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!!t „Amtlichem Kreisblat!" — Wochcnbcilagc: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwoch und Samstag. preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,50 Nk - Anzeigen festen die flehte Zeile oder deren Raum 12 Pfg
U7.
Mittwoch, den 13. Juni 1917.
68 Jahrglmg.
Amtlicher
k, 3437 R. a.
„nkel-, Kohlrabi- und Gentiise Pflanze».
l>as schwere Unwetter, das am 4. Juni b. Js. in Gemarkung Uttrichshausen niedergegaugen ist, hat nur die Roggenernte völlig vernichtet und die »vege weggerissen, sondern auch an allen sonstigen igen erheblichen Schaden angerichtet. Die Pflanzen- m. sind überschlammt, sodaß das jetzt so notwendige zeug verloren ist. Da mir bekannt ist, daß in iichtern und Umgebung reichlich Pftanzmaterial auben ist und auswärts verkauft wirb, bitte ich nigen, welche im Besitze größerer Mengen von „kel- (Köhl mtb Nuterkohlrabi-Pflanzeu mir diese unter Angabe der Zahl und des Preises das Hundert baldigst anzumelden. Kreishaus her Nr. 11). Die Anmeldung kann auch schrift-
Meschehen.
UchlUchterit, den 12. Juni 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
Politische Uebersicht!
Bis zu», siegreiche» Frieden. feie preußischen Oberpräsidenten und Regierungs- Ibmten waren dieser Tage unter dem Vorsitz des Mers des Innern im Ministerium des Innern ver- L[t. An den Beratungen nahmen außerdem teil Miianzminister, der Lairdwirtschaftsminister und Ver- v aller preußischen Ressorts, der Staatssekretär des fcärtigen Amts der Präsident des KriegSernährungs- I, der Staatskommissar für die Volksernährung fo- Wertreter särtttlicher mit Ausgaben der Volt ^rnänrung »uter Dienststellen. Nach einleitenden informatorischen Whrungen des Ministers des Innern über die »politische Lage, des Staatssekretärs des Auswärtigen I über die Fragen der auswärtigen Politik, trat die iMmlung in die Besprechung der Volksernährungs- ein, der Aufgaben, die für den Rest des taufen: Wmtejahres zu erfüllen sind, und der Neuordnung Wcutejahres 191718. Bei rückhaltsloser Aussprache Iben Ernst der Lage ergab sich unter Berücksichtigung I bestehenden Ernährungsmöglichkeiten die voll- itene Sicherheit des Durchhaltens für den Rest dieses bahres und für die neue Wirtsfch iftSperiode bis »siegreichen Frieden.
Die Russen in Frankreich.
W ie Petersburger Zeitungen berichten, daß die fran- We Heeresleitung sich genötigt gesehen habe, die an Westfront kämvfenden russischen Truppen von der zu entfernen, da die Manneszucht unter ihnen immer mehr gelockert habe. Sie hätten sogar den Ich gemacht, sich mit den deutschen Truppen zu ver- km. Es scheint also, daß selbst Kerenskis Telc- im „alle Missetäter ohne Erbarmen zu erschießen", b Eindruck auf die russischen Hilfskräfte der Fran- I gemacht hat.
Das kriegerische Brasilien.
Viwas metbet: „Der brasilianische Senat hat 270 Ionen für Kriegsausgaben bewilligt. Brasilien wird Allenfalls 600 000 Mann aufbieten können." — I heißt „gegebenenfalls" ? Kenner der brasilianischen lältmffe wissen, daß der Brasilianer gar nicht daran | sich seiner Regierung als Krieger zur Verfügung Wm. Uebrigend richtete Deutschland an die brau» iche Regierung einen Protest wegen der Verwendung rutschen Schiffe, — was bisher nämlich die einzige Wandlung der tapferen Brasilianer war.
Aenderung von Vornamen.
|ine Aenderung von Vornamen mußte bisher vom Wer des Innern genehncigt werden. Der Minister »jetzt die Regierungspräsidenten und den Polizei- Wicken in Berlin ermächtigt, ohne Ausnahme über lige, die aus die Genehmigung der Aenderung von Ramen gerichtet sind, selbständig Entscheidung zu I Deutsches Reich.
liserlichcr Dank an die preußische» Landkreise.
Weichs- und Staatsanzeiger schreibt: Seine Majestät Wiser unb König haben in den letzten sagen Mu- lÄuldigungstelegramme von Kreistagender preußischen Weise erhalten. Seine Majestät haben diesen er- b Ausdruck der Allerhöchst ihnen wohlbekannten
treuen und opferbereiten monarchischen Gesinnung bet Bevölkerung der Landkreise mit Bettiedigung entgegen- genounucn, von einer Beantwortung im einzelnen aber schon mit Rücksicht auf die im Interesse der Kriegführung erforderliche Entlastung der telegraphischen Leitungen adsehen müssen. Seine Riajestät lassen daher Allerhöchst ihren Dank auf diesem Wege den Kreistagen zum Ausdruck bringen.
