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22. Die Herren Bürgermeister werden er- ie Verfügung vom 22. Fehrnirr 1912 J. Nr chlatt Nr. 9 aufmerksam gemacht und ersucht Gerungen (Zu- und Abgänge) zu der Nach- er nicht schulpflichtigen taubstummen und «der alsbald hierher anzuzeigen.

lern, den 4. Juli 1917.

önigliche Landrat. J. B.: SchnUheis.

39 K. A. Der Gemeinderechtt^r Johannes zu Altengronau wird auf ein weiteres Jahr bestätigt.

jtern, den 4 Juli 1917.

Der Landrat.

11. Int Monat Juni d. Js. sind folgenden Jagdscheine erteilt worden:

Johrksjac;dschell>t':.

r, Ehrhard, Spenglermeister, Offenbach a. M der, N., Musiker und Landwirt, Marjoß, l, Fr., Frankfurt a. M., n, Emil, Kaufmann, Frankfurt a. M, Hans, Fabrikdireklor, Salmünster, r, Anton, Müller, Sarrod, , Jakob, Rendant, Romsthal, Architekt, Windecken, lihlmann, Dr, Gesandter, Ramholz. nentgeltlidie Jahresjagdscheine: er, Stadtsörster, Soden.

Tagesjagdscheine:

Ludwig, Schlüchtern. chWl, den 3. Juli 1917. öntgliche Landrat. J. B.: Schultheiß

305. Die Herren Bürgermeister und Guts- welche mit der Erledigung meiner Verfügung

April d. Js, Nr 3461, bett. Abgabe von s^hvlz an die Minderbemittelten, noch im Rück *"b, werden an deren alsbald» ge Erledigung

^ lchiern, den 30. Juni 1917.

Königliche Landrat. I. V.: Schultheis.

It.|6898. In Lieblos, Kreis Gelnhausen, ist di de wieder erloschen.

üchtem, den 3. Juli 1917.

Königliche Landrat. J. V.: Schultheiß.

Lieferung Don Torsstreu.

der diesjährigen wahrscheinlich knappen Stroh- von der wesentliche Teile jedenfalls noch für erst gebraucht werden, ist allen Landwirten eine Einbettung mit Torfstreu dringend zu ein Auf Lieferung im Herbst und Winter ist sich verlassen.

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Kreisverwaltung kann voraussichtlich in den Wochen Torfstreu zum Preise von etwa rt den Zentner liefern, doch müssen Befiel > sofort aufgegeben werden.

erfu^e die Herren Bürgermeister und Wirtschafts- sse diese 'F age sofort zu besprechen, den Bedarf

Gemeinden festzustellen und umgehend - spä- bis zum 11 Juli hierher zu melden.

lüchtM, den 6, Juli 1917.

Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.

6655. Die Herren Bürgermeister und Guts er, welche mit meiner Kreisdlattversügnng vom Mi 1917 I. Nr. 4926 Kreisblatt Nr. 46 betr. düng der Landsturmrollen des Jahrgags 1900 bit Rückstände find, werden an deren alsbaldige

ölnig erinnert.

Züchtern, den 30 Juni 1917.

(l' Königliche Landrat. J. B. 2 chu liheis.

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lahme von Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten

er VereinLandaufenthalt für Stadtkinder" teilt lt, daß das Bedürfnis nach einer Unterbringung von

. KrrisMurt" "r.'rtelsckbrltck^ 1,50 IH? Jfnj.U^n kolter )** kleine Aetle »d«e deren Saum 12 pfg.

Damstag, den 7. Juli 1917.

68 Jahrgang.

Stadtkinder höherer Lehranstalten während der Ferien aus dem Laube hervorgetreten sei. Er bittet, die Wohl­taten einer Erholung auch dieser Klasse von Schüler und Schülerinnen möglich zu machen und sichert für die Unterbringung einen höhere,i Pflegesatz zu.

Wenn auch zugegeben werden muß, daß der Kreis Schlüchtern in lobenswerter Weise schon einer größeren Anzahl Stadtkinder Unterkunft und Verpflegung ge­währt, und daß die bäuerliche Bevölkerung zur Auf­nahme von Schüler höherer Lehranstalten wohl weniger geeignet und geneigt sein wird, so wird doch ange nommen werden dürfen, daß noch bei Gutsbesitzern, Pfarrern, Lehrern und Beamten usw. eine Anzahl solcher Schüler, während der Ferien Aufnahme finden können.

