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chlüchternerAitung

mitAmtlichen! Kreisblatt". Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag. - preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,50 Mk Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 12 pfg

.M 42. Samstag, Den 26. Mai 1917. 68 Jahrgang.

Amtliches

J.-Nr. 5175. Dem im Zahlungsverkehr herrschenden bedauerlichen Mangel an Silbermünzen -kann angesichts der wachsenden Schwierigkeiten, die sich der Silber­beschaffung entgegenstellen, im Wege von Neuprägungen wirksam nicht beglgnet werden, solange die umfang­reichen Zurückhaltungen durch das Publikum andauern

Ich ersuche deshalb die Herren Bürgermeister des Kreises, wiederholt auf die Einwohner ausklärend dahin einwirken zu wollen, daß sie dem Silbergeld freien Verkehr läßt und von seiner Ansammlung absieht. Auch erscheint es ratsam, die Automaten und Sammel­büchsen öfters zu entleeren.

Schlüchtern, bett 22. Mai 1917.

Der Königliche Landrat. von.Trott zu Solz.

Rivderzuchtgevoffenschast Schlüchtern.

Schlnhrechnnug 1916.

Aktiva.

1. Kassenbestand........125,51 Mk.

2. Restliche Beiträge......12,- Mk.

3. Guthaben bei der Kreissparkoffe . . 960, Mk Sa. 1097,51 Mk. Passiva.

L Geschäftsanteile der Genossen . . . 525, Mk.

2 Reservefonds........ 479,35 Mk.

3. Reingewinne 1916......93,16 Mk. Sa. 1097,51 Mk

Zahl der Genoffen Ende 1915 103 - 1916 . 1 Abgang in 1916ö Bestand am 31. 13. 1916k 99

Schlächtern, den 22. Mai 1917.

Der Borstand.

y. Trott zu Solz. Pfalzgraf. Scharfer.

I.- Nr. 3412 R. K- Zum Kriegspatenschaftsfonds (Landkreis Stallupönen) gingen von der Chamotte- fabrik Stcrbfritz

1000 Mark

ein. Der Geberin herzlichster Dank.

Schlächtern, den.23. Mai 1917.

Der Männerverein vom Roten Kreuz.

In eiserner Zeit.

Kriegsromau von Charlotte Wilbert. 6

«Wissen Sie warum?"

Als dje Künstlerin nun lachend verneinte, nahm er rasch ihre Hand, preßte sie in der seinen und sprach langsam: «Weil Hch Ihnen persönlich Dank sagen wollte kür Ihr wundervolles Spiel heute abend. Ja, eine Elfen- lönigin, daS sind Sie, Liane, eine Königin unter all den Frauen, die ich bisher gelaunt!"

Errötend entzog ihm Liane ihre Hand und sprach: Es freut mich, daß es Ihnen gefallen' hat, es war auch ein gutes Stück Arbeit. Aber ich muß gehen, muß nach Hause!"

Der Graf trat rasch an ihre Seite.Ss gestatten Sie, daß ich Sie begleite?"

Ein leichtes Nicken des Kopfe» antwortet« ihm!

So schritten sie eine Weil« schweigend nebeneinander her. Plötzlich rief Brixdorf: «Eine vorwitzige Frag« müssen Sie mir verzeihen, mein Fräulein! Ich glaubt« Sie sicher heut« abend in Gesellschaft, einer Einladung folgend, und nun sehe ich zu meinem grössten Erstaunen, daß Sie so schnell wie möglich Ihr Heun aufsuchen?"

Lian« lächelte.Ach, dar tue ich stet» an solchen Abenden. Ich brauche dann Ruhe. Da» luftige (Betriebe einer Gesellschaft würde mich stören ; offen gesagt, bin ich auch herzlich müde und verzicht, gern auf jegliche Einladung!"

In ber Gegenwart diese» Weibe» war e» Brixdorf sonderlich zu Mute. Sonst durfte man wohl gegen Lheaterdamen freier anftreten, aber hier verließ ihn fast sein sonst sichere», gewandte», weltmännische» Auftre­ten. Kaum, daß er t te nötigen Worte zu einer gleich­gültigen, nebensächlichen Unterhaltung fand.

Ganz allein befanden sich di« Beiden in der stillen Borstadtsiraß« eine! sogenannten PatrizierviertelS. Zu -«iden Seiten zogen sich prächtig« Villinbattt«» hin.

Jüngsten.

Die Sonne lacht hernieder mit freundlich mildem Schein, Die Vöglein kehren wieder, es füllt sich Flur und Hain. Sie zwitschern frohe Weisen voll frischer Lebenslust, Den lieben Gott zu preisen aus freuderfüllter Brust.

Froh harrend sieht der Landmann:Herr,, gib ein gutes Jahr!

Ein leiser Zukunftsschauer durchbebt die Menschenschar. Ihr Vöglein, jauchzet, singet; du Mensch, fall jubelnd ein, Die Stimm empor hell schwinget zu Gottes Preis allein! Hebt rauschend, all ihr Bäume der Wipfel schüttend Grün,

Erfüllt euch, Frühlingsträume von freiem Gedeihn und

Blühn,

Du Friede, Gut vom Himmel, kehr heilgend ein zur Erd, Dring durch das Kampfgewimmel, du, des wir heiß begehrt! Dehn uns mit Freudenscheine die Herzen über weit, Du liebliche, du feine, du traute Psingstenzeit!

