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mitAmtlichem Kreisblatt". Wochenbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag, preis mitAreisblatt" vierteljährlich 1,50 Ht Anzeig?» kosten die ' ein ^ü; ^ ? - n Raum<2 pfg.

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Samstag, den 5. Mai 1917

68. Jahrgang

Amtliches

Bekanntmachung.

Der allwöchentliche Amtstag am Montag Vormittag tb auf Anordnung der Königlichen Regierung bis weiteres aufgehoben.

Rücksprachen mit dem Amtsvorstand sind einzelfällig

cher nachzusuchen.

Schlüchtern, den 27. April 1917.

Königliches Katafteramt gcz. M o m s e n.

-Nr. 45)8. Das Gesamtergebnis der Zeichnungen die 6. Kriegsanleihe im Kreise Schlüchtern belauft auf rund 2/200,000 Mk. damit ist das Ergebnis er der früheren Zeichnungen übertroffen worden. ff Ich. nehme hieraus Veranlassung allen Zeichnern ßivic allen den Personen, die um den Erfolg des DeichnungSergebnisses bemüht gewesen sind, zu danken.

..,| Schlüchtern, den 3. Mai 1917.

Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.

M Gevmtsiag öcsKrouplluzcll.

| All! sechsten Mac prangt mitten im Ltlupmlonsgebut » Westens eine rinne sranzopiche totaot tut ue]anlb«itu i'IOa/nua.. Man horr me Julianen heruo^roonmru, le mmujhoitlch G!ju» Gcußc mu oun yomb wiajjiui; bei deusicye ^tlOgluue wu.oen, uubttlimuuU|ll]UigUUie uiblingsgmanbvii um Fenster uno Pjorten. Punuuch m giwoijnun Mvrgcu>mnoe um uu yocygcwach>cllcr, linket Ojsezier aus gri^mnaut. Pur penaus in . ocn liotgtn. Ler l'uur le iutnie am tzats, ou Gc!wr^i.s- bzelchru uno Oie bionbe ^ugiub seuur juaffui Er- heenung willen Wie eine Vercorpecung LujeS Millers ktbst, in bem bit uuveioiuua,ie ^uguibüaji oes mtschen Volles so Ungeheures 'geeeesere yut. Uno wo : stcy an bie]iu^agiu zuge, im Aueo zur Froue lijleiiö, zu Fuß uu Gcspeacy mit Oui Gemrueen ouiai lechgescxlvaezll-, von ms Kruges ^eesevrungswul be> fugre Gasten schreleeno, uberuu oiungi pd/s »yne env Jigeji, je ergrau uno jevyelch, Oanibur uno begeeseerr : uua, Kaeserelche Hoyell wer giaiuiitun zum nouirsiag !"

Aue ,erstere Real vvllUedet der Kronpreuz des Deut- in dieses UUU von PreUßen jeue |Un)UUeVulbig]n5 edenszahr. Er vegeye aas ^est pm,e »re jelleeue Möilett, Buten PatUlS Uueer VIII AUUOxn im ^un|e pihve ^noih, iun in dem Neuen, alt VUUeN uu] ou inbli^eii ^uOel- ai Po^soulNü so rem-ell, i)niuu,ni Laneyuus. Ww

Kriegsroiuan von Charlotte Wilbert.

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Du bist unerfahren, Phili! Paffe mal auf, was Dir setzt sage. Später, iveim die Presse von dein chmählichen Verrat der Engländer an uns Deutschen erichtet, bann denke an Deinen alten Kollegen Berger »ruck! England ist der personifizierte Neid! Deutsch- mib überflügelt es in allein, in Kultur, Handel und isseuschaft. Und mit seinerWeltflotte" kann es die msenge ivohl aufnehmen. Unsere blaüen Jnngens fres- n> die englischen Matrosen mit Haut und Haar. Und eh, das ivurmt und nagt an England, daß es den beut- chen Fortschritten ruhig zusehen muß, es ist ja zu feige, os offen eine Fehde zu erklären, nun wird es bei dieser elegenheit auch mit den Anderen den Stein auf uns werfen. Aber so wahr ich Soldat bin, deutscher Sol- bat, ich sag« es bei meiner Ehre: Dieser Stein wird abprallen an dem Felsen der Einigkeit, der Kraft und des deutschen Mntes, er soll und wirb abprallen und Rückschlägen auf unsere Feinde, und diese zermalmen und vernichten; eher woHen wir nicht ruhen bis die ganze Sippe, die ganze heimtückische Bande zu unseren Füßen liegt l Es wird ungezählte Opfer fordern, dieses Werk, aber ich weiß, daß es nicht umsonst geschieht. Phili, ich sage Dir---"

