Die Herren Bürgermeister, denen ich die für etwa 200 Unterschriften eingerichteten Urkunden in den ersten Tagen zugehen lasse, crsnchc ich wegen der Veranstaltung der Goldmünzen - Sammlung und der Einholung der Unterschriften aller Haushaltungsvorstände das Weitere nach Verständigung mit dem Herrn Pfarrer und Lehrer alsbald zu veranlassen und mir über den Erfolg ihrer BemühungenEhis zum 1. Mai d. Is. zu berichten.
Schlüchtern, den 22. März 1917.
Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
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Nr. 1503 2 17. C. 1. a
Zur Vorbereitung der für den Sommer 1917 vom Kriegsministerium in Aussicht genommenen Wettkämpfe im Wehrturnen für die Jugendabteilungen der militärischen Vorbildung der Jugend gibt das Kriegsministerium solgendeS bekannt:
1. Einteilung der Kämpfe.
Es finden statt:
Weitere und engere AuSscheidungskämpfe in den einzelnen Jugendabteilungen iJugendkompagnien).
Endkämpfe innerhalb der Kreise pp.
2. Zeit:
, Es werden ausgetragen:
Die AuSscheidungskämpfe bis 4. 6. 17.
die Endkämpfe bis zum Beginn der Ferien und der Ernte.
3. Zulassung:
Die Beteiligung an den Wettkämpsen ist eine freiwillige. Jedoch wird erwartet, daß alle Jung- mannen an den weiteren Ansscheidungskämpfen teilnehmen.
Voraussetzung für die Zulassung ist, daß^
a) die Jungmannen mindestens seit dem 1. 4.1917 einer Jugendabteilung der militärischen Vorbildung der Jugend angehören und an diesem Tage 16 Jahre alt sind:
b) geschlossene Jugendabteilungen von Vereinen gemäß Verfügung vom 29. 12.1916 3k. 1672 12.
16. CI a ihre Unterstellung unter die Aussicht der stcllv. Genkdos. bis zum 1. 4. 1917 beantragt haben.
4. Gegenstand der Wettkämpfe:
A. Fünfkampf:
Pflichtübungen: 1. Hindernislaus,
2. Handgranatenwerfen,
3. Weitsprung,
4. Schnellauf über 100 m,
Wahlübungen: 5. a. Turnen am Reck oder
b. „ „ Barren oder
c. Hochsprung oder d. Stabhochsprung oder
6. Schwimmen.
Ausführungen zu A 1—5 d im allgemeinen wie bei den Wcttkämvfen 1916 (veröl. Vers, vom 29. 5. 16 Nr. 3303/5 16. 61 b Anlage).
B. Entfernungsschätzen.
C. Schnellseh- und Meldeübnngcn.
D. Gruppenwettkämpfe (wie 1916 und außerdem Fanstball.
An den Uebungen A—C hat sich jeder an den Wett- kämpfen zugelassene Jungmann zu beteiligen.
5. Wertung der Kämpfe:
Die Wertung erfolgt einheitlich nach Punkten. Das Kriegsministerium wird eine Wertungstafel hierzu aufstellen.
Mit den vorbereitenden Uebungen für die Wettkämpfe ist in den einzelnen Jngendabteilungen bald zu beginnen. Ihnen ist die Hälfte der verfügbaren Zeit einzuräumen.
Ueber die Ausgestaltung der Wettkämpfe und die Bereitstellung von Geldmitteln wird demnächst ausführliche Verfügung ergehen.
Berlin, den 19. 2. 1917.
Kriegsministerium.;
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J.-Nr. 2817. Die Herren Bürgermeister ersuche ich vorstehenden Erlaß den Führern der Jugendkompagnien bekannt zu geben und wiederholt zum Eintritt in die Jugendwehr aufzusordern. Die Herren Kompagnieführer werden ersucht, die vorstehend erwähnten Uebungen zu pflegen und mir in 4 Wochen zu berichten, ob sie mit den Mannschaften an den Wettkämpfen teilnehmen wollen. Ich hoffe, daß die Jungmannen und Führer in diesem Jahre bei den Wettkämpfen nicht fehlen werden.
Schlüchtern, den 20. März 1917.
Der Königliche Landrat. von Trott zu Solz.
Vaterländischer Frauenverein.
Wir laden alle unsere Mitglieder und Freunde auf Sonntag, den 25. März 1917, nachmittags 3 Uhr, zu einer Versammlung im Hotel zum Stern in Schlüchtern ergebenft ein.
G e g e n st a n d :
1. Der Vaterländische Hilfsdienst der Frauen.
2. Ausruf zur Mitarbeit in der Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenen - Fürsorge. Redner: Herr Pfarrer stürz, Salmünster.
Ferner wird die Frau Vorsitzende des Hausfrauen-
vereins in Caffel, Frau von Arenstorff, über die Arbeit dieses Vereins berichten.
Der Vorstand des Vaterland. Frauenvereins
Frau von Trott zu Solz.
*«waMMBB»*...........
