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Wochcttbcilagc: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Mittwoch, den 6. Juni 1917.
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68. Jahrgang.
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Frühdrusch ~
Die Wirtschaftsausschüsse ersuche ich, mir umgehend zeigen, ob die für den frühmöglichsten- Ausdrusch kommenden Ernte notwendige Dreschmaschinen in nung gebracht und verwmduWsberzflt sind, gegebenen welche Reparaturen oder Vereinbarungen noch j wendig sind. Ferner ersuche ich um Anzeige, ob M notwendigen Dreschkohlen, Schmierstoffe, Defe und { Säcke sichcrgestellt sind.
Bericht erwarte ich bis zum 10. Juni.
Achlüchtern, den 5. Juni 1917.
Der Vorsitzende der KriegHwirtschaftsstelle
| E Betr. Bronzeglocken.
eil Ablieserungspslichtigen teile ich mit, daß vor- nur der Ausbau der unter Gruppe A gemeldeten i gefordert wirb.
chlüchtern, den fx^uni 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses, von Trott zu Solz
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er gmtbmnmt hat fetzt das Wart!
«drmrte! Getreideablieferung ist jchi höchste Wsticht ! Das Velttsche Volk braucht Euch । Euer Korn, das den Lieg erst votleudet! M surf Euch üvhatttL, lchurtt uns r^chtich zu liefern!
Poliüsche Uebersicht.
deutscher Kirchenfürst über den Frieden.
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Bei einer großen Kriegswallfahrt in Bamberg, an sich 15 000 Personen beteiligten, hielt Erzbischof von Hauck in der Domkirche eine Ansprache, in der » a. ausführte, der FriedenSwunsch sei kein feiges
Khl der Schwache, sondern das gesunde Verlangen | Ko ksseele, die das hohe Gut des Friedens erkenne.
ge Schwäche wäre es nur, wenn wir einen Frieden ächten um jeden Preis, auch um den Preis der Ehre cres Volkes, der Hinopferung unserer Selbständigkeit, erer Freiheit, unseres blühenden Wirtschaftslebens, r das wolle sicherlich kein deutscher Mann. Lieber eg und Kamps bis zum Aeußersten, als einen Frieden, uns zu Sklaven machte, über die fremde Völker
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lichen nach Willkür.
Kei»»e offenen Briefe i«s Attsland.
Entgegen den zurzeit geltenden Vorschriften werden Her noch viele Privatbriefe nach dem Auslande sowie lj Elsaß-Lothringen und den zum Festungsbereiche > Straßburg (Elsaß) und Neubreisach gehörigen Ischen Orten verschlossen bei der Post ausgeliefert. Mje Briefe können nicht befördert, sondern müssen 'den Absender zurückgegeben oder, wenn dieser sich i dem Umschläge nicht genannt hat, nach den Vor- ßsten für unbestellbare Sendungen behandelt werden.
Zerstörte Tanks - Hoffnungen.
Die Tanks sollten der Entente den Sieg erringen, k haben sich aber gar nicht bewährt. Ein französischer "ldat schreibt: „Unsere Tanks, die früher die große ffmnig Frankreichs waren, habe ich gesehen, aber sie Wu' doch zu leicht." Ein sranzösischer Offizier leibt: „Von 108 Tanks, die an der Offensive be- Hgt waren, sind nicht weniger als 66 zerstört, wie wohl bereits weißt. Major Bossut st mit seinem 'nk verbrannt.
Gedrückte ^tinmutttfl in Guglaud.
Eine Holländerin, die die Frau eines englischen wirals ist, hat au ihre Angehörigen nach Amsterdam trieben, daß die Teuerung in England in cutsetz- )cr Weise zunehme, und daß man schon viele durch 5 notwendige Lebeusmittel nicht mehr erhalten könne, k Stimmung in England, schreibt die Gattin des "nirals, sei sehr gedrückt, da man sich über die großen folge der U -Boote keinen falschen Illusionen hingebe. jk FriedeySstinlmnng in gebildeten, namentlich kauf- innischen Kreisen, nehme stark zu.
Schlüchteru, den 5. Juni -1.917,
Gründung eines HausjrsnenvertiuS.
Am 25. Mai hielt in dem Saale des hiesigen Kreishauses Frau Böhm- Lamgarben (Ostpreußen) vor einer Ahlreichen Versammlung von Frauen aus Stadt und Saub einen lehrreichen Vortrag über die Nächstliegende
„Aufgabe der Frauen im Krieg uud Friede»»" mit der Absicht, die Frauen des Kreises Schlächtern zum Zusammeilschkffse und zu gemeinschaftlichem Wirken in einem Hausrauenverei» zu gewinnen. Aus den in ebenso schlichter wie fesselnder Form zu Gehör gebrachten Darlegungen mag folgendes wiedergegeben werden.
