ferne verhallte, glitt der kleine Traumgott von einem gol­denen, glitzernden Sternlein herab, huschte durch das halb geöffnete Fenster in Lillis Zimmer und umgau- kelte das schöne, sanft schlafende Mädchen mit süßen, holden Traumgebilden, in denen als Mittelpunkt eine hohe, kräftige Mannesgestalt mit blauen, treuen Au­gen, flottem Schnurrbärtchen, schmucker Uniform und langem Schleppsäbel lebte. Und der Mond lachte dazu uub leuchtete klar und hell in die ruhige, stille Nacht.

4. Kapitel.

Es war am Morgen des folgenden Tages. Von einem wolkenlosen, heiteren Himmel lachte leudjtenb und wärmebringend die Sonne. Phili M Gordis saß am Schreibtische und las die eingegangene Post durch. Er tat dies mit größter Gewissenhaftigkeit, denn es war sein Prinzip, jede, auch die kleinste Korrespondenz genau zu erledigen. Heute aber schweiften seine Ge­danken immer wieder auf andere Wege, er mußte stets an seinen Freund Graf Brixdorf denken und an dessen unselige Verlobung. Er wollte heute jtt ihm hingehen und ihm aus treuem, freundschaftlichem Her­zen all die Koketterie des verwegenen Spieles, das die Tänzerin mit ihm trieb, aufdecken. Er mußte ihn zur Umkehr zwingen, ehe die Verlobung besannt war. Er

Wofür blutet Rußland?

Ueber das neue Rußland schreibt Goniec Kujawski in Wloclawek: Die großen Massen des ruffischen Volkes haben den Sturz des Zarats und die Einführung der neuen republikanischen Regierungsform in ihrer Art ver­standen : Sie zahlen keine Steuern und rufen nach Land. Dies hat auf die schon stark zerüüeten Finanzen des russischen Reiches geradezu verhängnisvoll eingewirkt; deshalb mußte sich die Regierung nach Hilfsquellen Um­sehen. Sie wandle sich an England und Amerika mit der Bitte um Gewährung von Darlehen. Von allen Seite wurde als Gegenleistung die Offensive verlangt. Sogar die ruffischen Sozialisten erklärten sich hierzu bereit, nur um die einmal erlangte Herrschaft nicht zu verlieren. So sind die russischen Soldaten für die Judassilberlinge, die Wilson dem Reiche gab, in den Tod gegangen. Das Geld, das Amerika gab, wird es für Kriegsbedarf wieder zurückerhalten, und die russischen Kassen werden nach wie vor leer bleiben. Und was wird das russische Volk gewinnen? Trauer nach den Gefallenen, Jammer über die Invaliden und die Zinsen, die es dem Vierverbande zahlen muß. Das Volk wird die Zinsen dafür zahlen müssen, daß es den Krieg im Interesse der englischen Kaufleute und Fabrikanten führen muß.

Russisches.

Bei dem Bahnhof Wjatka in Rußland wurde die Etsenbahubrücke in die Luft gesprengt. Infolgedessen hatte der Sonderzug des amerikanischen Gesandten, der sich auf der Heimreise befand, 31 Stunden Ver­spätung.

Bom Exzare»

Der Gesundheitszustand des Erzaren soll nicht gut flut. D^r Zur U2 wieder Anzeichen von GeffteSstöruna gezeigt haben, die schon früher die Beiziehung non aus­ländischen Nervenärzten veranlaßt haben. Der Erzar wird aufmerksanr bewacht in der Befürchtung, er könnte den Versuch machen, sein Leben gern ltfam zu beenden.

Die mißmutigen Portugiesen

Interessante Aufzeichnungen fanden sich in den 8liefen gefangener Portugiesen nom Jnfanterieregim nt 7, die am 3. Juli bei Neuve Chapelle in deutsche Hände fielen. In den Gräben herrschte Unordnung, da die Kompagnieführer nur selten dorthin kommen. Zu allen wichtigen Patroillen werden nicht Portugiesen, sondern Engländer benutzt, die vor dem ttntenehmen Alkohol in großen Mengen zu sich nehmen. Auf ihren Präsi­denten Alfons Costa sind die Portugiesen schlecht zu sprechen, da ihm die Schuld an der Verwicklung des Landes in den Krieg beigemessen wird. Man ist der

hatte es freilich gestern schon Damit versucht, aber im Zorn hatte ihn Franz verlassen. Na, bis heute mürben die Zornesflammen wohl verraucht sein. Noch saß er in Gedanken versunken, den Kopf in die Hände ge­stützt, da trat der Diener ein und reichte ihm auf einem silbernen Tablette zwei Karten. Erstannt las Phili: Georg Dahlheim, Leutnant Kurt von Steiglitz."

Was wollten denn die bei ihm? Er kanme die Her­ren kaum, höchstens hatte er in Gesellschaften ein paar flüchtige Worte mit ihnen geivechselt. Er schüttelte nach­denklich den Kopf.Ich lasse die Herren bitten.

Mit einer stummen Verbeugung ging der Diener und bald darauf traten die Herren ins Studierzim­mer des Grafen. Ohne die angebotenen Plätze zu be- achten, sprach v. Steiglitz mit kurzer Verbeugung:Wir kommen als die Sekundanten des Grafen Brixdorf, der Sie auffordert, die Beleidigiurg, die Sie gegen seine Braut geäußert, durch ein ehrenrechtliches Pi- stolendnell zu rechtfertigen. Bitte, schicken Sie uns Ihre Sekundanten!" Steiglitz schivieg.

Nun entstand eine Pause. Gordis war fahl geivor- deu. Aber er verstand es, sich meisterhaft zu beherrschen. Gut!" kam es schneidend von seinen Lippen,unter welchen Bedingungen findet das Duell statt?"

Morgen früh 5 Uhr im Claubenthaler Wäldchen. Dreimaliger Kugelwechsel auf 15 Schritt Distauz."

Ich werde meine Sekundanten schicken, meine Herren !e

Eine gegenseitige Verbeugung, Zusanuneiüchlagen der Hacken, und die Tür fiel hinter den Herren inS Schloß, die der Dieiier hinailsbegleitete. 235,18*

Regungslos stand Pbili v. Gordis noch am Tische, die eine Hand hing schlaff herab, mit der anderen fuhr er immer ivieder über die feuchtkalte Stiru. Jetzt rang sich ein tiefer Seufzer aus seiner Brust.O Gott I Ist es denu möglich, Franz, mein Freund schickt mir seine Sekundanten? So habe ich also ihn gekränkt, und al­les dies um das elende Weib, die wahrlich nicht wert ist, daß Menschenleben für sie auf das Spiel gesetzt werde»».",