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lit „Amtlichen! Kreisblatt". — Wocheubeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint Mittwock» und Samstag. - preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,50 !klk — Anzeigen kosten die kleine Aeile oder deren Kaum 12 pfg
£ 39.
Mittwoch, den 16. Mai 1917.
68 Jahrgang.
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K»k Ko; Rntnnhme der 1 diesen bestimmten Stellen können Ausführungsbestim^
Amtlicher
Vaterländischer Hilfsdienst.
Aufforderung des KriegsamtS zur freiwilligen Meldung ,D § 7 Abs. 2 des Gesetzes über den vaterländischen ssdienst.
Hilfsdienstpflichtige werden zur Verwendung bei litärbehürden und Zivilverwaltungen im besetzten »iet. für folgende Beschäftigungsarten gesucht:
Gerichtsdienst, Post- und Telegraphendienst, Manen- uno Hilfsschreiber, Botendienst, Technischernst, Kraftfahrdienst, Eisenbahndienst, Bäcker und hlächter, Handwerker jeder Art, Land' und sorstwcrt lftücher Arbeitsdienst, anderer Arbeitsdienst jeder Art, erdepfleger, Kutscher, Viehwärter, Sicherheitsdienst Hnschutz, Gefangenen und Gefängnisbewachung), »mkenpflege.
I Hilfsdienstpflichtige mit französischen oder Musischen Mchkenntnisfen werden besonders berüMchtigt.
s Hilfsdienstpflichtige in wehrpflichtigem Alter werden wt angenommen.
I Bis zur endgültigen Ueberweisung an die Bedarfs- Peil des besetzten Gebiete« wirb ein „vorläufiger Dienst- »trag" abgeschlossen Die Hilfsdienstpflichtigen er- |(ten: Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für »lbstverpflegung, freie Unterkunft, freie Eisenbahnfahrt Bestimmungsort und zurück, freie Benutzung der tldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung, sowie Igemefsenen Lohn für die Dauer des vorläufigen xmstvertrages. Die entgültige Höhe des Lohnes oder Ikhaltes kann erst bei Abschluß- des endgültigen Dienst- Itrages festgesetzt werden und richtet sich stach Art und »wer der Arbeit fow^nach, der Leistung; eine aus- snntllche Mahlung wird MestOrt. Mc ^..^ ^ «dürfniffeS werden außerdem Zulagen gewährt für in I Heimat zuversorgende Familienangehörige.
I Die Versorgung hilfsdienstpflichtiger, die eine KriegS- «ustbeschädigung erleiden, und ihre Hinterbliebenen «cd noch besonders geregelt.
»Meldungen nimmt entgegen:
I das Bezirkskommando in Hanau und Meldeamt i Mausen und Fulda.
I M sind beizubringen: etwaige Militärpapiere, Be- «ästigungsauSweis oder Arbeitspapiere erforderlichenfalls Ine Bescheinigung gemäß § 9 Abs. 1 des Gesetzes über den ' Iterländischen Hilfsdienst (Abkehrschein), Angaben, wann - ir Bewerber die Beschäftigung antreten kann. Eine »rläufige ärztliche Untersuchung erfolgt kostenlos bei der ö Meldung beim Bezirkskommando.
I Kriesisamtstelle Frankfurt a. M.
l 2250 K G Ich erhalte die Mitteilung, daß
' h hiesigen Kreise versucht wird Legehühner zum Zwecke I Abschlachtung aufznkaufen- Ich mache deshalb da- Dluf aufmerksam, daß auswärtige Händler im Kreise im Aufkauf von Vieh überhaupt nicht zngelaffen, Kreis- Angesessene Händler aber zum Ankauf von Legehühnern »ir Schlachtung nicht berechtigt sind.
I Die Herren Gendarmerie-Wachtmeister, Ortspolizei- kchörden und die Mitglieder der Preisprüfungsstelle iuerben ersucht eine wirksame Kontrolle über die Händler bnd insbesondere auch über die Gastwirtschaften auSzu- Den und bei Beobachtungen von Zuwiderhandlungen pit Anzeige zu erstatten.
Schlüchtern, den 9. Mai 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
Mir 4739 Die waldbesitzenden Gemeinden mache sch wiederholt auf die Notwendigkeit der Ausnutzung bet Buchenwaldungen znm Gintrieb von Schweinen aufmerksam. Die Schweine finden nicht imt Bucheckern, sondern auch Larven und Käfer in solcher Menge, daß sie fast gar kein Beifutter mehr nötig haben.
Schlüchtern, den 7. Mai 19)7.
Der Königliche Landrat, von Trott zu Solz pjk~453fk Die Frau Anna Löffert in Gnndhelm llt als Hebamme für den Gemeindebezirk Gundhelm beeilt worden.
Schlüchtern, den 10. Mai 1917.
Der Königliche Landrat. I. V.: Schulkheis.