Wir bitten, die betreffenden Familienvorstände, die Angelegenheit zu prüfen und ihre Entschließung uns direkt bis zum 10. Juli mitzuteilen. Dabei dürfte an- ,zugeben sein, wieviel Schüler, und in welchem Alter gewünscht werden, und welcher Pflegesatz.

Der Männer-Verein vom Roten Kreuz

S a m me l t Obstkerne.

Kinder sammelt alle Obstkerne, bringt sie in sauberen und trockenen Zustande Euren Lehrern, oder direkt an die Sammelstelle zu Frau Kaufmann Fehl, Fuldaer- straße, da bekommt Ihr für 1 kg Steinobst-Kerne 10 Pg. für 1 kg Kürbtskerne 15 Psg, für 1 kg Apfelsinen oder Eitronenkerne 35 Pfg. Schmutzige und feuchte Kerne werden nicht angenommen.

Vorsitzende des Baterl. Frauen-Bereins

Frau von Trott zu Solz.

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Die Monarchie ein Dorn im Auge unserer Gegner.

Bon Generalleutnant Frhrn. v. Freytag Loriughoven, Chef des stellvertretenden Generalstabes der Armee.

Je mehr unsere Feinde zur Erkenntnis gelangten, daß sie uns militärisch nicht niederzuwerfen vermochten, und je mehr ihnen die Möglichkeit, uns auszu hungern, zweifelhaft erschien, um so mehr suchen sie jetzt bei uns Zwietracht im Innern zu säen. Das Schlachwort vom Kampf gegen den Militarismus zieht nicht mehr recht, seit sie ihn bei sich selbst eingeführt haben. Dafür ist das Schlagwort vom Kampf für die Demokratie ge­treten. In diesem Sinne gehen unsere Gegner bewußt aus die Untergrabung der Monarchie bei uns und in Oesterreich-Ungarn aus. Der Krieg soll angeblich so fort aushören, wenn die von der Entente zubefreien den" Völker ihr Geschick selber in die Hand nehmen. Voraussetzung ist dabei freilich, daß bei dieser Art Frei­heit die Völker Deutschlands und Oesterreich-Ungarns sich gefallen lassen, was die Feinde über sie beschließen. Die brutale Vergewaltigung Griechenlands und das gegen seinen edlen König geübte Verfahren gibt uns einen Vorgeschmack von der Freiheit, mit der die Entente uns beglücken will. Sie stellt jetzt Rußland, wiewohl in ihm anarchische Zustände herrschen, als Mutterland der Freihe't hin Alle Lobeshymnen, die bisher dem Zaren gesungen wurden sind vergessen. Ueberhaupt rechnet die Entente dauernd mit der Leichtgläubigkeit und Vergeßlichkeit der Menschen. Deren Empfänglich­keit für suggestive Einmirfungen ist in unserer erregten Zeit ungemcin gesteigert. Darin besteht eine große Ge­fahr auch bei uns, uud darauf bauen die Feinde.

Sie werden sich irren, wie in allen Voraussetzungen, die sie bisher über uns hegten. Ihnen ist es unver­ständlich, oder sie wollen doch nichts davon wissen, daß in Deutschland und Oesterreich Ungarn Monarch und Volk durch Jahrhunderte alte Bande wechselseitiger Treue miteinander verknüpft sind. Das mangelnde Ver­ständnis unserer Gegner in dieser Hinsicht ist im Grunde auch nicht allzu verwunderlich. In England konnte sich ein wirkliches innerliches Verhältnis zwischen König und Volk schwer ausbilden, da der König als solcher völlig abhängig vom Parlament ist. Eine wirkliche Macht be- sitzl er nicht, sogar auf die Armee hat er keinen Ein fluß. Das englische Königtum war seit Jahrhunderten nur ein Schmuckstück, bad eine aristokratische Republick zu bewahren für gut hielt, um uach außen hin die Ein­heit ^ed Reichs zur Anschauung zu bringen. Daran ändert auch nichts, daß ein kluger und gewandter König

wie Eduard VII. trotzdem großen Einfluß zu üben wußte. Die Nation ist dadurch nicht monarchischer in unserem Sinne geworden, vielmehr in der Demokratisierung immer weiter fortgeschritten und der Herrschaft ehrgei- ziger Streber mehr und mehr ausgeliefert worden, nicht anders als in Frankreich.