DaS Pfingstfest heißt im besonderen Sinne das Fest der Freude. Denn von der Freude, die es bringt, gilt das Wort des Herrn, daß sie niemand von uns nehmen werde. Die Pfingstgabe des Geistes rührt uns ganz hinein in die Welt des neuen Lebens, in das Reich der Verklärung, in den Stand der Kindschaft.

Zwar die Gabe des PfingstfesteS ist schwerer zu fassen als jede andere. Denn sie ist ihrem tiefsten Inhalte nach ein rein jenseitiges, untrdischeS Gut. Das wird uns jetzt in der Kriegszeit besonders deutlich vor Augen gestellt. SBj ist jetzt die eine, heilige, allgemeine, christ­liche Kirche, die der heilige Geist in der Menschheit gegründet hat, und deren Geburtstag wir am Pfingstfeste begehen| Jetzt müssen wir es lernen, wie weit die -S$wften--ketHb«44>«^<m*^ r ^LL-voriLnan^ getrennt sind, wie Haß und Zwietracht sie scheidet und die Bekenner desselben Evangeliums in feindlichen Lagern einander mit Waffen der Gewalt und der Verleumdung rücksichtslos bekämpfen. Diesem traurigen Anblick der Zerrissenheit gegenüber halten wir an der Tatsache fest, daß die Kinder Gottes alle miteinander in einer göttlichen Gemeinschaft stehen unb als Glieder dem einen Leibe angehören, der Christus selbst ist.

' Der Geist aus Gott ist der Christenheit gegeben als ihr fester und eigentümlicher Besitz. Wenn er selbst eine Gabe ist, die der oberen Welt und dem Innen­leben angehört, so liegt doch zwischen diesem und der gegenwärtigen äußeren Welt nicht eine unüberbrückbare Kluft befestigt. Wie das Geheimnis deS göttlichen Heils- und Liebesratschlusses den verborgenen Inhalt alles Weltgeschehens ausmacht und nur den Augen derer ge­öffnet ist, die Christum im Glauben anichauen, so bildet

Laut hallten die Schritte der beiben einsamen Gänger auf dem Asphalt wieder!

Liane blieb plötzlich stehen. «So, ich bin am Ziel «»gelangt, ich wohne hier!" sprach sie, während sie mit der Hand auf eine der großen Sitten wies.

Ein Märchenschloß, gerade für Sie, Elfeukönigin, wie geschaffen! Wann werde ich nun das Glück haben, Sie wiederzusehen?" frug Graf Brixdorf leise.

Liane Startell sah ihn mit ihren dunklen Augen strahlend an.Vielleicht übermorgen. Ich habe einige Freunde zum T«e geladen. Graf Gordis wird auch tont» meu. Ich würde mich sehr freuen, auch Sie zu meinen lieben Gästen zählen zu dürfen."

Unb ich rechne es mir zur Ehre an, die herrliche Elfenkönigs» in ihrem Zauberreich besuchen zu dürfen! Ich summe also übermorgen." Er sah ihr bei diesen Worten tief in die Augen', gern hätte er ihr mehr, viel mehr gesagt! Aber--

Liane steckt« den Schlüssel in das Schloß deS großen, kunstvollen Gartentores und sagte lachend:So, jetzt mag ich aber doch gehet,, lieber Graf. Auf Wiedersehen denn b,S übermorgen!"

Graziös reichte st« ibm die kleine, zarte Hand, dir er an die Lippen zog und küßte, und seiner nicht mehr mächtig, flüstert« er:Ja, auf Wiedersehu! Und schlafe und träume süß, Du hold«, Du schöne Elfeukönigin I"

Lian« entzog ihm hastig ihre Hand, trat rasch in das Tor, schloß hinter sich ab und Graf Brixdorf sah ihr »och nach, wie sie leichtfüßig dahineilte, die Mac- mortreype emporftieg und in der großen Eingaugslure der Villa verschwand. .

Erst als alles still und stumm dalag, ging Gras Brixdorf von bannen und feine Schritte verhallten in ber Ferne.

Aus dem dunklen Schatten einer großen, mächtigen Stube trat eine große Mänuergestalr hervor. Ein uüa- hig^», graute Mantel umhüll» sie und den breitrandr-

bie Geisteswelt den Kern der sinnlichen, so wirkt der Heilige Geist durch seine erwählten Gefäße hinein in das Leben der Menschen auf Erden, so wird dem er­leuchteten Auge die Frucht des Geistes offenbar überall in bem natürlichen Tun und Treiben, dem Werden und Reifen der Menschen und der Völker. Freilich, nicht zu jeder Jahreszeit kann jede Frucht reifen. Der Geist ist immer da und ist immer tätig. Aber nicht immer kann er nach derselben Richtung wirken. Wenn heute die Türen verschlossen scheinen, durch die er von Volk zu Volk hinüberflutet und sein Reich nach außenausdehnt, so stehen ihm um so mehr die Türen innerhalb des einzelnen Volkes auf, daß er die Gnviffen wachrütteln, die Gemüter zur Besinnung, die Seelen zum Frieden rufen kann. Es mag uns genug fein, wenn jetzt die Gemeinschaft des Glaubens inmitten unserer deutschen Christenheil gemehrt, und gefestigt wird. Die Zeit wird kommen, und zwar bald, daß unser Volk berufen sein wird, den in ihm wohnenden Heiligen Geist Gottes' in köstlichen Früchten vor den anderen Völkern der Erde offenbar werden zu lassen und so zur Sammlung der Gotteskinder in aller Welt zu helfen.