Mir. 4878. Diejenigen Ortspolizeibehörden, welche iiit der Einsendung des Verzeichniffes der Drogen- pp. Handlungen noch im Rückstände sind, werden hiermit
wiederholt daran erinnert. Siehe Kreisblatt Nr. 7 für 1898 und Nr. 27 für 1910.
Schlüchtern, den 11. Mai 1917.
Der Königliche Landrat. J. V.: Schultheis.
A. T 3015, Infolge des Abbruch« der diplomatischen Beziehungen zu Cuba und Brasilien sind die konsu larischen Vertreter beider Mächte im Reich zur Ausübung irgend welcher amtlichen Befugnisse flicht mehr berechtigt Der Schutz der kubanischen Staatsangehörigen im Reich ist von der Königlich Spanischen Regierung über- nommen worden, während die Schweizer Regierung den Schutz der Brasilianer übernommen hat.
Cassel, den 3. Mai t 917
Der Regierun qs - Präsident.
In Vertretung, gez. Unterschrift.
himmelfahrtstrssL
Das war ein Scheiden stumm und bang und sthwer, Als er von ihnen ging, sein „Ich bin bei euch!" sprach; Sie blickten lange noch dem letzten Glänze wich. Der ihn umfloß — unb sahn ihn schon nicht mehr.
Und gingen dennoch still getröstet fort, Und suchten ihre sichern, graben Straffen: „Ihm nach!" — trotz Not unb Tod und Menschenhassen! Wir sehn ihn wieder, wenn nicht hier so dort!
Sollt es nicht mancher Mutter Trost noch spenden Und manchem armen Weibe — mancher Braut Und Schwester, die jum letzten Male schaut — Ein liebes Antlitz jäh sich von ihr wenden? —
O, würdet ihr gedenken an das Wort:
Der Herr schützt ihn auf Erden wie auch drohen' Ihr seht ihn wieder — wenn nicht hier, so dort.
J. Linden berg.
Dies Zeugnis innigster, irdischer Liebe hat frommen Seelen immer als ein Gleichnis des Verhältnisses zwischen der gläubigen Seele und ihrem Heiland gegolten. Wer konnte auch kürzer unb wahrer diese Hingebung schildern als der Verfasser des Hohenliedes in dem Wort: „Ziehe mich dir nach, so laufen wir?" Das muß den Jüngern aus der Seele gesprochen gewesen sein, als sie am HimmelsahrtStage bem sie segnenden und gen Himmel fahrenden Heiland betend nachschauten. Köstliche 40 Tage war er noch unter ihnen gewesen. Hatten sie ihn dann auch nur in flüchtigen Stunden sehen und seine Lehre'vernehmen dürfen. Auf die furchtbar drückende Karfreitagstrauer war die jauchzende, Helle Osterfreude gefolgt. Vielleicht hatten sie geglaubt, daß er nun immer unter ihnen wandeln würde. Und nun kam eine neue Trennung, wenn auch nicht unter so furchtbaren Umständen wie bei der Passion, so doch eine dauernde. Nur mit Schmerz und Wehmut konnten sie an diesen Verlust denken, sich aber seiner Verklärung und Echöhung nur freuen. So schwmckten ihre Herzen zwischen Schmerz nnd Freude hin und her, erhielten aber einen köstlichen Trost mit dem Befehl: „Gehet hin und lehret alle Völker", und in seiner Verheißung: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!" Seit jener Himmelfahrtsstunde hat es immer Seelen gegeben, die den Tag in gleicher Stimmung feierten, die den Herrn zurückwünfchten in diese Welt, daß er hier lehrte, liebte, heilte, segnete, wie während seines Erdenwallens. Müßten nicht Tränen, Herzeleid, Krankheit und Tod ansgelöscht sein, wenn Jesus unter uns wandelte; muffte ihm die Menschen nicht dienen in Helligkeit und Gerechtigkeit? Warum hat Gott es nicht also gefügt? So steigen Fragen und Zweifel wohl an jedem Himmelfahrtstage aus den Herzen der Gläubigen auf. Laß dir genügen, wie sich die Jünger zusrieden- gaben, 'bete an, wie sie niederfielen 1 Schaue deinen Heiland nach wie sie! Vor allcn Dingen ! Folge ihm nach! Es ist unbegreiflich, aber ganz gew-ß, daß der gen Himmel gefahrene und erhöhte Heiland den Seinen mehr sein und geben kann, als der auf Erde Zurückge- gebliebene. Nur seine sichtbare Erscheinung ist von uns gewichen. Seinen Segen hat er zurückgelassen. Das Wert der Erlösung ist der Welt verblieben. Seinen Stellvertreter den heiligen Geist, hat er herniedergesandt, daß er der sündigen, erlösenden Menschheit die Früchte seines Todes zueignete. Wir dürfen den weisen Ratschluß Gottes nicht anzweifeln, der den Sohn wieder zu sich genommen hat. Ja, es muß nicht nur für unsern
Herrn und Heiland, sondern auch für uns, seine Jünger, das beste fein, daß er zur Rechteil Gottes wohnt und thront. Er hat uns nicht verlassen. Das Band, welches vom Heilandsherzen zum gläubigen Menschenberzen geht, ist nicht zerriffen. Seine suchende, rettende Liebe erfüllt jetzt voll und ganz die Verheißung: „Wenn ich erhöht bin von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen." Darum bitten wir mit den Worten des Hohenliedes: „Ziehe uns dir nach, so laufen wir".