Gott, Du bist ja rein Feuer und Flamme!" unter­brach jetzt Leutnant Gordis den erregten Redestrom Ber- gers,man meint, Du wärst schon mitten im Gefecht und stürmtest drauf los. Das ist ja recht schön-, aber hör mal, das mit England will mir nicht recht in den Kopf hinein."

Sooo! Als ob sich der alte Berger schon einmal getäuscht! Dieser Grey, dieser verschlagendste aller Di­plomaten! Meinst Du vielleicht"

In demselben Augenblicke wurde Berger inmitten seiner Worte durch den Eintritt mehrerer Herren im* Erbrochen. Noch eint Weil« plauderten sie über andere

jeden einfachen Soldaten des großen Volksheeres findet ihn der Tag im Felde, in schlichtem Feldgrau, in treuer Pflichterfüllung. Findet ihn bei ernster Arbeit zur sieghaften Abwehr der , auf Deutschlands Zertrüm­merung sinneuden Feinde. Sein dritter Geburtstag im Felde! Noch immer hat das trotzige Wort seine Geltung, das er selbst vor drei Jahren unter ein Bild schrieb:Wir stehen still aus Posten im Arme das Gewehr Im Westen und im Osten viel Feinde und viel Ehr". . . Zu der Ehre im Westen Hut der jüngste Wmeeführer das Seine redlich beigetragen. Wie unter deu Siegen des Vormarsches die Schlacht von Longwy, der Fall von Montmady unlöslich mit seinem jungen Ruhm verknüpft sind, so wird die Geschichte mit der besonnenen und kraftvollen Abwehr feindlicher Uebermacht auf gewonnenem Boden seinen Namen eng verbinden. Und wer in kommender Friedenszeit vom wiederhergestellten Turm von Montfaucon von dessen zerschossenem Glockenstuhl der Kronprinz so oft, die Granaungrüße mißachtend, die feindlichen Linien be­obachtete hinüberschaut nach dem unheimlichen Dunkel des Argonner-Waldes, der wird der unerhörten Zähigkeit der Kämpfe gedenken müssen, die hier unter des deutschen Kronprinzen Leitung gegen einen- tapferen Feind, der im eigenen Lande mit allen Listen und Hilfen focht, durchkämpft und durchlitten worden sind.

Der älteste Sohn des Kaisers, dessen sportliche Neigungen weite Kre^e häufig in den Vordergrund des Interesses rücken zu muffen glaubten, hat eine gute müüdrille Schule hinter sich. Grosgeworden in der strengen Zucht aktpreußischer Traditionen, sehen wir ihn dann .an der Spitze seiner Potsdamer Grenadiere, seiner Leib - Eskadron des Regiments der Gurdes du Eorps und später aes ranziger uuw Husar. Willig und gern teilte er Mit seinen Untergebenen Freuden und Härten des Dunstes. Seme ostefie, aller Pose fremde Liedens- würdlgtcH sein helleres, freies Wesen gewannen ihm iM Früge die herzen feiner Soldaten. Alle, Offizier wie Maien, schützen den fröhlichen, frischen Kameraden. Danzigs Hu sauen rühmten den tühnen Reiter und firaumeen woi^mandeur, der sein RegiUient in allen Lagen trefflich führte.

