WüchternerMtung
nit „Amtlichem Kreisblatt". — Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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Samstag, den 12. Mai 1917.
68 Jahrgang.
Amtliches
,Nr. 2850 K. A.
Nach § 82 der Kreisordnung bringe ich hiermit- e Beschlüsse des Kreistages vom 5. Mai 1917 jur Ügemeinen Kenntnis.
1. Anstelle des verstorbenen Fabrikanten H. F. Schäfer urde Schloffermeister Leonh. Schäfer—Schlüchtern als ertrauensmann zur Auswahl der Schöffen und Ge- fworenen für das Jahr 1918 gewählt. Die übrigen itherigen Vertrauensmänner wurden wiedergewählt.
2. Das feitherige Schiedsgericht für die Kreisrind- ieh-Versicherung:
Bürgerm. Siemon - Gundhelm, Inspektor Preiß —Vollmerz, Heinrich Blum—Sterbfritz
>urden wiedergewählt.
'3 . Als Mitglieder der Bullenkörkommission wurden Bürgerm. Siemon—Gundhelm, Bürgerm. Maienschein—Schwarzensels, Joh. Zirkel—Züntersbach,
und als Stellvertreter:
Inspektor Preist—Vollmerz, Landw. Otto Köhler—Schlüchtern,
K. A. Sekretär Schäfer- Schlüchtern gewählt.
4. In die Kreis-Ersatz-Kommission wurden gewählt
I. Mannschaftsumsternng:
a) als Mitglieder:
Joh. G. Kohlhepp—Schwarzensels, Bürgerm. Siemon—Gundhelm, Rentner Karl Walter—Soden, Beigeord. Gutermulh—SchsüKtern-
b) als Stellvertreter:
Bürgerm. Fink—Steinau, Joh. Zirkel—Züntersbach, Inspektor Preist—Vollmerz, Bürgerm. Stückrath-Schlüchtern.
II. Pferdemusterung:
a) als Mitglieder:
Landwirt I. G. Kohlhepp—Schwarzensels, Inspektor Preist-Vollmerz, Rentner Weiche!—Schlüchtern.
b) als Stellvertreter: Hauptm. Roth - Ahlersbach, Landw. L. Bolender—Schlüchtern, Amtsrat Keiser - Hundsrück.
5. Der Kreistag sprach die Erwartung aus, -das für Darlehen aus der Hess. Kriegshilfskasse in erster Linie die Gemeinde, in denen der Darlehnsucher wohnt, die erforderliche Bürgschaft übernimmt; er ermächtigte aber gleichzeitig den Kretsausschuß, bei Ablehnung des An-
! In eiserner Zeit.
Kriegsroman von Charlotte Wildert. 4
„Na," brummte Brixdorf, „solch liebreizendem Geschöpf gegenüber müßte auch das härteste Schwieger- paterherz erweichen."
„Haha, da kennst Du Vätern schlecht! Was der sich einmal in den Kopf gesetzt hat, das redet il)m feinet mehr rans. Das setzt er durch. Da gibt es kein „Pur- dou!"
„Ja, aber hör mal, Phili, weiß denn die kleine v. Brücken dou Deines Vaters Heiratsansichten?"
„Ach, mein Lieber, ob sie es iveiß, ich habe keine Atmung. Offen gestanden, ich glaube, sie weiß gar nicht, wie vernarrt ich in sie bin!"
„Ja, habt Ihr Euch denn noch nicht auSgespro- chen?"
„I bewahre, Franzel, biS jetzt noch mit keiner Silbe. Aber weißt Du, ich habe so ein komisches Gefühl hier in der Brust, so ein Gefühl, hier, wo die Herren Chi- "rnrgen behaupten, daß das Herz liegt, und dies Ge- fühl sagt mir: Sie liebt Dich auch, liebt Dich heimlich."
„O, Franzel, wußt ich es bestimmt, daß dies holde Wesen meine Liebe wirklich erwiderte, daß sie den Kampf ums Leben mit mir aufnehme? Schockschwerenot! Franzel, ich böte dem „Alteil" kouragiert die Stirn, meinetwegen könnte er mid) rauswerfen, enterben oder sonst alles mögliche. Ich hätte tatsächlich den Mut unb sagte: „Sie oder Keine!"
Das Gespräch der beidell wurde unterbrochen, als beim dritten Glockenzeichen das elektrische Licht aus- schaltete. Die Musik setzte ein, leise, zart, dann immer stärker werdend, bis unter brausenden, jubelnden Akkorden der Vorhang sich hob, und wie eine Märchen- «elt, in schimmernder, gleißender Pracht, ein herrliches
träges durch die Gemeinde, in geeigneten Fällen die Bürgschaft auf den Kreis zu übernehmen.
6. Die Aufnahme einer weiteren 6. Anleihe zur Deckung der Kriegsfimilien-Unterstützungsgelder bis zum Betrage von 500 000 Mk. wurde beschlossen.
7. In Abänderung der Bestimmungen der Kon- zesfionssteuerordnung voni 27. 3. 1901 wurde beschlossen dem § 4 folgende Fassung zu geben.
