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iltAmtlichem Areisblatt". WochmbeilM: Illustriertes Sonntagsblutt.

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Erscheint AUttwoch und Samstag. Press mitlireisbfalt" vierteljährlich 1,50 Mk Anzeige« saftet die kleine Seile »der deren Raum 12 Pfg.

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Samstag, den 9. Juni 1917. aMi^W98BMM*BW^g^BlMB»»*>«^HHMMWM>iM

Amtlicher ,

L 5632. Im Monat Mai 1917 sind folgenden fönen Jagdscheine erteilt worden.

Jahres - Jagdscheine:

1. Dötsch, Gutspächter, Lindenberg,

3, Jacobs, Guisinspeklor, Lindenberg,

3. Ermann, Wilhelm, Braumeister, Hanau,

4, Dehler, Leo, Buchhalter, Schlächtern,

d. Zehner, Karl, Kaufmann, Soden,

6. Schäfer, Johannes, Lehrer, Hanau,

7. Blänkle, Fritz, Privatbeamter, Frankfurt a. M.

8. Rollmann, Wilhelm, Dentist, Schlächtern,

9. Hartmann, Michael, Förster, Hinkelhof.

Unentgeltliche Jagdscheine:

I. Ditzel, Cornelius, Forsthilfsjäger, Züntersbach. Schlächtern, den 2. Juni 1917.

Der Königliche Landrat. J. B.: Schultheis.

Nr. 5757. Diejenigen Ortspolizeibehörden, welche der Einsendung des Verzeichnisses der Drogen- pp. Mutigen noch im Rückstände sind, werden hiermit derholt daran erinnert. (Siehe Kreisblätter Nr. 7 1898 und Nr. 27 für 1910).

Schlächtern, den 5. Juni 1917.

Der Königliche Landrat. J. V.: Schultheiß

Politische Ueberftchs

Pr« jungen Kaisers Thnursde.

Kaiser Karl der jungsrische Nachfolger des altehc- rdigen Kaisers Franz Joseph, hatte am Monatsende beiden Häuser des Reichsrats in die Wiener Hofburg ufen zur Entgegennahme der Thronrede. Es war daß politischer Akt von höchster Bedeutung, und der junge »scher gewann sich durch die Art, wie er ihn erledigte, Herzen seiner Völker im Sturm. Einleitend gedachte junge Kaiser deS dahingeschiedenen alten Herrschers, übte, seine Regierung in wahrhaft konstitutionellem ine auSzuüben, und führte aus, daß er in der treuen (arbeit des Volkes und seiner Vertreter die verläßliche ütze für den Erfolg seines Wirkens sehe, das auf den treiben Bestand des Reiches gerichtet sei. Gleichzeitig it müsse er sich die Bestimmung des Staatengrund- es gegenwärtig halten,die die Entscheidung im großen genblicke des Friedensschlusses allein in meine Hände t". Sodann entwickelte der junge Herrscher die Grund- ie, aus die er die neue Einheit des Reiches auszubaneu enfe.Noch aber stehen wir in dem gewaltigsten lege aller Zeiten. Dank all' den Helden, die heute ' ihr Vaterland fampfen und bluten". Die Mittel­ichte hätten den Krieg nicht gesucht und sie waren edensbereit auf der Höhe ihrer Siege. Die Feinde iten die ausgestreckte Hand zurückgewiesen. Das mschheitsziel bestehe im Zusammenleben der Völker ne Groll und Rachedurst. Rußland habe aus dunklem range heraus eine Orientierung gesucht, die die Güter c Zukunft retten wolle, bevor sie eine sinnlose Kriegs- litik verschlungen habe. Die Mittelmächte seien zum leben wie zur Abwehr bis auf den letzten Mann sich bereit. Wer ihnen mit ehrlichem Friedenswillen segne, sei willkommen.Einstweilen aber wird unser lmpfeswille nicht erlahmen, unser Schwert nicht stumpf »den. In treuer Gemeinschaft mit dem altverbündeten rutschen 'Reiche und den Bundesgenossen, die unsere rechte Sache im Laufe des Krieges gewonnen hat, eiben wir bereit, ein gutes Kriegsende, das wir gerne in Durchbrüche der Vernunft danken möchten, nötigem Ha mit der Waffe zu erzwingen."