Wart Ihr dabei im Schützengraben, bei eisiger Kalte, bei glühender Hitze, in Lehm und Dreck, in Nässe und Regen, wenn nach wochenlangem höllischen Trommelfeuer der rasende Feind zum Sturme rannte und an unsrer Helden sieghafter Wehr sich blutige Schädel holte?
Wart Ihr dabei im einsamen Unterseeboot, weit draußen im j . unendlichen Meer, in Sturm und Drang, O in Not und Tod, auf erfolgreicher Jagd nach dem Sngländer?
Wart Ihr dabei wenn unsere Flugzeuge und Zeppeline sich trutzig und verwegen den feindlichen Geschwadern entgegenwarfen zum Schutz unserer Kinder, Frauen und Greise, unserer blühenden Städte und Dörfer? •
So seid wenigstens jetzt dabei wenn es gilt, im sichern Schoß der Heimat ohne Gefahr für Leib und Leben am große: Ziele mitzuwirken. Es geht der- Sntscheidung entgegen! Wer Kriegsanleihe zeichnet, vei kürzt den Krieg, beschleunigt den grieber Wer aber jetzt noch dem Vaterland engherzi sein Geld vorenthält, demselben Vaterland dem unsre Söhne, Vrüder und Väter
unsern Feinden.
Die 6. Kriegsanleihe ist eine Ehren-Urkunde, die jede besitzen muß.
Abgabe von Kleie für die Schasböcke.
Die Schäfer der Gemeinden können als Fuiterbei- gabe für jeden Schasbock 20 Psd. Kleie (Kornkleie) erhalten und gegen Bezahlung (Pfd. 85) bei Herrn Ludwig Hildebrand hier in Empfang nehmen.
Schlüchtern, den 23. März 1917.
Der Vorsitzende des Kreis - Ausschusses.
Lokales und Krovmjielles.
Schlüchtern, den 23. März 1917.
—* Zeichnungen zur 6. Kriegsanleihe nehmen auch die Königl. Regierungs, Haupt-, Kreis- und Zollkassen entgegen.
—* Der Küfer Kaspar Blum von hier wurde wegen treuer Dienstleistung und Tapferkeit vor dem Feinde zum Gefreiten befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
—* Wie wir erfahren, haben die Verwaltungsorgane der LandwirtschaftlichenZentral-DarlehnSkasse für Deutschland beschlossen, für die Zentralkasse und die ihr angeschlossenen Spar- und Darlehnskassen- Vereine (Raiffeisen- Organisation) zur 6. Kriegsanleihe vorläufig 75 Millionen Mark zu zeichnen. An den früheren Kriegsanleihen ist die Raiffeisen - Organisation insgesamt mit 363,5 Millionen Mark beteiligt.
—* Eomfrcy und seine Bedeutung für unsere Viehhaltung. Die Kriegszeit lenkt unsre Aufmerksamkeit besonders auf die Erzeugnisse, die für die Viehhaltung Erleichterung schaffen. Wo in diesem Frühjahr die Kartoffeln fehlen, ist es mit Freuden zu begrüßen, daß uns ein wertvoller Ersatz in dem Comfrey geboten ist, einer Futterpflanze die zwar feuchten Boden bevorzugt, jedoch auch der größten Trockenheit Stand hält. Jede kleine Ecke beim Hof, unter Bäumen oder im Garten, wo nichts anderes mehr wachsen will, kann durch Com- frey ausgenutzt werden. Auf 30—40 cm Abstand gesetzt, hält die Pflanzebei guter Pflege über 20 Jahre aus. Com- frey überdauert den strengsten Winter ohne Bedeckung.
Selbst in diesem Frühjahr zeigten sich schon Mitte M
b.c Sprossen. Anfangs April erfolgt der erste Schn
Kurzgeschnitten, gebrüht und mit etwas Kleie oder M vermischt, liefert Comfrey ein ebenso bekömmliches » nahrhaftes Futter für Schweine. Gleich g7rn wird von Ziegen, Kaninchen und jungen Gänsen genomnj Für Bienen ist es eine gute Weide. Am besten n einzig dastehend ist es für Schweine, weil das SchmM
andere Tier ein weiches saftiges Grüit fu er liebt. Comfrey ergibt von Anfang April M Oktober 5-6 Schnitte, sodaß man stets Grünfutter E» wird im Frühjahr gehackt und gcpuddelt, im HeM kann man auch mit Aliit düngen. Einmal gepflanzt 4 f)at man die Pflanzen für immer 1 Schade, daß sie nicht schon mehr eingebürgert hat, die Schweinehaltung bis kleinen IRannes würde bedeutend erleichtert ist es noch Zeit zur Pflanzung. Ratschläge und M M teilungen aus eigener Pflanzung erteilt bereitwiLM Lehrer Zinkhan, Breunings.
* Elm. Dem Ulanen Adam Rüster, im 2. baue®' ifctien Ulanen - Regiment, wurde wegen hervorragendM? Tapferkeit vor dem Feinde das MilitärverdienstkreW
Klasse mit Schwertern. verliehen.
