chlüchternerKitung
mit „AttltlichW Krei^blatt". — Woche,Ibtilagc: Illustriertes §mlntegsb!atl.
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Erscheint Mittwoch und Samsiaa preis mit „Areisblatt" vierteljährlich 1,50 7N? - Anzeigen kosten die klein: Zeile ober deren Raum 12 pfg.
£24
Samstag, Den 24 März m7
68 Jahrgang
Die im 67. Jahrgang erscheinende Schlüchterner Zeitung mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreiterte Zeitung im Kreis? chlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finden Inserate in derselben wirksame Verbreitung.
daher in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quanalswechsel vermeide» will, bei wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postanne bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Postabonnenten, «velche bis spätestens 31. März unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, _ daß ihnen unsere Zeitung von, 1. April 1917 ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestell«,
miß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlleserung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Post Mußali und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, AbonnementsMestellungen auzunehmen.
Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit dem 1. April 1917 beginnende neue Vierteljahr labet freundlichst ein
du Expedition der „Schlüchterner Zeitung".
Die 6. Kriegsankeihe ist der Kraftvemeis des deutschen Votlies.
Amtliches
I .-Nr. 3022. Alle Anfragen, Berichte und Gesuche in Angelegenheiten deS „Vaterländischen HilfSdienites (Ge- lfe uom 3. Dezember 1916) sind an das Königliche Landratsaiut zu richten.
I Schlächtern, den 23. März 1917.
I Der Königliche Landrat. J. V.: Schuilheis.
I Bei der Heranziehung von Hilssdienstpflichtigen zum Mterländischen Hilfsdienst find Anträge aus Befreiung von ■er Versicherungspflicht dann nicht ausgeschlossen, wenn |s sich um ältere und bisher nicht gegen Entgelt be W ästigte Personen handelt; diese Anträge müßten mit Kev Behauptung begründet werben, daß die in die Arbeit Eintzstrerenm nur zu einem geringelt "eile arbeit? Whig Oen7 Dei« Anträgen tarnt u,, ; .jurtinun, tug der Armrnverbände entsprochen werden. Um Miß- «rauchen vorzubeugen, wollen bie' Armenverbände von liefet ihrer Befugnis im öffentlichen Interesse in besonders vorsichtiger Weise Gebrauch und die Zustimmung zur Befreiung von einer genauen Prüfung des - Einzelfalles ldhängig machen, sie aber überall da versagen, wo der Berbadjt eines MißbrauchS besteht
I. Nr., 288!. Die neuerdings in größerer Verbreitung ausgetretene Räude der Pferde gibt Veranlassung, die Bevölkerung mit dem Wesen, der Weiteeverbreilnug, den Krankheitsinerkmalen, der Anzeigepflicht unb der lieber tragbarkeit bet Krankheit auf Menschen bekannt zu uiachen.
Wesen und Weiterverbreitung.
Die Räude der Einhufer sind ansteckende, durch kleine, mit bloßem ginge kaum oder gerade sichtbare Tierchen
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Jm Schatten der Ueterpautsfrstnng
Soman von Hermann Gerhardt.
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„Litfäckoff!" sagte Mischa, der ihn juerft bemerkt hatte „Was in aller Welt hat der hier zu suchen?"
„Ah, da sind Sie ja," lautete die verbindliche Be- Srüßung. Der Russe nahm die Mütze ab und verbeugte sich tief vor der Dame. „Ich tomme gerade noch zur rechten Zeit, um Ihnen „Lebewohl" zu sagen und Ihnen beiden unser tiefenipfunbeueS Bedauern, meine Schivester schließt sich mit darin auf« Wärmste au, darüber anSznsprecheu, daß widrige Umftänbe uns ibre geschätzte Ge«,einv>!rt so schliell entziehen mußten!" Er ergriff beider Htstide nacheinander und drückte sie anfs «Serztichste.
darauf lüftete er die Mütze nochmals und grüßte wiederholt, wobei sei««« weißen Zähne unter dein schwarze«« Schnurrbart blitzten; dann Drehte er sich um und ging mit ruhigen Schritten davon.
So groß das Erstaune«« der drei Zuriickbleibenden war, so blieb doch keine Zeit, sich darüber zu äußer»!. Misch« hatte VturgareteS Handgepäck bereits in einer gemütlichen Ecke deS ConpeeS nntergebracht, dein Schaffner ein Trinkgeld in die Hand uedrückt, mib staub nun bereit, ihr beim Einsteigen behilflich zu fein.
Werner folgte und nahm ihr gegenüber Platz. Dann wurde die Coupeetür hinter ihnen durch den diensteifrigen Schaffner geschlossen.