Mit herzlicher Teilnahme gedachte der Kaiser dann r Opfer, die der Krieg verlangt, tief beklagte er den ob so vieler Tapferen. . Auch der Bürger habe zu leiden ib es müsse alles geschehen, diese Letten zu lindern. )M Gebot des-Augenblicks heischt die volle Anspannung ler Kräfte im Staate. Aber daneben dürfen wir nicht ffäumen, uns für die großen Aufgaben vorzubereiten, e der Schoß der Zukunft birgt und voll deren glück her Lösikng das fernere Gedeihen des Staatswesens Hängt". Oesterreich habe gewaltige finanzielle Opfer Ingen müssen und die Zukunft verlange wohl noch Heyo. Eine Hauptaufgabe seiner Regierung habe Halb darin zu liegen, feine Länder wirtschaftlich zu toten und durch weise Sozialpolitik die Kraft des Volkes i heben. Die gesamte Bevölkerung habe sich herrlich währt.

Die gewaltige Zeit, in der wir leben, hat dem staatlichen Bewußtsein neue Perspektiven ^fnet und den Blick für die wahren Größenverhälmiffe der politischen Dinge geschärft. Ich war lange im Felde und habe die Helden, die unsere Grenzen verteidigen, am Äerte gesehen. Und eben barum elfte ich nicht, daß die sittliche Verjüngung die das Vaterland aus dem Welt­kriege geschöpft hat, unser gesamtes staatliches Leben durchdringen und sich auch in den Arbeiten der Volks­vertretung widerspiegeln wird, ^. en sie aber stets auch dessen eingedenkt, daß die Kraft der Monarchie nicht zum wenigsten in ihren geschichtlich gewordenen Eigentümlichkeiten wurzelt und daß nur die liebevolle Bedachtuahme auf sie diese lebendige Kraft zu erhalten und sonzuentwickeln vermag".

Nachdem der Kaiser auf die Pflicht treuer Gemein­schaft zwischen Oesterereich und Ungaren Hingewiesen, schloß er seine von jubelndem Beifall oft unterbrochene Thronrede mit den Worten:Die gemeinsame innige Liebe zum Vaterland?, der gemeinsame feste Wille, ihm bis zum Aeußersten zu dienen, sei die Weihe dieses Augen­blickes ! Möge er ein Zeitalter blühenden Aufschwunges, ein Zeitalter der Macht und des Ansehens für das alt­ehrwürdige Oesterreich, des Glückes und Segens für Meine geliebten Völker einleiten! Das walt« Gott 1/

Nicht endenwollende Beifallsstürme ümbrausten den jungen Herrscher, als er an der Seite seiner Gemahlin den Thronsaal verließ.

Ta«chdootgefahr.

Lloyd George hat eine R^e gehalten, nach der die Tauchbvatgesahr für die Engländer so gut wie-gebannt sein soll. Man scheint indessen aber auch in England eingesehen zu haben, daß Papier und Wortschwall aus die Dauer derartige Gefahren zu bannen nicht imüanbe ist. So schreibt der LpndonerDaily Telegraph" unter völliger Außerachtlassung der optimistischen Erklärungen von Lloyd George: Der Krieg gegen unsere Handels­flotte geht von Woche zu Woche in einem Schritt weiter, der zwar etwas langsamer als vordem, aber dennoch hinreichend bedenklich ist. Ein die ÜberschriftTauch- bootgesahr" tragender Aufruf der Londoner Gesellschaft für Schiffbrüchige ersucht um Zuwendungen unter der Angabe, daß in der Zeit vom Jahresbeginn bis zum 25. Mai von ihr nahezu dreizehntausend an der Küste @nglanb3 gelandete Schiffbrüchige unterstützt worden. Das sind redende Zahlen. In einem guten Vierteljahr 13 000 Schiffbrüchige an Englands Küste durch deutsche U-Boote!

