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WochcnbeilML Illustriertes Sonntagsblatt
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Pnftscheckksnts Frankfurt «. M. 1140® ::
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scheint Aftttwoch und Samstag. — preis mit Areisblatt" vierte!jckdrltcv 1,50 litt — Anzeigen kosten Me kleine Aetis »der deren Raum 12 Pfg.
Mittwoch, den 20. Juni 1917
68 Jahrgang,
Die im 68. Jahrgang erscheinende Schlüchkermr ZeilrtKg mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreiteste Zeitung im Kreise itern rmb weit noch über denselben hinaus und finden Jmferats in derfelben wirksame Verbreitung.
n daher in der Zustellung ««sersr ZeitÄttg durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der P (]HW | 10 r wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamts bestellen. Nur diejenigen auswärtigen
I h1h I 1| 11Postabonnenten, welche bis spätestens 30. Juni unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen,
1 UUiiuuu haß ihnen .unsere Zeitung vom .1. Juli 1917 ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt,
ach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg bezahlen- — Jede Post« und jeder ßanbbriefträger ist verpflichtet, Abommne-tts Bestellungen anzunehmen.
Zu rtechi zahlkeich^tt deftMNWZSW auf das mit dem t Juli 1917 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
dir Expedition der „Schlüchterner ZeitMg".
BiBE IWteta
AnttNebe».
s erste Kernobst in Gestalt von Kirschen kommt Markt, da möchte ich wie im vorigen Jahre
1 zum Aufheben, Reinigen und Sammeln aller Kerne (Kirschen-, Pflaumen-, Kürbis- und blumenkerne, die unserem Vaterlande zur Oelbe- bienen, auffordern. Frau Kaufmann Fehl, strafte, wird wi der so freundlich sein, die [steile hier in Schlichtern zu übernehmen lnmelpramien werden dort ausgezahlt.
bitte besonders unsere Herrn Lehrer, sich wieder der Sammeltätigkeit durch die Schulen anzu-
rsitzende des Vaterl. Frauenvereins
Frau von Trott ju Kolz.
HüMrgebM u«» die Weiter in Deutschen ohne Ausnahme dürfte es klar sein, r besiegtes deutsches Volk ausgeschälteL wäre aus lturentWiälnng Es würde unter den auferlegcen verkümmern und nur ein dürftiges freudearmes führen können. Die Feinde würden uns besonders lirtschaftiche Ueberlegenheit fühlen lassen. Vor würden uns ungünstige Handelsverträge aufge- werden Wir sind aber als Industriestaat auf ir und Ausfuhr angewiesen und würden schwer schlechten Handelsverträgen leiden. .Mit dem in deutschen Volke haben auch die Arbeiter ein ic§ -Interesse an der wirtschaftlichen Gestaltung irrn Kriege, , . /
lese Erkenntnis hat den gesunden Vinn der Arbew.^ geführt, Gut und Blut dafür einzusetzen, daß der von Deutschlands Fluren ferngehalten wird- Die *en verkennt, wer behauptet, die Arveiter hätten zu verlieren. , .
z war nicht gleichgültig, den Krießssturra von den hen Grenzen fecuzuhalten. Es ist auch nicht gültig, was uns der Frieden bringt. Ein lieben über einige Berufe mag das erläutern ■ ist wirtschaftlicher Aufschwung beeinflußt die Bau- ikettin höchstem Maße Die Herstellung öffentlicher en hängt ganz von der Wirtschaftsentwiaiung ab stand und Verfall der Industrie hat eine Abwau ig der Bevölkerung zur Folge, womit auch bet Gau Eisenbahnen, Schulen, Schachtonlagen, Kranken- in, Verwaltungsgebäuden, Talsperren usw. ein lt werden nrüßte. Auch die private Bautätigkeit e nächlassen. Fabriken, Kaufhäuser, Warenspetcher, wirtschaften brauchten nicht mehr gebaut zu werden der Antrieb zürn WohnungSbarr wäre versä-wunoen- deutschen Bauarbeiter, mehr als I % Milltonen, •eh massenhaft arbeitslos.
das gleiche LoS würde die Angehörtgen anderer uftrien treffen. Vor allem würde die B^g- umd ten - Industrie leiden. Weisen doch unsere striellen Jnteresserr uns aus den Weltmartt als lieblet hin. Unser steigender Warenuberflufz muß rgebracht werden. Ferner braucht Deutschland ^m rechterbahung seiner Volkswirtschaft gewaltige Gütergen, die es nicht selbst erzeugen, sondern die es aus Ausland laufen muß Im Jahre läl-, inhrte ev ren im Werte von 11,6 Milliarden ein, oaoon fn. Milliarden Rohstoffe und für 3 Milliarden Nähr- Mittel. Diese Summe mußte Deutschlano an das üand bezahlen. Das war natiirli^ nur möglich, m Deutschland wieder an das Ausland Waren ver fte. Seine Ausfuhr betrug 1913 nahezu ^ Wck- ben Vtark Davon entfielen allein 7,8 Milliarde Jndusttiserzeuguiffe (ungelöster Kohle M Ma
erze). Wäre es nicht möglich, diese Erzeugnisse zu ver- saufen, so müßte Deutschland gänzlich verarmen.