Der schrille Pfiff, der in den Herzen der Abschied» nebmenben so schmerzliche Gefühle zu «rwecken pflegt, liefe sich zum letzten fatale vernehmen.
Mischa staub auf dem Trittbrett und empfing Mac» UvreteS Abschiedsknß und einen letzten Händedrnck feine* geliebten Lehrer», und nun, da der Zug sich in ©e» Begnüg setzte, sprang er leichtfüßig ab.
(sarcoptes- oder dei matocoptes-Uiilben) verursachte, langsam vellaufende Hautkrankheiten. Bei dem Pferde und den übrigen Einhufern unterliegen die sarcoptes- anb die dermatocoptes-91äube, der Anzeigepslicht und veterinärpolizeilichen Bekämpfung.
Die Uebei tragung der Rändeulilben aus gesunde Tiere erfolgt entweder unmittelbar von erkrankten Tieren oder mittelbar durch Zwischenträger (StalleinrichtungS- gegenstände, Stallgeräte, Bespannungsgeschirre, Reitzeuge, Putzzeuge, Decken, Kleider des Wartepersonals,' Deichseln nsiv bei der Räude der Einhufer. Die Räudemilben können auf Zwischenträgern bis zu 8 Wochen lebenS- unb übertragungsfähig bleiben.
Krankheitsmerkmale an den Tieren.
Je nad)bem bei der unmittelbaren oder mittelbaren Ansteckung viele oder wenige Wudemilben auf ein ge sundes Tier übertragen worden sind, ist die Zeit, die bis zum Hervortreten der ersten KranksheitSerscheinungen vergeht, verschieden und schwankt zwischen 2 und 4 Wochen und darüber. Gemeinsame Merkmale aller Arten von Räude sind heftiger Juckreiz, der die Tiere zürn Scheuerunnd BtMPen der, erkrankten Hautstellen veranlaßt, Auftreten von Knötchen über Bläschen sowie von Krusten und Borken an den erkrankten Hautstellen, in den höheren Graden Ausfall der Haare und Verdick» ng und Faltenbildung der Haut, die an ihrer Oberfläche nässend und blulend oder mit grindartigen Borken besetzt sein kann. Der Juckreiz tritt namentlich im warmen Stalle und in der Sonnenhitze hervor. Kratzt man an den erkrankten Hautstellen, so geben die Tiere öffentliches Wohlbehagen durch Gegendrücken, Einsenken des Rückens, Bebern unb Fleh inen mit den Lippen zu erkennen.
Die sarcoptes-Siäube der Einhufer kann am ganzen Körper auftreten. Sie beginnt in der Regel am Kopfe, am Halse, an den Schultern, an der seitlichen Brust maub oder in der Sattellage mit der Bildung kleiner kahler Herde, die später zu größeren kahlen, mit Krusten und Borken besetzten Stellen zusammenfließen können.
Durch einen Tränenschleier sah er noch die winteiibe Mütze unb das «vehende Taschentuch, und erwiberte euergifet) die letzten Grüße, so lange bis der Zug sich, wie eine ungeheure Schlange aus der Bahnhofshalle gewägt und seinen Blicken eutschiunnden war.
Und weiter ging die Fahrt, mit immer zunehmender Geschwindigkeit; durch ödes Snmpslaud und düstere Föhrenivälder, die aussahen wie gespenstische Heerscharen in glißernbeui Frostpanzer — durch die weiten Lande deS mächtigen Zaren entführte der Zug die Beiden; zwar nicht leichten, fröhluhen Herzens, aber dennoch: der Freiheit entgegen I
81. Kapitel.
Mehr als drei Jahre waren dahingegangen seit dein bedeutungsvollen Abende, an de«n RinbergS endgültig Abschied genommen hatten von Rußlands Metropole, bet Stadt mit den freundlichen Zügen und bem wunden, unruhig klopfenden Herzen!
Für Werner Rittberg waren es Jahre ernsten Streben», dessen Früchte er nun zu ernten beginnt. Er ist jetzt praktischer Arzt in einem aufblühenden Vorort Berlins, und seine Praxis gewinnt täglich an Ausdehnung. Und ob bet Hanshalt, in bem Margarete maller, auch klein und bescheiden ist, den Geschivistern vieler er doch der Reize mancherlei. Wenn man von der staubigen Straße bind) die kleine Gartenpforte eniunt, umfängt einen eine idyllische Ruhe; ein Gärtchen rnit peinlich gepflegten! Rasenrondel, Beeten, auf denen Rosen und andere Blninen den ganzen Sommer blühen, unb einem Birnbaum im Hiutergrnude, unter dessen Zweigen Korbstühle und ein Tisch zu einem gemütlichen Kaffee- und Ruhestülldchen einladen. Das Häilschen |elb|t ist ganz von Klematis und wilbem Wein überrankt.