Lokaler and ProvWetter.

Schlächter«, den 8. Juni 1917.

- * Uebetragen wurde dem Förster Nieding zu Jossa (Oberförstern Marjoß) vom 1. Juli 1917 ab die Förster- stelle Teichwiesenwald (Oberförsterei Jmmichenhain).

* Einberufungen von Arbeitsverwendungsfähige«. Nach einer in Berlin ausgegebenen amtlichen Mitteilung ist mit einer Einziehung der bei der letzten D.-U.» Musterung als a. v. Heimat befundenen Wehrpflichtigen zu rechnen. Es scheint deshalb unbedingt erforderlich, daß and) diejenigen Mannschaften mit vorbezeichneter Verwendungsfähigkeit, die wegen häuslicher und wirt­schaftlicher Verhältnisse sich für unabkömmlich halten, oder für Arbeiter in der Kriegsindustrie und für die Erhaltung der Landwirtschaft zurzeit unentbehrlich sind. ZurucksteÜungSauträge einreichen oder von ihrem Arbeit­geber einreichen lassen.

- * Die U-Boot-Flasche. Zur U-Boot-Spende wird ein jeder sein Scherflein in barem Gelde willig spenden, um unseren tapferen Kämpfern zur See ein kleines Liebeszeichen für ihre unendlich schwere Arbeit zum Schutze unseres deutschen Vaterlandes, zur Niederrtngung Englands, unseres größten Feindes, zu geben und für die Hinterbliebenen dleser heldenmütigen Schaar zu sorgen. Die Spende kann wesentlich erhöht werden durch die U Boot-Flasche. Viele Millionen Flaschen, besonders Weinflaschen liegen nutzlos im Keller, sie warten förmlich darauf, abgeholt und nutzbar gemacht zu werden. Ein jeder ist die Flaschen gern los und giebt sie willig als U-Boot Flasche heraus. Flasche» sind knapp und teuer, wie alle Industrie-Erzeugnisse. Es heißt jetzt nur sammeln! Eine engertsche Persön- tichkett, welche den Flaschenhandrk kennt, wird sich gern ehrenamtlich zum U-Boot-Flaschercklenst jeder Stadtver- walmng zur Verfügung stellen. Jugendwehr, Sammler, Schüler, Schülerinnen werden gern an jede Tür klopfen,

68. Jahrgang,

W^+!»«!«JIjj»^I»«^^^^äHM«*^^M>»^»^^^«»T li WiirmiMM, die U-Boot Flaschen zukammenzutragen. Kleine Ge- meinden liesern die Flaschen an größere Gemeinden ein, wo die Versendung in Wagenladung möglich ist. Für den Transport zur Bahn werden opferfreudige Männer ihre Gespanne kostenlos zur Verfügung stellen. Keine Gemeinde wird sich ausschließen und Millionen Mark können der U-Boot Spende durch die U-Boot- Flasche zufließen. U Boot Flaschen heraus! Jugend­wehr, Sammler, Schüler, Schülerinnen heraus! Es muß ein freudiges Werk für unsere U-Boot Mann­schaften werden. Die Stadtverwaltungen und Gemein­den werden weitere Angaben machen. Stadtverwal­tungen und Gemeinden, welche nähere Unterlagen, so­wie U-Boot-Flaschenbindeu für die Sammler noch nicht erhalten haben sollten, bekommen dieselben kosten- fos und frei auf Anfrage durch Carl Bruer, Goslar am Harz.