Bei der Prüfung der Ausfuhr und Einfuhr erkennt man auch, warum dieser Krieg eigentlich geführt wird- Deutschland überflügelte England in vielen Dingen, wie die folgenden Ziffern ergeben: Die Gesamtausfubr an Hültenwerks-Erzeugniffeu betrug in England s 13y 733 Tonnen, in Deutschland 6 497'269 Tonnen.
Die Entwicklung der Produktion zeigt, wie überragend England früher war und wie es von Deutschland
eingeholt wurde:
Tonnen
Sletttkohlsn 1870 Deutschlanö 2300000, England 1918 „ 191-500000,
ien
V
1870 1913
1870 161S
■ »
V
tei-500000,
1391000, 19309006,
19028000,
,7
Tonnen 120000000 292000000 6059000 10649000
'7768000
dedenkt man, welche bedeutende Rolle Kohle. Eisen und Stahl in der Weltwirtschaft spielen, dann kann — [eicht beareifen, daß unsere Feinde uns diesen;
MUNU neiden und uns Sie NLU^.re^tz «m m
man leicht oem
Weltmarkt unmöglich machen, ja unsere Erz und Koylen- gebiete an sich reißen, öU Hütten- und Eisenindustrie zerstören und uns die Möglichkeit einer weiteren Entwicklung nehmen wollen „
W i r haben den Krieg nicht gebraucht. Wir haben uns vielmehr im Frieden gewaltig entseelt, wie die obigen Fahlen beweisen. Wir werden uns auch im Frieden auf der gleichen Bahn aufwärts bewegen, wenn dieser Friede uns die freie Entwicklungsmöglichkett bringt, wenn die Handelswege uns offen stehen und wenn her Friede uns günstige Handelsverträge und Avsatzgeoiete für unseren steigenden Warenüberschuß sichert, 'üne Niederlage aber und die Losreißung von Elsaß Lotyrmgen mit seinen Erzgebieten, von Oberschlesien usw. wäre ein löslicher Schlag gegen die Berg- und Hüttentndustme mit ihren 2 74 Millionen Arbeitern und gegen bte weiter verarbeitenden Gewerbe, besonders gegen d.e Metallindustrie. Hunderttausende von Existenzen wm-m vernichtet Aehnlich würde es den anderen großen Industrien, besonders der Textilindustrie ergehen-
Jedoch auch die kleineren Industrien würden vom «[eichen traurigen Los g troffen werden. o
‘ Der Holzindustrie, dem BekleidungS-, dem Tran» portgewerbe kurz mannigfachen Berufen würden die Grundbedingungen für ihr Gedeihen entzogen werden. Das würde die Arbeiter ebenso schwer treffen, wie bte Unternehmer. Die Arbeiterschaft kann nicht rw einem vom Weltmarkt verdrängten Deutschland ihn- -GenS- h-dinaungen bessern sondern nur in einem Deutschland, tai seiner Industrie alle EntwicklungSmöglichkeiteri
erschließt-
Aber nickt nur die Beruftsintereffen der Arbeiter würden unter e nem solchen SchiIal Deutschlanos leiden. Auch die Fortführung der sozialpolitck wäre in Frage gestellt. Welchen Wert hat die Sozialversicherung für die arbeitende Bevölkerung, ^äm Jahre 1913 wurden von den deutschen Krank»»! -^n onn üöu sninrf KaKen aetraaen. Die lln'al-
890 686 552 Mark Kosten getragen. Die umau
Versicherung zahl« 1913 an > 09688». Wm 15« 924 606 Matt Rente». Davon an Zrr!t-p- 119 726 492 Mark, nn Witwen Geröteter! 6 54n Mark an Kinder von Getöteten 18 788 2 zu Maian andere Verwandte 868 903 Mark zuzüglich Kosten für Heilverfahren, Sterbegeld und Abftndung insgesam 175 350 760 Mark Invalidenrenten und ™^ Versicherungen wurden 1913 gezahtt 188 481 Mark. Insgesamt würben 1913 von den Verticherungen 735 102 488 Mark aufgewendet. ....... .