Wo irgendwelche Bestrebungen großen und nachhaltige» Erfolg gebracht haben, da konnte dies nicht nur durch das Wirken einzelner Personen, sondern nur durch Vereine, durch Genossenschaften geschehen. Lediglich diesem Zusammenschlüsse hat beispielsweise die Landwirtschaft ihre Riesenerfolge zu verdanken. Leider haben die landwirtschaftlichen Vereine nicht alle Äräfte erfaßt und in Tätigkeit verfehl, indem sie sich nur an die Männer wandten. Neberall stauben bisher die Frauen mit ihren reichen und wichtigen Arbeitsgebieten beiseite. Wie kam das? Alle Männer sind für die tausend Zweige der Berufe vorgebildet Da geht nachher der Zusammenschluß fast niemals in seinen Zielen unb Wegen fehl, weil stets das erforderliche Wissen und Können Vorhänden ist. Wie wenige Frauen haben dagegen eine eigene gründliche Berufsbildung erhalten 1 Daß. die Frau nachher trotzdem, in einen Wirkungskreis hineinKestellt, sich rasch zurechtsindet und mit gutem Erfolge arbeitet, wirb ermöglicht durch ihre AnpasiungskähitzLeft, in her ÜC beut Manne veoeurcno m>- Mer rs^^ffi»., da immer in ihrem Wissen und Wirken Lücken. Die können ausgefüllt werden dadurch,
1. daß sich die Frauen zu Vereule» zusammen- schließe»,
2. daß jede Frau Eiuzelgebiete beherrsche» lernt uud bearbeitet.
Die Belehrungen verschaffen sich die Frauen leicht, sobald der Zusammenschluß da ist, durch Erträge und Besprechungen, durch Bücher, durch Besichtigungen. Warlini — wie bisher in Kaffeegesellschaften nur über gleichgültige und kleinliche Sachen reden, -wie Dienstbotenärger und dergl. ? Kann man nicht wichtigere Dinge besprechen, die für alle Wert und Nutzen haben? Jede Frau sei nur fähig und bereit, solch WichligeS sich anzueignen und den anderen, sei eS vortragend sei eS gesprächsweise, mitzuteilen. Daraus ergibt sich eine Weiterwirkuug, die sehr bald ausgreift und immer größere Kreise interessiert und in Bewegung setzt. „ AuSgelachr wurden wir", erzählt Frau Böhm, „als unser erster Verein in Rastenburg den Plan faßte, eine Verkaufsstelle • für unsere Küchen- und Garten - Erzeugnisse zu errichten. Das ließ uns unbekümmert. Doch setzten wir gleich im ersten Jahr G 000 Mark um. Dieser Jahresumsatz ist heute in dem einen Frauenverein aus 136 000 Mark gestiegen Jetzt sind in Ostpreußen 50 Frauenvereine, die alle blühemund große Erfolge haben.'"' Natürlich müssen diese Vereine, um sich festigen und gegenseitig auSgleichen zu können, Zusammenschlüsse und Anschlüsse haben. Sie arbeiten in Verbindung mit bem Landratsamt und der LandwirtschaftSkammer. He beraub reich ist das Arbeitsgebiet der HauSfrauenvereine, deren Frau Böhm bis jetzt 200 gegründet hat: Gemüsebau, Obstbau, Elumachtn, Dörren, Geflügelzucht, Bicuen^ucht, Haudarbeiten. Sie veraustalten Ausstellungen. Sie bleiben aber nicht nur am Erzeugen und am Verlaufen, also beim rein wirtschaftlichen Ziel stehen, sondern sie stellen ihre gesamte Arbeit in den Dienst völkischer, vaterländischer Gesichtspunkte. Als z. B. die Schund- erzeugung in der Manufatturindustrie zunahm, richteten , die HauSfrauenvereine ihreTäligkeit auf die Handarbeit, um die alte Volkskunst im Nähen, Sticken usw. wieder auf- leben zu lassen und Einfluß auf guten Geschmack zu gewinnen. Sie bekämpften die ileberichützung und Anbetung des Fremden. Für die „Poularde", das fran zösische Schlachthuhn, zahlte man ohne Zaudern in Deutschland 12 Mark, während das deutsche durchaus nicht schlechtere Schtachrhuhn nur 3 Mark galt. Welche Schädigung des deutschen Volksvermögens durch diese Fremdsucht ftattgefunben hat, das ist ja oft genug tauben Ohren gepredigt worden. 16 Milliarden Mark gehe» jedes Iah - durch die Hiinde der deutsche» Häus
staue«; die könnte» alle im Lande bleibe», »nv 8 Mit' liardeu kvuuten die Käufer spare»! Hierbei samt jede Schädigung des reellen Handels vermieden werben. — Dies alles und vieles andere soll in den HauSfrauen- vereinen gelernt und das Gelernte in die Tat umgesetzt werden.,
Frau Böhm schloß mit der Aufforderung: „Gründen Sie hier im Kreise Schlüchteru eiueu Hansstautuvere u!" Ein lautes und einmütiges Ja! war die Antwort, worauf sofort nach kurzer Besprechung ein Vorstand gebildet wurde. Den Vorsitz übernahm auf einmütige und dringende Bitte der Hausfrauen Frau Landrat von Trott zu Solz.