Males und proviNsirUes.
Schlechter«, den lö. Mai 1917.
—* Dem Amtsgerichtssekretär und Gerichtskasfel rendanten Zindlec in Schlüchtern wurde der Charaklcl als Rechnullgsrat verliehen.
—* Die Reichszuckerstelle kann anstatt bet vorgesehenen 600000 für die häusliche Beerern- und Obstverwertung 900000 Doppelzentner Einmachzucker zur Verfügung stellen.
Die Ankündigung des Reichsschatzamts, daß die Einziehung der Silber- unb Nickelmünzen in nächster Zeit beabsichtigt ist, hat schon an manchen Großberliner Zahlstellen ihre Wirkung ausgeübt. In der Charlottenburger Sparkasse zahlte u. a. ein Sparer 1000 Mk. in Silber ein, darunter befanden sich 800 Mk. in Zweimarkstücken. Die Kleingeldsammler lind also nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Großstädten zu finden.
—* An die Waldbesitzer! DaS Feldheer braucht staubig große Mengen Schnittholz. Vielen Sägewerken fehlt aber das nötige Rundholz. Hier läßt sich Abhilfe ichaffen, wenn die den Sägen am nächsten und bequemsten liegenden Schläge abgetrieben werden. Dieses Holz muff dann aber auch an die nächsigelegenen Sägen gelanget. Edrnfo vechAdOM E<»r«?'-n- aft^-^w* kohlungsholz. Die Kriegsamesstellen wu.en an die Waldbesitzer herantreten und ihnen die Forsten und die Werke bezeichnen, aus denen und zu denen vorzugsweise das Holz kommen muß.
Berlin, den 17. April 1917.
Kriegsminifierinm. Kriegsamt. Groener.
—* Alte Uniformstückt. Im Besitze von Offizieren, Offezierfamilien usw. befinden sich noch vielfach Unisono stücke alter Art, welche im vaterländischen Interesse in geeigneter Weise nutzbar gemacht werden können. Hier- zu bietet sich Gelegenheit durch käufliche Ueberlassuug der Uniformstücke an das Uniform-Sammellager der Reichsbekleidungsstelle, Berlin, Neue Königstraße 65,66.
*— (Jeder Zentner Getreide ernährt 280 Menschen täglich!) Landwirte, helft uns siegen! Liefert Getreide ab. Die Lage duldet keinen Aufschub. Wir brauchen jeües Korn, auf daß der Feinde Hungerplan zerschellt. Trotz Bestellzeit müßt Ihr liefern!
Ein Rat an Zeitungsleser. Hebt^die Zeitungen mit wichtigen Bekanntmachungen auf! Sehr oft wird bei uns nach Zeitungsnummern gefragt, die eine bestimmte Bekanntmachung oder einen wichtigen Aufsatz enthalten. Wenn uns die Nummer nicht genau angegeben wird, so ist das nranchmal ein sehr mühevolles Suchen, das viel Zeit kostet. Arrßerdem sind auch oft bestimmte llium- mern vergriffen. Also Zeitungen 'oder Zeitungsausschnitte aufheben. ,
—* Den Zeitungen wird neuerdings leitend der Kriegswirtschaftsstelle für das Deutsche Zeitungsgewerbe dringend denthar sparsamste Verwendung des nur noch schwer zu beschaffenden Druckpapiers empfohlen. — Gegen die drohende weitere Erhöhung des DruckpapierpreiseS hat der Verein der ZeitungSverleger Stellung genommen. Es wird hervorgehoben, daß schon bei der letzten Erhöhung die äußerste Grenze erreicht wurde,, bis zu welcher die Verleger bei den Auswendungen für das Zeitungspapier gehen sonnten. Es werden Höchstpreise für Pap'.erholc usw. gefordert. Auf die Kriegsmichiig- keit der Presse wird besonders hingemiesen. — AuS vorstehenden Zeilen geht hervor wie schwer die ZeltnngS Verleger zu kämpfen haben, denn den bedeutend erhöhten Ausgaben fielen verminderte Einnahmeu gegenüber — Die Preise für Briefumschläge wurden abermals erhöht. Es beträgt nunmehr der Aufschlag 16ö Prozent über ben Friedenspreis. Aehnlich ist es mit den Papieren aller Art. Die Geschäftsleute usw. sönnen daraus ersehen, woraus die hohen Preise der Drucksachen zlcri'ickzu- führen sind. .
—* Das iitztschiissige Sauerkraut de« Industrie arbeitet« In den meisten ländlichen Haushaltungen wirb alljährlich so viel Sauerkraut eingemacht, daß im