)Uie Art eines ruitsligeii Krieges freute der fürfeirche peegUlielUSjiihrer sich wo^e aiwiiS vor, uis mooeeue wechitit ihre gefeuuete. ^n nein von ^lu uiegriebuu aiw aurey zwee lverrooaa ^e.reeige p^ue ^aao ve* reicherrele luujauucu Welt^emjchmua ue Waffe. " fchried er ron Hhee t/uiuluiuue;Wer |0<p,t rreeaae miigeilUVH hal, für den gUts lneyes «.e^daer^ au, rer Wert, tUiv auch. bleu, uns ee,a,e.ur rein ea,een Ouiuis- Uiann fchdt.er : Wenn ams Ouy daSfeldr .,., narr-Man

nebensächlichere Dinge. Dann verließen die beiden den Ranchsalon, um sich wieder in das glänzende, rauschende SemiiljI der Festgeseltschaft zu mischen. x

2. Kapitel.

Das Königliche Theater war bis auf den letzten Platz dicht besetzt. In dem kolossalen Raum herrschte eine schivüle Atmosphäre. Die Luft war durchräuchert von den starken Pariser und Orientalischen Parfüms, das den eleganten Weltdamen entströmte. Wie das lvogte und rauschte.' ileb-erall lachende, strahlende Ge­sichter, nickende Plenrensen, tiefe Decolieres, kostbare blitzende Geschmeide. Elegante Herren, alles Kavaliere, mit glatten, höflichen Worten und meltmäiuiifajen Ma­nieren. Die Damen fächelten sich graziös mit kostbaren Perlenfächern Kühlung und tauschten gegenseitig Be- grüßungsformeln. Die ganze Noblesse war vertreten. Auch die Majestäten sollten der Vorstellung benvohnen, doch bis jetzt war die Hofloge uitbef^L Heute war Eh- reuabend, so eine Art Benefiz der berühnlten Ballett- diva Liane Startell. Alles war gespannt und erregt. - Man wußte, dieses Auftreten der Tänzerin würde ivie- der eine Glanzleistung sein. Alles blickte plötzlich hinauf nach der Hofloge, an deren Brüstung jetzt die Prinzessinnen und die Majestäten erschienen, lächelnd hinabgrüßeild. Nach einer minutenlangen Stille be­grüßte die hohen Herrschaften ein donnerndesHurra". Und schon klang schrill zum ersten Mal die Glocke, ein Zeichen des baldigen Beginnens der Vorstellnng.

Im Foyer des Königlichen Theaters traf Leutnant Gordis mit seinem Freunde, Graf Brixdorf, zusammen. .

Na, Franzel, »vas hast Du denn vorgestern Abend mit der schönen Startest verhandelt?"

Ich? Bist Dir toll, Phili! Ich, nichts!" .

Na, ich meine, Du hast doch mit ihr gesprochen?"

Ja, ja," sprach Brixdorf, erregt mit der Hand durch das dichte, krause Haar fahrend.Gewiß, ich sprach mit ihr, aber nicht lange. Uebrigens blieb ich nicht lange dort, punkt 1 Uhr lag ich schon zu Hüüje rp d« Klappe." _

am Ende des schnellen Laufes bem Feind' entgegenreitet, und der Kamps, für den wir geübt und erzogen, ein' setzt; der Kampf aus Leben und Tod. Wie oft bei solcher Attacke hat mein Ohr den sehnsüchtigen Rus eines daherjagenden Kameraden aufgefangen: Donnerwetter, wenn das doch Ernst wäre! . . . Reitergeist! Alle, die rechte Soldaten find, müssend fühlen und wissen: dutce et decorum est pro patria moiü". . .^, Solche Attacke - ist selten in diesem Kinege geritten worden, in dem sich nun Deutschkalid utsißapen so wundervoll be­wahrt hat. Der Kronprinz selbst aber hat den sorschem Reitergeifr zügelii müssen und, mit deni Generalstabschef und den Generalen über die Karten gebeugt, die ver­antwortungsvollen Enlfcheioungen des Führers Monate und Jahre lang zu treffen gehabt. Das übt in jener entsagungsvollen Geduld, die ein künftiger Herrscher besitzen uiuß. Jahre des Krieges -- Jahre der ernstesten Lehre. So hat sie der Kronprinz ausgesaßt und genutzt. Aus bem jungen Reilerosskzier, bei wuchtenden Auges, die Sporen am Gurt, im Gras der Ostfeebünen seinem Schimmel die Zügel ließ, i|t im Angesicht des Argonner Waldes und ver Fefte Verdun deh oefoiinene junge General geworden, der geduldig am Scherenfernrohr -des Feinoes ferne Bewegung verfolgt; u^ un Pflicht- gefiihl des Fürsten uiio Führers, neh oem Wvht uno Wehe der Laufende, die unter umi fechten, UltivsUch verbundeii fühlt; rer mu feohenr ^uuiioon oen be- fraubten Siegern das Eifentreuz anhefier uno mn. mit-, dein Lropfpeuch iiiunujcm draven Dnrfcheii im. Lazarett an der Maas die ^uird gehaueir hat, bis ous Auge vom ^ooe gebrochen iuui; der an der üpiyt fei».er tapferen Heeresgruppe geruoe in oiefen ranepfesfchwerea Lagen des erbitierrireit juuycny um die Lnoeinfa^eionng ^»tz-W^rrrungeS. une». ftMwiiu^ii ^Nt^Yt^nhstu.rsnehetr an der Aism ükw in der Lheunpagiie aid^ bieree und I»e »um scheitern bringt.