Mehr als einet von Werners unverheirateten Freunden und Kollegen hat bereits Ursache, dieses Gartens mit wehmütig-zärtlichen Gcjühlen zu geteilten. Denn
Die dermatocoptes-rtläube der Einhufer tritt an den mehr geschützten Hautstelleu, am Grunde der Mähne, unter dem Schöpfe, am Schweife, im Kehlgang und an den Innenflächen der Schenkel auf mib beginnt hier mit der Bildung scharf abgegrenzter kahler Herde, die sich langsam ausbreiten, allmählich aber auch zu größeren kahlen,, mit Krusten und Borken besetzten Stellen zu- fammenftteyen können.
Anzeigepflicht.
Wenn Einhufer unter den Erscheinungen der Räude oder unter Erscheinungen, die den Ausbruch der Räude befürchten lassen, erkranken, so ist unverzüglich der Polzei behörde Anzeige zu machen, auch sind die kranken und verdächtigen Tiere von Orten, an denen die Gefahr der Ansteckung fremder Tiere besteht, fernjuhallen.
llebertragbarkeit der sarcoptes-Glaube auf den Menschen.
Während die dermatocoptes-rtiäube auf den Menschen nicht übertragbar ist, kann die sarcoptes-Stäube auf den Menschen übergehen und einen juckenden Ausschlag an den Händen (zwischen beu Fingern), den Armen und anderen Köperstellen hervorrufen. (A111. 579.)
Misst am 2n. ^ebener ^'16.
Der Regierungspräsident. I. V
Lewald.
I. ist
Nr. 2023. Von bem Herrn Minister des Innern erneut auf die hohe Bedeutung einer weiteren Ver-
stürknng des Goldschatzes der Reichsbauk für die vaterländischen Interessen hingewiesen und angeregt worden, durch Auflegung einer Urkunde bei den Gemeindevor- stäuben, inhalts derer alle HaushaltungSvorstände durch NamenSunterschrist in feierlicher Form versichern, daß sie ihre Goldmünzen abgeliefert haben, die Goldsamm- lung dem Abschluß näher zu bringen. Die erwähnten Urkunden sollen später veröffentlicht und damit zugleich auch die Namen derjenigen Gemeindeangehörigen bekannt- gegeben werden, die ihre Unterschrift endgültig verweigert haben. Danach sollen die Urkunden der Orts- Chronik einverleibt werden.
natürlich verliebte sich einer nach dein andern in Margarete !
Aber der frermdAche Blick ihrer klarst«, braunen Augen lächelte einen jeden von ihnen mit gleicher Unparteilichkeit an, und sie gab sich selbst und thuen die Versicherung, sie werde niemals heiraten und den Bruder im Stich lassen.
Es ivar ihr auch völlig Ernst mit diesem Bonatz, dem sie vermutlich treu geblieben wäre, wenn «acht eines Tages Professor Max Däilhardl in ihr Leben getreten wäre.
Bei einer zufälligen ©egegnuug mit seinem früheren Lehrer, den er seit Beendigung seiner Universitätsstudie«! nicht mehr gesehen, hatte der gastfreie junge Doktor benfelbeu zu Tisch gebeten.
Hub er ivar gekommen — immer und immer wieder — auch ohne besondere iüufforberuug; Werner fühlte sich nicht wenig geschmeichelt, daß ein so viel älterer und bebeuteHberer Mann ihn so häufig aufsucht! Bis er eines schönen Tages, von der Besuchst»«: Heim- kehrend, im Wohnzimmer die Ueberraschnng elebte, die Schivester mit dem Professor Hand in Hand auf dem Sofa sitzen 311 sehen. Die beiden schienen die Situation so selbstverständlich zu finden, als wären sie schon jahrelang verheiratet!
Nun, seinen brüderlichen Segen gab er ihnen von Herzen, aber so ganz begreiflich war es ihn« doch nicht, ivas Margarete, die stets so wählerisch und schwer zu befriedigen gewesen, an diesen« Manne Besonderes gefunden^
Dänhardt war ein Bierziger, kurzsichtig und unbeholfen! Wiederholt schon hatte er Margarete» Arderts. körbcheu mit samt dem ganzen Inhalt mngewotfeu, Teetassen über ihre Kleider verschüttet oder sich ionitwie lächerlich gemacht. Wahrlich, Arauenyerzen sind etwas Unberechenbares l Ldl.lb