Die Arbeirerversicherungen haben die Volksgesundheit wesentlich gehoben 1880 starben auf 1000 Einwohner 27.5, 1913 nur noch 15,8 Personen. Der Krieg hat aezeigt, daß diese Acbetterfücsorge eine Quelle demscher Kraft war. Die Sieger würden sicher das Milliarden-
vermögen der Versicherungen an sich nehmen und damit die Versicherten um ihre wohlerworbenen Rechte bringen.
Was hätten die deutschen Arbeiter in den von Deutschland losgetrennten Gebieten zu erwarten? Weder Frankreich noch Belgien haben Zwangsversicherungen, nicht einmal für Kranke i
Die Arbeiterschaft braucht also einen Frieden, der geeignet ist, sie vor unermeßlichem Schaden zu bewahren Der Triumph der Feinde aber würde zuerst die Industrie- Arbeiterschaft treffen, die ihre Arbeitsgelegenheit verlieren würde. Ein siegreicher Abschluß des Weltkrieges jedoch wird das Wirtschaftsleben bald wieder aufleben äffen. Viele Gewerbe brauchen zu ihrem Gedeihen einen gereiften Wohlstand. Den hat Deutschland uur, wenn ihm die Wege zum Weltmarkt offen stehen. Und sie stehen ihm nur offen, wenn es die Feinde, die uns zugrunderichten wollen, niederringt.
Hans Ost-wald.
Balitiscke IWrftHif Bische Tragödie euchler kommt einmal in die Zwangslage^ feine Maske restlos fallen lassen zu müssen, die Entente tat es Griechenland gegenüber. Sie dir Volksbeglücker und Volksbesteter dir eigentlich nur in den Krieg gezogen sind, um den Kleinen die Segnungen der Freiheit und des Sebstrechtes zu bringen, haben Griechenland nun auch den letzten Schein feiner Souveränität geraubt. Jedes Volkes heiligstes Recht ist es, sich den Mann als Oberhaupt zu wählen und an ihm festzuhalten, in dessen Hände es sein Wohl am besten ausgehoben weiß. Die größte Schmach, die einem Volke angetan werden kann, ist die, daß ihm von fremder Seite ein Herrscher ausottroyiert wird. Ein, Volk von Ehre ist lieber untergegangen, als daß es diese Schmach
Die
Auch der grö
erduldet.
Die Entente hat König Konstantin von Griechenland mit barschen Worten seiner Krone für verlustig erklärt. Dem Tange weichend hat der edle König den Kronverzicht für sich und seinen ältesten Sohn aussprechen müssen und durfte in die Verbannung stehen. Hebt sich jetzt der Vorhang vor der eigentlichen-griechischen Tragödie oder lenkt er sich? Wird Hellas sich demütig beugen müssen und damit äussren, ein freier Staat zu sein, oder wird die Armee weiter treu zu ihres Königs Vermächtnis halten, der ihr siegreicher Feldherr in schweren Kämpfen war? Nicht leicht ist die Frage heute zu entscheiden, aber die Stimmen mehren sich doch, die m König Konstantins Verzicht nur ein Provisorium sehen und aus bessere Zeiten für Hellas hoffen. Hat je ein König treu für sein Volk gesorgt, so war es König Konstantin! Mit einer Energie, die nur der erprobte Soldat aufbringt, war es dem König gelungen, von seinem Lande die schwersten Wunden des Krieges fern zuhalten. Aber was kümmerte das der Entente, die Griechenlands Gut und Blut in ihren Diensten verbrauchen wollte und sich unter Mißachtung allen Völker- rechtS dabei der Elemente in Griechenland bediente, die kleine Königsverantwortung tragen und denen es deshalb gleichgültig ist, ob das Volk blutet und darbt — wenn nur ihr Tage^ehrgeiz befriedigt wirb.
König Konstantin mußte gehen, er der einzige der Griechenland bis heute vor dem Strudel des Weltkrieges bewahrte. Jetzt ist die Bahn für die Völkerbefreier frei! Jetzt wird es ihnen — vielleicht — gelingen, bte Griechen zum Heeresdienst zu pressen, obwohl sich jeder leicht sagen kann, daß gezwungene Mitkämpfer gefährliche Mitkämpfer sind. Aber die Entente hat ja Uebung in bem Handwerk, gepreßte Soldaten vor Msschwnenge- wehren ins Feuer zu hetzen! Aber nicht allein auf griechisches Blut kommt es der Entente an, fast ebenso reizt sie heute das grichische Gut, die griechische Ernte. Schwer ist die Verproviantierung der Armee sarrarls. Mag der Grieche hungern, auf daß Sarrails Soldaten