Deshalb halten wir uns auch in diesem Jahre mit dankbarer Freude an das überschwenglich große Geschenk, das uns zu Pfingsten beschert worden ist, und miben Mut und Zuversicht in der Gewißheit: wir haben den Geist empfangen. Wir bekennen, daß wir nicht den Geist - der Furcht, der Zaghaftigkeit empfangen haben. Ohne Zweifel durchleben wir eine Zeit, auf die des Herrn Worte paffen: Den Menschen auf Erden wiljd bange sein, und sie werden zagen. Doch im Besitze des Geistes, der uns Christum im Herzen lebendig macht, dürfen wir sprechen: Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. In solvent Geiste des Glaubens lernen wir unter 'Meu Heluismhu»g-r»unh-V.it^i. hi; vr jpit h.f.-nn^!____ Ich bin sicher und fürchte mich nicht?

Dadurch erweist sich der Geist Gottes als der Geist der Kraft. Er ist es, der Wunder tut. Das erfahren wir heute mehr denn je. Wir sehen, wie unsere Feinde sich auf das Fleisch verlassen haben, wie sie der großen Zahl, dem vielen Gelde, ^er listigen Schlauheit vertraut haben. Und es ist offenbar geworden, daß die Kraft allein bei dem Geiste wohnt, daß hoher Mut, Wahr­haftigkeit und Treue nlehr Macht unb Erfolg in der Welt haben als alle wohlausgesonnenen Pläne und sorg­fältig zusammengebrachten Hilfsmittel der Lüge. Wollte nur "Gott durch die schwere Heimsuchung dieser Zeit, die von einem jeden die Anspannung aller Kraft fordert, auch einen jeden bewegen, sich zu der Quelle wahrer Kraft hinzuivenden und in der Gemeinschaft mit und in dem Wirken für seinen himmlischen König sich recht

MMMMMfl Mlli IDWTTWnW 1MWIT T-lUHglBW geu Calabreser trug der Fremde ins Geücht gezogen. Hastig eilte er direkt auf die $tarteUkf)e Villa zu, zog eineil Schlüssel hervor, öffnete geräuschlos ba§ Tor, eben so geräuschlos schloß er e§ wieder und bald darauf ver* schwand der nächtliche, nilheimliche Besucher im Innern des ruhig daliegeuden Hauses.

Liane Startell hatte in ihrem Boudoir Licht ge­macht. Nachdem sie Hut und Paket achtlos auf einen Stuhl geworfen, ließ sie sich in einen tiefen, bequemen Plüschsessel fallen. Den schönen Kopf in die Hände ge- stützt, saß sie da und schieir in tiefes Nachdenken ver­sunken. Das Geinach war mit größter Eleganz aus- gestattet. Ueber bem Schreibtisch hing ein prachtvoller Lorbeerkranz, auf beiseit breiter Seidenschleife eine Wid­mung au die berühmte Tänzerin staub. Liane hatte nur eine Lampe des großen kostbareil Leuchter? angezün- bet, daS Gemach war dadinch iricht ganz erhellt, es schien wie in Däinmerlicht getaudit.

Jetzt hallten leise, Schritte durch daS Treppenhaus, der Schlüssel zur Entreetür knarrte. Bald darauf öffnete sich die Tür zu Lianes Boudoir unb auf der Schwelle staub der späte Besucher! Kaum, daß die Tänzerin sich nach ihm ivaNdte, ruhig, ohne ein Wort zu sagen, blieb sie sitzen. Der Fremde trat, ein, schloß die Tür hinter fi^ *u, warf Hut und Mantel ab, so daß der matte Lichtschein seine ganze Gestalt beleuchtete. Groß, breit­schultrig, die Äestchlszüge truaen den Stempel der Lei­denschaft. Wirr hilig ihm das düime, spärliche Haar um die hohe, seitlich z,tsaninieugepreßte Stirn. Die grauen, stechenden Augen flackerten in unruhigem, unstatem Feuer. Als er sich nun ziemlich gerauft voll in einen Liane gegenüberstehenden Sessel fallen ließ, stieß er hastig hecoor:Wer war Dein heutiger Begleiter, der so herzlich von Dir Abschied nahm ?" 235,18*

Erstaunt sah Liane ihn an.Haha," kalt, schneidend kam ein höhnisches Lachen von ihren Lippen.D, GesandtschastSattache« Brixdorf, Graf Brixdorsl"