Wie mir von zuständiger Seite hören, harte das vom Kreistage des Kreises Schlüchtern am 15. Mai b. Js. abgesande Telegranrm folgenden Wortlaut:
Eure Majestät bittet der versammelte Kreistag des Kreises Schlüchtern die Versicherung unwandelbarer Treue zu Herrscherhausund Vaterland huldvollst entgegen,zunehmen.
Mit dem ganzen deutschen Volke sind wir eutschlossen, unseren Brüdern im Kampfe zur Seite zu stehen trotz aller Entbehrungen in unermüdlicher Arbeit und treuem Ausharxen bis zum Siege.
Unerschüttert ist unser Vertrauen, daß unter Eurer Majestät Führung Deutschland nach allen Opfern einen Frieden, der seine Zukunst fest sichert, erstreiten wird.
u - Boot - Erfolge.
Berlia, U . Juni (W.T B., Amtlich.) Im Atlantischen Ozean haben unsere N - Boote 19 600 Brutto. Registertonnen versenkt. Unter den Schiffen befanden sich u. a.: Der bewaffnete engische Dampfer „Barlei" (3331 Br.- Reg - Ton.) mit Getreide nach England, der englische Dampfer „Bathurst" (2921 Br.- Reg.-Ton.) mit Copra und Palmenkernen, das englische Dreimastvollschiff „St. Wirren" (1^56 Bc.-Rkg Ton.) mit Briketts für die brasilianischen EifeuhahnÄr, ein französischer Hilfskreuzer von etwa (4000 Br -Reg. Ton.) und der italienische Dampfer „Eliosito" (3583 Br.- Rcg.-Ton.) mit Erz nach England.
Große Vnlkankataftrophe.
Ein Telegramm aus Sau Miguel (San Salvador) meldet: Die 66 000 Einwohner zählende Hauptstadt San Salvador ist vollkommen zerstört, unzweifelhaft durch ein Erdbeben oder durch den Ausdruck eines Vulkans. Ein weiter s Telegramm aus Tegusigalpa besagt: Auch sechs andere Stätte wurden zerstört. Das letzte Telegramm, das noch aus der Trümmerstätte eingetroffen ist, meldet: Alles rings in einem Umkreise von 40 Meilen ist zerstört. Die Einwohner von San Salvador lagern in den Straßen und Parkanlagen. Vermutlich ist das Unglück durch, den Ausbruch des Vulkans verursache, an dessen Fuß die Stadt gelegen ist.
skokaies uud Krovinsielles.
Schlüchtern, den 12. Juni 1917.
—* Die.Obsthöchstpreise werden je^t von der Rei chs - stelle für Gemüse und Obst öekannlgegeben und sind sofort in Kraft getreten. Der Preis für die folgenden Obstsorten darf beim Verkauf durch den Erzeuger die nachstehenden Sätze je PÄd nicht überschreiten: Erdbeeren 1. Wahl 55 Pfg, Erdbeeren 2. Wahl 30 Pf., Walderdbeeren 1 M., Johannisbeeren, weiße und rote 20 Ps., schwarze 40 Pfg, Stachelbeeren reif und unreif 30 Pfg., Himbeeren 50, Heidelbeeren 25, süße Kirschen, weiche 25, süße Kirschen 20, süße Kirschen, weiche 25, süße Kirschen, große, harte 35 Pfg , Schatten- morellen 40, Glaskirschen 45 Pfg., Reineclauden, grasgrüne 30, Mirabellen 40 Pfg Die Festsetzung von Kleinhandelspreisen ist den örtlichen Behörden überlassen.
_ * Papierverschwruduug. Immer wieder wird die Wahrnehmung gemacht, daß behördliche wie private Stellen im täglichen Schriftverkehr die Notwendigkeit sparsamen Papierverbrauches völlig außer acht lassen. Nach wie vor werden in zahlreichen Fällen die sogenannten Respektbogen verwendet, ebenso werden für kurze Mitteilungen, für die deine Halbfoliodlälter genügen, große Bogen gebraucht! Angesichts der bestehenden Papier knoppheck ist ^ dringend erwünscht, daß alle in Betracht kommenden Kreise sich.auch für den Schriftverkehr grüßte Einschränkung hinsichtlich. des Pamerverbrauches aus erlegen.
— * Ein Merkblatt über den Posifcheckverkehr mit einliegendem Bordruk zum Antrag auf Eröffnung einer Postscheckrechnung wird in der nächsten Zeit durch die Briefträger verteilt werden. Allen denen, bte dem Postscheckverkehr noch sernfteheu, bietet sich hierdurch eine bequeme Gelegenheit, sich eine Postscheckrechnung eröffnen zu lassen. Sie erlangen durch den Beitritt zum
Postscheckverkehr die im Merkblatt angegebenen Vorteile und 'erfüllen zugleich eine vaterländische Pflicht, indem Sie zur Verringerung des Umlaufs an barem Gelde und zur Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs beitragen. Durch Herabsetzung der Stammeinlage von 56 auf *5 M ist die Beteiligung am Postscheck- verkehr wesentlich erleichtert worden.