* Niederzell. Am Mittwoch abend fand im arofJ S^le der Gastwirtschaft Staaf ein Familienabend statik der vom Heimatbund in Schlüchtern veranstaltet morde!« war. Zahlreich waren die Teilnehmer aus Niederrel!«» und Bellings erschienen. Als Redner waren vom He» matbund die Herren Straßenmeister Lüders und Sem.U Oberlehrer Keller aus Schlüchtern geschickt worden. RaW dem Eingaugsl-ed „Wir treten zum Beten", das dem Schulerchor unter Leitung von Herrn Lehrer Fisch-k le>n in mustergültiger Weise vorgetragen wurde, nach einleitenden Worten von Herrn Fischlein, die beml Sinst der Zeit galten, ergriff Herr Lüders das Worll »u Vortrag über „Die Flucht aus Ostpreußens und die Russengreuel" während des Einfalls in dieserk Provinz. In lebendiger Weise wußte der Redner biel jalllreidje Zuhörerschaft zu bannen. Man merkte gleich, daß hier ein Mann sprach, der mit dabei gewesen war W " ^ “« Ä und s-s-h°" h-U-. D- hört" SSH von der schrecklichen Flucht der Landleute zu Wagen k
^^'A^ße, von den Leiden und der Not derk Flüchtlinge. Da hörte man in ergreifenden Worten biel e^Uberung der Flucht mit der Eisenbahn, die bei! Jtebner fe(b|t mitmachen mußte, von dem Getrenntwerden I von Mutter und Kindern, von dem Uebernachten int H^ssn und Straßen mitten im Winter. Da hörte man! von dem Elend der Heimkehrenden. Hab und Gut I mären verloren, die Häuser verbrannt und verwüstet, I bie Ungehörigen nach Sibirien verschleppt oder getötet. I Die wirkliche KriegSnot wurde da jedem Anwesenden L dn^Ä^Ä^r ^ $eW ber Dankbarkeit wurde I
n wach, dafür daß unsere Heimat k von einem derartigen Geschick bewahrt worden ist. Jeder i Zuhörer hat sich da das Gelübde getan, seiner Dank- I barleit durch treue Pflichterfüllung sich, seinen Mit- I menschen uiid dem Vaterlande gegenüber Ausdruck zu I w ws cranf^en, ?" Herzen gehenden Ausführ- | ungen des Redners wurden durch zahlreiche Lichtbilder I erläutert. Reicher Beifall wurde Herrn Lüde s zuteil I Mer über „yte Notwendigkeit des Gelingens der neuen I Kriegsanleihe . Er führte in anschaulicher Weise aus I wozu die gewaltige Summe von 15 Milliarden Mark I unbebingt notwendig ist. Er zeigte, daß wir bei einem I Nationalvermögen von 375 Milliarden Mark diese I Summe aufbringen müssen können, daß die bisher ae« gebenen 47 Milliarden Mark keine Abnahme des Nationalvermögens bedeuten, da das Geld an die Bevölkerung als Gewinn und Arbeitslohn zurückfliekt und
11 e,., diese 6. Kriegsanleihe aufzubringen. Diese An- I strengung muß Erfolg haben, damit wir siegen, damit im Jahre 1917 noch der ersehnte Frieden kommt. Jeder, arm und reich, klein und groß, muß sein Geld, ob viel
Ä.i“ ®er ü9unS stellen. Das ist unbedingte S ecnnftcn Mit dem Wort Hindm- burgs. „Wir wollen und wir werden es machen — S " ^^d der Redner. In laut-
härten die Teilnehmer die Ausführungen des Redners an. Sie sind hoffentlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Auch Herrn Keller wurde reicher Bei- Är^alles" ^^schland, Deutschland öeuliir ? -ber J^on verlaufene, ernste Abend. * Bellings. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse mürben ausgezeichnet: Johs. Hildebrandt, Schmied in einem Artillerie-Regiment und Ferdinand Appel in einem Jnfanter.e-Regiment. Letzterem wurde vor einem Jahre die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. 9
.^^enes Glück ward dem Kir- chenaltesten Nikolaus Weitzel und seiner lieben Ehefrau beschleden. Am Tage ihrer goldenen Hochzeit sahen sie ihre sämtlichen Kinder und zahlreiche Enkel, 27 an der o u ^venkel um sich versammelt und das in einer so viele Familien große Lücken gerissen hat. Diesmal hatte das Vater- und Mutterhaus, an das sich die schönsten Erinnerungen knüpfen, gerufen, und so waren aus dem Felde und von außerhalb die zerstreuten Glieder der Familie der Heimat zugeeilt, um dem Oberhaupte an diesem Tage ihre dankbare Verehrung ent- gegenzubringen. Aber auch die übrige Gemeinde beteiligte sich an der kirchlichen Feier des Tages und der Umstand, daß auch die vier Pfarrer, unter welchen der Feiernde sein Kirchenamt geführt hatte und noch führt,