Der wettere Vorstand wird in der aus Freitag, den 8. Mai d. Js., nachmittags 4 Uhr im Hotel z. Stern einberufenen Mttgliederverfammlnng endgültig gewählt und im Kreisblatt bekanntgegeben werden.
Wir hoffen aas rege Teilnahme aller unserer Mitglieder und bitten neue Mitglieder uns zuzuführen
Der Vorstand.
An die AMiche Bedstkeru»« uaseres Kreises k
In unserem Heimatkreise macht sich seit einiger Zer eine gewisse Mißflinnnung geltend, die teils durch die weitgehende Heranziehung der Nahrungsmittelbejtcmde des Landes. sttr die Versorgung der Städte, teils durch andere keigswirtschaftliche Maßnahmen veranlaßt ist
Es steht außer allem Zweifel, daß einzelne behördliche Maßnahmen in die Verhältnisse des platten Landes tief eingreifen und die ungewöhnlich großen Sch-oieng- keiten vermehren, die der Mangel an Arbellskräften, an Dünger- »M FuAermiuÄu sowie bie ungiinfHge Witterung bet MrtschastSführüng des LandbraMes entgegen fetze». Aber jene Maßnahmen sind »»bedingt erforderlich geworden, um die Ernährung des deutschen Volkes — den Zlushungeruugsbesrrcbungeu unterer Feinde zum Trotz — sicherzunelleu. In unserem Kreise wird diese bitterernste mirt schaftliche Rot der Großstädte und der Jndustriebezirke vielfach immer noch nicht genügend erkannt. Die Lage dieser Bezirke ist tatsächlich so, daß ein Turchhaften nur möglich ist, wenn wir alle irgendwie entbehrlichen Nahrungsmittel hergeben.
Gewiß ist- zpzugeben, daß bei der öffentlichen Bewirt fHaftung unserer Lebensrnittel Fehler gemacht worden sind- aber ganz zu vermeiden waren diese nicht. Bei dem völligen Mangel an Erfahrungen auf dem Gebiete der NahmugSmittelverteilung ist es kein Wunder, wenn bei der Rieftnausgade ein von der ausländischen Zufuhr fast ganz abgeschnittenes 60-Millionen-Volk inmitte eines mit namenloser Erbitterung geführten Weltkrieges zu versorgen, sich Mißstände einstellen. . •
Die konservative Partei hat im Reichstag und Landtag unermüdlich vor Mißgriffen unserer KriegSwirtschafts- volitik gewarnt. Im jetzigen Augenblick aber, wo es sich darum handelt, die letzten Sinftrengungen zu machen, um unsere Feinde zu Boden zu werfen, muß alle berechtigte Kritik an einzelnen Maßnahmen zurückstrhe» hinter der bitterernsten Forderung:
Turchhatten bis zum siegreichen Ende I
Wir rillen an alle Landbewohner unseres Kreises daher die ebenso herzliche wie dringende Bitte, sich durch wirtschaftliche Beschwernisse nicht in ihrer Schaffensfreudigkeit und Arbeitslust beeinträchtigen zu lassen, sondern alle- daran zu setzen, um die Versorgung der Städte zu gewährleisten. Wir alle sind uns einig in dem einen heißen Wunsche, daß dieser gewaltige Krieg Mit dem vollen Siege Deutschlands und seiner Verbündete» enden möge. Wer also keinen faulen Frieden ohne Kriegsentschädigung und ohne Sicherstellung unserer Grenzen will, wie die Sozialdemokratie unter Führung Scheidemanns ihn vorschlägt, sondern wer einen starten deutschen Frieden will, der die unermeßlichen Geldlasten des Krieges unseren Feinden ausbürdet und uns die notwendige Bürgschaft für unsere nationale Zukunft bringt, der muß an seinem Teile mit dafür sorgen, daß allen unseren Volksgenossen das Durchhallen ermöglicht wird.
Wie klein sind alle unsere Unzuträgttchk-eiteu und Schwierigkeiten daheim, gemessen an den tausendfältigen Gefahren, die unser herrliches Heer und unsere todes- mutige Seemacht brauten vor dem Feinde täglich und stündlich bestehen müssen! Darum fort mit Verstimmungen und Klagen: die Zähne zusammengebissen in