* Erutestüchenerhebung im Jahre 1917, Durch eine Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichs­kanzlers vom 20. Mai 1917 (RGBl. S. 413) ist ebenso wie im Vorjahre eine Erhebung üb r die diesjährige Erntefläche für Getreide und die übrigen für die menschliche Ernährung und als Futtermittel hauptsächlich in Betracht kommenden feldmäßig an« gebauten Fruchtarten angeordnet worden Die Erhebung soll in der Zeit vom 15. bis zum 25. Juni stattfinden. Die Ausführung liegt den Gemeindebehörden ob. Sie hat ebenso wie bei der Erhebung im vorigen Jahre durch Befragung aller landwirdschaftlichen Betriebstn- Haber zu erfolgen. Es handelt sich dabei jedoch nur um den feldmäßigen Anbau, während der gartenmäßige Anbau von Kartoffeln, Gemüse und anderen Gewächsen in Hausgärten, Schrebergärten usw. außer Betacht bleibt. Die Erhebung soll sich aus alle Getreidearten, Buch­weizen, Hirse, Hülsenfrüchke, Oelftüchte, Gespinßpflanzut, Kartoffeln, Zuckerrüben und sonstige Rüben, Weißkohl, und sonstige Kohl- und Gemüsearten und auf Futterpflanzen erstrecken. Ferner sind die nicht bestellten Akerflächen und die Flächen der Wiesen und Viehweiden anzugeben. Die Erhebung dient der Vorbereitung und der Siche­rung der Durchführung der zur Regelung des Verbrauchs der wichtigsten Nahrungs- und Futtermittel für das kommende Erntejahr zur treffenden Maßnahmen. Ihre Ergebnisse bilden die Grundlage für die Beurteilung der zu erwartenden Ernte und der für allgemeine Zwecke der Volksernährung zur Verfügung stehenden Nahrungs- und Futtermittel. Sie bildet ein wichtiges Glied in der Kette der kriegswirlschaftlichen notwenbtgeu Maßnahmen. Es darf daher erwartet werden, daß alle beteiligten Kreise mit Verständnis und Hingebung zur gewissenhaften Durchführung der Erhebung beitragen werden. Der Herr Landrat hat die Wirtscharrsausschüffe in den Gemeinden ersucht, schon jetzt die notwendigen Vorbereitungen zu der Erhebung, zu der die Forinulare noch ausgegebcn werden, zu treffen, damit die nötigen Feststellungen nicht in die Heuerntezeit fallen und mangel­haft erledigt werben.

-* Tte-Erfatzmittel Kaffee, Tee und Kakao sind fast vollständig aus dem Verkehr verschwunden; zur Herstellung von Kaffee-Ersatzmitteln geeignete Rohstoffe stehen nur in beschränktem Maße zur Verfügung, da sie fast durchweg zugleich wichtige Nahrungs- und Futter­mittel darstellen und gegenwärtig in erster Linie dieses Zwecken dienen müssen. Dadurch gewinnt die Her­stellung von Tee- Ersatzmitteln wachsende Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung mit warmen Getränken. AlS Tee-Ersatzmittel (einheimische Tees) kommen vor­nehmlich die jungen getrockneten und sodann zerkleinerten (geschnittenen) Blätter der Erdbeere, Brombeere, Heidel­beere, Moßbeere, Kronsbeere, Pretßelbeere, schwarze Johannisbeere, Himbeere, Stechpalme, Kirsche, Birke, Ulme, Weide und Eberesche sowie auch des Schwarz­oder Schlehdorn», des Waldmeisters, des Walnußbaumes und des Weldenröschens in Betracht. Daneben spielen Lindenblütentee und Fliedertee eine Rolle; diese üben inbeffen als Arzeneimittel besondere Wirkungen und sind dieser Eigenschaften halber bei der Herstellung von Familiengetränkm ebenso wie Pfefferminz, Sennesblatter, Fenchel, Kamille und ähnliche Kräuter im allgemeinen, jedenfalls als wesentlicher Bestandteil, auszuscheiden. ES ist nicht beabstchügt, von Relchswegen eine Sammlung der erwähnten Blätter eiuzurtchten; vielmehr soll die Beschaffung der Blätter und die Herstellung des Tees, soweit nicht in den Bundesstaaten besondere behördliche Maß­nahmen in die Wege gokeltet werden, den bisher damit befaßt gewesenen Kreisen, insbesondere dem Hande^