„Die Erlaubnis zur Konzessionserweiterung eines der im § 1 bezeichneten Betriebes ist mit einem Satze von 50 vom Hundert der nach 8 2 zu berechnenden Sätze zu versteuern".
8. Dem Beschluß des Kreisausschusses die Kreisbeamten und Beamtinnen, welche weniger als 2500 Mk. Einkommen haben, von der Krankenkassen-Versicherungs- pflicht zu befreien, wurde zugestimmt. *
9. Der KreishaushaltSvoranschlag für 1917 wurde genehmigt und auf den Betrag von
213 500 Mk. ordentliche
und 1880 000 Alk. außerordentliche Einnahmen und Ausgaben festgesetzt. Als Krei^abgaben sollen 28% der Realsteuern und 56% der Einkommensteuer erhoben werden.
Schlüchtern, den 9. Mai 1917.
Der Königliche Landrat. von Trot zu Solz.
Landwegebau-Unterhaltung für 1917.
Zur Vergebung der Anlieferung und des Zerkleinerns sowie aller sonstigen Arbeiten und Lieserungen, soweit solche für 1917 unbedingt notwendig sind, werden folgende Termine anberaumt:
1. Dienstag, den 22. Mai Vormittags 10 Uhr im „Löwen"' i« Schlüchtern % Schlüchü , ©On, £ roU, Ahlersbach, Hohenzell, Lindenberg, Niederzell, Klosterhöfe.
Nachmittags 4 Uhr in der Fehl'schen Wirtschaft in Wallroth für Wallroth, Hinlerfteinau, Reinhards, Breitenbach, Kressenbach, Röhrigs und Gomfritz.
2. Mittwoch, den 23. Mai Mittags 1L Uhr im „Weißen Roß" in Steinau für Steinau, Hustdsrück, Marborn, Bellings, Marjoß und Seidenroth.
Nachmittags 4 Uhr „Zum Hirsch" in Soden für Soden, Salmünster, Ahl, Romsthal, Eckardroth und Kerbersdorf.
3. Donnerstag, den 24 Mai Vormittags 9 Uhr in Gundhelm bei Löffert für Gundhelm, Hütten, Oberkalbach, Heubach, Ultrichshausen, Vollmerz, Ramholz und Hinkelhof.
Mittags 1 Uhr in Sterbsritz bei Schreiber für Sterbfritz, Oberzell, Weichersbach, Moltgers, Züntersbach, Altengronau, Jossa, Breunings, Sannerz und Weiperz.
4. Freitag, den 25. Mai Vormittags 9 Uhr in
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; Bühnenbild sich den Augen der Zuschauer bot. Im ; j Hintergrund der Bühne ein See, über dem zerrissene j 1 Nebelschleier lagern, hohe, steile Felsen zn beiden Sei- j I ten. Im Vordergrund hohe, gigantische Bäume, saf- । tige, grüne Wiesen, holde, duftige Blumenkinder. Die
; Musik setzt ein. Aus den mächtigen Akkorden wird eine Hmegenbe, schmeichelnde Melodie, und nun Hitschen lichte, zarte Elfengestalten zwischen den Bänmen hindurch, wiegen die schönen, schlanken Leiber nach dem Takte der Musik, fassen einander Hand in Hand unb führen einen Reigen, einen Elfenreigen auf. Die losen, lichten Gewänder flattern im Winde. Immer leichter wird der Tanz, immer rascher die Bewegnnaen der Elfen, bis plötzlich die Musik jäh abbricht und leise mib gefühlvoll neu einsetzt. Die Elfen sind verschwunden — spurlos. Da kommt hinter den kahlen, nackten Felsen hervor, weiß, blendend.weiß, eine wundersame, herrliche Gestalt: Liane Startell. Zart getönte, lose Gewänder bedecken den schön geformten Körper. Die Arme ausgebreitet, den Kopf vornübergebeugt, kommt sie im wiegenden Schritt weiter auf die Bühne. Und nun beginnt der Tanz. Kanin, daß die Füße, die in feinen, goldenen Sandalen stecken, den Boden berühren.
Der schmiegsame Körper biegt sich im Tanze, die losen Gewänder schmiegen sich dicht an die zarten, rosigen Glieder. Das lose Haar, das nur auf der Stirn dnrch einen Goldreifen gehalten ist, flattert um die Schultern. Nun wird ihr Tanz langsamer, immer mehr nähert sie sich der Rampe, plötzlich läßt sie erschöpft die ansgebreiteten Arme sinken, langsam neigt sie sich tief znr Erde nieder, und in halb knieender, malerischer Stellung, das Haupt gegen rohes, graues Gestein gelehnt, ruht die Königin der Elfen. — Bald kommt leise, sich in den Hüften wiegend, die muntere Elfenschar hervor, tanzt luftig um die schlafende, schöne Königin und bestreut sie mit duftigen Blumen, bis die Elfcnköuigiu erwacht und von ihren Elfchen mit in den luftigen, leichten Reigen gezogen wird. Und wieder beginnt der
Ulmbach bei Heil für lUmbadj, Sarrod, Rabenstein, Rebsdorf, Uerzell, Neustall und Klesberg.