t£in Kroiiplinz i|t ein Versprechen an die Nation.

Aus eliiee reinen uub frohen ^ngeno ifr iNi deurfa-eti Thronforger ein rea^rer feurirr Lrann riNPorgewua^f^n, fertich uno luipeiuui gefuno, froh in oer ^»rbe gum bellen, ernft un Bewußtsein orr ipsrccht uno Leraiu- ivorrang. Ler luiiyc uno ljutle jxiivy hat diefer fugend oie tetzte Prüfung uuferwgt. i_ym LuerteNt, oie feinern fchlichren Wesen |rruutgl> aber un oivig, mir au ben Braoeil |wul AriUee toohioepuNorN zu hüben, wird er heiNiiehreu als ciigu. ouiv vuy wNNfeheN wir heute oon ^.^rzru, Uitv grupeli den KüiferfohN unO jungen u^vijxiiu ur o^urfe^er zuut, oie utifeleo xeotleS. fehlorrue Zeit von aurt. ^u,tuae,r gereriiige hui.

So so," lachte Phili,da habe ich länger ausge- halten. Famos amüsiert. Du, der Heiinbach ist ein wahr­haft gesellschaftliches Genie. Dieses Fest war ja einfach brillant arrangiert. Der hat Ideen! Und feine Künstler-Passion I Kurios! Der alte Soldat spricht ivis ein Junger von zwanzig Jahren. Und ein Feuer hat er, das ist einfach unglaublich."

Der niedlichen Kointeß Wildeubruch hat er vor­gestern derartig den Hof gemacht, daß ihr Verlobter, der lange Graf Hessen, ordentlich ivüteud mürbe und früh-, zeitig aufbrad). Der blödsinnige Bruder nahnl die Ge­schichte natürlich gleich tragisch anf."

Du," rief da plötzlich Franz von Brixdorf.Es hat schon geschellt. Da, hör'noch mal. Herr,e, da heißt es sich sputen, sonst verpassen-wir den Anstifig. Bin übri­gens gespannt, ivas es gibt!

Beide hatten in einer reservierten Loge Platz genom­men, und Phili betrachtete sich nun allgelegentlichst durch sein Opernglas das Publiknin.

Sieh doch, Franzel, da unten, rechts in der dritten Reihe, die kleiire v. Brücken! Die, in dem süßen rosa Kleidchen. Ist es nicht ein reizender Käfer?"

Brixdorf beobachtete die junge Daine mit feinern Glas, dann zog er die Augenbrauen hoch und sagte:Don­nerwetter, schönes Geschöpf! Bist wohl verliebt in sie?

Phili schnitt eine wehiuütige Grimasse und seufzte konrisch auf.

Hat sich was mit bem Verlieben! Das heißt, ich bin es schon, bis über die Ohren sogar, aber mein Alter, weißt Du, der erwartet als Schwiegertochter nichts anderes als eine Gräfin oder sonst so Eine. Liebe: Nebensache. Adel und Reichtunt: Hauptbedin« guug. Das ist Vaters Devise in Heiratsangetegen- heiten seines Herrn Filius. Lilli von Brücken ist aber arm. Ihr Vater ist Major bei unserem Regiment. Ver­mögen hat sie doch auch nicht und da kannst Du Dir das übrige ja auch schön beiden." 235,lö*