—* Die Verwendung von Schilfrohr, Seetang hu) Seegras als Futtermittel. Bei der großen Knappheit an Futtermitteln ist es nötig, auch Stoffe zur Ver- fütterung heranzuziehen, die bisher nicht oder doch nur in schr geringem Umfange hierfür verwendet wurden. Hierher gehört das Schilfrohr, das, grün geerntet, so« wohl als Heu als auch in gemahlenein Zustande einen guten Nährwert besitzt. Um die Aberntung des Schilfrohrs im grünen Zustande da, wo hierfür ein Bedürfnis besteht, sicherzustellen, sind die Landeszentralbehörden durch Verordnung des Reichskanzlers ermächtigt worden, den Gemeinden oder Kommünalverbänden die Befugnis zu verleihen, das in ihrem Bezirk wachsende Schilfrohr zu Futterzwecken abzuernten, falls nicht der Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte selbst dasselbe für sich erntet. Dem Eigentümer oder Nutzungsberechtigten ist eine angemessene Entschädigung zu zahlen. Falls die Gerneinde oder der Kommunalverband von diesem Rechte keinen Gebrauch macht, kann dem KriegsauSschuß für Ersatzfutter oder der von ihm bezeichneten Stelle auf Antrag diese Befugnis übertragen werden ; der KrigSausschutz ist dadurch in die Lage versetzt, in größerem Umfange als bisher die Herstellung von Schilfrohrmeh-. das vor allem auch als Schweinesutter in Betracht kommt, zu betreiben. Eine weitere Verordnung regelt den Absatz von Seetang und Seegras. Diese Stoffe muffen, wenn sie weiter veräußert werden wollen, zunächst dem Kriegsausschuß für Ersatzfutter zum Erwett» angeboren werden und sind diesem auf Verlangen käuflich zu überlasten. Es ist zu hoffen, daß der Fntter- wert. dieser- Stoffe, der bisher fast ganz verloren gegangen ist, durch eine entpchrechende Verarbeitung in größeren Mengen den Viehaltern zugeführt werden kann. Eine Höchstpreisfestsetzung ist weder für das Schilfrohr, noch für Seetang und Seegras vorgesehen: tut Streitfälle entscheidet die höhere Verwaltungsbehörde über die Höhe der zu gewährenden Ecuschädigung.
- ’ Verfüttern von grünem Roggen «u» rveizm verboten! Angesichts des vorgeschrittenen Standes der Wintersaaten muß uachdrücklichst auf das durch Bmides- ratsverordnung vom 20 Mai 191u (R. G. Bl. S- 28 <) ausgesprochene Verbot des Verfütternd von grünem Roggen und Weizen hingewiescn werden. Nach d»ser Verordnung ist es verboten, grünen Voggett aber grünen Weizen als Grünfutrer ohne Genehmigung der zuständigen Behörden abzumähen oder zu verfüttern. ^Angesichts des sehr günstigen Standes der kommenden Futter ernte und der Viehweiden wirb eine derartige Erlaubnis nur in den aUerfeltenften Ausnahmefällen von dk" zu ständigen Behörden erteilt werden können und das um so mehr, da jede Verfütterung von grünem Brotgetreide eine Beeinflussung der fünften Browerlorgung zur Folge haben muß.
—* Die Zeit bet immerwährenden Dämmerung die schönsten Wochen auf der Höhe des Jahres, beginnt jetzt. Diese Periode, in der es bei klarem Himmel selbst über Mitternacht nicht ganz dunkel wird unb von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang das L^chr der Sonne in dämmernden Strahlen um den nördlichen Horizont spielt, endet nach astronomifchen Angaben mn dem 19. Juli.
* Hanau. Kommerzieurat H. Brüning hat mit 100 000 Mark eine Stiftung errichtet, deren Zinsen für die Dauer von 15 Jahren nach Friedensschtup als Erziehungsbeihilfen für Boll- und Halbwanm von Kriegsteilnehmern dienen sollen. 'Vach Avl^ui o^e- Zeit sollen die Zinsen des Kapitals für jährliche Hilfen an Veteranen verwendet werden.
* Aus Eisenach wird gemeldet: Die vorn evang. Kirchenausschuß geplante 400 Jahrfeier der Reforurw tiou in Wittenberg und Eisenach ist unter Berichtigung der eine großzügige Feier erschwerenden Krwgs- verhältuisse mit Zustimmung des Kaisers abgesagt und aus das Jahr 1918 verschoben worden.
* Gieße». Vor dem hiesigen Schwurgericht wu> de der Sträfling Friedrich Wilhelm Heuß aus Waugev (Elsaß), der am 19. April den Aufseher Arnvid im Zuchthaus in Butzbach ermordet hal, zum Tod verurteilt.