Die Herren Bürgermeister wollen obige Termine im Interesse ihrer Gemeinde rechtzeitig bekannt machen lassen.
Schlüchtern, den 10. Mai 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
An die Bienenzüchter des Kreises Schlüchtern.
Der demnächst eintresfende Zucker wird verteilt für Altengronau und Josia durch Herrn Hegemeister- Strippe! - Altengronau,
für Station Sterbsritz durch Herrn Hauptlehrer Schüler, für Station Vollmerz durch Herrn Lehrer Pauli, Hinkelhof, für Station Steinau durch Herrn Assistent Sauer, für Station Soden-Salmünster durch die Herren Joseph Förster-Soden mib Lehrer Frischkorn-Salmünster, für Station Schlüchtern bei Herrn Kaufmann Johs.
Gutermuth.
Der Vorstand.
Eier-Ausgabe für die Stadt Schlüchtern.
Mittwoch, deu Iß. Mai, nachm. und zwar: von 2—4 Uhr für Fuldaer-, Hanauer- und Brücken- auerstraße, von 4—6 Uhr für die übrige Stadt.
Abgabe 3 Stück pro Kopf gegen Abgabe der Eier- kärten. Preis pro Stück 27 Pfg. Der abgezählte Betrag ist mitzubringen.
Einküufsstelle für den Kreis Schlüchtern.
Der Kreis erhält demnächst
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der etwa 10 bis 22 Mark. Bestellungen sind sofort an die Herren Bürgerme:^.. r zu richten, öir namentliche Bestell - Listen mit Angabe der Größe der Anbauflächen umgehend einreichen wollen. Bedingung: Der Mais darf nur zur Saat verwendet werden.
Schlüchtern, den 1. Mai 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
Sorgen der Landwirtschaft.
Es ist nicht zu leugnen, daß die ganze Gestaltung der Verhältnisse, wie sie der Krieg mit sich gebracht hat, mit schwerem Druck auch auf der deutschen Landwirtschaft lastet. Leider trifft man in den Städten vielfach die irrige Vorstellung an, als ob der Gutsbesitzer und der Bauer draußen auf dem Lande, ähnlich dem Kriegsgewinner in den Städten, in Ausnutznug der für ihn glänzenden Konjunktur, jetzt eine goldene Zeit durchlebe. Die so denken, verkennen die tatsächlichen Verhältniße
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Tanz. Diesmal zu Paaren. Wundervoll wirkt das Bild, inmitten der üppigen Bluinenwiese die zierliche, biegsame Elfenschar, in ihrer Mitte die herrliche bezaubernde Gestalt der Elfenkönigin. Jetzt schaltet der Elektrotechniker das bengalische Licht ein und die ganze Szene wird rosigrot beleuchtet. Ein vielstimmiges „Ah" geht durch beu weiten, mächtigen Zuschanerrmim. Ein Raunen und Flüstern. Und wieder ist alles stumm. Wie gebannt hängen alle Augen an dein herrlichen Bilde. Die Elfen lassen sich zur Erde nieder, in groteSfer Haltung lehnen sie an Baumstämmen unb Felsgestein, und die Elfenkönigin tanzt weiter, in rhythmischen Bewegungen dein Takte der Milsik folgend. Frei war ihr Tanz von allem Zwang, aller Steifheit der jüngeren Ballettschule. Hingebungsvoll gleich den schivingenden Musikklängen schwebte sie dahin, bald sich tief zu den Elfen herab» neigend, bald den Schleier hoch über das wehende, schwarze Lockenhaar schivingend. Nun setzte das bengalische Licht aus. Der Mond schimmerte durch den immer dichter sich zusanunenzlehenden Nebel. Die^Lom- penlichter erloschen, nur der bleiche, magnetische Schiin» mer des Mondes erhellte die Bühne. Nun, als die Tänzerin dicht vor die Rainpe trat, warf der Lichtstrahl ibre Gestalt als scharfumrissene Silhouette auf die weiße, jetzt dichte Nebelwand. Ein prachtvolles Bild. Gespannt folgte das Publiknin den Bewegungen der Tänzerin. Immer schneller wird ihr Tanz, immer rauschender die Musik, immer rascher die Wendungen des wallenden Schleiers. Jetzt schweigt die Musik. Langsam, feierlich Hallen 12 Glockenschläge durch die tiefe, beklemmende Stille, der letzte Ton verklingt, leise, zitternd. Die El- fenfönigin bricht jäh im Tanze ab, der Nebel wirb immer dichter, die Elfen sind verschivunden. Jetzt ein Hahnenschrei aus der Ferne — und die schöne Gestalt zerfließt in Nebel, der jetzt schwer und düster, wie ein dichter, weißer Schleier über der ganzen Szene liegt. Die leisen, klagenden Töne der Musik endigen mm m einem wunderbaren Filiale. Der Vorhang fällt. 235,18*