Dieses wird von einer Plutokratie beherrscht, die seit Jahrzehnten nicht das Wohl des Landes, sondern ihren Vorteil sucht. Für die Machthaber Frankreichs waren nicht sittliche Pflichten, sondern Machtdünkel und Geschäftsrücksichten maßgebend. Nur so konnte es da­hin kommen, daß dieses sich mehr und mehr entvölkernde Land eine seine Kräfte weit öbersteigende Kolonialpolitik trieb und dem bis auf die jüngste Zeit absolutistisch regierten Rußland die Milliarden der französischen Sparer zuwandte, damit es im gegebenen Augenblick Deutschland niederwerfen und Elsaß-Lothringen zurück­gewinnen helfen sollte. Gewiß fehlt dem krampHaften Bemühen dieses bereits im Niedergänge befindlichen Volkes, die alte Weltgeltung zn behaupten, nicht das Kennzeichen geschichtlicher Größe, das ändert aber nichts daran, daß es von kurzsichtigen Demagogen ins Ver­derben geführt worden ist. Dazu aber kam es in diesem gelobten Lande republikanischer Freiheitwesentlich deshalb, weil ihm nichts so sehr als wahre Freiheit fehlte. Schon vor mehr als einem halben Jahrhundert sagte Treitschke: *) Wenn wir die fieberischen Zuckungen betrachten, welche seit siebzig Jahren die trotz alledem große Nation jen­seits des Rheins geschüttet haben, so finden wir beschämt daß die Franzosen trotz aller Begeisterung für die Frei­heit immer nur die Gleichheit gekannt haben, doch nie die Freiheit. Die Gleichheit aber ist ein inhaltsloser Begriff, sie kann eben soviel bedeuten: gleiche Knecht­schaft aller als gleiche Freiheit aller. Und sie be­deutet dann gewiß daß erstere, wenn sie von einem Volke als einziges, höchstes politisches Gut erstrebt wird. Der höchste denkbare Grad der Gleichheit, der Kommunis­mus, ist, weil er die Unterdrückung aller natürlichen Nei­gungen voraussetzt, der höchste denkbare Grad der Knecht­schaft," Das Knechtschaft und nichts anderes der Segen eicht Demokratie nach französifchem Muster ist, hat der Krieg deutlich denug offenbart. Frankreich wird ge­knechtet von seinen angeblich aus freiem Volkswillen hervorgegangenen Regierenden, und diese selbst werden von der Faust Englands geknechtet.

Von Amerika können wir am wenigsten Vechändnis für unsere monarchischen Einrichtungen erwarten. Die Republik ist dort eine durchaus natürliche Einrichtung, nur daß die äußere Form hierbei wenig ausmacht, denn der Präsident gebietet tatsächlich über eine große Machtsülle, und nach dieser Richtung haben die Ereigniffe der letzten Zeit Treitschke auch recht gegeben, wenn er schreibt: *)Wer wird im Ernst behaupten wollen, daß die Weisbeit des souveränen Volkes in Nordamerika bessere Männer auf den Präsidentenstuhl gesetzt hätte, als das Schicksal auf den preußischen Königschron. Anfangs finden wir dort bedeutende Männer, der letzte war Lincoln; sonst sind es achtungswerte Mittelmäßig­keiten. Die Wahl führt eben nicht den Würdigsten an die höchste Stelle, sondern den, der im Augenblick den stärksten Anhang hat ... . Die allgemeine Regel ist falsch, daß deniokratische Wahlen, die oft nur von ge­meinen Leidenschaften bestimmt werden, vernünftiger seien als der Zufall der Erbfolge." Und vollends gelten von den Volksvertretungen unserer Feinde die Worte TreitschkeS Parlamente sind immer gewissenloser als Monarchen; einer versteckt sich hier hinter dem anderen. Das Gefühl der sittlichen Verantwortlichkeit schwächt sich bei den Menschen ab in dem Maße, wie es sich auf verschiedene Köpfe verteilt."

Und die Länder mit solchen Staatelestern und solchen Volksvertretungen maßen sich an, das deutsche Volk von seiner angeblich aulokratischen »Regierung befreien zu wollen ! Das deusiche Volk sollte das mit weit größerer Entrüstung zurückiveisen, als es geschehe«» ist, und daraus Anlaß nehmen, nunmehr erst recht alle inneren Zwistig keiten, solange wir uns im Stiege befinden, zurückzustellen, um so mehr als es in seiner Geschichte Nlonarchen auf zuweisen hat, wie kein anderes Land. Von Friedrich dem Großen sagt Treitschke:'*- .Mit einem Male bricht der Held in ihm durch und im Lauf der Jahre wird der königliche Sinn in ihm immer mächtiger. In seinem Aller lebt und webt er nur noch in dem Gedanken an

9Die Freiheit", Leipzig, 1861.

) Politik 11., 3. Buch, § 15.

**) Politik 1L, 3. Buch, 8 15.